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yon
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« am: 15. März 2005, 15:26:45 » |
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Hallo zusammen,
mir kam neulich der Gedanke, daß ich vielleicht auch deshalb so Schwierigkeiten im normalen Leben im Umgang mit Menschen habe, weil wie soll ich sagen, mir vielleicht einige Betrachtungsweise, Einstellungen fehlen, weil ich vielleicht einige Dinge nicht verstehe, ein paar Dinge noch lernen muß.
Wie kann man sowas lernen?
Ich weiß ja, es gibt Gruppentherapien und sowas, das Problem ist nur, daß ich mit Psychologen nicht so kann. Habt ihr noch andere Ideen, das ist wirklich wichtig.
Schöne Grüße Yon
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Giotto
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« Antworten #1 am: 15. März 2005, 15:35:23 » |
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Hallo Yon,
wie wär es denn wenn du dir mal ein bisschen auf dem Büchermarkt schnupperst?
Wär für mich jetzt die einzige Lösung, um andere Sichtweisen zu erlangen. Ich fang grad an das Buch "Gesundheit für Körper und Seele" zu lesen.
Hab ich mir hier über den Buchlik bestellt, war auch nicht teuer und ganz einfach, musste nicht mall raus.
Das Buch soll der absolute Rnner sein- in 25 Sprachen übersetzt und über 50 Millionen Exemplare und was ich bis jetzt gelse hab, mcht mich neugierig.
Louise L. Hay hat es so aufgebaut, als ob sie mit einem in einer Sitzung sizt- also wenn du das nicht direkt mit einem Psychologen kannst, dann wär das doch ne Alternative?
Liebe Grüße
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Das Gesicht ist euch geschenkt, lachen müßt ihr selber.
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Tahina
Gast
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« Antworten #2 am: 16. März 2005, 19:53:03 » |
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Hallo Yon, was möchtest Du denn genau lernen?
Als ich Deine Überlegungen las, mußte ich spontan daran denke, dass ich für mich etliches dazugelernt habe in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen. Und das insbesondere bei Gelegenheiten, bei denen ich an sich ein ganz anderes Ziel verfolgte. So habe ich beispielsweise in einen Fremdsprachenkurs gelernt, über mich Dinge zu erzählen (was habe ich gestern gemacht? Angefangen bei Aufstehen, Fertigmachen, Frühstücken, zur Arbeit fahren, Arbeiten, Mittagessen, Weiterarbeiten, nach Hausefahren, Abendessen, Fernsehen, Zeitung lesen, Haushalt, Forum lesen, Buch lesen, Fertigmachen, Schlafen; so was habe ich nie jemandem erzählt, hat auch schließlich niemanden interessiert; deshalb war es total ungewohnt und auch schwierig, plötzlich darüber zu sprechen). Das war eine erstaunliche Erfahrung; will sagen: Mir ist dabei nicht wichtig gewesen, meinen mehr oder weniger interessanten Alltag zu präsentieren, sondern vielmehr einfach zu reden, zu erzählen, nicht in der eigenen Gedankenwelt zu verharren. Mich zu beteiligen an dem, was die anderen machen.
Ob Du derzeit etwas ähnliches lernen möchtest, weiß ich nicht. Wollte Dir auch nur ein Beispiel dafür nennen, wie man - ungeahnt - Dinge erlernen kann, die einem bisher fremd gewesen sind. Bewußt eine "Gruppentherapie" dafür aufzusuchen, braucht es mE gar nicht unbedingt.
Liebe Grüße, Tahina
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hexekathrin
Gast
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« Antworten #3 am: 17. März 2005, 08:25:17 » |
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Hallo Yon, versuch´s doch mal mit schreiben. Das kernnst du bestimmt: Die Gedanken kreisen und in Gedanken hört man sich sprechen, wie man sich mit anderen unterhält oder nach einem Gespräch oder einer Diskussion fällt einem im Nachgang ein, was man hätte sagen sollen oder wollen. Setz dich hin und schreib deine Gedanken auf. Trainiere sozusagen im "Trockenen". Und wenn wirklich mal was schief gegangen ist, dann ist das Schnee von gestern heute und morgen sind neue Tage, um es besser zu machen. Vor allem darfst du dich nicht ärgern, wenn mal was schief gegangen ist und du muss lernen über deine Fehler auch mal zu lachen.
Ich hatte da mal so ein Ding: Ich sollte bei jemand Wichtigem anrufen. Anrufbeantworter... Ich war ohnehin etwas aufgeregt und habe mich derart verhalspelt .... Frag nicht. Ich habe aufgelegt. Habe herzhaft über mich und den Blödsinn gelacht, den ich gequatscht habe und habe nochmal dort angerufen und mich gemeldet, dass ich es nochmal bin und nochmal versuchen werde im Klartext zu reden. Ich bekam promt einen Rückruf mit einem herzlichen Lachen von der anderen Seite. Verona Feldbusch hat es doch vorgemacht. Du kannst die größten Hänger haben, es darf einem nur nicht peinlich sein. Und das ist nur eine Frage der Übung.
Und ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man viel schreibt, dann kriegt man das auch mit dem Reden hin, weil man gewohnt ist seine Worte "zu hören". Das ist so wie mit der Rechtschreibung: Wer viel liest hat auch weniger SChwierigkeiten mit der Rechtschreibung.
Und Dateien haben ja den Vorteil, dass man sie wieder löschen kann oder sie sich einfach später durchliest und schaut, wie man vorwärts kommt. Schreib einfach nur auf, worüber du gerade nachdenkst, was dich bedrückt oder was dich freut. Führe Tagebuch oder sonstwas. Aber nimm dir die Zeit.
Viel Glück Kathrin
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yon
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« Antworten #4 am: 24. März 2005, 15:59:44 » |
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Hallo ihr drei,
gut Ideen, die ihr da habt. Also was zum schreiben hab' ich mir schon besorgt (bevorzuge die Handschriftliche Variante, da kann man auch glaube ich mehr mit ausdrücken :-) ). Fällt mir sehr schwer was niederzuschreiben. Alles viel zu durcheinander.
Am meisten lernt man im Umgang mit Menschen, ja, das ist allerdings richtig. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Aber wie macht man das, wenn man so Angst vor Menschen hat? Irgendwie kann ich das im Moment nicht, zumindest nicht mit neuen. Weiß nicht wieso, geht gerade etwas anderes in mir vor, von dem ich glaube, daß es sehr produktiv ist, hab' schon so häufig versucht, Leute kennenzulernen, aber irgendwie komme ich so nicht weiter...
Muß grad lachen, als ich das lese, die "Auseinandersetzung mit anderen Menschen", <g>, klingt ja nicht so freundlich.
Über sich selbst lachen finde ich sehr wichtig. Trotzdem verurteile ich mich immer, wenn ich wieder was "falsch" gemacht habe. Ich verstehe das nicht. Woher kommt das? Kommt das wirklich von mir? Kann ich mir irgendwie nicht ganz vorstellen, zum Teil vielleicht. Nein, eigentlich finde ich diese vielen kleinen tollpatschigen Dinge voll lustig, irgendwie möchte ich sie gerne behalten - und irgendwie komme ich mir immer so falsch vor. Irgendwas muß ja wohl mit mir nicht stimmen, sonst wäre es ja nicht so wie es ist.
Etwas über sich erzählen ist wichtig, wie häufig steht man da und weiß nicht, was man erzählen soll? Denkt, nur die anderen erleben interessante Dinge, man selbst ist viel zu uninteressant, oder erlebt zumindest nicht sowas. Hat man wohl riesige Erwartungen und schadet sich nur selbst damit. Da hab' ich bestimmt schon einiges gelernt, also so Teils Teils.. :-)
Soll ich was erzählen? Nein, ich erspare euch meinen heutigen Tag...* Acuh wenn ich das Klettern im Baum ganz lustig fand.
Giotto, danke für die Buchempfehlung. Ich kann nur im Moment glaube ich nicht so viel damit anfangen, die Beschreibung bei amazon hat mir nicht so zugesagt, aber das ist nicht schlimm! Ich hab' dafür was anderes gefunden.
Großes Dankeschön an euch! Yon, der etwas verwirrt ist
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Tahina
Gast
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« Antworten #5 am: 25. März 2005, 20:35:04 » |
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Hallo Yon, schade eigentlich, dass Du uns nichts vom Klettern in den Bäumen erzählt hast; wäre, denke ich, auch für uns ganz lustig geworden... :-)
Über sich selbst lachen, finde ich wirklich recht gut. Was mir inzwischen zudem wichtig geworden ist, ist: Unterscheiden lernen. Einerseits lachen, andererseits sich auch selbst ernst nehmen und umschalten können. Also irgendwie beide Seiten akzeptieren, die sich in einem wahrnehmen lassen. Konkret: Die Seite, die meine trotteligen Seiten grinsend begrüßt und die Seite, die ein ernsthaftes Wörtchen mit mir spricht, weil ein solches Verhalten in manchen Situationen einfach nicht gut kommt. (gotti nee, sind das viele Seiten, hoffe, Du verstehst aber trotzdem, worauf ich hinaus will!). Irgendwie die Waage finden, zwischen Selbstironie und Ernsthaftigkeit bzw. beide Eigenschaften miteinander vereinbaren.
Zu dem Punkt "Auseinandersetzung mit anderen Menschen" wollte ich noch was sagen. Der Ausdruck war bewußt so gewählt und sollte etwas anderes ausdrücken als "Umgang mit anderen Menschen". In "meinem" Gesamtzusammenhang heißt das z.B: In dem Fremdsprachenkurs, von dem ich sprach, mußte ich mich - im Unterricht selbst - überwiegend nicht weiter persönlich unterhalten mit den anderen Teilnehmern. Bedeutet, ich mußte nicht konkret mit ihnen "umgehen". Aber ich mußte mich auseinandersetzen mit dem, was sie sagten. Denn auch sie mußten ja z.B. über ihren Alltag sprechen (in der Fremdsprache wohlbemerkt, um u.a. Gegenwarts- u. Vergangenheitsformen zu üben). Habe dabei festgestellt: Die anderen Kursteilnehmer bzw. diese anderen Menschen leben gar nicht so viel anders als ich - auch wenn ich das (immer) glaubte. Irgendwie konnte ich mich da dann einreihen und also auch über mich erzählen lernen. Es war also eine Auseinandersetzung mit den Menschen, die mich zu meinem genannten Ergebnis führte und nicht der direkte Umgang mit ihnen.
Wie schon gesagt: mein Beispiel ist wahrscheinlich nicht auf Deine Situation übertragbar, da Du vielleicht ganz etwas anderes lernen möchtest. Es sollte Hinweis dafür sein, dass man nicht immer automatisch psychologische Hilfe/Gruppentherapie braucht, um erfolgreich an sich zu arbeiten/ zu lernen.
Liebe Grüße und frohes Osterhasi-Fest, Tahina
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hexekathrin
Gast
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« Antworten #6 am: 26. März 2005, 10:03:56 » |
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Nun, der Gutachter, bei dem ich letztens war, sagte, dass diese Soziophobie bei mir auch vorhanden war, aber ich sie hinter mir hätte. Wobei ich sagen muss, dass ich nicht den Eindruck hatte, soetwas zu haben. Naja. Wahrscheinlich habe ich mich so sehr auf das andere onzentriert, dass die Soziophobie einfach in der Versenkung verschwunden ist. Ich muss aber auch sagen, dass ich mich heute wichtiger nehme und inzwischen auch den Eindruck habe, etwas wert zu sein. Die Großklappen, die keine Leistung für viel verkaufen, haben solche Probleme nicht. Aber wenn man großartiges tut und keinem was davon erzählt, merkt es auch keiner. Hat man alles mal aufgeschrieben, hat man den Eindruck, man hätte es schon mal jemandem erzählt und dann fällt es leichter, es wirklich mal jemanden zu erzählen. Hui, das war ein Satz, was? Auf alle Fälle bricht man somit das Eis in sich selbst, auch auf die Gefahr hin, dass alles durcheinander ist. Deshalb bevorzuge ich den Computer, dann kann man es nämlich im Nachgang sortieren und bringt damit seine Gedanken in eine Reihenfolge. Man kann auch später in einer anderen Schrift oder in einer anderen Farbe Ergänzungen machen. Und man sieht in welche Richtung man sich bewegt. Also viel Erfolg!!!
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Schmetterling
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« Antworten #7 am: 04. April 2005, 21:32:51 » |
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Hallo Yon,
ich hätte den Umgang mit Menschen nicht ohne meinen Psychologen lernen können. Andere Methoden wären Selbsthilfegruppen oder vielleicht Volkshochschulkurse. Ich hab es früher auch mal mit VHS-Kursen probiert. Der Erfolg war aber eher mäßig. Seit ich meinen Therapeuten gefunden habe, hat sich bei mir einiges geändert. Vielleicht schreibst Du nochmal welche Probleme Du genau angehen möchtest?
Viele Grüße Schmetterling
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yon
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« Antworten #8 am: 18. April 2005, 21:01:53 » |
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Hallo ihr drei,
entschuldigt, habe etwas gebraucht, schwieriges Thema...
Hm, was ich lernen will, schwierige Frage, so genau weiß ich das eigentlich nicht. Ich erinnere mich an den Fall, wo ich mich immer sehr bemüht habe einer anderen Person zu helfen, bis mein damaliger Therapeut mich "beibrachte", daß die das vielleicht gar nicht will. Das ist mir dazu eingefallen. Aber so genau weiß ich das nicht. Es ist sehr schwer. Es wird immer von sozialen Kompetenzen gesprochen (das klingt ja wie in der Wirtschaft... *). Irgendwie will ich etwas lernen. Irgendwie möchte ich aber auch zu meinen Vorstellungen stehen. Wißt ihr, was ich meine? Wenn ich manchmal solche Idioten sehe, denen alles egal ist und sich für die größten halten, da kriege ich echte Agressionen, wieso die Freunde haben und ich nicht. ALso so gesehen kann es daran ja irgendwie auch nicht liegen, oder? Ach ich weiß auch nich
Ich sehe auch Meschen, die offen sind, auf Leute zugehen, unternehmungslustig sind, nicht an Depressionen leiden und so - und die auch häufig auf Desinteresse stoßen. Da frage ich mich, wie ich das denn hingekommen soll einerseits und andererseits das es dann an mir doch gar nicht liegen kann.
Anfangs wird einem immer gesagt, geh auf Leute zu, lern Leute kennen, und man bemüht sich und es fällt einem so schwer, irgendwan kann macht man das wirklich häufiger, auf Leute zugehen. Aber es ändert irgendwie nicht. Man kann nichts machen. Jeder Tag den ich habe ist kostbar. Ich wíll mich nicht damit abfinden, daß man daran nichts ändern kann. Das kann doch nicht sein! Alles gerade etwas durcheinander, sorry.
Tahina, zu Deinem Fremdspachenkurs: Ich wette Du hast die Erfahrung gemacht, daß Du immer dachtest man müßte etwas ganz besonderes haben, was man erzählen kann, damit es die anderen überhaupt interessiert, und Du stellst fest, daß das gar nicht stimmt. Und Du hast Recht, man lernt viel im Umgang / der Auseinandersetzung mir ihnen.
Geht euch das auch häufig so, dieses Desinteresse? Die einzigste "gesunde" Reaktion wäre wohl, daß man sich da einfügt. Aber das kann es doch irgendwie auch nicht sein. Ja, entschuldigung, ich bin unternehmenslustig, ja, ich mache gern etwas mit anderen, ja, mir ist das wichtig, und bin bin auch bereit dafür etwas zu investieren. Wieso kommt es einem so vor als ob man da der einzigste ist?
Schmetterling, was hast Du durch Deinen Psychologen gelernt? Fällt Dir da ein Beispiel ein (nur wenn Du schreiben willst)?
Ich danke euch für die Antworten. Yon
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Schmetterling
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« Antworten #9 am: 20. April 2005, 15:50:55 » |
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Hallo Yon,
der Umgang mit Menschen ist eine sehr komplexe Sache. Es ist schwierig, mit wenigen Sätzen zu beschreiben, was ich diesbezüglich von meinem Psychologen gelernt habe. Schließlich hat es ja Jahre gebraucht um zu einem sichtbaren Ergebnis zu kommen. Ich habe gelernt, mehr auf das was Menschen sagen zu achten und auf das was sie nicht sagen, sowie auf ihre Körpersprache. Ebenso habe ich gelernt mich am Anfang einer Bekanntschaft nicht so sehr zu offenbaren und abwartend zu bleiben. Ich weiß jetzt, dass es Menschen gibt, die Dir schön ins Gesicht reden, aber Dir dennoch nicht gut wollen und alles gesagte ins Gegenteil verdrehen. Ebenso habe ich erkannt, dass es sinnlos ist, solche Menschen von Dir "überzeugen" zu wollen, sondern dass es besser ist, sich rechtzeitig von ihnen zu verabschieden. Ich habe noch einiges mehr gelernt, aber das würde den Rahmen hier sprengen. Wenn Du eine konkrete Frage hast, beantworte ich sie Dir natürlich gerne. Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, Dir einen guten Therapeuten zu suchen und Dich auf eine längere Therapie einzulassen. Das Lesen über meine Therapieerfolge hilft Dir nicht wirklich weiter, wenn Du nicht selbst etwas unternimmst.
Gruß Schmetterling
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yon
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« Antworten #10 am: 20. April 2005, 22:36:40 » |
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Hey Schmetterling,
schöner Name. Wünschte mir häufig auch fliegen zu können*
Mir sind gestern doch ein paar Dinge eingefallen, die ich lernen könnte. Was ich ganz dringend lernen möchte ist Distanz. Ich wette ich könnte mit vielem einfach viel besser umgehen, wenn ich den nötigen Abstand habe, daß das ganze nicht so an mich herankommt. Daß man zumindest so einen gewissen Spielraum hat. Das kann ich nun wirklich nicht so. Lernen möchte ich auch was Vertauen angeht. Ich möchte wissen, wem ich wie weit vertauen kann - wem ich nicht vertrauen kann (das man so etwas auch darf, ich habe dann immer ein schlechtes gewissen...) - aber auch umgekehrt, daß ich manchmal viel zu mißtrauisch bin bzw. lernen könnte, daß die Leute, auf die das zurückzuführen ist, "vorbei" sind, das jetzt andere sind. Und schließlich und letztlich (heute kritisiere ich mich mal zur Abwechslung*): Daß so eine gewisse verletzlichkeit auch einfach dazugehört im Umgang mit Menschen. Es wird immer auch negative Dinge geben, die einen treffen. Das ist vielleicht mit der Punkt der noch am unklarsten bei mir ist.
Und doch, das lesen hilft mir weiter, nicht so viel wie Du mit Deiner Therapie - aber ein Bißchen!
Grüße Yon
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Schmetterling
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« Antworten #11 am: 21. April 2005, 13:19:48 » |
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Hallo Yon,
Distanz und Vertrauen, sind zwei wichtige Dinge im Umgang mit Menschen. Ich denke mal, unbewußt wissen wir, wem wir vertrauen können und wem nicht. Für mich ist es immer wieder schwer, wenn ich mit Menschen zusammensein muß, von denen ich weiß, dass ich ihnen nicht vertrauen kann. Leider kommt das bei mir immer wieder vor, z.B. im Beruf oder auch in der Familie (Verwandtschaft). Wenn ich emotional stark belastet bin, fällt auch mir die notwendige Distanz zu wahren, sehr schwer. Ich kann Deine diesbezüglichen Defizite also durchaus nachvollziehen. Natürlich hast Du recht damit, dass wir auch immer ein bißchen verletzbar bleiben werden. Schließlich sind wir Menschen und wollen dies auch bleiben.
Viele Grüße Schmetterling
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yon
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« Antworten #12 am: 29. April 2005, 22:33:38 » |
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Hallo Schmetterling!
Ich kann das gut verstehen, daß es Dir sehr schwer fällt, wenn Du mit Menschen umgehen mußt, denen Du nicht vertraust. Ich weiß in so einer Situation überhaupt nicht, wie ich eigentlich damit umgehen soll, weiß nur daß ich am liebst einfach nur weg wäre. Irgendwo anders. Innerlich regt mich das auch so auf, so viele Menschen die so rücksichtslos sind. Da kriege ich immer ziemliche Agressionen.
Ja, ich denke auch, man merkt eigentlich wem man vertrauen kann und wem nicht. Nur daß es häufig vom anderen überdeckt sein kann, z.B Verzweifelung, unbedingt mit jemandem etwas machen zu wollen, oder die eigene Unsicherheit, gepaart mit jemand anderen der sehr überzeugt von sich selbst ist --> Teufelskreis.
Wenn ich versuche Distanz zu halten kommt mir das häufig so vor als bin ich dann nicht richtig anwesend. Hast Du eine Vorstellung, wie ich das meine?
Grüße Yon
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Schmetterling
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« Antworten #13 am: 05. Mai 2005, 17:34:27 » |
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Hallo Yon,
das Gefühl nicht anwesend zu sein, kenne ich. Es überfällt mich meist in Gruppen, z. B. bei VHS-Kursen. Bisher habe ich es noch nicht mit einem Versuch Distanz zu wahren in Verbindung gebracht. Vielleicht sollte ich mal darüber nachdenken. Es passiert mir so oft, dass ich, wenn ich mich in Gruppen aufhalten muß, mich seltsam einsam fühle. Fast einsamer, als wenn ich alleine bin. Allerdings passiert es nicht immer, aber halt sehr oft. Wie geht es Dir damit?
Schmetterling
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yon
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« Antworten #14 am: 08. Mai 2005, 20:26:57 » |
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Hallo Schmetterling,
bei Gruppen ist es zum Teil ähnlich, wenn ich ein Außenstehender bin. Vielleicht wird einem das dann noch besonders bewußt, die anderen unterhalten sich, aber man paßt da nicht rein und ist einsam, obwohl doch Leute "um" einem sind. So kleine Gruppen finde ich ok, aber wenn sie größer werden... Ich kann am besten mit Leuten direkt umgehen, so zu zweit oder dritt. Wenn es mehr werden, dann fehlt einem der direkte Ansprechpartner, wenn man etwas sagt, dann ist es mehr so in die Menge, irgendwie habe ich Angst davor, und andererseits mache ich das nicht gerne, ich möchte Leuten etwas erzählen, die es auch interessiert, nicht nur so reden, das finde ich sehr schwer bei so vielen. Außerdem kann ja immer nur einer was sagen, d.h. da gibt es immer Leute die sich dann gegen die anderen durchsetzten, zumindest kenne ich das so, daß sie zu Wort kommen und die anderen nicht. Das ist nicht so ganz mein Ding denke ich.
Grüße Yon
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Schmetterling
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« Antworten #15 am: 10. Mai 2005, 12:14:48 » |
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Hallo Yon,
wir beide haben das gleiche Problem! Fast genauso wie Du es beschreibst, trifft es auch mich, wenn ich in Gruppen bin.
Vielleicht liegt es daran, dass wir auch gerne mal etwas sagen würden, uns aber nicht so richtig trauen, gegen so viel "Übermacht" anzukämpfen? Nun ja, ich für meinen Teil, habe mit dem Thema "Gruppe" weitgehend abgeschlossen. Offensichtlich bin ich kein Gruppenmensch und muß das einfach so akzeptieren. Ich möchte aber doch noch sagen, dass nicht alle Gruppen gleich sind und dass ich manchmal doch noch hoffe, eine "Ausnahme-Gruppe" zu finden, in der nicht jeder einfach gedankenlos ausspricht, was ihm so gerade durch den Kopf geht. Dieser Plaplapla-Stil, wo jeder den anderen übertrumpfen will, liegt mir nicht so.
Viele Grüße Schmetterling
[Editiert am 10/5/2005 von Schmetterling]
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yon
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« Antworten #16 am: 11. Mai 2005, 20:04:01 » |
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Hey Schmetterling!
"Übermacht", hm, das ist wohl das richtige Wort. Ich kenne Leute (und war mit ihnen befreundet), da war das echt so eine Art - ja, Machtkampf. Hm, nicht mein Ding. Insoweit kann ich Dich gut verstehen, wenn Du sagt, Du hast mit dem Thema Gruppe weitgehenst abgeschlossen! Für so eine Freundschaft kann ich mir das auch nicht so richtig vorstellen, nein, ich unterhalten mich sehr gerne so 1:1, oder wenn es vielleicht drei oder vier sind. Wenns man mehr sind, bitte, auch ok, ist halt weder gut noch schlecht. Um Studium hat man ja häufiger in Gruppen zu tun, da finde ich das auch wieder ganz ok, so gemeinsam ein Thema zu erarbeiten (innerhalb einer Sitzung), über etwas zu diskutieren oder so. Da kommt man auch eher zu Wort.
Was mich an der "Gruppen-Freundschaft" sehr gestört hat, war, daß einem so die konkrete Bezugsperson fehlt. Weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Man macht so mit allen zusammen etwas, obwohl man dann mit den meisten einzelnen Menschen - und darum geht es ja, die einzelnen Personen - sich dann gar nicht so wirklich unterhalten kann oder was gemeinsam hat, einen Bezug zu dieser Person. Es ist irgendwie so abstrakt - eine Gruppe. Keine Personen.
Was für Erfahrungen hast Du gemacht?
Yon
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Schmetterling
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« Antworten #17 am: 15. Mai 2005, 21:34:03 » |
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Hallo Yon,
ja, ich bleibe in den meisten Gruppen auch sehr anonym. So habe ich früher mal in einer Gruppe getanzt. Beim Tanzen ist es dann auch geblieben. Andere haben sich gegenseitig angefreundet. Ich wußte einfach garnicht wie man soetwas macht und auch nicht, ob ich das eigentlich will. Schließlich kannte ich die Leute ja nicht. Ich wußte nur, dass sie gerne tanzen. Seltsam nicht? In Gruppen die ein gemeinsames Ziel haben, ist es oft einfacher. Man redet oft über mögliche Wege dahin oder ähnliches und ist dann schon mal im Gespräch. Allerdings fällt es mir auch dort schwer, ein Gespräch zu führen, das nicht unmittelbar mit dem Thema zu tun hat. Smaltalk kann ich eigentlich nicht...
Manchmal fällt es mir aber auch sehr schwer, mich mit einer einzelnen Person zu unterhalten. Z.B. ist über Pfingsten mein Schwiegervater zu Besuch hier gewesen. Das war vielleicht wieder eine Totour...
Viele Grüße Schmetterling
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yon
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« Antworten #18 am: 31. Mai 2005, 22:31:22 » |
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hm, wo ich meinen Anfang so lese stört er mich gleichermaßen: Man muß erst etwas lernen. Heißt es doch, daß dafür viel Zeit vergeht, heißt es, daß man die Fähigkeiten irgendwann in der Zukunft erst besitzt. Leben wir nicht häufig in der Zukunft? Irgendwann, wenn wir dies und das hinter uns gebracht haben, wenn wir dies und das können, wenn "alles in Ordnung" ist? Leben wir nicht heute, an diesem Tag, jetzt in diesem Moment und sollten und fragen, was wir j e t z t tun möchten, nicht alles zu verschieben auf irgendwann, nicht definierbar wann das sein wird. Sind bis dahin vielleicht nicht viele andere Dinge nicht mehr da, die wir jetzt noch besitzen (Menschen, Gesundheit, Jugend...) ?
Yon
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