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Dienstag, 07. Februar 2012
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Dein Biorhytmus

Der Biorhythmus eines Menschen besteht aus 3 Komponenten: Dem Körperrhythmus (23 tägiger Intervall) Dem Geistrhythmus (33 tägiger Intervall) Dem Seelenrhythmus (28 tägiger Intervall). Von der Geburt an verlaufen die Kurven zunächst steigend, dann sinuskurvenartig. Verläuft der jeweilige Rhythmus im oberen Teil, dann ist man auf diesem Gebiet besonders leistungsfähig, verläuft er im unteren Teil, heißt das, daß man sich in einer Ruhephase befindet, verbrauchte Kräfte müßen regeneriert werden. Kreuzt die Linie die Mittellinie (Meridian), findet ein Umschwung statt, und man sollte an solchen Tagen im allgemeinen vorsichtiger sein, besonders wenn mehrere Kurven gleichzeitig die Meridianlinie kreuzen. Statistisch passieren an körperlich kritischen Tagen die meissten Unfälle, z. B. passieren 90% aller Nachblutungen bei Mandeloperation an solchen Tagen.

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Biorhythmus ist eine pseudowissenschaftliche Lehre, die besagt, dass man durch einfache Mittel gute und schlechte Tage von Mensch und Tieren ermitteln kann. Der Begriff hat nichts mit chronobiologischen Rhythmen zu tun, sondern wird in der Biologie und der Medizin sorgfältig vermieden.

Die Anhänger der Biorhythmus-Lehre glauben, dass das Leben durch drei Rhythmen mit unterschiedlicher Periodendauer bestimmt wird:

  • körperlicher Rhythmus (23 Tage)
  • emotionaler Rhythmus (28 Tage)
  • geistiger Rhythmus (33 Tage)

Bei der Geburt fangen diese Rhythmen mit ihrer ersten Periode positiv an, überqueren nach der halben Periodenlänge die Null?Linie und gehen dann in die negative Phase. Am Ende der Periode erfolgt wieder ein Umschlag in den positiven Bereich. Alle Übergänge, das heißt von positiv zu negativ und umgekehrt sind kritische Tage (also potentiell schlechte Tage). Kommt es nun bei allen drei Phasen zu einem Übergang am selben Tag, kann das laut der biorhythmischen Lehre schreckliche Folgen haben ? während das Zusammentreffen positiver Tage besonders gute Tage zur Folge hat.

Die Basis für diese simple Rechnung wurde am Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Wiener Psychologen Hermann Swoboda und den Berliner Arzt Wilhelm Fliess gelegt. Fliess entdeckte in den Krankenakten seiner Patienten übereinstimmend Regelmäßigkeiten. Sie versuchten hinter den guten und schlechten Momenten eines Lebens eine Gesetzmäßigkeit zu entdecken. Spätere Untersuchungen ihrer ?Formel? konnten keinerlei inhaltliche Relevanz nachweisen.

Hohe Popularität erlangte der Biorhythmus in den 1980er Jahren mit dem Aufkommen der ersten programmierbaren Taschenrechner und Heimcomputer. Das Lebensalter in Tagen und der daraus resultierende Biorhythmuszustand konnte somit durch einfache Programme schnell berechnet werden. Einem Horoskop ähnlich konnten die Kurven von jedem interpretiert werden.

Kritik 

Neben dem grundsätzlichen Zweifel an der Existenz der drei Rhythmen gibt es Zweifel daran, dass Rhythmen zeitlich derart konstant sein sollen und dass sie aus dem Lebensalter berechenbar sind. Der Rhythmus der weiblichen Menstruation etwa unterliegt der hormonellen Steuerung und zeigt Schwankungen. Daher kann er kaum über mehrere Monate vorhergesagt werden.

Weiter ist es verdächtig, dass die Rhythmen exakt ganzzahlig sein sollen - das passt nicht zu den sonstigen Verhältnissen in der Natur. Eine vernünftige Begründung dafür fehlt.

Die Vorgehensweise von Biorhythmikern wird von Wissenschaftlern als unseriös angesehen, ihre Argumente als untauglich und naiv. Bereits der Gründervater Fliess sieht die Tatsache, dass es ihm immer wieder gelingt, ganze Zahlen als Summen von Vielfachen von 23 und 28 darzustellen, als Beweis dafür, dass es sich bei 23 und 28 um ganz besondere Zahlen handelt, und seine Anhänger folgen ihm. Dabei ist es eine einfache zahlentheoretische Tatsache, dass das für zwei beliebige teilerfremde Zahlen genau so funktioniert wie für 23 und 28.

Des weiteren wäre der Biorhythmus nicht so einfach berechenbar, da viele Faktoren wie Schlafengehenszeit, Essen, Tagesaktivität und Luftdruck mit dem Wohlbefinden eines Individuum zusammenhängen.

Der Biorhythmus hat also aus Sicht der Naturwissenschaft den gleichen Stellenwert wie ein Horoskop.

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Publiziert am: Samstag, 10. April 2004 (6735 mal gelesen)
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