Home | Forum
Donnerstag, 17. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.

Neurotische Depression

Grundregeln zum Umgang mit Depressiven Auf der Basis tiefenpsychologischen und lerntheoretischen sowie klientenzentrierten Verständnisses von Psychotherapie lassen sich nachfolgende allgemeine Grundregeln zum ?hilfreichen Umgang mit Depressiven? aufstellen: 1. Im Zentrum therapeutischer Beziehung steht das Gespräch, welches stützend und hilfreich sein soll. Dazu ist ein regelmäßiges und zuverlässiges Gesprächsangebot von ausreichender Dauer notwendig. Das Gespräch soll gekennzeichnet sein durch emotionale Wärme und akzeptierende Wertschätzung es anderen, durch ein bedingungsfreies aktives Zuhören und Nachfragen, durch beruhigende Versicherung, daß Hilfe möglich ist, durch die Vermittlung von Hoffnung und gezielte Entlastung. Suizidalität muß aktiv offen und ernstnehmend angesprochen werden, wobei der Therapeut selbst ein Stück lebensbejahener Präsenz darstellt. Die Lebenskontinuität und diese tragende Beziehung zu der Familie, zu Partnern und auch zum Therapeuten sollen betont werden. Im Gespräch soll ein Wechsel von der Symptomebene zur Lebenssituation stattfinden, wobei auf der Basis einer guten Beziehung eine Überprüfung der Realität des Patienten bzw. seines depressiven Erlebens, eine Anregung zur Aktivität und zur Eigenverantwortung, eine Strukturierung des Tagesablaufes ( es soll die Erfahrung des ?doch-könnens? gemacht werden) mit nachfolgender positivr Verstärkung geschehen soll. 2. Die Einbeziehung von Angehörigen entweder auf der informativen Ebene, aber auch in Angehörigengruppen für depressiv kranke Menschen, ist heute nahezu obligat und für die langfristige Begleitung und Therapie bei depressiv kranken Menschen unabdingbar. Neuerdings entwickeln sich auch Selbsthilfegruppen für Depressive wobei hier unterschiedliche Erfahrungen angegeben werden. Es scheint jedoch, daß auch für schwer depressive kranke Menschen ?Selbsthilfegruppen? sich im Sinne der gegenseitigen Stützung, der Vermittlung gegenseitigen Verständnisses und als Möglichkeit eines Schonraumes, eines Raumes von Verständnis für das eigene depressive Sosein, hilfreich sind. 3. Kriterien für eine stationäre Einweisung sind Schwere und Akutität des depressiven Zustandsbildes, akut und ambulant nicht mehr Suizidialität, wahnhafte Symptomatik, dann aber auch der drängende Wunsch des Patienten selbst, soziale Faktoren wie Isolation, Vereinsamung, chronischer bzw. therapieresistenter Verlauf, ungünstige soziale Lebensbedingungen. Gerade beim chronischen Verlauf und bei Therapieresistenz ist die Einbeziehung von Angehörigen dringend erforderlich, da es sich hier zum einen nicht nur um Unterstützung des Patienten, sondern auch um Unterstützung des Partners und der Familie, um gemeinsame Planung der veränderten Lebenssituation handelt. 4. Der ambulante therapeutische Rahmen muß gekennzeichnet sein durch regelmäßige, möglichst engmaschige Kontakte, durch Einbeziehung von Partner, Familie, dann im sozialen Feld, Einbeziehung von Arbeitgebern (Berentung, stufenweise Wiedereingliederung, Entlastung?), wobei auch Institutionen und Hilfen des weiteren psychosozialen Umfeldes wie Telefonseelsorge, Beratungsstellen, Sozialpsychiatrische Dienste, Diakonie/Sozialstationen, Tagesstätten, Clubs, Selbsthilfegruppen etc. zur Stützung des Patienten, zur Entwicklung neuer und aktiver Lebensgestaltung, zur Gewinnung neuer Kontakte und auch zur Ergänzung des ärztlich-psychiatrisch-psychotherapeutischen Angebotes bewußt miteinbezogen werden sollen. Abschlußbemerkung Depressives Kranksein bedeutet heute nicht mehr ausgeliefert sein an eine Erkrankung mit einer hohen Suizidmordalität und Selbstgefährdung. Sowohl den Betroffenen als auch für dessen Partner und Familie stehen eine Reihe von hilfreichen psychiatrisch-psychothrapeutischen und psychosozialen Möglichkeiten zur Verfügung, die angeboten, genutzt und in Anspruch genommen werden müssen. Dabei handelt es sich sei der Behandlung einer Depression häufig um längerfristige Behandlungsansätze, die Patient, Partnerschaft und Umfeld, Arbeitssituation, Lebens- und Wohnsituation miteinbeziehen.

Publiziert am: Donnerstag, 08. April 2004 (32917 mal gelesen)
Copyright © by Angstnetz. Hilfe und Informationen bei Psychosomatischen Erkrankungen

Druckoptimierte Version  Artikel einem Freund empfehlen

[ Zurück ]