Die Hochzeit, auf der er eingeladen ist, empfindet Manfred
S. als die Hölle. Er kann nichts essen - die Erbsen würden ihm
vor lauter Zittern von der Gabel springen; er kann keinen Kaffee trinken
- alles würde überschwappen. Er fühlt sich von allen Gästen
beobachtet, kritisch beäugt, besonders von denen, die ihm gegenübersitzen.
Sie erwarten jetzt bestimmt eine kluge Unterhaltung, denkt Manfred, aber
er bringt vor lauter Angst kein Wort heraus. Es könnt banal, dumm
oder falsch sein. Manfred glaubt, daß ihm jeder an der Nasenspitze
ansieht, wie unsicher er ist - und daß ihn jeder dafür verurteilt.
Er schwitzt. Sein Zittern bis in die Knie sehen jetzt auch die anderen,
und deshalb fängt Manfreds Herz an zu rasen. Er möchte einfach
nur raus hier, fliehen.
Sozialphobiker leiden an einer dauerhaften, unangemessenen Furcht in
Situationen, in denen sie mit anderen Menschen zu tun haben und sich deren
"Bewertung" ausgesetzt fühlen. Oft bezieht sich die Angst
auf fremde Menschen, Autoritätspersonen oder Menschen des anderen
Geschlechts. Es quält sie, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer
zu stehen. "Die Patienten", beschreibt Professor Dr. Margraf
von der Klinischen Psychologie der Technischen Universität Dresden,
"befürchten zu versagen, sich lächerlich zu machen oder
durch ungeschicktes Verhalten gedemütigt zu werden."
Für die meisten Menschen sind Situationen, in denen man der Bewertung
oder dem Urteil anderer ausgesetzt ist, mit Aufregung, Angst oder mindestens
Uwohlsein verbunden, aber das wird nicht als Problem empfunden. Im Gegenteil
regt manche eine solche Situation positiv an. Bei Sozialphobikern nimmt
diese Angst Ausmaße an, die zu einer extremen Einschränkung
der Lebensqualität führen. Um phobische Situationen zu vermeiden,
wird nicht gereist, nimmt man keine gesellschaftlichen Anlässe wahr,
ist in keinem Verein, macht keinen Sport, zieht sich zurück, isoliert
sich.
Die Furcht, von anderen schlecht bewertet zu werden
Die Angst vor sozialen Situationen gilt als krankhaft, wenn das Vermeidungsverhalten
die beruflichen Fähigkeiten beeinträchtigt oder das soziale
Leben des Betroffenen gravierend einschränkt oder wenn die Angst
Leiden verursacht - oder alles zusammen (siehe auch Kasten "Diagnostische
Kriterien der sozialen Phobie", nächste Seite). Auch im Berufsleben
stehen Sozialängstler oft unter starkem Druck, da sie fast immer
eine gedachte Rolle mit hohen Ansprüchen erfüllen wollen. Da
die Störung über lange Jahre anhält, geraten viele deshalb
in eine zusätzliche Depression und/oder werden abhängig von
Beruhigungsmitteln oder Alkohol.
Engumschriebene Sozialphobien (z. B. nur Furcht vor öffentlichem
Sprechen, Essen) sind eher selten, Häufiger ist die allgemeine Sozialphobie
vor den meisten zwischenmenschlichen Aktivitäten: Parties, Familienfeiem,
vor anderen schreiben, Gespräche mit Chef oder Kollegen, neue Kontakte,
besonders zum anderen Geschlecht usw.
Aber wovor genau haben die Betroffenen Angst? Angeguckt zu werden, daß
man ihnen ihre Nervosität ansieht, Angst vor negativen Gefühlen,
vor dem Alleinsein, mit anderen nicht zurechtzukommen (Konflikte, Ärger),
nicht gemocht zu werden, dumm zu wirken, zurückgewiesen zu werden.
In Beziehungen haben sic oft die Furcht, ihre Freiheit zu verlieren oder
"ertappt" zu werden, d. h. abgelehnt zu werden, wenn andere
entdecken, wie "sie wirklich sind" (oft wissen sie selbst nicht,
was sie damit meinen).
Können sie die sozialen Situationen nicht vermeiden, stehen sie
sie nur unter furchtbaren Ängsten und starken körperlichen Reaktionen
durch: Herzrasen, Schwitzen, Verkrampfung, Erröten, Sprechhemmung,
Kopf- oder Magenschmerzen, Atemnot und Panikgefühl.
Teufelskreis: Vor lauter Zittem geht's wirklich daneben
Ein wesentliches Merkmal der sozialen Phobie ist das Phänomen der
Angst vor der Angst (ähnlich Agoraphobiker). Sozialphobiker zeigen
schon in Erwartung der Situation starke Angst, also schon, wenn z. B.
die Einladung ins Haus flattert oder der Termin für eine Rede festgesetzt
oder eine Betriebsfeier organisiert wird oder auf dem Weg in ein Restaurant.
Die Erwartungsangst, die bereits durch die Vorstellung der angstauslösenden
Situation entwickelt wird, führt dann tatsächlich zu den körperlichen
Beschwerden.
Die körperlichen Reaktionen stellen für viele sozial Gehemmte
das vordergründige Problem dar, weil diese Symptome nach außen
sichtbar werden und als weiterer Grund für ablehnende oder negative
Bewertung der Umwelt empfunden werden. So kann ein Teufelskreis entstehen:
die irrationale Furcht löst Angst aus, dadurch wird die Leistung
tatsächlich beeinträchtigt (Zittem beim Trinken), was andere
eventuell bemerken und was wiederum die Vermeidungstendenz des Patienten
steigert.
Der Therapeut und Buchautor Fensterheim beschreibt diese Besonderheit
der sozialen Phobie so: "Der Mensch, auf den sich Ihre Ängste
beziehen, reagiert auf lhr Verhalten, und dadurch wird die Situation noch
komplizierter." Während der Aufzug, das Flugzeug oder das kleine
Zimmer immer gleich blieben, reagierten bei Sozialängstlern die anderen
auf dessen Reaktion. So beschwöre der Sozialphobiker unnötigerweise
genau das Ereignis herauf, vor dessen Eintreten er sich fürchtet.
Zur Sozialphobie können Panikattacken und Depressionen
kommen
Einige Symptome der sozialen Angst sollten nicht mit Panikstörung
und Agoraphobie verwechselt werden. Diese Personen vermeiden zwar auch
oft Gesellschaften, Restaurants etc., aber nur aus Angst, dort eine Panikattacke
zu erleiden, nicht aus Angst, sich wegen ihrer Person zu blamieren! Agoraphobiker
fürchten eher, allein zu sein und keine Hilfe zu bekommen, während
Sozialphobiker Angst in Anwesenheit anderer erleben. Und während
bei Agoraphobikern/Panikpatienten das gefürchtete Ereignis praktisch
nie eintritt (Herzinfarkt, Ohnmacht, Tod), kommt es bei Sozialphobikern
tatsächlich zu unangenehmen Reaktionen der Umwelt. Davon abgesehen
bekommen aber viele Sozialphobiker im Laufe ihres Leidens zusätzlich
eine Agoraphobie oder leiden an Panikattacken.
Extreme Schüchtemheit allein gilt nicht als Sozialphobie, weil dabei
in der Regel keine Angst auftritt und auch die extreme Vermeidung sozialer
Situationen nicht im Vordergrund steht. Schüchterne leiden an dem
Konflikt, Ablehnung zu fürchten, aber gleichzeitig Annäherung
zu suchen.
Zu den sozialen Ängsten muß man dagegen in jüngster Zeit
wohl noch eine andere Erscheinung rechnen (wenn auch nicht im wissenschaftlichen
Sinn): Angst am Arbeitsplatz durch Mobbing. Denn dabei haben die Opfer
aufgrund des permanenten Psychoterrors furchtbare soziale Erlebnisse und
fliehen vielleicht in Rückzug und Vermeidung. Ehemalige Mobbing-Opfer
können im nachhinein aus diesem Erlebnis heraus zu Sozialphobikern
werden, obwohl sie am neuen Arbeitsplatz nicht gemobbt werden!
Ähnlich und
doch anders: "soziale Defizite"
Ein Begriff, der in wissenschaftlichen
Veröffentlichungen auftaucht und nicht mit sozialer Phobie gleichgesetzt
werden sollte, lautet "soziale Defizite" (auch "mangelnde
soziale Fertigkeiten bzw. Kompetenz bzw. Skills"). Unter Fachleuten
herrscht offenbar ein Streit über die Kategorisierung der Betroffenen
in Sozialphobiker und Menschen mit "sozialen Defiziten", wobei
dann auch die Art der Behandlung verschieden wäre (siehe weiter unten
bei "Behandlung"). Das Störungsbild "soziale Defizite"
gehört für die einen nicht zu den Angststörungen, sondern
zu den hypersensitiven Persönlichkeitsstörungen, die wesentlich
schwerer und längerfristiger zu behandeln sind. Andere meinen, daß
es für eine solche Unterscheidung in der Praxis kaum brauchbare Kriterien
gibt; viele Patienten hätten sowohl Sozialangst als auch (in verschiedenem
Ausmaß) soziale Defizite.
Außerdem seien die Übergänge fließend: Phobie kann
über Vermeidung (mangelnder Kontakt) zu sozialen Defiziten führen,
und soziale Defizite können über negative Erfahrungen zu Angst
führen. Sie sehen in den beiden Störungsbildern allenfalls Varianten
des Oberbegriffs "soziale Gehemmtheit", die nur geringfügig
verschieden behandelt werden müßten.
Inwieweit sich soziale Phobie und soziale Defizite überlappen, scheint
also weitgehend unerforscht. Gemeinhin ist mit letzteren eine krankhafte
Kontakthemmung gemeint, mehr aus Unfähigkeit heraus als aus Angst.
Fehlen diese sozialen Kontaktfähigkeiten fast völlig (schwere
Ausprägung), so ist dies - grob umschrieben - offenbar ein intellektuelles
Problem.
Ein Wissenschaftlerteam definierte soziale Defizite so: "Lebenslange
Schwierigkeiten im Knüpfen und Aufrechterhalten sozialer Kontakte
trotz des Wunsches danach und ein Lebensstil, der so organisiert wurde,
die Bedrohung der eigenen Person zu reduzieren mit dem Ergebnis sozialen
Rückzugs und starker Beeinträchtigung im beruflichen Leben."
Bei dieser Untersuchung fand man Unterschiede zu Sozialphobikern: Bei
sozialen Defiziten seien die körperlichen Beschwerden eher Anspannung
und Leeregefühl, Magenbeschwerden und Kopfschmerzen. Und ein wesentliches
Merkmal sei, daß sich die Patienten ihrer kognitiven (=gedanklichen)
Befürchtungen wie auch ihres körperlichen Zustandes kaum bewußt
sind. Sie erleben eher ein globales Unwohlsein und allgemeine Unsicherheit.
Auch die situativen Bedingungen ihrer Schwierigkeiten sind ihnen kaum
zugänglich, so daß sie ihre Probleme als diffus und unspezifisch
erleben. Viele zeigen unangemessenes Verhalten, das zur Bewältigung
von bestimmten Situationen unzweckmäßig ist, wie ständiges
Entschuldigen, aggressive Ausbrüche oder totales Schweigen, zuviel
und zu langes Reden, mit sich selbst reden, ausdruckslos, monoton oder
ohne Blickkontakt reden usw. Viele haben keinen Partner, keine Freunde
und sind sozial vollkommen isoliert.
Bei Patienten mit schweren sozialen Defiziten müssen also vor allem
grundlegende Fertigkeiten im sozialen Umgang trainiert werden wie Blickkontakt,
Körperhaltung, Mimik oder Gespräche beginnen, führen und
beenden, eine Forderung äußern etc.
Liegt im Erziehungsstil der Eltern die Ursache?
Die Sozialphobie (anders als Agoraphobie und Panikstörung) entwickelt
sich typischerweise in der späten Kindheit (ab der Pubertät)
oder im frühen Erwachsenenalter schleichend und bleibt chronisch
bzw. verschlimmert sich. Über die Ursachen allerdings gibt es kaum
gesicherte Erkenntnisse. So wurde nie erforscht, ob es genetische Ursachen
geben könnte. Diskutiert wird, ob die Angst vor Fremden in den frühen
Kinderjahren, die meist bis zum sechsten Lebensjahr verschwindet, in späteren
Lebensjahren durch bestimmte Ereignisse und erhöhte Sensibilität
wiedererweckt wird.
Untersucht hat man dagegen die Erziehungsstile der Eltern von Sozialphobikern
und Nichtphobikem. Sozialphobiker schätzten sie viel öfter als
wenig unterstützend, verletzend und überfürsorglich ein
als Nichtphobiker. Das legt nahe, daß Sozialphobiker in einer Umgebung
aufwuchsen, die ein selbstsicheres und unabhängiges Verhalten wenig
förderte, und wo Abwertung und Überfürsorge der Eltern
die Bewältigung der ursprünglichen Fremdenangst behinderten.
Allgemein werden folgende Ursachen der Sozialphobie angenommen:
Betroffen sind mehr Männer als Frauen
Interessant sind einige "statistische" Erkenntnisse über
Sozialphobiker. Die Störung betrifft Männer etwas häufiger
als Frauen. Sie sind in hohem Maße Singles: Je nach Studie fand
man 36 bis 68 Prozent Sozialphobiker ohne Partner. Bei therapiesuchenden
Betroffenen fand man einen höheren Status (Bildung und Beruf) und
häufiger Aufsteiger in eine höhere Schicht als z. B. bei anderen
Phobikern.
Über die Zahl der Sozialphobiker in der Bevölkerung ist wenig
bekannt. In Amerika spricht man von 1 bis 2%, was wohl auf deutsche Verhältnisse
übertragbar ist. Die Sozialangst gilt (je nach Wissenschaftler) als
die zweit- oder dritthäufigste Form innerhalb der Angststörungen
(auf Platz eins steht unbestritten die Agoraphobie): Etwa ein Viertel
aller Angstpatienten leidet an Sozialangst!
Jedenfalls sucht ein Großteil der Betroffenen keine Behandlung.
Und wenn, dann kommen sie oft sehr spät.
Eine traurige Feststellung, denn eines ist klar: Je länger die Betroffenen
warten, desto schlechter sind die Heilungschancen. Zu lange werden die
Probleme irgendmöglich versteckt und verheimlicht. Sie kommen erst
in eine Therapie, wenn äußere Ereignisse sie zwingen (z. B.
neuer Partner, Beförderung) oder wegen schwerer Depressionen.
Behandlung am besten in Gruppen: üben, üben, üben
Bei der Behandlung von Sozialphobikern hat sich die Gruppentherapie durchgesetzt,
weil sie leichter und schneller zum Erfolg führt als Einzeltherapie.
Zudem haben sich verhaltenstherapeutische Maßnahmen als effizienter
erwiesen als z. B. Psychoanalyse und Gesprächstherapie. Folgende
Methoden werden hauptsächlich angewandt:
Häufig werden "Therapiepakete? angewandt, die mehrere
der oben genannten Methoden beinhalten.
-
In jüngster Zeit wird auch die relativ kurze, schnelle Expositions-
bzw. Konfrontationstherapie nach dem erfolgreichen Modell bei
anderen Phobien auf Sozialphobie angewandt (Exposition mit den Angstauslösern
in Übungen draußen in der Realität, kombiniert mit
kognitiven Verfahren).
Bei der Behandlung der Sozialangst unterscheiden Fachleute drei Ebenen
der Angst, weil davon in hohem Maße die Wahl der Therapieform abhängt.
Natürlich haben zahlreiche Patienten Probleme in zwei oder drei
dieser Ebenen.
Welche Therapieform (allein angewendet) die beste ist, darüber streiten
sich naturgemäß die Gei-ster. Sehr gute Erfolge bei der Angstreduktion
hat nach verschiedenen Untersuchungen die Methode des Soziale-Kompetenz-Trainings.
Gleich effektiv oder nur gering schlechter schneidet die systematische
Desensibilisierung ab; weniger effektiv sollen die kognitive Umstrukturierung
und das Entspannungstraining sein. Das Soziale-Kompetenz-Training verringert
den Studien zufolge aber nicht nur die Angst, sondern baut auch positive
Verhaltensänderungen im Sinne sozialer Fertigkeiten auf (im Gegensatz
zur Desensibilisierung). Sozialphobiker profitieren nach diesen Untersuchungen
von beiden Verfahren, sozial dezifitäre Patienten eher vom Kompetenz-Training.
Zur Expositionstherapie gibt es erst wenige Studien, doch die attestieren
durchweg gute Ergebnisse und sogar bessere als kognitive Verfahren allein
oder Entspannungstraining. Die Studien zeigten aber auch, daß kognitive
Methoden die Wirksamkeit der Expositionstherapie erhöhen.
Professor Dr. Jürgen Margraf, einer der bekanntesten Vertreter der
Konfrontationstherapie, meint, daß die meisten sozialphobischen
Patienten nicht wirklich mangelnde soziale Fertigkeiten haben (sie meinen
nur, immer besonders gut sein zu müssen). Sie können also kommunizieren,
sich unterhalten, auf andere eingehen, beherrschen die sozialen Spielregeln.
Sie sind keinesfalls kontaktgehemmt. Dennoch würden bei solchen Patienten
oft Trainings der sozialen Kompetenz angewandt, was ihnen nicht viel nütze.
Relativ neu: Konfrontationstherapie wird bei Sozialangst
angewandt
Deshalb, so Margraf, wird in neueren Therapieprogrammen mehr und mehr
mit Konfrontation und kognitiver Umstrukturierung gearbeitet. Ersteres
heißt: in die angstbesetzten Situationen bewußt hineingehen,
sie üben, sich an sie gewöhnen und die Erfahrung machen, daß
die negativen Befürchtungen unbegründet waren. Zweiteres heißt:
Die übertriebenen, unvernünftigen (also irrationalen) Gedanken
überprüfen, diskutieren und abändern.
Beides, so urteilt auch Margraf, geht bei Sozialphobikern besonders gut
in einer Gruppe, während bei allen anderen Angststörungen Einzeltherapien
vorzuziehen sind. In der klinischen Behandlung sind meist 6 bis 7 Patienten
beiderlei Geschlechts in einer Gruppe. So entstehen sehr leicht die typischen
phobischen Situationen: mit anderen reden, vielleicht mit ihnen essen,
sich ihren "Bewertungen" stellen. Die Gruppe kann dem Betroffenen
klarmachen, daß seine negativen Gedanken unrealistisch sind, man
ihn nicht so kritisch sieht, wie er meint. Er lernt, diese Erfahrungen
auch auf sein Leben außerhalb der Gruppe zu übertragen.
Auch anderswo tut sich etwas: So hat z. B. Dr. Zygmunt Wlazlo von der
Psychiatrischen Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf ein Expositionsverfahren
entwickelt, das auf die besonderen Bedingungen der sozialen Phobie und/oder
sozialer Defizite abgestellt ist.
Es handelt sich um eine intensive Kurztherapie von 28 (Gruppen)-Sitzungen.
Sie umfaßt Übungen in vivo (also in der Realität) und
kognitive Verfahren, um die negativen Gedanken, Bewertungen und Interpretationen
des Sozialphobikers umzuändern. (Das Verfahren wird beschrieben in
dem Buch "Soziale Phobie. Eine Anleitung zur Durchführung einer
Exposition in vivo" von Z. Wlazlo, Karger-Verlag; allerdings nur
für Therapeuten/Fachleute geeignet.)
Es gibt also durchaus erfolgversprechende Methoden für Sozialphobiker,
mit ihren Ängsten besser umzugehen und von ihrem Leiden loszukommen
- ohne Medikamente.
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