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Donnerstag, 17. Mai 2012
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Herzrhythmusstörungen

Kammerflimmern ist lebensbedrohlich!

"Das Flimmern der Vorhöfe des Herzens darf nicht verwechselt werden mit dem Flimmern der Herzkammern", betont Professor Breithardt noch einmal ausdrücklich. Während ein Patient mit Vorhofflimmern durchaus lange leben kann, stirbt ein Patient mit Kammerflimmern, mit 300 bis 400 Herzschlägen pro Minute, wenn nicht innerhalb von 3 bis 5 Minuten ein Notarzt zur Stelle ist. Denn wenn das Gehirn infolge des Kammerflimmerns kaum noch durchblutet ist, kommt es zu Organschäden. Mit einem Elektroschockgerät, das in jedem Notarztwagen ist, kann das Kammerflimmern sofort beseitigt werden.

Um einen plötzlichen Herztod infolge von Kammerflimmern oder gefährlichen Rhythmusstörungen zukünftig noch effektiver zu verhindern, hat die American Heart Association den Vorschlag gemacht, Defibrillatoren, Elektroschockgeräte, ähnlich wie Feuerlöscher überall weiträumig zu installieren, beispielsweise in Büros, in Sportzentren, in Privatwagen von Ärzten, in Polizeiwagen, Flugzeugen oder auch in Wohnungen gefährdeter Patienten. Wenn immer mehr Laien den Umgang mit diesen Geräten im Notfall beherrschten, könnten viele Herzpatienten durch eine sofortige Wiederbelebung vor dem plötzlichen Herztod bewahrt werden, gab Dr. Böcker in seinem Vortrag zu bedenken.

Selbsthilfegruppe für Patienten mit Herzrhythmusstörungen

"Herr Palm, Sie haben mir aus der Seele gesprochen!"

Wieviel Geduld es braucht, um auch mit Herzrhythmusstörungen zufrieden leben zu können, kann Volker Palm, der Begründer einer Selbsthilfegruppe für Herzrhythmuspatienten, anschaulich und überzeugend beschreiben. Seit Jahren leidet Herr Palm unter seinem Herzjagen. Weil ihm die ärztliche Therapie allein nicht ausreichend zu helfen schien, gründete er im November ?97 eine Selbsthilfegruppe. 15 Personen kommen mittlerweile regelmäßig zu den Gruppentreffen in Lüdinghausen.

 

Volker Palm ist Betreuer einer Selbsthilfeinitiative für Herzrhythmuspatienten in Lüdinghausen und kann unter der Telefonnummer 02596 /1320 zum Thema Selbsthilfe bei Herzangst und Herzrhythmusstörungen befragt werden. Wer selbst eine solche Initiative gründen möchte, kann bei ihm eine informative Starthilfe erhalten.  

Wer Herzrhythmusstörungen hat, findet weder in der Familie noch im Freundeskreis dauerhaft Verständnis und Unterstützung, weiß Herr Palm aus eigener Erfahrung. Die Gesunden laden einen Menschen mit ?Herzkasper? immer seltener ein, bei sportlichen Aktivitäten mitzumachen. ?Ach Du mit Deinen Herzproblemen kannst doch nicht zum Kegelabend kommen oder an der Radtour teilnehmen.? Als Herzpatient gerät man sehr schnell in eine soziale Isolation, wenn man über seine Ängste und sein Herzjagen mit Gesunden sprechen will. "Mit kranken Menschen hat heute niemand gerne Umgang", sagt der Initiator der Selbsthilfegruppe rundheraus. "Letztendlich sitzt man verbittert allein zu Hause und schimpft auf die Ärzte, die einem auch nicht immer so effektiv helfen können, wie man es sich wünschen würde." "Mit dieser Schilderung hat Herr Palm mir aus der Seele gesprochen", bestätigt eine Frau mit Herzrhythmusstörungen aus dem Auditorium und erhält allgemeine Zustimmung. In der Selbsthilfegruppe findet jeder Betroffene Verständnis, Solidarität und natürlich erfahrene Ansprechpartner, wenn das Herzjagen mal wieder große Angst auslöst. Die Patienten, die wissen, daß ihre Rhythmusstörungen nicht lebensgefährlich sind, müssen, wenn ihr Herz mal wieder aus dem Takt kommt, in ihrer Verzweiflung nicht gleich den Notarzt anrufen. Vielmehr kennen sie die Telefonnummern aller Gruppenmitglieder und können jederzeit Kontakt aufnehmen und sich helfen lassen. "Manchmal verliert sich die Angst, wenn man sie jemandem mitteilen kann. Das Selbstvertrauen vieler Herzrhythmuspatienten muß in der Gruppe häufig erst wieder aufgebaut werden. Viele führen, infolge ihres unberechenbar einsetzenden Herzjagens, ein zurückgezogenes Leben. Sie müssen erst lernen, sich wieder etwas zuzutrauen", so Palm. "Wir üben gemeinsam, mit mehr Zuversicht aktiv zu werden und werden dabei langsam wieder freier im Umgang mit anderen."

 

Unter einer Herzrhythmusstörung (einer Arrhythmie, von griechisch ἄρρυϑμος ?unrhythmisch?) versteht man eine Störung der normalen Herzschlagfolge, verursacht durch nicht regelrechte Vorgänge bei der Erregungsbildung und -leitung im Herzmuskel.


Einteilung der Herzrhythmusstörungen 

Herzrhythmusstörungen können völlig harmlos oder lebensbedrohlich sein.

  • Extrasystolen, also zusätzliche Herzschläge außerhalb des normalen Rhythmus werden oft von Betroffenen nicht bemerkt. Es gibt:
    • Ventrikuläre Extrasystolen (VES), die von der Herzkammer (Ventrikel) ausgehen,
    • Supraventrikuläre Extrasystolen (SVES), die von den Vorhöfen oder dem Erregungsleitungssystem des Herzens ausgehen,
  • Vorhofflimmern und Vorhofflattern,
  • Supraventrikuläre Tachykardie,
  • Die ventrikuläre Tachykardie (auch Kammerflattern) kann in ein Kammerflimmern übergehen und ist daher bedrohlich. Sie erfordert intensivmedizinsche Überwachung.
  • Beim Kammerflimmernist das Herz nicht mehr in der Lage ordnungsgemäß zu pumpen. Es zuckt nur unkoordiniert. Dies führt innerhalb von Sekunden bis Minuten zur Bewusstlosigkeit und erfordert Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
  • Eine Bradykardie liegt vor, wenn das Herz zu langsam schlägt. Dies kann verschiedene Ursachen haben.

Symptome 

Herzrhythmusstörungen kommen häufig vor; sie können bei Gesunden vorkommen, in Folge einer Herzerkrankung oder anderer Erkrankungen, die nicht primär das Herz betreffen. Von "schweren Herzrhythmusstörungen" spricht man dann, wenn es zur Beeinträchtigung des Kreislaufs mit Blutdruckabfällen oder im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod durch Herzkreislaufstillstand bei Kammerflimmern und Asystolie kommt. Wichtig ist somit die Unterscheidung zwischen Herzrhythmusstörungen mit oder ohne Beeinträchtigung der Hämodynamik.

Diagnose 

Es gibt verschiedene Arten und Formen von Herzrhythmusstörungen, zu deren Diagnostik besonders das EKG (Elektrokardiogramm) - und hier wieder besonders das Langzeit-EKG- dient. Falls mit diesen Mitteln die Rhythmusstörung nicht ausreichend diagnostiziert werden kann, ist unter Umständen eine so genannte elektrophysiologische Untersuchung notwendig.

Die Erkennung der Ursache ist die Voraussetzung für eine richtige Therapie.

Ursachen 

Myokardiale Ursachen

Hämodynamische Ursachen 

Andere Ursachen 


Auf einer Intensivstation werden durch Rhythmusstörungen gefährdete Patienten lückenlos überwacht. Dazu dienen EKG- und Blutdruckmonitoring, Pulsoximetrie, bei schweren Störungen eventuell auch invasives Monitoring (arterielle Kanüle, zentralvenöser Katheter, PICCO-Katheter, Swan-Ganz-Katheter...).

Therapie 

Kausale Behandlung 

zum Beispiel:

Symptomatische Behandlung 

Publiziert am: Mittwoch, 17. März 2004 (30467 mal gelesen)
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