linus47
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« am: 05. April 2005, 07:28:36 » |
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Hallo,
bin noch ganz neu, und will mal über mein Problem berichten.
Seit einigen Jahren bekomme ich immer wieder Vorhofflimmern (ca. 4x im Jahr). Das äußert sich dann so, dass der Puls auf 200 geht und das Herz völlig aus dem Takt ist, man die Schläge dann eigentlich gar nicht mehr zählen kann. Das geht immer nachts los, ich werde dann davon wach, muss dann alle Viertelstunde zur Toilette und verliere dabei manchmal bis zu 2 l Wasser. Wenn ich dann aufstehe, bin ich völlig aus der Puste, so als hätte ich einen 10000 m-Lauf gemacht.
Das Ganze dauert dann manchmal nur ein paar Stunden, längstens mal über 40 Stunden und wird dann mit einer hohen Dosis Betablocker (wenn es zu lange dauert auch mit Digitalis) behandelt, die ich jetzt seit einem Jahr auch täglich nehme. Trotzdem ist wieder so eine "Attacke" aufgetreten. Jetzt habe ich für den Notfall eine Packung Amiodaron bekommen, das den Rhythmus besser wiederherstellen soll.
Zweimal war ich damit auch in der Klinik, dort wurde alles auf die Schilddrüse geschoben, die aber nach etlichen Untersuchungen völlig okay ist. Man wollte mir dort Marcumar für den Rest meines Lebens "aufdrängen". Und das kann es doch nicht sein - ich bin gerade 40! Und da ich auch noch Arthrose habe, wäre Marcumar mein Untergang, da man dazu keine vernünftigen Schmerzmittel nehmen darf.
Es wurde gesagt, die Sache sei nicht lebensbedrohlich, mich macht das aber einfach fertig. Mit den Extrasystolen, die ich im normalen Alltag oft habe, kann ich ja leben. Aber ich habe abends schon Angst ins Bett zu gehen, weil der Sch... ja wieder losgehen könnte.
Hat von euch vielleicht jemand Erfahrungen damit gemacht, vielleicht sogar eine Cardioversion vornehmen lassen?
Ich würde mich über jeden "Fitzel" von euch freuen.
Liebe Grüße Linus
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linus47
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« Antworten #1 am: 05. April 2005, 17:45:49 » |
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Hallo Jumbo, erst mal herzlichen Dank für deine schnelle Nachricht. Vielleicht habe ich es etwas verwirrt geschrieben, Digitalis bekomme ich nur, wenn die Herzrhythmusstörungen andauern, damit das Herz gestärkt wird und durch diese "Pumperei" keinen Schaden nimmt. Ansonsten nehme ich nur Betablocker, Beloc Zok mite 1 morgens und 1,5 abends. Wenn ich bisher so einen Anfall hatte, musste ich über den Tag verteilt von den Betablockern 10 Stück nehmen, damit der Puls runtergeht. Der Rhythmus ist dann auch wiedergekommen. Diesmal hatte das mit dem Puls nicht sofort geklappt, sodass der Arzt mir diesmal Amiodaron 200 mitgegeben hat. Er hat mir auch dazu gesagt, dass ich davon nur nachts eine nehmen dürfe und morgens sofort in die Praxis kommen soll. Ich muss dazu sagen, dass ich mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt habe, ins Krankenhaus zu gehen. Da wäre man mit einer ordentlichen Dosis Amiodaron am Monitor wohl besser aufgehoben, und vielleicht würde es schneller gehen, aber ich habe eine unheimlich Krankenhausangst. Wenn ich bisher nicht jede einzelne Pille hinterfragt hätte, wäre ich vermutlich schon tot. Du kannst dir vorstellen, dass ich auch kein angenehmer Patient bin!  ) Du hast einen Herzschrittmacher? Darf man mal fragen, aus welchem Grund? Ich habe natürlich auch Angst davor eine Herzinsuffizienz zu haben. Ich habe zum Beispiel unheimliche Probleme beim Treppensteigen, und davon liest man ja überall, dass das dann schon sowas sein könnte. Leider habe ich auch sehr viel Übergewicht, das ist natürlich auch ein Punkt. Bei einem anderen Kardiologen war ich schon. Der war mit der Betablockergeschichte zufrieden, hat ein Herzultraschall und ein Belastungs-EKG gemacht. Das war auch okay, nun ja - nur dass ich eben schnell kaputt bin. Er hat dazu noch gesagt, dass es möglich sei, dass der Rhythmus irgendwann gar nicht mehr kommt und dass ich dann eben Marcumar und Antiarrhythmika ständig nehmen müsste. Tja, die Ursache würde ich auch gerne kennen. Es gäbe noch die Möglichkeit einer Kathetheruntersuchung, bei der eventuelle "Erregungsleitungsstörungen" im Herz festgestellt werden könnten, aber das möchte ich jetzt doch noch nicht machen lassen! Wäre nett, wenn du dich noch mal meldest. Liebe Grüße Linus
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Jumbo
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« Antworten #2 am: 05. April 2005, 13:58:13 » |
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Linus 47 mit 40 Lebensjahren hast du bei einem Puls von 200 die max Pulsfrequenz erreicht.ich verstehe,das es dir sehr grosse Sorge bereitet. Wie du auch sagst,tritt es Anfallsähnlich einige male im jahr auf.Deine Medikation zeigt,das du bereits in ärztlicher Obhut bist.Die Frage bleibt,weshalb tritt es auf? Weshalb nimmst du Digitalis,ist dein Herz schwach?Lidocain oder Amiodaron (Cordarex®) bei der Therapie des schockresisten Kammerflimmerns?Ich nehme Kodarex regelmässig in Maximaldosis,es hält meinen Puls unten,darf aber nur im Zusammenhang mit Herzschrittmacher genommen werden.Die Problematik mit dem Wasserlassen kenne ich auch,dachte aber eher,das es durch meine unterschiedlichen Blutzuckerwerte verursacht würde.Ich denke,mit Amiodaron solltest du das Vorhofflimmern in den Griff bekommen.Achte sehr darauf nich zu hoch zu dosieren,halte dich streng an die Vorschriften,sonst ereichst du einen Umkehreffekt.Aber bleibe am Ball die Ursachen herauszufinden,wechsele,wenn nötig den Kardiologen.Was mich stuzig macht bleibt das Digitalis,ein Mittel gegen Herzinsuffienz,Gift,das aus dem Fingerhut gewonnen wird.
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Jumbo
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« Antworten #3 am: 05. April 2005, 20:57:34 » |
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Linus 47,glaubst du ernsthaft,du könntest es dir aussuchen in´s krankenhaus zu gehen?Mit dieser denkweise habe ich denkbar schlechte Erfahrungen gemacht.Überdenke es zu deinem Besten noch einmal.Das Spielchen,über die Leistenvene eine Erregungsleitungsstörung zu lokalisieren habe ich auch bereits hinter mir und ist eine nicht unbedingt unangenehme Untersuchung.Du bekommst dabei Adrenalin gespritzt und die Leitungsmessung wird durchgeführt,davor brauchst du dich nicht zu fürchten.Vieleicht kommt dann heraus,was die Ursache ist,das wäre wichtig und schön für dich.Den Herzschrittmacher habe ich,weil mein Puls nicht weiss was er will.Jahrelang habe ich zu jeder unpassenden gelegenheit an irgendwelchen Stellen ohne bewusstsein gelegen und es war nicht unbedingt angenehm.Da es auch anfallsmässig auftrat,war es sehr schwierig den grund zu finden.Doch seit ich ihn habe stehe ich immer aufrecht.Ich muss dazu erläutern,das ich 3 Infarkte und 2 OP hinter mir habe und seit Geburt Herzkrank bin.Nehme es nicht auf die leichte Schulter,was sein muss,das solltest du auch tunlichst machen.Ich weiss ja nicht wie es bei dir aussieht,ich jedenfalls habe nur dieses eine Leben.
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linus47
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« Antworten #4 am: 05. April 2005, 21:30:23 » |
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Hi Jumbo,
ja, bisher habe ich es mir aussuchen können, ob ich ins KH gehe, da die Attacken immer innerhalb von 48 Stunden wieder im Lot waren. In die Klinik muss ich erst, wenn es länger andauert.
Laut meiner Ärzte besteht auch überhaupt kein Grund sich Sorgen zu machen, ich könne nicht einfach tot umfallen. Das sehe ich allerdings auch etwas anders. Mein Kardiologe hat mir von der elektrophysischen Untersuchung erst mal abgeraten, da die Störungen "nur" 3 - 4 x im Jahr auftreten (bis jetzt) und die Chance durch die Verödung einer Erregungsleitung etwas zu erreichen, sei nicht sehr groß. Es könne immer wieder durchkommen.
Ein anderer Arzt hat zu einer Cardioversion geraten, aber eben auch erst, wenn der Zustand länger als 48 Stunden andauert.
Man, ich bin total verunsichert.
Linus
[Editiert am 5/4/2005 von linus47]
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Jumbo
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« Antworten #5 am: 06. April 2005, 17:14:11 » |
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Hi Linus.habe dein Problem verstanden,du hast verständlicherweisse Angst. Mich befremdet,das dieser Zustand 48 Stunden andauern muss um wirklich ernsthaft behandelt zu werden.Da hätte ich auch Sorge.Aber warum sollten die Ärzte es sonst sagen?Jetzt heisst es für dich abwarten,bis zum nächsten Anfall und dann sehen,wie dir das Amiodarom hilft,ich denke,damit wirst du schnell wieder zu deinem Rhytmus finden und dich dadurch beruhigen können.
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linus47
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« Antworten #6 am: 07. April 2005, 06:56:48 » |
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Hi Jumbo,
ja, ich glaube, du hast mich jetzt verstanden. Es ist einfach diese Hilflosigkeit, dieses Nichts-dagegen-machen-können, die Angst davor, dass es wieder auftritt.
Ich hatte mich mit meinen Extrasystolen eigentlich abgefunden. Da aber so ein Anfall genau mit diesem Gefühl eines "Hopsers" losgeht, höre ich da jetzt auch wieder genau in mich hinein. Oft werde ich nachts wach und denke bzw. fühle mein Herz wieder pochen. Dann habe ich mal die Pulsschläge gezählt und gemerkt, dass die völlig normal waren. Ich schaukele meine Ängste oft unnötig hoch, den Fehler kenne ich ja. Und doch weiß ich nicht, wie ich davon loskommen soll.
Aber ganz lieben Dank für deine Antworten.
Linus
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Jumbo
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« Antworten #7 am: 07. April 2005, 19:40:48 » |
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Linus,ich war soweit,das ich um die Ursachen endlich festzustellen ständig eine pulsuhr trug.Dadurch hat man mir ebensowenig Glauben geschenkt,wie durch die krankenschwestern,die mich im KH bewusstlos auffanden.Hat aber dann doch irgendwie geklappt,wie du weisst. ich habe einfach das handtuch geworfen und mir gesagt,höre nicht auf dein herz,es läuft normal,das hat einigermassen geholfen.Nur,aufgrund meiner körperlichen Erkrankung bin ich gezwungen meine Körpersignale ernst zu nehmen,das heisst ich gleiche die Symptome ab.Leider zeigen sich meist die Infarktsymptome,und ich versuche durch abwarten herauszufinden:Notarzt oder lassen sie nach.Ist ein ständiges pokern(Leider mit dem Leben).Aber ich kann ja nicht nur in´s Krankenhaus,darum mein Rat,du bist körperlich weniger gefährdet versuche es als normal zu deuten,dann lebt es sich besser.
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Igelchen
Gast
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« Antworten #8 am: 08. April 2005, 06:39:21 » |
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Hi Jumbo, habe irgendwo im Forum, deine Biografie gelesen...und muss sagen, wow, hochachtung und hut ab davor, wie du das alles durchgestanden hast.
Und was du in dem Beitrag eins über mir schreibst, denke ich, dass du da auch recht hast: man muss versuchen zwischen den Gefühlen, wenn sie vom Herz kommen und wenn sie angstgemacht sind und sich auf das Herz beziehen zu unterscheiden und darf das nicht vermischen, sonst wird die Angst übergroß.
Spreche da ein kleinwenig aus eigener Erfahrung: mein Herz ist zwar organisch weitgehen gesund, aber bei mir hapert es etwas am Leitungssystem, was anfallsweises Herzrasen und Stolpern verursacht (AV-Reentry, eventuell WPW) und habe einen kleinen Block, der nur ab und an auftritt. Alles wurde sehr genau abgeklärt und ich hätte eine Katheder-op machen können, weil doch ein kleines Restrisiko besteht, aber ein sehr kleines. Habe das dann aber auf eigene Verantwortung abgelehnt, weil ich extreme Krankenhausangst habe und mich jede Untersuchung noch ein wenig angstkranker gemacht hat und mit Einverständnis eines Internisten und meines Hausarztes beschlossen, das Ganze, solange es nur selten kommt, nicht weiter zu verfolgen, eine kleine Dosis Betas zu nehmen und einmal im Jahr ein EKG oder wenn es sehr schlimm war, zu machen und wenn es länger geht, einen Arzt zu rufen, der das Rasen stoppen soll, was aber glücklicherweise in all den Jahren nie passiert ist. Es hat immer von selber aufgehört. Und seit ich mich nicht mehr so sehr aufs Herz konzentriere, geht es auch mit der Angst besser und das Rasen ist nicht mehr so oft und schlimm. Ist aber schwierig, denn wenn es mir mal nicht so gut ist oder das Herz doch mal kurz rast und stolpert ist die Angst sofort wieder voll da, besonders, da sich die Angst bei mir wohl auf die Atmung und auf Verspannungen im Bruskorb wirft und ich mich oft dabei so fühle, als hätte ich Angina, was aber wohl nicht so ist laut meinem Arzt, da es sofort besser wird, wenn ich mich ablenke oder mich bewege.
Von daher hat mich dein Bericht total beeindruckt, da mich diese Winzigkeit am Herzen, die ich seit Geburt wohl habe und die mich davor nie gestört hatte, obwohl es schon lange mal gerast hat, nach der Diagnose für mehrere Jahre fast komplett aus der Bahn geworfen hat.
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linus47
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« Antworten #9 am: 08. April 2005, 06:59:11 » |
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Hi Igelchen,
das hört sich ja bei dir ganz ähnlich an! Darf ich dich mal ein bisschen löchern und mal fragen, wie lange dein Herzrasen bzw. Stolpern dann dauert? Wie viel Betas nimmst du? Und treten die Anfälle auch unter Betas auf? Hast du Übergewicht? Ich wiege gute 100, und das ist natürlich auch immer ein Stressfaktor fürs Herz.
Das mit den Verspannungen im Brustkorb kenne ich auch. Da denke ich auch gleich an das Herz, weil es ein Gefühl ist, wie es in sämtlichen Berichten über Herzanfälle geschrieben wird. Setze ich mich dann auf, spanne die Schultern nach hinten und atme ruhig, dann lässt es oft nach! Und trotzdem kann ich diese blöde Angst nicht abschalten. Ich habe auch festgestellt, dass der Druck oft im Auto auftritt, also in eine bestimmten Sitzposition oder im Liegen. Andererseits habe ich das auch schon mal durch banale Massagen wegbekommen.
Kommt dann aber wieder mal so eine Arrythmie-Attacke, ist die Angst wieder voll da und es braucht Wochen, um sie wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.
Hi Jumbo,
dein Thread im Forum hat mich wirklich beeindruckt. Alle Achtung, dass du das alles so gut geschafft hast. Meine Sorge ist ein Nichts dagegen! Und dass du dich dann noch um viele andere bemühst und antwortest, ein ganz liebes Dankeschön dafür!
LG Linus
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Karandash
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« Antworten #10 am: 08. April 2005, 08:34:59 » |
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Hallo Linus,
Ich bin nicht betroffen, war aber 12 Jahre in um herzchirurgie und kardiologie beschäftigt.
Das eine sind die Beschwerden und ich würde , wenn du die Angst so heftig hast, dass du Angst vorm Schlafen hast es weiter aus diagnostizieren. Im KH, es geht nirgendswoanders. Und immer abwägen bevor du ja sagst. Ist es ein feststellbares Problem ist es dann endlich klar. Leider vergessen die meisten Ärzte welche Panik bei Menschen auftritt denen das Herz den "Dienst"versagt. Darüber redet auch keiner. Ich weiß das das nur ein Eckpunkt in Deiner Krankengeschichte ist, denn offenbar unterliegst du ja auch ner Schmerztherapie. Die verdammten Diagnosen werdfen sooft in den Köpfen und mir den Infomaterialien zu einer Plage. Da hat man dann nämlich nicht einfach herrasen und furchtbare Angst sondern dies und jenes und bekommt nur noch mahr Angst. Da braucht man einen guten Hausarzt. Kann nicht eines deiner Medis "Schuld" an diesen Reaktionen sein? Kannst du nicht auch mal einen Heilpraktiker draufschauen lassen?
Und ganz wichtig kannst du nicht schauen, ob du mit Entspannungsübungen nicht Erfolge hast. Bei mir sind solche syptome auch da aber Zeichen von Panik. Und kein Laie kann Vorhofflimmern ohne EKG und ein bestimmtes Maß an ES sind normal. Lieber Linus ich denke nämlich auch das du in ner Mühle an schulmedizinischer Behandlung und Angst bist die dich unsicher und unzufrieden macht. Rede dringend mit deinem Arzt des Vertrauens über deine Ängste. Mein Arzt ist auch Naturheilkundler, sodass ich Ihn auch immermal drauf schauen lassen kann und ehrlich bevor ich nen Pacemaker brauch geh ich doch einfach nochmal in ne andere Richtung. Die Cardioversion würde ich nur im Notfall machen lassen und bist du wirklich 48 Stunden in diesem zustand drin.............also 48 stunden 200 Puls ....... Ähem ....... das ist sehr merkwürdig.
Massage kann wirklich einiges leisten , gute Physiotherapeuten sehen schon an Rücken und Haltung und Füssen ne ganze Menge.
Ich wünsche dir das du dich beruhigen kannst. Ich weiß das ist schwer...und nochmal anders schauen kannst Liebe Grüße Kara
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Igelchen
Gast
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« Antworten #11 am: 08. April 2005, 15:57:25 » |
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Hi Linus, klar, darfste mich löchern: ich bin 174 cm groß und wiege derzeit 69 kg und habe in meiner "dicksten" Zeit mal 78 Kilo gewogen. Ich nehme täglich eine Beloc-mite morgens. Anfälle kommen trotzdem, aber inzwischen (toi, toi, toi) nur noch etwa vier oder fünf pro Jahr. Das hat aber eher was mit der gesunkenen Angst zu tun, wie ich vermute. Denn als ich ganz tief drin in der Angst gesteckt bin, hatte ich teilweise drei Anfälle die Woche und ich habe die dreifache Dosis Betas genommen. Die Herzraseanfälle kamen und kommen bei mir besonders oft in der ersten Stunde nach dem Einschlafen oder am Morgen in der ersten Stunde nach dem Aufstehen. Dazwischen sind sie relativ selten. Dieses Herzrasen kenn ich schon Jahre, bevor ich zum Arzt bin, hielt es für Alpträume, da ich immer, wenn ich es hatte, hochgeschreckt bin und dachte mir nichts weiter dabei. Und es ging immer recht gut von alleine weg. Auch das Stolpern habe ich schon seit ich ungefähr zwanzig bin, damals recht oft lästig fühlbar, heute merk ich es wohl nicht mehr so oft. Als ich 2001 mein letztes LZ-EKG gemacht habe, waren es aber über 10000 Extras.
Meine Anfälle dauern zwischen drei und dreißig Minuten und haben bisher immer von selber aufgehört, meist mit einem Glas kaltem Sprudel und geholfen hat auch immer ein Gespräch mit einer vertrauten Person oder meinem Arzt, wenn es raste, dann war die Angst weniger und das hat dem Herzen geholfen. Richtig schlimme Anfälle habe ich Gott sei Dank nur jedes Jahr oder sogar nur alle zwei Jahre einen, wo der Mund wirklich trocken wird, ich Todesangstbekomme, ich kaum Luft bekomme und ich am ganzen Körper zittere und ich hinterher dauernd auf Klo muss. Seit ich aber weiß, dass, das ich das Ganze wohl schon seit meiner Geburt habe und ich bisher alles überlebt habe ohne Probs, habe ich auch weniger Angst und das hilft meinem Herzen auch. Lange Sorgen hatte ich wegen dem Block, der manchmal auftaucht, denn sowas könnte auf eine abgelaufene Herzentzündung oder gar einen Infarkt hinweisen, aber alle Untersuchuungen haben nichts ergeben, so dass da wohl nichts zu befürchten ist. Und einen Schrittmacher brauch ich deswegen auch nicht, da die Pumpe im Normalfall, wenn ich nicht gerade kreislaufmäßig oder angsttechnisch einen schlechten Tag habe, wo ich kaum die Stufen zum Briefkasten vor Angst schaffe, ihren Zweck sehr gut erfüllt ...Marathon oder so mach ich ja sowieso nicht...und normal mich sportlich bewegen, soll ich sogar, nur nicht übertreiben. Laut meinem Bericht besteht bei mir nur ein ganz kleines Risiko für mein Leben, wenn der Leitungskurzschluss mit einem Vorhofflimmern zusammenfällt und es dann ganz unglücklich läuft und ich noch dazu eine bestimmte Nervenbahn nicht ok habe, was man aber erst im Katheder sehen kann und ich nicht hoffe...aber auch da kann es gefährlich werden muss aber nicht. Vorhofflimmern hatte ich noch nie... Meine Pulsfrequenz war laut Anfalls-EKG damals 180. Oft ist es aber langsamer, ich habe aber auch schon selber höhere Frequenzen gemessen, bin mir aber nicht so sicher, weil ich dann sehr aufgeregt bin, der Puls sehr schnell und leise. Aber wie gesagt: mach dir nicht zuviele Sorgen, lass es bei einem Kardiologen nochmal gut abklären, wenn du dir unsicher bist, soweit bis zu damit leben kannst und dann versuche zu leben damit.
[Editiert am 8/4/2005 von Igelchen]
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linus47
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« Antworten #12 am: 09. April 2005, 08:41:52 » |
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Hallo Kara, ja, ich habe auch Probleme mit Gelenkschmerzen und musste letztes Jahr sehr viele Medis nehmen. Allerdings habe ich sehr stark beobachtet, was ich nehme und wie das aufs Herz wirkt bzw. wirken kann. Über diese Zusammenhänge bin ich mir schon klar. Die ersten zwei Attacken hatte ich nach einer Cortison-Spritze, dann mal nach Diclo und mal nach einem Diuretikum. Daraufhin habe ich diese Dinge strikt gemieden, mich mit Paracetamol und Ibuprofen über Wasser gehalten. Zwischendurch hatte ich auch mal Celebrex, das ja für gewisse Herzgeschichten auch in Verruf gekommen ist. Also auch weg damit! Die Zusammenhänge mit Alkohol sind mir auch bekannt, also habe ich seit letztem Sommer keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt - wie man jetzt gesehen hat, auch ohne Erfolg! Ein anderes Mal hatte ich tagsüber heftigsten Stress mit meinem Ex, nachts wieder eine Attacke. Stress ist also auch nicht auszuschließen! Ich versuche mich mit progressiver Muskelentspannung, bin aber erst in den Anfängen. EKGs werden bei einer Attacke schon gemacht, eben vom Hausarzt. Ich bekomme dann Anweisungen für die Medikamente, die den hohen Puls senken sollen und muss dann alle paar Stunden wieder zum EKG. Hat sich der Puls von morgens bis abends nicht deutlich gesenkt, wäre ich natürlich sofort ein Fall für die Klinik. 48 Stunden mit Puls 200 - das wäre wohl nicht so prickelnd! Meist ist es aber so, dass der Puls sich dann von 200 auf 100/120 senkt und der Arzt dann noch bis zum Morgen wartet, ob sich der Rhythmus wieder eingerenkt hat - sonst müsste ich mir Heparin spritzen. Das hat bisher (noch) immer geklappt. Die längste Phase war über 40 Stunden - da war ich aber auch dann schon im Krankenhaus! Natürlich bin ich unsicher und unzufrieden. Andererseits bekomme ich ja auch desöfteren zu hören, dass ein Vorhofflimmern nicht lebensbedrohlich ist, wenn es nicht zu lange dauert. Es besteht halt die Gefahr, dass sich ein Gerinnsel bildet, dass dann zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Darum auch die 48 Stunden bzw. das Heparin. Wenn die Attacke kommt, bin ich inzwischen auch schon einigermaßen ruhig. Ich weiß ja dann, was ansteht. Trotzdem leide ich unter panischer Krankenhausangst, weil ich da schon zu viele schlechteste Erfahrungen habe machen müsse. Ich könnte ein Buch über Fehlmedikationen, falsche Behandlungen, misslungene Punktionen und Anaesthesien schreiben. Wenn ich dann doch mal da bin, löchere ich die Ärzte und Schwestern wegen jeder einzelnen Pille - und habe dann doch feststellen müssen - dass man als Patient dermaßen "verarscht" (sorry) wird. Da bekommt man Marcumar, ohne dass man vorher darüber aufgeklärt wird. Es wird gesagt: "Ja, die Rhythmusstörungen kommen von der Schilddrüse, es ist am besten, wenn wir Ihnen gleich den Hals aufschneiden und das Ding rausnehmen." (Originalwortlaut als ich mit Puls 200 eingeliefert worden bin!) Der Witz kommt noch: Meine Schilddrüse ist 100prozentig in Ordnung! Und da soll ich Vertrauen zu irgendeinem Arzt haben??? Aber ob ein Heilpraktiker mir helfen kann? Ich war vor längerer Zeit mal zu einer Irisdiagnostik. Das war schon sehr beeindruckend. Der Mann hat mir "vorgelesen", was ich habe und es traf die Sachen genau auf den Punkt, ohne dass ich nur ein Wort gesagt habe. Vielleicht sollte ich mir mal wieder so eine Sitzung gönnen. Meine Gelenkbeschwerden, mit denen ich jetzt schon um die 5 Jahre rumlaufe, habe ich jetzt durch ein homöopathisches Mittel und Akupunktur einigermaßen im Griff - bin also der Naturheilkunde durchaus aufgeschlossen. Na ja, Digitalis ist ja auch "Natur"  ) (sollte jetzt ein Witz sein). Hallo Igelchen, beim letzten Langzeit-EKG hatte ich "nur" um die 900 ES, obwohl ich dachte, dass es an dem Tag ganz schön heftig war. Wenn ich dann von 10.000 lese, kriege ich Horrorgedanken! Mit den Extras habe ich mich auch schon abgefunden, die treten bei mir auch oft auf, mal mehr mal weniger, meistens während der Arbeit. Habe ich dann Feierabend, merke ich nichts mehr. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mich während der Arbeit zu sehr darauf konzentriere, ach weiß ich auch nicht. Was ist denn ein "Block"? Manchmal denke ich wirklich, man hätte Medizin studieren sollen, dann könnten einen die Ärzte nicht immer so "verar....". Hey, wieso hast du denn deinen "Megabericht" editiert? War wirklich äußerst interessant zu lesen, wenn ich auch nicht gleich dazu schreiben konnte. Liebe Grüße und ganz vielen lieben Dank für eure Antworten. Es tut immer gut zu lesen, dass man mit seinem "Kram" nicht alleine ist. Linus [Editiert am 9/4/2005 von linus47]
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Igelchen
Gast
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« Antworten #13 am: 09. April 2005, 16:05:28 » |
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Hi Linus, ich habe den Beitrag nur gekürzt, weil ich dachte, dass es doch arg lang geworden ist, wollte dich nicht langweilen mit zuviel Details.
900 ES sind wirklich nicht viel, allerdings, wenn du jede einzelne fühlst, dann ist es echt eklig. Ich fühle meine meistens, außer an bestimmten Tagen nicht und das ist auch gut so. Denn wenn das Herz richtig stolpert und man denkt, gleich bleibt es wirklich hängen, macht mir das fast noch mehr Angst als wie das Rasen.
Ein Block ist, ach, das kann ich dir auch nicht wirklich genau erklären. Hat was mit dem Rhythmus zu tun. Ich weiß nur, dass es einen Rechtsschenkel und einen Linksschenkelblock gibt (den hab ich manchmal, wenn ich unter Stress stehe, ist ein Ermüdungsblock und versaut das EKG hat bei mir aber keine gesundheitliche Relevanz außer vielleicht ein wenig an Kraftabnahme, aber die ist unmerkbar) sowie AV-Blocks ersten bis dritten Grades, die das Herz ziemlich langsam schlagen lassen können und deshalb manchmal einen Schrittmacher erfordern. Kann man aber alles eindeutig am EKG erkennen. Vielleicht gibt es ja hier noch jemand, der das besser erklären kann.
Und fürs Herz und die Angst ist es manchmal besser, wenn man sich nicht so sehr mit den Fachbegriffen beschäftigt, sonst bekommt man noch mehr Angst womöglich, obwohl Information schon wichtig ist. Mir wollten sie auch schon an die Schilddrüse, obwohl die von einem Fachmann kontrolliert schließlich tiptop ok war, nur vorübergehend einen leicht höheren Wert aufwies.
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linus47
Juniormember
 
Beiträge: 15
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« Antworten #14 am: 09. April 2005, 17:31:26 » |
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Hallo Igelchen, kein Thema, ich lese auch gerne, wenn's zu lang geworden ist. Manchmal merkt man erst hinterher, wie viel man die ganze Zeit "getippert" hat.  ) Außerdem fand ich die Zeilen äußerst interessant. Wenn die Ärzte einen schon nicht vernünftig aufklären, muss man das selbst tun, weiß nicht - das hat mit Angst eigentlich wenig zu tun. Wenn ich informiert bin, fühle ich mich zumindest sicherer. Und wenn ich dann beim Arzt nach bestimmten Dingen frage, MUSS er mich schon besser aufklären, als wenn da ein Patient sitzt, der von nichts eine Ahnung hat. Wie bist du denn von der hohen Menge Betas wieder runtergekommen? Liebe Grüße Linus
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saitek2005
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« Antworten #15 am: 09. April 2005, 21:36:12 » |
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hallo linus47 auch ich leide unter herzrythmusstörung doppelschlag.auch ich habe schon vorhofflimmern gehabt war im krankenhaus bin eine nacht auf der intensivstation gekommen. habe dort spritzen bekommen wusste allerdings nicht was sie mir dort gegeben haben .ich hatte 180 schläge ging dann aber schnell wieder runter. bin dann zu einem herzspezialisten gegangen und wurde gründlich untersucht, belastungs ekg, ulatraschall war alles in ordnung. bin dann zur endgültigen klärung ins krankenhaus zur kardiologischen unter- suchung gegangen.ich muss sagen ich hatte panische angst weil du nichts machen kannst wenn der schlauch zum herzen geführt wird und man merkt es schon. bei mir wurde eine leichte kronare verängung eines astes fetgestellt was aber nicht weiter beunruigend ist da ich mal raucher war.das ist jetzt aber schon ein paar jahre her seit dem habe ich kein flimmern mehr gehabt. dennoch kommt oft das gefühl durch das es jederzeit wieder los geht ich leide deswegen sehr unter angst weil es sehr unangenehm ist. auch mir wurde mittgeteielt daß das nicht zum tod führen kann.ich nehme keine tabletten außer ass100 zur blutverdünnung. ich habe aber jetzt von einer methode gehört wo man betäupt wird und dann wie bei einer reanimation einen starken stromstoss bekommt das soll sehr gut helfen.wo das gemacht wird weiß ich aber nicht hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
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linus47
Juniormember
 
Beiträge: 15
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« Antworten #16 am: 10. April 2005, 12:36:12 » |
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Hallo Saitek,
das, was du mit dem Stromstoß meinst, ist eine Cardioversion. Die wird in der Tat unter Vollnarkose gemacht, soll sehr wirkungsvoll sein, wenn man eine Attacke gerade hat, um den Rhythmus überhaupt wieder herzustellen. Ich war mal kurz davor, es wurde aber wieder abgeblasen, da ich an dem Tag etwas gegessen hatte, und das darf man ja für die Vollnarkose nicht. Zum Glück hat sich dann der Rhythmus so wiederhergestellt, dass ich noch mal drumherum gekommen bin.
Die Gefahr bei so einer Cardioversion ist allerdings, dass sich ein Gerinnsel (das sich vielleicht in der Zeit der Arrhythmie gebildet hat) loslösen und dann zum Schlaganfall führen kann. Darum muss man auch, wenn der Anfall schon länger andauert, erst einige Wochen Marcumar nehmen und auch hinterher einige Monate. Am günstigsten wäre die Prognose, wenn nachts der Anfall auftritt, gleich morgens hin und fertig! Man - wenn ich nicht so einen Schiss vor dem ganzen Krankenhauskram hätte ...
Na, du kannst von Glück sagen, dass du nichts mehr hattest, aber ich bin auch deiner Meinung, dass die Angst davor einfach bleibt, vor allem wenn man wirklich alles versucht hat und es einen trotzdem mal wieder erwischt.
Lieben Dank für deine Nachricht Linus
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Igelchen
Gast
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« Antworten #17 am: 10. April 2005, 18:18:44 » |
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Hi Linus, du fragst, wie ich meine Betablockerdosis reduziert habe. Also, vorweg würde ich an deiner Stelle erstmal deinen Arzt fragen, ob er eine Reduzierung für dich auch in Ordnung oder doch zumindest versuchbar hält, wenn du sowas vor hast und ich würde ihn auch fragen, wie langsam du deine Betas dann reduzieren kannst bei deinem Krankheitsbild. Von daher möchte ich dir jetzt gar nicht genau sagen, wie mein Reduzierungsplan war, zumal ich damals die Betas erst kurze Zeit genommen hatte und mein Versuch zwar nicht gerade gegen die Erlaubnis des Arztes, aber dennoch nach einer Beratschlagung mit ihm über die adäquate Dosis auf eigene Verantwortung erfolgte. Da der Arzt damals glaubte, weil die Anfälle damals sehr häufig kamen und auch der Blutdruck bei jeder Panikattacke sehr stieg, dass das nichts werden kann und er eher noch zu anderen Medis als zu einer Reduzierung geraten hat. Aber zusammen mit progressiver Muskelentspannung, weniger Stress (zwangsläufig, denn aufgrund der Angst konnte ich längere Zeit die vier Wände kaum verlassen und auch meinem Job nicht nachgehen in der Zeit), pflanzlichem Beruhigungsmittel, viel Information aus Büchern hat es dann doch geklappt und heute nehme ich wie gesagt nur noch eine Belco-mite am Morgen und könnte die laut meinem Arzt, es ist kein Kardiologe oder Internist, sondern mein Hausarzt, der ab und an mit meinem Internisten Kontakt hält, weil solange es mir gutgeht einigermaßen gehe ich ja, wie ich schon geschrieben habe, nicht mehr dauernd zu Fachleuten, sondern versuche mit meinem Herzen mich soweit gesund wie möglich zu fühlen und etwas gegen die Angst zu machen, noch auf eine halbe pro Tag oder gar keine versuchsweise reduzieren. Aber das möchte ich jetzt nicht, denn mit einer Beloc gehts mir ziemlich gut, nur etwa vier oder fünf Herzraseanfälle pro Jahr und die Frequenz ist dann nicht mehr ganz so hoch, also nicht mehr an die 200 und längst nicht mehr soviele Extrasystolen, die ja gerne das Herzrasen triggern. Ich habe es schonmal versucht zu reduzieren, aber ich bekam sofort tierisch Angst und infolge dessen fieses Herzstolpern und Herzrasen, was zeigt, dass das Problem auch irgendwo psychisch mitbedingt ist. Denn, ich habe auch schonmal versehentlich in den fast fünf Jahren, dass ich Betas nehme eine Tablette vergessen und es erst am nächsten Morgen bemerkt und da ging es mir ganz normal gut und ich habe sogar etwas Sport ohne Probleme betrieben. Allerdings ist es schon so, dass, wenn man Betas reduzieren will, sich in der Übergangszeit, wo der Körper sich an die niedrigere Dosis gewöhnen muss, manchmal wohl nicht so gut fühlt, das Herz etwas schneller schlägt oder man sich innerlich unruhig fühlt. Das müsste aber, wie ich gehört habe, wieder nach einiger Zeit verschwinden. Wenn es nicht klappt, kann man ja immer wieder die Dosis erhöhen. Ich persönlich denke mal, dass ich, wenn es für mich notwendig ist, die Betas erstmal weiternehmen werde, da ichdiese sehr wirksamen Medikamente, die ja auch manchmal Nebenwirkungen haben können, gut vertrage, selbst den dadurch sehr niedrigen Blutdruck manchmal (90 zu 60) und niedrigen Puls. Allgemein kann man aber sagen, dass man die Betas langsam und schrittweise ganz allmählich reduzieren sollte, auch eine niedrige Dosis in der Regel. Denn setzt man sie zu schnell ab, dann können die Nebenwirkungen je nach Dosis unangenehm bis gefährlich werden.
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linus47
Juniormember
 
Beiträge: 15
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« Antworten #18 am: 10. April 2005, 20:43:45 » |
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Hallo Igelchen,
besten Dankf für deinen ausführlichen Bericht.
Nein, ich habe momentan nicht vor, die Betas zu reduzieren, habe nur interessehalber gefragt. Zuerst möchte ich ja mal weg von den Arrythmien, und solange die sogar während der Medikation von morgens 1 und abends 1,5 Beloc Zok mite auftreten, werde ich mich hüten, da etwas zu ändern. Selbständig schon mal gar nicht, sowas sollte doch mit dem Doc besprochen werden, da hast du schon Recht.
Mit dem Beloc ist mein Puls, der schon als Kind immer im "Normalzustand" zwischen 90 und 100 lag, runtergefahren auf 70 - 80, damit fühle ich mich auch sehr gut, das ist ein wesentlich entspannenderer Zustand als immer auf Hochtouren zu fahren. Ich bin im letzten Jahr durch Reduzierung meiner Arbeitszeit und Therapie etwas ruhiger geworden und werde es nun vielleicht mal mit progressiver Muskelentspannung versuchen. Ich habe oft gemerkt, dass mein Stress mich fertiggemacht hat! Also versuche ich, nun kürzer zu treten. Ist nicht ganz einfach, wenn man so lange am Limit gelebt hat!
Dieses Wochenende hatte ich merkwürdigerweise wieder sehr viele ES, obwohl alles völlig easy war. Manchmal verstehe ich auch nicht, wodurch die beeinflusst werden.
Vielleicht sollte ich es mal mit Baldrian versuchen!
Liebe Grüße Linus
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luckysonic
Beginner

Beiträge: 1
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« Antworten #19 am: 15. April 2005, 14:53:23 » |
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Hallo Linus47,
ich kann dir nur raten, eine EPU (elektrophysiologische Untersuchung) durchführen zu lassen. Auch ich litt ca. 30 Jahre an wiederkehrendem Herzrasen mit Pulsen bis 160. Als dann während dieser Attacken auch noch ein unregelmäßiger Rythmus auftrat wurde 1990 erstmals eine EPU in der MHH Hannover durchgeführt bei der dann ein Defekt am Reizleitungssystem festgestellt wurde. Damals hat man mir noch von einer Ablation (Verödung) abgeraten. Da sich die Probleme in der Folgezeit jedoch häuften, bin ich 2000 wieder in der MHH vorstellig geworden und habe innerhalb von 4 Wochen einen Termin für die Ablation bekommen. Seitdem bin ich von meinem Herzrasen geheilt - und wenn ich gewusst hätte, was für ein lächerlicher Eingriff das gewesen ist, hätte ich das ganze viel früher machen lassen und mir damit meine psychischen Probleme, die ich heute immer noch habe, evtl erspart.
P.S. Auch mein Kardiologe hat mir bis zum Schluß von einer derartigen Therapie abgeraten und mich seitdem nicht mehr gesehen.
Ich hoffe, ich konnte dir einwenig weiterhelfen.
Manfred
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Igelchen
Gast
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« Antworten #20 am: 15. April 2005, 16:04:09 » |
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Hi, luckysonic, super, dass bei dir die EPU und die Ablation so erfolgreich war und du davon so Ermutigendes schreibst.
Ich habe die EPU nicht machen lassen bisher:
Bei mir haben die Kardiologen nicht abgeraten dazu, sondern eigentlich immer wieder zugeraten, habe vom EKG her entweder intermittierendes AV-Reentry oder WPW (genau sagen kann man das erst nach einer EPU) und einen Ermüdungslinksschenkelblock und damit eventuell auch ein geringes (um die 1%) Risiko für den plötzlichen Herztod.
Und dennoch habe ich mich bisher dagegen entschieden: Gründe?
Zwar ist die EPU und die Katheder-OP an erfahrenen Zentren heute kein großes Problem mehr und hat anscheinend eine hohe bis sehr hohe Erfolgsrate bei Leitungsstörungen am Herzen, aber dennoch gibt es immer wieder Menschen, bei denen das auf Anhieb nicht klappt, sie müssen das mehrfach machen lassen, weil die Stelle, die verödet wird, entweder so kompliziert liegt oder sich wieder neue Stellen bilden oder noch neue entdeckt werden.
- Wie jede OP hat diese OP auch gewisse Risiken, auch wenn sie meist sehr gut verlaufen soll, meist unter örtlicher Betäubung und mit nur ein oder zwei Tagen Krankenhausaufenthalt ablaufen soll. Diese Risiken führen in einigen wenigen Prozent der Fälle auch dazu, dass man nachher einen Schrittmacher tragen muss, nämlich dann, wenn die Leitungsstörung zu nahe an einem der Antriebsknoten (wie AV-Knoten oder Sinusknoten) sitzt.
In beiden Fällen habe ich Leute, die die beiden obigen Einwände betrafen, auf meiner Infosuche damals im Netz und auch persönlich gesprochen. Und deren Erfahrungen waren leider nicht immer so durchweg positiv, auch wenn es wie gesagt, in über 90 Prozent der Fälle gut gehen soll.
Das waren jetzt die objektiven Gründe, die dagegen sprachen. Bei mir kamen noch weitere persönliche, subjektive Gründe, die ihre Ursache wohl in der Angststörung haben (wie große Krankenhausangst) dazu, die mich auf eigene Verantwortung und langen Gesprächen mit meinem Arzt, meinem Internisten und meinem damaligen Kardiologen (heute gehe ich nur noch zum Hausarzt), (die meinten, dass mein Risiko wohl doch so gering sei, dass ich die EPU nicht oder zumindest derzeit nicht unbedingt machen brauche und ich lieber an meiner Angst arbeiten solle und mich ansonsten nicht mit meinem kleinen Herzproblem zu sehr beschäftigen soll) zu einer Entscheidung gegen die EPU kommen ließen.
Und derzeit komme ich ganz gut zurecht, habe nur noch ab und an Herzrasen, was mich mehr hindert, ist immer noch die Angst, die selbst das Stolpern und Rasen verschlimmert. Die Angst vor dem Herz, die Angst vor der Angst und die Angst vor noch so einigen Dingen, die nicht das Herz betreffen und auch vor der Diagnose der Herzprobleme schon da waren und auch heute noch ganz unabhängig davon auftauchen. Aber ich merke, das ich mich, wenn ich an der ANgst arbeite, mich auch besser an diese Dinge herantraue. Die Angst wird ja leider nicht durch eine Ablation gleich mit beseitigt, zumindest, wenn die Angst nicht nur rein herzbezogen ist.
Und wenn es schlimmer wird, kann ich die Sache ja nochmal mit einer EPU angehen. Und: bis vor etwas mehr als 15 Jahren gab es die EPU noch nicht und die allermeisten Leute sind mit ihrem Herzrasen oder Stolpern ziemlich alt geworden.
Also: es ist immer eine Frage der Risikoabwägung, die man zusammen mit dem Arzt treffen sollte. Die letzte Entscheidung hat jeder selber für sich. Und bei einigen Formen dieser Herzrhythmsustörungen scheint die EPU ein wahrer SEgen zu sein, da sie dann die Leute davor bewahrt, ein Leben lang schwere Arrythmika zu nehmen, die ja nicht gerade unschädlich sind. Ich selber nehme, wie gesagt nur eine kleine Dosis Betablocker.
Und zum Schluss fällt mir noch was ein: Soweit ich weiß, ist es derzeit noch nicht möglich alle Formen des Vorhofflimmerns mit einer Kathederablation zu beheben.
Ich hoffe, ich habe noch etwas für Linus zur Information beigetragen (wenn du dich ernsthaft für die EPU interessierst, dann sprich ruhig nochmal mit deinem Arzt darüber und such dir, wenn du dich für eine entscheidest oder dich die Gesundheit dazu zwingt, sorgfältig ein gutes Herzzentrum raus, das viele EPUs pro Jahr aufweist, damit es auch sicher glattgeht....) und wünsche dir luckysonic weiterhin gute Gesundheit.
Igelchen
[Editiert am 15/4/2005 von Igelchen]
[Editiert am 15/4/2005 von Igelchen]
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linus47
Juniormember
 
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« Antworten #21 am: 18. April 2005, 07:19:49 » |
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Hallo Luckysonic, hallo Igelchen,
da ich ebenso wie Igelchen unter extremster Krankenhausangst leide, werde ich wohl auch noch abwarten, zumal mir auch gesagt wurde, die Chancen stehen 50 zu 50 und sind sogar sehr schlecht, wenn die Reizleitungsstörung so klein ist, dass sie unter Umständen gar nicht gefunden wird (wenn es denn überhaupt eine geben sollte).
Wenn es sein muss und die Anfälle gehäufter auftreten, wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben.
Igelchen, das mit den Ängsten betrifft mich auch. Ich bin sicher, dass ich dann auch nachts nicht ruhiger schlafen kann, weil ich ständig in mich hineinhöre, ob nicht doch wieder etwas ist. Aber an Ängsten zu arbeiten ist wirklich mehr als schwierig, kenne ich leider auch aus anderen Bereichen. Momentan wache ich jede Stunde auf, höre mein Herz und frage mich, warum mein Puls nachts so schnell ist, eigentlich müsste er doch beim Ruhen langsamer sein, aber nein .... und schon ist die Panik wieder da - gleich geht es wieder los. Selbst die normalen Extrasystolen, die ich angstmäßig eigentlich abgehakt hatte, machen mir jetzt wieder Stress, weil ich einen Zusammenhang mit den Attacken sehe.
Boah, ich möchte auch mal Ruhe haben! Als es jetzt seit Oktober bis Anfang April ohne Attacken ging, glaubte ich schon ein bisschen, es hätte doch am Alkohol gelegen (habe seit Okt. keinen Tropfen mehr angerührt), vorher habe ich abends regelmäßig Rotwein getrunken, der ja dafür steht, so etwas auslösen zu können. Und dann doch wieder eine Attacke ... man, am liebsten hätte ich mich "besoffen" (sorry), hab es aber dann doch sein lassen!
Ja, ich habe auch Angststörungen in anderen Bereichen, die ich teilweise schon ganz gut im Griff habe/hatte. Wieso schmeißt mich dieser Vorfall jetzt wieder um Monate zurück??? Man, ich könnte heulen - man rennt von Arzt zu Arzt und alle zucken nur mit den Schultern (ich habe unter anderem auch Gelenkschmerzen in fast allen (!) Gelenken). Momentan bin ich einfach nur frustriert!
Aber ganz lieben Dank für eure ausführlichen Erläuterungen. Man fühlt sich wenigstens nicht ganz so unverstanden und allein.
Liebe Grüße Linus
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Kawe
Juniormember
 
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« Antworten #22 am: 08. September 2005, 18:07:07 » |
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Hi an alle !
Kann Eure Angst und den damit verbundenen Stress verstehen! Habe auch immer wieder Herzrasen und anfänglich vor 11/2 Jahren mit einem Puls von 230 nach OP der HWS auf der Intensiv aufgetreten. Dann immer mal wieder so um die 120. Dann nach Tunesien Urlaub dieses Jahr bei 220 und vier Wochen später bei 186. angeblich habe ich eine Schmallspurtachycardie oder supraventriculäre paroxysmale Tachycardie. Steht in jedem Brief etwas anderes.Nun soll ich eine EPU in Bonn bekommen und habe zu meiner ursprünglichen Panik und Angst noch mehr Angst vor der Untersuchung. Hatte das schon jemand von Euch und wie war der Ablauf? Habe voll Panik vor den Medikamenten die man ja bekommen soll dabei und vor dem auslösen der Störungen. Es soll ja auch zwischen 2-4 stunden alles dauern und wenn ich mir vorstelle das ich die ganze Zeit wach bin und alles mitbekomme dann HILFE. Muß dabei sagen das ich schon etliches wegen anderen Krankheiten mitgemacht habe. Daher meine Panik. Kann mir jemand genau sagen wie alles abläuft und ob es Stress ist oder eher easy?
Freue mich über Antwort sehr denn ich bin nächste Woche schon dran.
Liebe Grüße und gute Besserung für alle
Kawe
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