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Montag, 06. Februar 2012
psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de

Therapiearten

Therapiearten

Name

Kurzbeschreibung

Häufige Anwendung

Dauer

Kommentar

Verhaltenstherapie

Konkrete Übung und Gespräche

Angst, Zwang Eßstörung, Schlafstörung, Streß, Schmerz

ca. 10- 40 Std.

Wissenschaftlich belegt, Kasse finanzieren bis zu 80 Std.

Reizüberflutung

Patient wird in ängstigende Situationen massiv ausgesetzt und an diese ?gewöhnt?, Unterbrechung des Vermeidungsverhaltens

Angst, Zwang

Oft mehrere Stunden am Tag über 1-2 Wochen

Oft im Rahmen der Verhaltenstherapie. Kritik: Das zugrundeliege Problem wird nicht behandelt. Von den Kassen anerkannt.

Gesprächs-Psychotherapie

Ziel: Übereinstimmung von Selbstkonzept und Verhalten. Der Therapeut akzeptiert den Klienten und wertet nicht.

Kriesenintervention, Partner und Familienprobleme, Neurosen.

Meist 10 bis 60 Std.

 

(Systhemische) Familientherapie

Aussprache und Diskussion von Problemen mit allen Beteiligten, Moderation durch Therapeuten.

Eltern Kind Probleme, Sucht, familiär bedingter Streß

Meist 10 bis 30 Std.

Theorie: Das gesamte (Familien)System verursacht die Störung

Analytische Psychotherapie

Zugang zu unbewußten Störfaktoren durch freies Assoziieren von Gefühlen, Träumen und Erinnerungen. Therapeut bleibt im Hintergrund stellt evtl. Zwischenfragen, deutet ggf. Das Gesagte

Neurosen, psychosomatische Störungen, Depressionen

Bis zu mehrere 100 Stunden

Kassen finanzieren bis zu 300 Std.

Fokalthrapie

Sonderform analytischer Therapien, nur ein Thema, begrenzte Stundenzahl, begrenzte Zielsetzung

Klar umgrenzte Konflikte

ca. 6-60 Std.

Wissenschaftlich anerkannt, Kassen zahlen.

Hypnotherapie

In Hypnose bekommt der Patient Zugang zu seinem Unterbewußten. Der Therapeut regt Verhaltensänderungen durch Suggestion an

Streß, Angst, Schlafstörungen, psychosomatische Beschwerden

Meist zwischen 1 und 80 Std.

Voraussetzung: erfahrener Therapeut, körperliche Untersuchung, Hypnotisierbarkeit

Transaktions-
analyse

Unter anderem wird der unbewußte Lebensplan des Klienten analysiert

Neurosen, Ängste, Depressionen, Sucht

ca. 5-50 Std.

 

Psychodrama

Darstellung von Problemen als /Theater(Szene) Die Patienten übernehmen verschieden Rollen.

Kontaktstörungen, mangelndes Selbstbewußtsein

variabel

Meist als Gruppentherapie

Gestalttherapie

In Gesprächen, Rollenspielen und Körperübungen sollen störende Bedürfnisse erkannt und angemessen befriedigt werden.

Psychosomatische Störungen, Sucht

ca. 20 bis 100 Stunden

 

EMDR (Eye
Movement
Desensitization and Reprocessing)

Löschung traumatischer Erinnerungen durch spezielle rhythmische Augenbewegungen.

Beschwerden nach belastenden Erlebnissen (z.B. Unfall, Mißbrauch, Katastrophen)

1-3 Sitzungen a 90 Minuten

Noch keine Wissenschaftliche Erklärung. aber ernstzunehmende Erfolgsmeldungen

NLP

?Umprogrammieren? von störenden Gedanken

Angst, Streß, Krisenintervention

Oft als Seminar

Wissenschaftlich umstritten

Positive Therapie

Umdeuten von Konflikten als positiv für das Leben des Klienten. Therapeut als optimistisches Vorbild

Streß, Eßstörungen, berufliche Krisen, Beziehungsstörungen.

Ab 15 Sitzungen

Meist als Gruppen, Paar oder Familientherapie

Feldenkrais Methode

Durch bewußte neue Bewegungen soll der Patient seinen Körper neu wahrnehmen und seinen eigenen (gesunden) Rhythmus finden.

Rehabilitation bei Krankheiten die die Bewegungsfähigkeit einschränken, Schmerzen, Streß

Meist Wochenendkurse oder Seminare

 

Hakomi Therapie

Therapeut berührt Körperregionen, in denen sich Spannungen oder Probleme ausdrücken

Psychosomatische Beschwerden, Streß

3 Monate bis 2 Jahre

Nicht geeignet bei schweren seelischen Störungen

Reiki

Therapeut legt seine Hände ruhig auf zwölf bis 20 Körperstellen und will so Energie übertragen

Keine nähere Spezifizierung

Oft in 2 bis 3 tägigen Gruppensitzungen

Zur Behandlung von schweren seelischen Störungen

Kunst und Musiktherapie

Probleme werden durch künstliche Tätigkeit ausgedrückt und bewußtgemacht

Mangelndes Selbstwertgefühl, Streß, Eßstörungen, Sucht

Mehrere Stunden

Oft im Rahmen einer stationären Behandlung als Teil eines Therapiekonzepts

Autogens Training

Entspannung durch Selbstsuggestion von Wärme und Schwergefühl

Streß, Angst

Etwa 6 bis 10 Stunden zum erlernen der Technik

Häufiges Hilfsmittel bei verschiedenen Therapieformen

Primärtherapie (?Urschreitherapie?)

Patienten berichten über Erlebnisse aus Ihre Kindheit und verstärken negative Gefühle durch lautes Schrein und Weinen

Alle Probleme, die angeblich durch unbewältigte negative Kindheitserlebnisse ausgelöst werden

2 bis 3 wöchige Intensivphase in der Gruppe, danach weiter wöchentliche Gruppensitzungen

 



Die Psychotherapie (griechisch ψυχοθεραπεία, psychotherapía - Pflegen der Seele) ist die Behandlung psychisch, emotional und psychosomatisch bedingter Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen mit Hilfe psychologischer, d. h. wissenschaftlich fundierter Methoden durch verschiedene Formen verbaler und nonverbaler Kommunikation. Je nach Form der Psychotherapie findet hierbei eher eine Auseinandersetzung mit dem Unbewussten statt, um die Ursachen der Erkrankung zu klären (s. u. A. Traumdeutung), oder wird eher der Bereich des bewussten Denkens und Empfindens ergründet und durchleuchtet (z. B. Gesprächstherapie).


Der Begriff Psychotherapie 

Wissenschaftliche Definitionen 

Aus der Perspektive wissenschaftlicher Psychologie bzwsychotherapieforschung ist Psychotherapie die auf wissenschaftlichem Wege gefundene, besondere Form einer kontrollierten menschlichen Beziehung, in der der Therapeutdie jeweils spezifischen Bedingungen bereitstellt, um für einen oder mehrere Patienten Veränderungen in Richtung einer Verminderung / Heilung von seelischem/körperlichem Leiden zu ermöglichen. Auch eine gleichzeitige persönliche Weiterentwicklung kann mit Psychotherapie verbunden bzw. ihr ausdrückliches Ziel sein. Durch die jeweils besondere Beziehungsgestaltung und die ausgewählten Anregungen des Psychotherapeuten, die "Methoden" genannt werden, steigert der Patient die Fähigkeit, besser mit sich und seinen Problemen umgehen zu können, um ein Mehr an geistigem/seelischem und körperlichemWohlbefinden zu erreichen. Gleichzeitig erfährt er auf unterschiedlichen Ebenen die verursachenden Zusammenhänge für sein Leiden.

Eine weitere Definition stammt aus dem Jahre 1978 vom Wiener Psychotherapeuten Hans Strotzka:

"Psychotherapie ist ein bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens."
H. Strotzka (Hrsg.): Psychotherapie, München 1978, 2. Aufl., S. 4

Abgrenzung von anderen professionellen Beziehungen 

Das psychotherapeutische Setting wird wegen seiner juristischen wie theoretischen Rahmenbedingungen von anderen Formen der professionellen (Arbeits-) Beziehung deutlich unterschieden: So sind z.B. Beratungsgespräche mit Lehrern, Sozialarbeitern, Chefs oder Mitarbeitern und auch Seelsorgegespräche trotz inhaltlicher Überschneidungen keine Psychotherapie.

In der Regel handelt es sich dann nicht um Psychotherapie,

  1. wenn keine Störungen oder Krankheiten beeinflusst werden sollen,
    wie z.B. in Selbsterfahrungsgruppen, Supervisionen, Trainings- oder Coachinggruppen, in allgemeiner Lebensberatung;
  2. wenn dem therapeutischen Handeln keine wissenschaftliche Theorie und keine überprüfbaren Anschauungen zugrundeliegen,
    sondern die "Behandlung" sich ausschließlich auf die persönlich gewonnenen oder in einer bestimmten Gruppe tradierten Erfahrungen stützt, wie in manchen paramedizinischen und esoterischen Kontexten;
  3. wenn keine (schriftliche oder mündliche) Vereinbarung zu einer Psychotherapie vorliegt;
  4. wenn die Ziele des Therapieprozesses nicht festgelegt werden oder diese Ziele nicht offen besprochen werden;
  5. wenn ausschließlich Behandlungen mit Medikamenten erfolgen.
  6. wenn "therapeutische Mitteilungen" ausschließlich in der Form von Rundbriefen, Audio- oder Videokassetten etc. verbreitet werden,
    wenn also keine persönliche Interaktion zwischen dem Patienten bzw. Klienten und dem Psychotherapeuten vorliegt.
  7. wenn an die Stelle therapeutischer Techniken lediglich die charismatische Persönlichkeit des Behandelnden als therapeutisches Wirkprinzip tritt.

Juristische Bedingungen 

Darüber hinaus gibt es in unterschiedlichen Ländern auch juristische Unterscheidungen. Die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Psychotherapie (PT), sind vom Gemeinsamen Bundesausschuss(www.g-ba.de) festgeschrieben. Sowohl Einzeltherapie wie auch Gruppentherapie]] ist im ambulanten Bereich möglich. Die Abrechnung erfolgt über den EBM.

Erste Voraussetzung für eine Psychotherapie zu Lasten der GKV ist, dass ?eine seelische Krankheit? (auch psychische Erkrankung genannt = F-Diagnose nach ICD 10) vorliegt. Im Einzelfall kann es hier schwierig sein, z.B. zwischen normaler Traurigkeit nach Verlusterlebnissen (keine ICD10-Diagnose möglich!) und depressiver Verstimmung (ICD 10 z.B.: F32 oder F43.21) zu unterscheiden. Liegt ein normales Erleben vor, wäre die Anwendung von Methoden der Psychotherapie als Beratung zu werten und fiele nicht in die Zuständigkeit der GKV. Liegt hingegen eine psychische Erkrankung nach den Kriterien der ICD10 vor, so ist eine Indikation zur Psychotherapie zu Lasten der GKV möglich.

Leistungserbringer der PT sind Ärzte, die eine Psychotherapie-Zusatzbezeichnung in einem anerkannten Verfahren erworben haben (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse oder tiefenpsychologisch fundierte PT) und approbierte psychologische Psychotherapeuten. Für eine Abrechnung über die GKV ist außerdem ein Kassensitz erforderlich. Bei mutmaßlicher PT-Unterversorgung kann auch ohne Kassensitz im Einzelfall ein fachlich geeigneter approbierter Psychotherapeut zu Lasten der GKV außervertraglich PT erbringen; in solchen Fällen wird i.d.R. vorab der MDK beratend von der Krankenkasse hinzugezogen.

Weitere Voraussetzung für Psychotherapie sind Psychotherapie-Fähigkeit des Patienten (der Patient muss intellektuell und motivational dazu in der Lage sein, von PT zu profitieren) und das Vorliegen einer adäquaten Diagnostik und eines angemessenen Behandlungsplanes. Anders als bei anderen Verfahren im KV-Bereich ist in der Langzeittherapie (LZT), z.T. auch in der Kurzzeitherapie bei unerfahreneren Gutachtern durch ein vorgeschaltetes Gutachterverfahren seit Jahren eine Qualitätssicherung implementiert (Antragsverfahren). Jede Langzeittherapie erfordert einen Antrag, in dem Anamnese, Diagnostik, Krankheitsgenesemodell und eine detaillierte Therapieplanung aufgeführt sind. Der Antrag wird von einem qualifizierten externen Gutachter (i.d.R. niedergelassene FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Psychosomatik und Psychotherapie) geprüft. Erst nach Zustimmung durch den Gutachter kann eine Kostenübernahme durch die GKV erfolgen (siehe hierzu auch § 11, Anlage 1 zum Bundesmanteltarifvertrag).

Die Zeitkontingente für PT sind festgelegt. Nach 5 (Verhaltenstherapie) bzw. 8 (analytische Verfahren) probatorischen Sitzungen, die zur Indikationsprüfung dienen, kann entweder eine Kurzzeittherapie (KZT) mit bis zu 25 Stunden erfolgen. Besteht Bedarf für eine längere Therapie, kann eine Langzeittherapie (LZT) erfolgen (eine KZT kann ggf. in eine LZT auf Antrag umgewandelt werden). Die Höchstgrenzen für LZT sind bei Erwachsenen (für Kinder- und Jugendliche gelten etwas höhere Werte): ? Bei Verhaltenstherapie bis zu 45 Stunden, in Einzelfällen bis 60 Stunden, ? bei analytischer Psychotherapie bis zu 160 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 240 Stunden. ? bei tiefenpsychopsychologisch fundierter Psychotherapie bis zu 50 Stunden, in besonderen Fällen bis zu 80 Stunden. In begründeten Einzelfällen können diese Zeiten überschritten werden und zwar ? Bei Verhaltenstherapie bis zu 80 Stunden, in Einzelfällen bis 60 Stunden, ? bei analytischer Psychotherapie bis zu 300 Stunden, ? bei tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie bis zu 100 Stunden. Anm.: Bei vergleichbarer Wirksamkeit der Verfahren ist § 12 SGB V zu beachten. Die analytischen Verfahren werden es perspektivisch daher schwer haben. Es gibt zudem Überlegungen, die PT zuzahlungspflichtig zu machen.

Ergänzende Anmerkung: Gespräche von niedergelassenen Kollegen mit psychisch Kranken, die den o.a. Kriterien nicht entsprechen und die z.B. im Rahmen der psychosomatischen Grundversorgung erbracht werden, haben eher stützenden oder die weitere Therapie (z.B. PT) anbahnende Funktion. Sie können eine Psychotherapie nicht ersetzen.

Es besteht für die niedergelassenen Kollegen nach § 95d SGB V die Verpflichtung zur kontinuierlichen Fortbildung (Erwerb von derzeit 250 CME-Punktenin 5 Jahren), sonst droht Honorarabzug oder im nächsten Schritt der Entzug der Zulassung durch die zuständige KV. Im Bereich der Psychotherapie stellt das vorgeschriebene Gutachterverfahren eine qualitätssichernde Maßnahme dar.

Schon das in § 12 SGB V festgeschriebene Wirtschaftlichkeitsgebot impliziert, dass eine zu Lasten der GKVerbrachte Leistung eine ausreichende Qualität haben muss; ansonsten wäre ihre Erbringung nicht zweckmäßig, nicht ausreichend und in der Konsequenz unwirtschaftlich. §§ 73c, 135a, 136, 136a und 136b SGB V und § 11 des BMV-Ä regeln ? allerdings recht allgemein gehalten - die Qualitätssicherung im vertragsärztlichen Bereich. Es besteht eine Verpflichtung zur Einrichtung eines Qualitätsmanagement-Systems in der Praxis (allerdings keine Pflicht zur Erlangung eines Zertifikats, d.h. der Bestätigung der Qualität durch qualifizierte Dritte).

Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie (WBP) 

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie(WBP), verantwortlich für Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung von Psychotherapieverfahren (§ 11 Psychotherapeutengesetz), arbeitet auf Grundlage folgender Definition:

Psychotherapie ist die Behandlung von Individuen auf der Basis einer Einwirkung mit überwiegend psychischen Mitteln. Die Definition wissenschaftlicher Psychotherapie fordert eine Reihe von weiteren Bedingungen, z.B. das Anstreben der positiven Beeinflussung von Störungs- und Leidenszuständen in Richtung auf ein nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (z.B. Symptomminimalisierung und/oder Strukturveränderungen der Persönlichkeit) sowie einen geplanten und kontrollierten Behandlungsprozess, der über lehrbare Techniken beschrieben werden kann und sich auf eine Theorie normalen und pathologischen Verhaltens bezieht. Wissenschaftliche Psychotherapie sollte als Heilbehandlung im Rahmen des jeweiligen Gesundheitssystems zu bestimmen sein.

Arten von Psychotherapie 

Psychotherapie ist stark durch sogenannte Schulen geprägt, welche jeweils ein eigenes Weltbild, Krankheitskonzept und Methoden pflegen. Es gibt aber auch einzelne psychotherapeutische Methoden, die nicht schulen-spezifisch sind.

Offizielle anerkannte Psychotherapie 

Innerhalb der vertragsärztlichen ambulanten Versorgung in Deutschland sind zur Zeit folgende Behandlungsformen als Psychotherapie für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche anerkannt:

Diese Anerkennung der Methoden gilt für die Psychoanalyse, die Analytische Psychologie und die Individualpsychologie

Sie kann als Einzeltherapie oder als Gruppentherapie stattfinden.

Außerdem sehen die Psychotherapie-Richtlinien des Bundesauschusses der Ärzte und Krankenkassen im Rahmen der psychosomatischen Grundversorgung Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Hypnose (als Einzelbehandlung) vor. Die Heilmittelverordnung erkennt zur Therapie psychischer Störungen außerdem Ergotherapie an, innerhalb der auch Gestaltungstherapie und Arbeitstherapie stattfinden können.

Die in Standard-Lehrbüchern häufig besprochen existentialistisch-humanistischen Therapien (Klientenzentrierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Logotherapie und Existenzanalyse, Psychodrama) erfüllen die Erfordernisse der deutschen Richtlinien nicht. Auch Paartherapie, Systemische (Familien)Therapie und Hypnotherapie/Hypnosepsychotherapie sind nicht vorgesehen. In Österreich und der Schweiz sind Gestalttherapie und Hypnosepsychotherapie aber staatlich anerkannt.

In Österreich sind folgende psychotherapeutische Methoden anerkannt (Stand 28. März 2006). Die Methodengruppen sind nach vier Orientierungen geordnet, wobei eine zwei Methodengruppen umfasst:

  • Tiefenpsychologisch-psychodynamische Orientierung / Psychoanalytische Methoden (Schwerpunkte: Unbewusstes, Übertragung/Gegenübertragung)
    • Analytische Psychologie (AP)
    • Gruppenpsychoanalyse (GP)
    • Individualpsychologie (IP)
    • Psychoanalyse (PA)
  • Tiefenpsychologisch-psychodynamische Orientierung / Tiefenpsychologisch fundierte Methoden
    • Autogene Psychotherapie (AT)
    • Daseinsanalyse (DA)
    • Dynamische Gruppenpsychotherapie (DG)
    • Hypnosepsychotherapie (HY)
    • Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP)
    • Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)
    • Transaktionsanalytische Psychotherapie (TA)
  • Humanistisch-existenzielle Orientierung (Schwerpunkte: Grundlagen im Sinne der Existenzphilosophie und Humanistischen Psychologie)
    • Existenzanalyse (E)
    • Existenzanalyse und Logotherapie (EL)
    • Gestalttheoretische Psychotherapie (GTP)
    • Integrative Gestalttherapie (IG)
    • Integrative Therapie (IT)
    • Klientenzentrierte Psychotherapie (KP)
    • Personenzentrierte Psychotherapie (PP)
    • Psychodrama (PD)
  • Systemische Orientierung (Schwerpunkte: Systemtheorien, Konstruktivismus)
    • Systemische Familientherapie (SF)
  • Verhaltenstherapeutische Orientierung (Schwerpunkt: Empirische [Verhaltens-]Psychologie)
    • Verhaltenstherapie (VT)

Andere Schulen und Methoden 

Daneben existiert eine Vielzahl anderer Schulen und Methoden, bei denen manche in erster Linie historisch bedeutsam sind. Bei einigen handelt es sich um Weiterentwicklungen oder Spezialisierungen anerkannter Therapien (z.B. die Körperpsychotherapienals Abspaltungen der Psychoanalyse, transpersonale Psychotherapie als weiterentwickeltes tiefenpsychologisches Verfahren, Schematherapie als Erweiterung der Verhaltenstherapie), die sich (evtl. noch) nicht durchgesetzt haben. Manche Ansätze nehmen in Anspruch, einen Ansatz zur Heilung psychischer Störungen zu bieten, können dies aber (evtl. noch) nicht belegen oder wurden bereits widerlegt. Außerdem gibt es Methoden, die nicht für Psychotherapie konzipiert wurden (sondern z. B. für Beratung oder als Selbsterfahrungstechnik), aber dennoch in psychosomatischen oder psychiatrischen Kliniken innerhalb eines integrativen psychotherapeutischen Konzepts verwendet werden.

Während aus der Anerkennung durch die Krankenkassen darauf geschlossen werden kann, dass sich ein Verfahren in der Praxis bewährt hat und zur Heilung psychischer Störungen grundsätzlich geeignet ist, ist der umgekehrte Schluss nicht möglich: unter den nicht anerkannten Verfahren auf dem Psychomarkt finden sich nutzlose oder sogar gefährliche Scharlatanerie ebenso wie Splitterverfahren und Neuentwicklungen mit vielversprechenden Ideen und Schulen, die in anderen europäischen Ländern durchaus anerkannt sind.

Siehe: Liste von Psychotherapie- und Selbsterfahrungsmethoden

Geschichte 

Obwohl die Geschichte der "modernen" Psychotherapie erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann und Sigmund Freudzugeschrieben wird, findet sich eine "Beziehungsgestaltung mit dem Ziel der Linderung seelischer/emotionaler Leiden" in allen bekannten Kulturen. Die unten genannten Psychotherapeutischen Paradigmen sind die in der heutigen akademischen sowie der außerakademischen Forschung, in der Versorgung von Menschen mit psychischen Krankheiten die gängigsten und anerkanntesten.

Frühgeschichte 

In vielen Kulturen war und ist die Idee der psychischen Störungnicht vorhanden oder - weit häufiger - in religiöse Kontexte eingebunden. Manche psychischen Störungen wurden als Folge (dämonischer) Besessenheiten oder Flüche verstanden. Dementsprechend wurden die "Psychotherapien" oft von Priestern, Schamanen oder Philosophendurchgeführt. Einige der genannten Kriterien treffen auf die damaligen "Behandlungen" durchaus zu, wie z.B. dass Störungen/Krankheiten behandelt werden sollten, dass entsprechende (explizite oder implizite) Vereinbarungen vorlagen und die Behandlungsmethoden auf dem Hintergrund der kulturell gültigen Theorien erfolgten.

Nicht immer klar davon abzugrenzen waren die "medizinischen Behandlungen" der Frühzeit. Von den Jägern und Sammlern bis zum heutigen Tage wurde aus schamanischer Medizin, die tief in Religion und Mystizismus verankert war, die "moderne Medizin" und als Ziel die evidenzbasierte Medizin (siehe Medizingeschichte). Die medizinische Behandlung psychischer Störungen umfasste über viele Jahrtausende sowohl die Ausführung bestimmter Rituale oder Verhaltensweisen, als auch die Verabreichung von Wirkstoffen (Drogen) aus Pflanzen (Phytopharmaka), Tieren oder Mineralien. Aus der medizinischen Behandlung "seelischer" Störungen entwickelte sich die moderne Psychiatrie, bei der deutliche Überschneidungen mit der Psychotherapie bestehen.

Erste Darstellungen von psychischen Störungen verfasste bereits ca. 400 Jahre von unserer Zeitrechnung der griechische Arzt Hippokrates. Sein Werk enthält Beschreibungen von Depressionen und Wahnvorstellungen, aber auch von Betrunkenheit und Delirien. Zur Ursache für all diese Störungen erklärte er, wie für alle anderen Krankheiten auch, ein Ungleichgewicht zwischen den Körperflüssigkeiten.

Wenige Jahrhunderte später, im Mittelalter, war das Wissen um die Existenz von psychischen Erkrankungen nahezu komplett verlorengegangen. Stattdessen hielt man die Erkrankten für vom Teufel oder Geistern besessen, sperrte sie ein und traktierte sie mit meist wirkungslosen, teilweise grausamen Behandlungsmethoden. Erst im späten 18. Jahrhundert begründete der französische Arzt Philippe Pinel mit neuen Methoden die Tradition der modernen Psychiatrie.

Psychotherapiegeschichte 

Psychoanalyse: Aus der Medizin und insbesondere der Psychiatrie entwickelte sich schließlich die Psychotherapie sogar noch vor der "modernen (empirischen) Psychologie". Die ersten genuin psychotherapeutischen Methoden werden Sigmund Freud zugeschrieben (obwohl er auf den Arbeiten von Franz Anton Mesmer, Jean-Martin Charcot und Pierre Janet aufbaute, siehe Die Entdeckung des Unbewussten). Freud begann Ende des 19. Jahrhunderts, sich mit psychischen Störungen zu befassen und entwickelte aus seinen Forschungen die Psychoanalyse. Er lehrte seine Methodik und bildete im Laufe der Zeit viele Psychoanalytiker aus, die die Psychoanalyse weiter entwickelten oder zum Teil auch veränderten (u.a. Alfred Adler und C. G. Jung).

Klientenzentrierte Psychotherapie / Gestalttherapie: Bereits 1938 begann der amerikanische Psychologe Carl Rogers in seinen Psychotherapien die sogenannte Klientenzentrierte Psychotherapie zu praktizieren, die zu den humanistischen Therapieverfahren gezählt wird. Im deutschsprachigen Raum wurde die Gesprächspsychotherapie, wie sie auch genannt wurde, vor allem durch das Ehepaar Reinhard und Annemarie Tausch bekannt. 1951 begründeten Fritz und Laura Perls und Paul Goodman die, eher hermeneutisch-phänomenologisch orientierte und "awareness" fördernde, Gestalttherapie. All diesen Therapieverfahren gemeinsam ist ein Menschenbild mit der Annahme auch "innerpsychischer" oder unbewusster Prozesse. Diese beiden, und andere Verfahren, gründen sich auf der humanistischen Psychologie. Diese bezieht in ihre Theorien den Menschen als ganzes ein, sieht ihn als Beziehungswesen sowie als für sich selbst verantwortliches und entscheidendes Individuum. Aus diesem Grund ist das Ziel aller humanistischen Psychotherapien das gute Wesen des Menschen zu fördern.

Verhaltenstherapie: In den 1950erJahren entwickelte sich vor allem an amerikanischen Universitäten aus einer radikalen Kritik dieses Menschenbildes der sogenannte Behaviourismus, der die Existenz oder doch zumindest die Überprüfbarkeit einer "psychischen Struktur" und einer "psychischen Dynamik" kategorisch ablehnte. Die "Behaviouristen" (u.a. Edward Thorndike, John B. Watson & Burrhus Frederic Skinner) entwickelten anhand von experimentell entwickelten Lerntheorien die ersten Vorläufer der Verhaltenstherapie (siehe Konditionieren). In den 1980erJahren fand in den Verhaltenstherapeutischen Instituten die sogenannte "kognitive Wende" statt, bei der erstmals auch in der Verhaltenstherapie Introspektion, Gedanken und Emotionen stärker in die Therapie einbezogen wurden. Daraus entwickelte sich neben spezifischen Richtungen der Verhaltenstherapie (Rational Emotive Therapie nach Ellis, Kognitive Therapie nach Beck) eine insgesamt erweiterte Verhaltenstherapie.

Systemische Therapie: Etwa parallel zur Entwicklung des Behaviourismus forschten Psychotherapeuten und auch Sozialpädagogen weltweit an den Zusammenhängen zwischen psychischen Störungen und familiären Bedingungen. Vor allem in der Behandlung der Schizophrenien wurde in den 1960erJahren an unterschiedlichen Instituten in familientherapeutischen bzw. systemischen Konzepten gearbeitet. Hieraus entwickelte sich die Systemische Therapie bzw. Familientherapie, mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen (Strukturelle oder Strategische Familientherapie, Mehrgenerationenfamilientherapie, Lösungsorientierte Therapie). Der gemeinsame Nenner der Systemischen Therapien liegt in der Annahme, Psychische Problemeentstünden als Symptom in größeren menschlichen Systemen (z.B. Familien) und seien am einfachsten auch in diesem Zusammenhang versteh- und veränderbar, auch wenn Einzelpersonen (Indexpatienten) als "Symptomträger" auftreten. Inzwischen werden systemische Therapien sowohl als eigenständige Behandlungsmethode gelehrt, als auch in andere Therapieformen integriert. So gibt es sowohl tiefenpsychologische, humanistische als auch verhaltenstherapeutische Formen der Familientherapie.

Neuere Entwicklungen: In den 1980erJahren entstanden mehrere neue Therapieverfahren, vor allem für die Behandlung von Ängsten und traumatischen Erinnerungen (z.B. EMDR nach Shapiro und Somatic Experiencing nach Levine). Zum Teil beruhen diese Methoden darauf, die "Achtsamkeit" (Awareness) des Klienten auf seine emotionalen und körperlichen Reaktionen stärken zu wollen, zum Teil - unter anderem beeinflusst durch asiatische Philosophien - arbeiten sie mit der Annahme eines "Energiesystems" im menschlichen Körper (die sogenannte Energetische Psychologie und zum anderen nutzen sie neuere Erkenntnisse der bildgebenden Neurophysiologie, um psychotherapeutische Veränderungen zu erleichtern. Diese neuen Therapieverfahren sind wissenschaftlich noch nicht abgesichert und teilweise umstritten.

Insgesamt gibt es zu Beginn des 21. Jahrhundertseine Fülle psychotherapeutischer Ansätze und Methoden. In den Gesundheitswesen der deutschsprachigen Länder spielen aber nicht alle davon eine Rolle.

Aus der wissenschaftlichen Psychologie(insbesondere natürlich der Klinischen Psychologie) wird angestrebt, sich allgemeinen wissenschaftlichen Standards der empirischen medizinischen Forschung anzupassen und Psychologische Therapie / Psychologische Psychotherapieals eine von Therapieschulen losgelöste Psychotherapieform zu etablieren, in der, soweit möglich, wissenschaftlich-fundiert nach Gesichtspunkten der evidenz-basierten Medizinbehandelt (und evaluiert) wird. Es wird also das angewendet, was bei einem bestimmten Störungsbild und unter Berücksichtigung der Situation des Patienten wissenschaftlich als am besten wirksam belegt angesehen werden muss (was nicht mit dem in der Praxis oft anzutreffenden Ekklektizismus verwechselt werden sollte).

Rolle im gesetzlichen Gesundheitssystem

Deutschland 

Psychotherapie wird in Deutschland ausschließlich von Psychologen, Ärzten oder Sozialpädagogen (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) mit einer entsprechenden Zusatzausbildung sowie von Heilpraktikern für Psychotherapie durchgeführt. Letztere haben keine sozialversicherungsrechtlich anerkannte psychotherapeutische Fachausbildung.

Seit 1999 gilt in Deutschland das Psychotherapeutengesetz, welches die Berufsbezeichnung "Psychotherapeut" erstmals gesetzlich geschützt hat (nicht jedoch die Gebietsbezeichnung "Psychotherapie"). Neben Ärzten, für die eigene berufsrechtliche Regelungen gelten, können nur Diplom-Psychologen (nur für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie auch Diplom- und Sozialpädagogen) nach erfolgreicher Absolvierung einer staatlich anerkannte Ausbildung, bei Vorliegen bestimmter, im Psychotherapeutengesetzt festgelegter Voraussetzungen, die staatliche Approbation erhalten, die wiederum die Voraussetzungen für die Kassenzulassungdarstellt. Kassenzugelassene Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind den entsprechend qualifizierten Ärzten gleichgestellt.

  • Ärzte bilden sich nach Abschluss ihres Medizinstudiums entweder zum "Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie", zum "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie" (oft in Kombination mit dem "Facharzt für Neurologie") oder "Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie" weiter, oder sie erwerben - nach einer beliebigen (nicht psychotherapie-gebundenen) Spezialisierung oder Facharztausbildung - zusätzlich die berufsbegleitenden Zusatzqualifikationen "Psychotherapie" oder "Psychoanalyse".
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutenstudieren zunächst Psychologie, Medizin oder Pädagogik bzw. Sozialpädagogik. Nach dem Studium erfolgt analog zu den Psychologischen Psychotherapeuten eine mehrjährige Zusatzausbildung mit anschließender Approbation.
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Publiziert am: Mittwoch, 17. März 2004 (11348 mal gelesen)
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