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Freitag, 18. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
18. Mai 2012, 01:08:58 *
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 1 
 am: 16. Mai 2012, 16:59:34 
Begonnen von Richard - Letzter Beitrag von JEM
Hallo Richard,
schön, dass das Forum wieder offen ist!
Es wird immer schwieriger ein Forum zu "verantworten", denn es gibt immer mehr Anwälte, die sich auf Abmahnungen spezialisiert haben (die Konzerne haben sogar eigene Rechtsabteilungen dafür), das gibt schnelles Geld ohne viel Aufwand.
Ich hoffe für uns alle, dass Du einen längeren Atem hast, denn der Austausch hier war immer gut!
(Vielleicht kann der Austausch hier im Forum dann die News ersetzen?)
Ich wünsche Dir alles Gute und danke Dir für Deinen Einsatz und für Deine Zeit, die Du dafür verwendet hast!

Liebe Grüße
Jürgen

 2 
 am: 15. Mai 2012, 14:27:50 
Begonnen von Richard - Letzter Beitrag von Richard
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.

 3 
 am: 01. Mai 2012, 22:48:23 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von JEM
Hallo Clara,

um es noch einmal deutlich zu sagen - meine Frau nimmt Tavor immer nur als "Notfallmedizin", zwei bis dreimal im Jahr, wenn sie bei längeren Autobahnfahrten bei mir dabei ist.

Unser Leben ist gefährlich und endet immer tödlich, daran führt kein Weg vorbei.

Du willst nicht gehen ohne eine Spur zu hinterlassen, gibt es denn diese Spur nicht auch schon heute?
Hat Deine Kunst bis jetzt keine Menschen berührt?

Schüchtern und ängstlich sind nicht miteinander verbunden, schüchtern (introvertiert) kann man sein auch ohne Ängste in diesem Bereich.

Man kann seine Ängste auch extrovertiert mitteilen-  als ein Pfeifen im Walde - was ist aber dann, wenn es kein Publikum mehr gibt?

Als Künstlerin musst Du Dich bewegen, Dein Publikum besuchen, den Gleichklang mit ihm finden.

Ich wünsche Dir gute Gedanken!

Liebe Grüße
Jürgen

 4 
 am: 01. Mai 2012, 19:20:58 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von Clara
Vielen herzlichen Dank an die mir Antwortenden.
Ich denke auch, dass es nicht nur ums schnelle Fahren geht.
Ich habe -offen gestanden - keine Angst, dass mein Mann tot wäre und mich nicht mehr beschützen könnte. Ich habe mehrere schwere Trennungen und eine Scheidung hinter mir, das schreckt mich nicht so sehr.
Ich habe egoistischerweise Angst, dass i c h tot wäre, der Welt nichts mehr sagen könnte (ich bin Künstlerin) und dass ich gehe ohne eine Spur zu hinterlassen und noch etwas äußern könnte. So habe ich auch nur Angst vor einem schnellen Tod und nicht vor Krebs (was viel gefährlicher ist) oder dem Alter. Ich will einfach noch nicht sterben und in jeder Zugfahrt und in jeder Autofahrt sehe ich die drohende Möglichkeit.
Ich habe auch nicht - wie Zimstern - das Problem, dass ich denke, was ist, wenn es die anderen sehen oder daß mir schlecht wird oder so was.
Ich spreche offen über meine Ängste, jeder weiß davon.
Tavor habe ich auch zu Hause, da ich aber oft zu beruflichen Abendterminen fahren muss, kann ich das nicht nehmen, denn ich muß dann fit sein.
Ich trinke auf den Rückfahrten gerne Alkohol, da geht es besser (als Beifahrer, selbst fahre ich nur in der Stadt.
Sonst bin ich übrigens gar nicht ängstlich. Ich bin nicht schüchtern sondern sehr extrovertiert.
Das ist auch ein Problem. Vielen Dank. Clara
 

 5 
 am: 01. Mai 2012, 18:45:42 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von JEM
Hallo Clara,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum!
Ich denke die Kava-Potenz wird Dir nicht helfen, denn bei Deiner Angst (Deinen Ängsten) geht es nicht wirkllich um das schnelle Fahren in irgendeinem Verkehrsmittel, sondern es geht um eine Verlustangst.
Hast Du Angst vor Deinem eigenem Tod oder davor, dass Dein Mann tot ist, er dann nicht mehr für Dich da ist?
Die Wurzel dieser Angst liegt tiefer, versuche einmal mit einem Psychiater/Neurologen darüber zu reden.
Meine Frau nimmt vor langen Autobahnfahrten Tavor (und auch  nur dann, denn Tavor macht bei Daueranwendung süchtig), das hilft ihr gut (sie fährt natürlich dann nicht selbst Zwinkernd)

Wie auch Zimtstern schon geschrieben hat:
Lasse Dir nichts mehr in Deinem Leben durch diese Ängste wegnehmen, zeige den Ängsten, dass Du Du bist!
Ich wünsche Dir Gutes!

Liebe Grüße
Jürgen

 6 
 am: 01. Mai 2012, 15:20:15 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von Zimtstern
Hallo Clara!

Ich kann dich gut verstehen und es tut mir leid, dass deine Ängste auf nahezu alle Fortbewegungsmittel ausgeprägt sind. Traurig ist es natürlich auch, wenn diese Probleme auf deine Ehe überspringen, denn es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man in solch einer Situation missverstanden wird und keinen Rückhalt hat.
Ich habe das Glück, dass mein Mann mich voll und ganz unterstützt und Verständnis für meine Ängste aufbringt, auch wenn er sie nicht verstehen und nachvollziehen kann. Aber es ist natürlich wirklich für jemand "Unbeteiligten" sehr schwierig, damit klar zu kommen und ich will nicht ausschließen, dass das auch in meiner Ehe zu Komplikationen führen könnte, nämlich dann, wenn ich mich hängen ließe und sozusagen aufgeben würde, dagegen was zu tun. Sicher habe ich oft schlimme Tiefpunkte, wo ich wirklich denke, dass macht doch alles keinen Sinn und bringt mich nicht weiter, aber ich weiß auch, wenn ich mich von meinen Ängsten geschlagen gebe, dann habe ich verloren und das Leben ist nicht mehr lebenswert.
Mit dem Zugfahren habe ich momentan keine Probleme, aber es gab eine Zeit, da hatte ich ähnliche Gedanken, wie du sie beschrieben hast und habe bemerkt, wie schnell man immer weiter rutscht, wenn man immer mehr Dinge meidet. Das waren irgendwie Alarmglocken in mir, denn irgendwann ist man dann soweit, dass man nicht mal mehr das Haus verlässt.
Vor 3 Jahren habe ich meinem Mann ein 4-tägige Reise nach Paris geschenkt und zwar sollte es mit dem Thalys (ähnlich wie TGV )von Köln aus losgehen. Auf die Reise habe ich mich sehr gefreut, aber was meinst du, was ich für Angst vor dieser Zugfahrt hatte, obwohl ich sie selber gebucht hatte. Die reinste Panik im Zug habe ich mir vorgestellt. Was, wenn die Türen zugehen, dann komme ich nicht mehr daraus? Was sollen die Leute denken? Was, wenn mir schlecht wird? Was, wenn ich durchdrehe, wenn ich die Kontrolle über mich verliere? usw. usf., aber ich hatte nunmal die Tickets gekauft und die sind nicht billig und deshalb musste ich mich meinen Ängsten stellen.
Ich hatte eigentlich keine Angst, dass dieser Zug verunglücken könnte, sondern nur, dass ich mit der Situation nicht fertig werde und durchdrehen könnte, weil ich da ja nicht weg kann.
Vorsichtshalber hatte ich allerdings Tickets für die 1. Klasse gebucht, da war mir das Geld einfach egal. Ich dachte mir, da es in der 1. Klasse ja bekanntermaßen nicht so eng ist und man mehr Beinfreiheit hat, würde mir das zumindest schon mal weiterhelfen, weil man eben nicht so beengt sitzt.
Ja, und dann kam der Tag der Abfahrt und ich war wirklich sehr, sehr aufgeregt und habe einfach versucht, mich mit der Freude auf Paris und der Tatsache, mit einem so modernen Zug fahren zu können, abgelenkt. Außerdem war ja mein Mann neben mir, so dass ich mich immer an seine Schulter lehnen konnte, denn das beruhigt mich auch.
Was soll ich sagen, als es dann losging, war es die ersten 10 Minuten nicht so schön, weil ich sehr angespannt war und meine Körperreaktionen total beobachtet habe, aber danach wurde es immer besser und ich hatte dann sogar richtig Spaß an der Fahrt, obwohl ich das vorher nicht für möglich gehalten habe. Und die Geschwindigkeit, die merkst du überhaupt nicht, denn in jeder Bimmelbahn oder in Regionalbahnen kommt dir die Fahrt viel unruhiger und auch schneller vor, als in solchen modernen Hochgeschwindigkeitszügen.
Seitdem macht mir Zugfahren im Wesentlichen nichts mehr aus, obwohl ich natürlich weiterhin meine Ängste in dieser Situation im Kopf habe, aber ich meide sie nicht.
Das ist natürlich einfach geschrieben, ich weiß. Würde mir jemand so etwas zum Autofahren schreiben, was ja mein größtes Problem ist, dann würde ich das auch denken.
Man muss sich der Situation stellen und darf sie nicht meiden, das ist das Wichtigste, wenn auch sehr schwierig in der Umsetzung.
Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du ja überwiegend Angst vor dem Sterben. Aber stell dir mal vor, du stirbst und hast bis dahin überhaupt nichts erlebt und von der Welt gesehen, weil dich deine Ängste ständig davon abhielten!
Ist dein Leben, um das du so Angst hast, denn dann noch wertvoll, wenn man sich nur noch einigelt und nicht sieht, welch schöne Orte es auf der Welt gibt, die oft gar nicht sooo weit weg sind, sondern eben nur eine mehrstündige Zugfahrt entfernt?
Man muss sich manchmal solche Fragen stellen, denn dann wird einem erst bewusst, wie ernst die Lage tatsächlich ist. Deshalb versuch solche eine Fahrt in Angriff zu nehmen, in erster Linie für dich und in zweiter für deinen Mann. Wenn er sieht, dass du ihm den Gefallen tust, dann reagiert er vielleicht auch verständnisvoller!

Liebe Grüße
Zimtstern


 7 
 am: 01. Mai 2012, 11:49:14 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von Clara
Hallo.
Ich habe die gleichen Ängste und sie gefährden mittlerweile auch meine Ehe, denn mein Mann möchte gerne mal mit dem TGV fahren oder nach Südtirol und nichts geht, denn ich habe Angst vor: schnellem Fahren, Autobahn, mehrspurigen Straßen und auch schnellen Zügen sowie Bergstrecken. Ich habe mir ein ausgeklügeltes System an Ausweichstrecken ausgedacht, aber manchmal geht es nicht.
Ich nehme jetzt Kava Kava als D8 Potenz, und ich habe schon alles mögliche, auch Gesprächstherapie probiert, nichts hat geholfen. Vor einer Zugfahrt denke ich schon wochenlang darüber nach, ob der Zug in eine Schlucht stürzt und wie meine Angst sein wird. Ich habe vorrangig Angst vor dem Tod.
 Ärgerlich

 8 
 am: 24. April 2012, 05:11:45 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von Zimtstern
Hallo zusammen!

Sharina, wenn die Panik/Angst so starke Auswirkungen auf den Beruf und sogar den Verlust des Berufes zur Folge hat, dann ist das Ganze natürlich umso tragischer. Bei mir hat es bisher keine Auswirkungen auf meine Arbeit, obwohl ich zeitweise wirklich nicht wusste, ob ich den Weg dorthin schaffen werde. Bisher ist alles gut gegangen, ich vermute, das hat bei mir damit zu tun, dass ich mich selbst unter Druck setze und mir sage: "Da musst du ja jetzt hin, also!" Und wenn ich mir ein Busticket kaufen würde, hätte ich erst recht verloren.
Aber wenn ich tagtäglich mit dem Auto-/Bus- oder Lkw-Fahren meine Brötchen verdienen müsste, so wie es ja wohl bei dir der Fall zu sein schien, dann würde ich glaube ich auch verzweifeln.
Aber gib nicht auf! Klar kannst du dir Sehenswürdigkeiten anschauen, auch wenn du sie zurzeit "nur" mit der Bahn oder dem Bus erreichst, aber verzichte nicht darauf! Das schenkt dir auf jeden Fall Ablenkung von deinen Ängsten. Es sei denn, dir macht auch das Bahnfahren Schwierigkeiten, aber davon hast du bisher ja nichts geschrieben.
Die Geschwindigkeit spielt bei mir auch eine große Rolle. Je schneller ich fahren muss, umso schlimmer wird es für mich. Und vor allem finde ich es bergabwärts sehr schlimm, als würde man fallen.
Jürgen, ich danke dir für deine aufmunternden Worte! Ich habe gestern mit meiner Therapeutin gesprochen, ich bin kurz davor, mich für eine Reha zu entscheiden. Bei meinem nächsten Termin in 2 Wochen werde ich ihr sagen, ob sie den Antrag stellen soll oder nicht. Ich hoffe, ich mache mir nicht wieder tausend Gedanken, die dagegen sprechen...
Wünsche euch einen schönen Tag!
Zimtstern

 9 
 am: 22. April 2012, 18:51:42 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von Sharina
Hallo Zimtstern, ich verstehe Dich so gut, du schreibst mir aus der Seele. Ich habe meine Arbeit dadurch verloren, ich konnte nicht mehr als Berufskraftfahrerin arbeiten, ich habe Schweißausbrüche und totale Verkrampfung beim Autofahren erlebt. Ich vermeide Autobahnfahrten und Landstraßenfahrten, es ist furchtbar, viele Sehenswürdigkeiten kann ich mir nicht anschauen, weil ich dort nicht hinkomme. Bis jetzt konnte mir noch kein Therapeut helfen. Bei mir ist das schnelle Fahren ein Hauptproblem. Ich schreibe bestimmt noch etwas mehr, aber erstmal wünsche ich einen schönen Sonntagabend und einen guten Wochenstart, Sharina.

 10 
 am: 22. April 2012, 16:24:28 
Begonnen von Zimtstern - Letzter Beitrag von JEM
Hallo Zimtstern,

introvertierte, schüchterne Kinder haben es im Umgang mit ihren Mitschülern (und meist auch Lehrern) schwer. Ihre Zurückgezogenheit und Stille wird als Schwäche ausgelegt und diese vermeintliche "Schwäche" wird dann entsprechend ausgenutzt - und manche Kinder können da sehr grausam sein ...
Diese Enttäuschungen, Zurücksetzungen prägen dann für das ganze weitere Leben.
Um aus Deiner Sozialphobie herauszukommen, musst Du Schritt für Schritt Dein Selbstwertgefühl wieder zurückgewinnen. Ich denke, dass Du in einer REHA gute Anleitungen dafür bekommen kannst, die Du dann auch in Deinen Alltag mitnehmen kannst (wie z.B. durch Verhaltenstherapie, Gruppentherapie o.ä.).
Ich wünsche Dir noch einen angstfreien Sonntag!

Liebe Grüße
Jürgen

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