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Autor Thema: Depression-Tagesklinik / Wer kann helfen?  (Gelesen 1841 mal)
loope
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Beiträge: 209



« am: 14. März 2005, 01:25:34 »

Hallo Ihr lieben Tagesklinikgeschädigten!

Ich werde mich wohl in nächster Zeit dem Thema Tagesklinik stellen müssen. Habe mit einer klassischen endogenen Depression zu kämpfen.

Was macht man da mit Dir?
Wie sieht so ein Alltag aus?
Wie geht das überhaupt?

Wer kann mir zu diesem Thema bitte Erläuterungen und Erfahrungen geben?

Ich bedanke mich bereits heute.

Mit freundlichen Grüßen

Loope
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Dieser Kommentar ist stets nur meine Meinung und stellt niemals eine Rechtsberatung dar.

Alles wird gut. So oder so.

Mit freundlichen Grüßen
Loope
Per Somnium
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« Antworten #1 am: 17. März 2005, 15:36:56 »

Hallo loope, es tut mir richtig ein bisschen weh wenn Du von Tagesklinikgeschädigten sprichst. Ich war 1999 17 Wochen in so einer Klinik und es mir hat es zu keinem Zeitpunkt geschadet, sondern nur geholfen. Was aber nicht heißen soll das es eine leichte Zeit ist die man dort verbringt, manchmal tut es echt weh, besonders in den ersten beiden Wochen, das möchte ich Dir nicht verschweigen.
Du schreibst, Du musst verbringen. Meinst du wirklich das Du das musst?
Wenn Du hier ja sagst, hast Du es verdammt schwer, es kommt darauf an das man Das möchte und das ist nicht nur so daher gesagt, kannste mir ruhig glauben.
Der Alltag sieht so aus das Du dort ersteinmal durch einen geregelten Ablauf eine gewisse Ordnung in den Tag bringst.
An Therapien gibt es fast alles womit du lernst Dich selbst zu begreifen und auszudrücken, gestallten mit Farben und Ton z.B. Es gibt Gruppen und Verhaltenstherapien z.B. in Rollenspielen, das erlernen von Entspannungstechniken, das ausdrücken und wahrnehmen mit und über Musik und und und, aber alles basiert wirklich darauf das DU ES MÖCHTEST, Dich kann keiner zwingen.
In vielen Fällen schließt sich innerhalb eines halben Jahres noch eine Rehamaßnahme (Kur) an, für dort trifft das selbe zu, es geht um Dich und das musst Du immer bestimmen, kein Therapeut, kein "Mitleidender", es geht um DICH.
Es klingt vielleicht blöd, viele haben das nicht verstanden, aber mir war das von der ersten Minute an klar, wusste auch wenn mir ein Therapeut auch mal weh tat (mental gesehen), dann war das was weh tat doch nur eine Wunde in die ER seine Finger legte und auch das erträgt "man" fast dankbar wenn man es möchte und nicht muss.
Denk mal drüber nach, ich glaub es ist imens wichtig.
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Querdenker passen oft nicht durch genormte Türen
Per Somnium
loope
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« Antworten #2 am: 18. März 2005, 02:23:56 »

Hallo Per Somnium.

Zuerst einmal Danke für Deine Antwort. Es war mir überhaupt nicht bewußt mit meiner Formulierung "Tagesklinikgeschädigten" eventuell verletzen zu können.

Dies habe ich zu keiner Zeit gewollt. War wohl die falsche Art Humor.

Jeder der in eine Tagesklinik geht verspricht sich auch etwas davon. Aber wenn Du gerade vor dieser Situation stehst quälen Dich eben die Gedanken was man dort alles mit Dir anstellt. Du weißt es ja in dem Moment noch nicht.

Du fragst mich ob ich wirklich glaube das ich "muß". Ja, ich glaube dies eigentlich. Ich will diese scheiß Depression nicht. Ärzte, Therapeuten reden mir ein das ich dahin muß. Ich kann das noch nicht so recht glauben, das dies der Königsweg ist. Ich fange aber an einzusehen das mir die Tagesklinik helfen könnte meine Probleme in den Griff zu bekommen. Daher meine Neugier. Verstehst Du das?

Also nochmals Entschuldigung. Ich habe niemandem zu nahe treten wollen. Mich interessiert die Methodik der Tageskliniken.

Antwortest Du mir noch einmal?

Herzliche Grüße
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Mit freundlichen Grüßen
Loope
shorty
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« Antworten #3 am: 18. März 2005, 07:15:13 »

hallo loope!
zu erst einmal:du bist nicht alleine. ich war vor knapp einem jahr in der tk,und ich muss dazu sagen das mir das sehr geholfen hat.ich bin nicht mit einem guten gefühl dahin gegangen. die ersten zwei tage denkst du echt was willst du hier, mir kann doch eh keiner mehr helfen.aber danach war ich froh das ich nicht alleine bin mit meinem problemen.
was dich erwatet?? ich denke mal jede tagesklinik ist anders. also da ist viel auswahl. hier oben in norden.
ich persönlich fand die gruppen gespräche ganz gut. und die ergotherapie.da habe ich für ne zeit mal vergessen was mit mir los ist.
und daran musst du dich festhalten. das hilft.
du kannst zu beispiel auch dein alltag neu gestalten.
es wird dir gut tun.
bis denne shorty



ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiter helfen?Huch
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loope
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« Antworten #4 am: 18. März 2005, 23:22:48 »

Hallo Shorty.

Natürlich konntest Du mir ein wenig weiterhelfen. Danke für Deine Antwort. Ich habe halt so meine Zweifel was da mit mir passiert. Dazu kommt das ich einfach keine Idee habe was ich dort den ganzen Tag mache. Habe ich überhaupt die Kraft mich den ganzen Tag zu konzentrieren? Hat man in einer solchen Gesunheitsmaschine überhaupt Verständnis für meine Probleme?

Viele Grüße
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Loope
shorty
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« Antworten #5 am: 19. März 2005, 07:47:49 »

hallo loope!
ich bin dahin gekommen mit schwere depression und essstörungen.
ich habe echt gedacht mir kann da keiner bei helfen.ich war eigendlich ein fall fürs krankenhaus.
die kraft hast du,und verständnis werden die haben ,dafür sind die doch da.sie hören dir zu egal was du hast. und du musst daran immer denken das du da nicht alleine stehst.
du wirst sogar abgeholt,wenn du nicht selbst fahren kannst oder kein auto hast.das bezahllt die kranenkasse.(bei mir war das so)
dich erwartet eine veränderung aber zum positiven. es dauert ein bisschen,aber das kommt nach der zeit.
meine kraft die ich noch über hatte hat mir den mut gegeben neu anzufangen. und das war nicht mehr viel kraft in mir das kannst du mir glauben.
aber sie haben mir geholfen. und sie werden dir auch helfen. du wirst und musst das schaffen,wenn du fit sein möchtest für dein leben.
also loope,ruf da an und sagst du brauchst hilfe. denn werden sie für dich da sein. das geht!!!

alles liebe shorty
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wolfgang  
Gast
« Antworten #6 am: 19. März 2005, 08:12:49 »

Hallo Loope,
ich war auch schon zweimal in einer Tagesklinik. Mich hat es ein Stück weiter gebracht. In Tageskliniken ist in der Regel ausgesuchtes Fachpersonal. Es ist ja nur ein kleines Team dort. Ich habe das so erfahren, dass gerade in einer TK das Personal sehr einfühlsam ist.
Jede TK hat ihr eigenes Konzept. Der Tag ist ausgefüllt mit verschiedenen Therapien. Zwischendurch sind genügend Pausen. Die TK, die ich kenne verfügen auch über einen Ruheraum.
Für Deinen Ausdruck "Gesundheitsmaschine" habe ich kein Verständnis uns verstehe ihn auch nicht.

Die Wartelisten der Tk, die ich kenne sind relativ lang. Die Verweildauer ist individuell.
Wer natürlich Garantien braucht, da wieder völlig gesund heraus gehen zu wollen, der wird wahrscheinlich auf den Bauch fallen.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Per Somnium
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« Antworten #7 am: 19. März 2005, 21:08:47 »

Ne Loope, brauchst Dich nicht entschuldigen wenn ich damit Probleme (Tagesklinikgeschädigt) hätte, wäre dies ohnehin mein und nicht Dein Problem.
Aber mal n Tip, du sagst Du willst Deine Depression nicht,....... ja aber sie ist doch da, es ist Deine und wer soll sie Dir abnehmen und was soll jemand anders damit anfangen?
Vielleicht lernst Du auch, Deiner Depri ein Gesicht oder eine Person zu geben und Dich damit zu versöhnen.
Ich weiß ja nicht ob du meinen Radiotip vom Donnerstag für das Deutschlandradio gelesen und genutzt hast "Leben mit dem schwarzen Hund" war in diesem Punkt ja sehr aufschlussreich und kam meiner Denkweise sehr nahe.
Per Somnium
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Per Somnium
loope
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« Antworten #8 am: 20. März 2005, 00:18:03 »

Hallo Shorty.

Danke für Deine lieben Worte. Du hilfst mir sehr mein Pussel ins Positive zu rücken.

Vielen Dank und viele Grüße.
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Mit freundlichen Grüßen
Loope
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« Antworten #9 am: 20. März 2005, 00:32:45 »

Hallo Wolfgang.

Auch für Deine aufmunternden Worte gegenüber Tageskliniken vielen Dank. Das mit den Wartezeiten muß ich halt abwarten.

Ich habe innerlich noch ernsthafte Probleme damit zu verstehen das ich in eine Tagesklinik muß. Meine Therapeutin und mein Hausarzt drängen aber. Da ich in mir drin aber weiß das es beide gut mit mir meinen werde ich mich dieser Situation also stellen müssen. Du sagst heute das Dir die TK geholfen hat. Aber vorher: Keinerlei Zweifel was da mit Dir passiert?

Ich will auch keine Garantien (obwohl ich sie gerne hätte). Ich will eigentlich nur Hilfe.

Mein Begriff "Gesundheitsmaschine" war sicherlich mehr emotional besetzt. Du hörst immer nur das Du in Zeiten leerer Kassen immer weniger ernst genommen wirst. Deine Krankheit erscheint sekundär. Da primär auf die Kosten zu achten ist. Du wirst als gesund ausgemustert obwohl Du krank bist. Klinik bedeutet für mich groß. Ein Moloch.

Ich habe Angst davor!

Verstehst Du meine Wortwahl nun ehr?

Viele Grüße  
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Loope
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« Antworten #10 am: 20. März 2005, 00:42:22 »

Hallo Per Somnium.

Deinen Radiotip habe ich nicht beachtet und ich weiß heute auch nicht wie ich ihn rein technisch noch nützen könnte. Wo hätte ich ihn finden können?

Deinen Tip habe ich rein intelektuell nicht verstanden. Krankheitsmäßig wohl auch nicht. Kann es sein das Du mir hier in vielen Dingen einfach voraus bist und Du mich mit Deinem Wissen überforderst?

Oder verstehen wir uns einfach nicht?

Viele liebe Grüße
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Loope
leeloo
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« Antworten #11 am: 20. März 2005, 01:06:48 »

Hallo Loope,
also bei meinem Aufenthalt in der TK war das so (ich war unter anderem auch wegen Depris da): Ich bekam einen Stundenpan wo alles genau aufgelistet war, wann ich genau welche Therapien hatte (z.b. Tanztherapie, Musiktherapie, Sport, Kunsttherapie, Gruppengesprächstherapie, Praktikumsgruppe, Back- und Kochgruppe) und die wöchentlichen Einzelgespräche mit meiner Therapeutin und meiner Bezugspflegekraft, die Morgen- und Abschlussrunden sowie die Essens und Pausenzeiten. Alles genau geplant. Ich war insgesamt 10 1/2 Monate in der TK. Es hat mir sehr geholfen. Wenn du dir unter den einzelnen Therapien nichts vorstellen kannst, kann ich dir die auch noch mal genauer erklären.

Insgesamt war es sehr hart, aber nötig. Es hat auch etwas länger gedauert, bis ich mich eingewöhnt hatte und sich eine Wirkung einstellte. Aber was mir im nachhinein am meisten geholfen hat, waren meine Mitpatienten. Jeder war für den anderen da und hat ihn aufgefangen, wenn er oder sie mal wieder total am Boden waren. Weil irgentwie alle in einem Boot sitzen. Bei uns gab es keinen Unterschied zwischen alt oder jung, reich oder arm oder sonstwas. Alle waren gleich.

Soviel Mitgefühl und Verständnis habe ich noch nirgendwo anders erlebt. Noch heute habe ich zu einigen meiner damahligen Mitpatienten sehr engen Kontakt und wir wissen alle voneinander, dass wir uns 100 % auf den anderen verlassen können, wenn es einem schlecht geht, ist der andere sofort da. Selbst wenn es mitten in der Nacht wäre. Und dass ist für mich sehr wichtig!

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen die Angst nehmen. Ich würde jederzeit wieder in die Tagesklinik gehen, wenn es nötig wäre.

Alles neue macht einem zunächst einmal Angst. Aber lass dich darauf ein!Ich denke, du wirst es nicht bereuen.

Liebe Grüsse

leeloo


Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann.
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wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!!!
Per Somnium
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« Antworten #12 am: 20. März 2005, 12:33:13 »

Ach Loope, ich hoffe einmal das es nur zutrifft das ich Dir um einiges vorausbin, das wäre zumindest für mich ein gutes Zeichen, aber es gibt auch Anzeichen bei mir das ich mich zu verkompliziert ausdrücke, das meine Metaphern und meine Welt in Bildern oft nicht verstanden wird.
Wenn aber erstens zutrifft, dann wünsche ich Dir das Du das irgendwann einmal so wie ich verstehen oder empfinden kannst.
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Per Somnium
loope
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« Antworten #13 am: 22. März 2005, 22:35:32 »

Hallo Leeloo.

Vielen Dank für Deine Zeilen.

Die habe ich mir wohl zweimal durchlesen müssen. Denn sie beruhigen mich ein wenig. War heute in der Tagesklinik um einen Termin für ein "Erstgespräch" zu bekommen.

Mal sehn was daraus wird.

Nochmals Danke und viele Grüße
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Loope
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« Antworten #14 am: 22. März 2005, 22:37:20 »

Hallo Per Somnium.

Vielen Dank für Deine Wünsche.

Gruß
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Loope
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« Antworten #15 am: 23. März 2005, 10:17:03 »

Nun, Loope und ich wünsche Dir viel Erfolg für Dein Erstgespräch, meines liegt schon über 7 Jahre zurück doch ich erinnere mich noch sehr genau daran und es war ein Start dazu das ich heute überhaupt dazu in der Lage bin darüber zu schreiben, in diesem Sinne
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Per Somnium
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