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Eowyn
Gast
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« am: 13. April 2005, 17:38:36 » |
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Ich verzweifle schön langsam, ich komme mit meiner Therapeutin nicht weiter, komme mit Neurologen nicht weiter. Bin mir einfach sicher, dass meine Diagnose so nicht stimmt.
Ich bin seit November in Behandlung wegen Depression und angeblicher Sozialer Phobie. Aber irgendwie komme ich mit dieser Diagnose so überhaupt nicht klar, bin mir sicher dass was anderes dahinter steckt.
Gut ok, ich bin schon seit klein auf ziemlich schüchtern, sehr zurückhaltend. Aber ich hatte immer so meinen kleinen Freundeskreis. Aber jetzt wird das Ganze immer schlimmer. Aber es ist wohl eher die Angst vor mir selber als die Angst vor anderen. Irgendwie sind die letzten Jahre an mir vorübergezogen. Ich habe keinen Plan mehr vom Leben, keine Interessen und habe keine Ahnung wie ich mir welche aufbauen soll. Bin irgendwie nicht in der Lage dazu diesen Zustand zu ändern. Klar dass man da Angst vor anderen Menschen bekommt, wenn man sein Leben so überhaupt nicht im Griff hat. Ich habe keine Ahnung wo ich mich beruflich und auch privat hin orientieren soll, bin nicht in der Lage meine Zukunft zu planen. Bei Depressionen verliert man vorhandene Interessen aber man fällt nicht in eine Depression, weil man keine Interessen hat oder?
Bei meinem ersten Neurologen Besuch hab ich nur geschwiegen, er stellte mir nur die Frage ob ich zitter wenn ich mich beobachtet fühle. Nach meinem Ja bekam ich ein Prospekt über soziale phobie in die Hand gedrückt und das wars. Er machte es sich ziemlich einfach, gut konnte ja auch nicht anders reagieren. Wenn ich den Mund nicht aufbekomme.
Dann begann ich mit der Therapie, auch hier komme ich kein bisschen weiter, da ich kaum rede. Ich bin kaum in der Lage mich auszudrücken, mich selber und mein Leben zu beschreiben.. Und Fragen über meine Kindheit: Ich kann mich kaum mehr erinnern, die Erinnerungen sind weg, einfach weg! Ich führe einen inneren Kampf, versuche die Therapie ernster zu nehmen, aber es gelingt mir nicht. Ich fühle mich, obwohl ich kaum mit meiner Therapeutin spreche, total unverstanden, gehe jedesmal sauer aus der Sitzung raus, und denke mir, sie müsste doch sehen, dass das was anderes ist als eine soziale phobie. Obwohl das ja Quatsch ist, wie soll sie wissen, was in mir vorgeht, wenn ich kaum was von mir preisgebe und meine sie müsste es mir von den Augen ablesen können. Trotzdem bin ich genau aus diesem Grund sauer auf meine Therapeutin.
Ein Bekannter von mir meinte, ich wirke auf ihn wie ein 13 jähriges Mädchen (ich bin 23), das mit allem überfordert ist. Und das triffts wohl auch, ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll.
Morgen mache ich einen psychologischen Test. Hat irgendwer Erfahrungen damit? Wie läuft so etwas ab, und kann man dadurch mögliche Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen erkennen?
Oder bin ich einfach nur dumm und zu faul, mein Leben zu regeln? Ich weiß nicht mehr weiter, bitte helft mir!!!!!!!!!
Liebe Grüße
Eowyn
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Eowyn
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« Antworten #1 am: 13. April 2005, 17:47:25 » |
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eins hab ich noch vergessen: ich bekam von meinem neurologen zyprexa verschrieben (ein medikament das eigentlich bei schizophrenie angewandt wird), um besser schlafen zu können. Erst mit diesem Medikament bekam ich die Heulattacken in den Griff, das Antidepressivum allein zeigt bei mir kaum Wirkung.
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wolfgang
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« Antworten #2 am: 13. April 2005, 18:03:49 » |
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Hallo Eowyn, welche Diagnose hättest du denn gerne? Warum schreibst du unter Psychosen?
Herzliche Grüße Wolfgang
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Eowyn
Gast
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« Antworten #3 am: 13. April 2005, 18:30:05 » |
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Die Frage ist nicht welche ich gern hätte, am liebsten wäre ich ganz normal, aber das bin ich nun mal leider nicht.
Die Tatsache, dass nur diese Schizophrenie Tabletten mir helfen können, machen mir aber doch sorgen. Wäre es eine Depression, müssten auch die Antidepressiva eine Wirkung zeigen!
Ich hab im Netz mal etwas über Schizophrenia simplex gelesen, und komme von diesem Gedanken nicht mehr weg. Erschwerend kommt hinzu, dass auch meine Großmutter mütterlicherseits an Schizophrenie leidet. Ich hab Angst es geerbt zu haben, und am Anfang einer Psychose zu stehen.
Liebe Grüße
Eowyn
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wolfgang
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« Antworten #4 am: 13. April 2005, 18:43:21 » |
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Hallo, diese Tabletten werden bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen eingesetzt. Unter anderm auch bei Depressionen. Du kannst doch nicht von Tabletten alleine auf eine Krankheit schliessen. Außerdem brauchst du doch nur Deinen Psychiater fragen, warum er diese einsetzt. Du machst Dich mit sowas ja selber total fertig. Wenn du Angst hast beim nächsten mal kein Wort bei Ihm rauszubekommen, schreib Dir einen Zettel mit Fragen auf. So habe ich das in meinen tiefen Depressionen auch gemacht.
Eine Psychose ist die schwerste psychische Störung, die es gibt. Ich kenne sie zur genüge. Mögen jetzt auch alle Zwangserkrankten oder Borderliner laut aufschreien.
Das du nicht ausdrücken kannst, sehe ich nicht so, denn Dein erstes Posting war für jedermann verständlich geschrieben.
Was du auf jeden Fall haben wirst, ist eine Persönlichkeitsstörung, nur zu Deinem Trost, die haben 90% aller Menschen, es kommt halt auf die Schwere an. Ein Mensch, der nicht weiß was er möchte, hat in meinen Augen "nur" ein Problem mit seinem Selbstwertgefühl. Daran kann man aber was tun.
Ich hoffe nicht, dass ich Dir mit meiner direkten Art auf die Füße getreten habe.
Herzliche Grüße Wolfgang
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Eowyn
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« Antworten #5 am: 13. April 2005, 19:30:16 » |
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Nein im Gegenteil, ich danke dir für deine Antwort!
Es sind nicht allein die Tabletten, die mich auf die Idee brachten, es könnte vielleicht eine Psychose sein. Aber kann schon sein, dass ich mich da in etwas verrenne. Ich suche halt nur so zwanghaft nach Antworten, warum ich so bin wie ich bin, klammer mich an jeden Strohhalm und wäre fast schon froh über so eine Diagnose, nur damit ich was handfestes habe, endlich weiß was sich in meinem kranken kopf abspielt!
Persönlichkeitsstörung? Auch das schockiert mich nicht mehr wirklich, auch daran hab ich schon gedacht. Ich weiß nur, dass es ein Fehler ist, "nur" von einer Sozialen Phobie zu sprechen, da steckt noch so viel mehr dahinter.
Und was das Selbstwertgefühl angeht: Was ist das? Ich habe keines, wie auch? Ich kenne mich ja selber nicht wirklich. Ich weiß nicht was mich interessiert, was mich freut, was mich wütend macht. Ich weiß absolut nichts, ich fühle nur eine Leere, totale Hilflosigkeit, Planlosigkeit! Ich habe einen totalen Selbsthass entwickelt, komme mit mir selber überhaupt nicht mehr ins Reine. Seit Monaten passiert nichts, kein Umorientieren, kein Umdenken,,,, dabei sollte man durch eine Depression endlich mal zum handeln anfangen. Aber ich kann es nicht, schaffe es nicht. Ich habe solche Angst vor dem Leben! Und wenn ich es nicht schaffe mich auf die Therapie einzulassen wird das wohl bis an mein Lebensende so bleiben!
Liebe Grüße
Eowyn
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wolfgang
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« Antworten #6 am: 13. April 2005, 19:58:04 » |
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Hallo Eowyn, sollte es stimmen, dass du eine Depression hast, kannst du das alles gar nicht was du von Dir erwartest. Warum hasst du Dich, gesteh Dir doch zu, dass du im Moment schwach bist. Du hast ein Recht darauf auch schwach sein zu dürfen. Du solltest als erstes versuchen die Depression los zu werden. Dann hast du auch wieder Kraft um Entscheidungen für Dein Leben zu treffen. Dann pack das Selbstwertgefühl an. Schrittchen für Schrittchen, wenn du versuchst all Deine Probleme gleichzeitig anzupacken fällst du erst richtig auf den Bauch.
Ich bin nur Laie, aber die Diganose von Deinem Arzt wird wohl stimmen, wahrscheinlich interpretierst du sie nur anders. Eine soziale Phobie und eine Depression sind schon schlimm genug, wünsch Dir nicht noch was schlimmeres.
Herzliche Grüße Wolfgang
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Eowyn
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« Antworten #7 am: 13. April 2005, 20:09:18 » |
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Wie soll ich denn aus der Depression rauskommen, wenn ich nichts an meinem Leben ändere? Soll ich darauf warten, dass ich eines Morgens aufwache, und die Welt sieht auf einmal oh wunder oh wunder ganz anders aus? Das wirds leider so nicht spielen! Ich bin nicht schwach, bin nur dumm und unfähig! Unfähig auch nur irgendetwas in meinem Leben hinzubekommen *seufz*! Die Depression ansich hab ich ja mit den Tabletten mittlerweile gut im Griff, ich heule kaum mehr und auch die psychosomatischen Beschwerden sind kaum mehr vorhanden. Zurück bleibt nur mehr diese Planlosigkeit. Wie soll ich da nur wieder rausfinden?  LG Eowyn
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wolfgang
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« Antworten #8 am: 14. April 2005, 07:22:46 » |
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Hallo Eowyn, so wie du schreibst bist du weder dumm noch unfähig! Das redest du Dir ein.
Es gibt solche Wunder. Ich kenne Menschen, da kommt die Depression wie angeflogen und ict nach drei Monaten wieder weg. Nur wird Dir niemand sagen können, ob auch du so ein Wunder erlebst.
Herzliche Grüße Wolfgang
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Alue
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« Antworten #9 am: 14. April 2005, 14:02:37 » |
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Hallo Eowyn,
ich kann aus Deinen Schilderungen auch nicht herauslesen, dass Du eine Psychose hast. Harmlos scheint Deine jetzige Situation aber auch nicht zu sein.
Ein paar Parallelen kann ich zu mir selbst erkennen. Ich habe auch Depressionen, eine soziale Phobie wurde auch schonmal bei mir diagnostiziert - was ich nachvollziehen kann, da ich in einigen sozialen Situationen auch Ängste habe, was aber trotzdem nicht so ganz den Kern trifft.
Ich habe auch oft Schwierigkeiten, davon zu berichten wie es mir geht. Ich kann nur ganz schwer nach außen zeigen, wie es innen drin in mir aussieht. Meinem Arzt gegenüber (ein Mann) fällt mir das noch sehr viel schwerer als meiner Therapeutin gegenüber. Manchmal habe ich regelrecht das Gefühl, dass ich die Therapie boykottiere und meine Therapeutin irgendwie hängen lasse, sie stochert dann irgendwie so rum. Solche Stunden sind immer total unproduktiv und ich bin total unzufrieden, manchmal auch sauer auf meine Therapeutin, obwohl sie am wenigsten dafür kann.
Naja, jedenfalls ist es momentan bei mir so, dass ich in einem ganz schönen Loch sitze und vor mir nur einen riesigen Berg mit Problemen sehe, die zu lösen wohl noch Jahre dauern wird... Klar, dass man da auch die Zukunftsperspektive verliert. Ich bin 32, habe eine Ausbildung hinter mir, ein abgebrochenes Studium, viele Jobs, arbeite jetzt in einer Hotline. Eigentlich ein guter Job, aber auch nicht wirklich das, was ich den Rest meines Lebens machen möchte. Mal ganz zu schweigen von meinen 'verschwendeten Talenten'. Aber die Kraft etwas zu ändern, habe ich zur Zeit auch einfach nicht. Überhaupt ist es sehr schwer, irgendetwas zu ändern. Ich erkenne viele Dinge, Fehler in meinen Verhaltensweisen. Aber die Erkenntnisse dann auch umzusetzen... das ist einfach viel, viel schwerer...
Trotzdem Eowyn, glaube ich, dass die Therapie Dir helfen wird. Wahrscheinlich brauchst Du nur Zeit, gesteh' Dir das ein. Sich selbst zu erkennen, Fähigkeiten und interessen zu erkennen, ist durchaus möglich. Im Gegensatz zu meiner jetzigen Situation kann ich mich noch gut daran erinnern, wie es war, als ich aus einer stationären Therapie entlassen wurde: ich war selbstbewusst, voller Tatendrang und habe mich gut gefühlt. Leider war das nicht von Dauer. Aber ich weiß, dass so etwas möglich ist. Das wird auch bei Dir nicht anders sein.
Was die Probleme mit Deiner Therapeutin angehen: kannst Du sie evtl. darauf ansprechen, wie frustriert Du jedesmal aus der Stunde rausgehst? Wie schwer es Dir fällt, zu reden? Vielleicht wäre es eine Möglichkeit für Dich, Dein Posting von hier auszudrucken und Deiner Therapeutin zu zeigen?
Ich wünsch' Dir ganz viel Kraft dafür!
Liebe Grüße Alue
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert." Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
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Eowyn
Gast
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« Antworten #10 am: 14. April 2005, 18:49:53 » |
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Hallo Alue!
Danke für deine hilfreiche Antwort :-)!
Ich habe heute diesen psychologischen Test gemacht, und hab erkannt dass es wohl an der Therapeutin liegt, dass ich kaum rede. Heute hatte ich weitaus weniger Probleme, fühlte mich wohler, geborgener, verstandener als bei meiner jetzigen Therapeutin, bei der ich das Gefühl hab, sie hört mir eh sowieso nicht zu, kritzelt nur in ihren Unterlagen und schaut einem nicht einmal ins Gesicht, geht überhaupt nicht auf mich ein. Das frustriert, ich hab einfach keine Lust mehr mit ihr zu reden und werde wohl den Therapeuten wechseln. Auch weil heute herauskam, dass ich keine eigentliche soziale Phobie hab. Zwar schon Angst vor anderen, aber das auch nur, weil ich nicht weiß wo ich mich hinorientieren soll, mich selber nicht kenne, keinen Plan hab, wie meine Zukunft aussehen soll. Meine Therapie sollte sich in eine andere Richtung bewegen, ausschließlich eine soziale Phobie zu behandeln wäre fatal obwohl auch sinnvoll, aber nicht ausschließlich eben. Das Problem dahinter, ist das eigentliche Problem, das ich aus der Welt schaffen muss. Wie das genau aussehen wird, weiß ich leider erst nächste Woche, da bekomme ich dann die entgültige Auswertung des Tests, bis dorthin muss ich ausharren.
Liebe Grüße
Eowyn
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Da Hunter
Juniormember
 
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« Antworten #11 am: 22. April 2005, 00:47:03 » |
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Hallo Eowyn,
als ich deinen Text las, hatte ich das Gefühl, dass Du meinen damaligen Leidensweg bis ins Letzte Detail beschreibst.
Mit dem einzigen Unterschied, dass bei mir ausserdem noch paranoide Symtome wie z.B. Stimmen, Verfolgungswahn und z.T. auch visuelle- Wahrnehmungsstörungen auftraten.
Was sich bei mir als vorrübergehende und eigentlich auch sehr morbide Lösungmöglichkeit heraustellte war die einnahme von Amphetaminen und Ecstacy-Pillen (MDMA). Daraufhin bettelte ich förmlich meine Psychaterin an, mir Amphetamine mittels Betäubungsmittelrezept-Formula zu verordnen.
Das war aber rechtlich nicht möglich und widersprach auch ihren bisherigen Behandlungsmethoden bei solch einer Symthomatik. Sie wollte mir auch keinerlei Stimulanzen wie z.B. Medikinet bzw. Ritalin verschreiben.
Also versuchten wir es mit zahlreichen Neuroleptika wie z.B. Haldol, Zyprexa Seroquel etc. . Diese Substanzen verursachten bei mir Allerdings Parkinson-ähnliche Nebenwirkungen. Anschließend versuchten wir Taxilan, dass bei mir allerdings keinerlei Wirkung zeigte.
Dann verordnete Sie mir Solian (Amisulprid), dass sich bei mir als eine Art Wundermittel herausstellte. Seitdem gewinnt mein einst so scheinbar qualvolles Leben immermehr an Qualität.
Vielleicht wird es Dir genau so gut bekommen wie mir.
Probieren geht bekanntlich über studieren.
Mfg Silvan
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Da Hunter
Juniormember
 
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« Antworten #12 am: 22. April 2005, 00:57:26 » |
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Noch eine Frage an Wolfgang: Meine Therapeutin kann sich bis heute nicht erklären, warum eine Droge wie Amphetamin, dass für eine erhöhte Dopamin-Ausschüttung sorgt - gleichermaßen Wirkung bei zeigte wie ein Medikament (Solian), dass zu den Dopamin-Antagonisten zählt.  Mfg Silvan
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wolfgang
Gast
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« Antworten #13 am: 22. April 2005, 06:56:06 » |
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Hallo Silvan, das weiß ich leider nicht. Bei Medikamenten kennt sich Alue besser aus.
Herzliche Grüße Wolfgang
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Eowyn
Gast
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« Antworten #14 am: 22. April 2005, 17:46:16 » |
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Hallo Silvan!
Danke für deine Antwort! Darf ich fragen wo du da Parallelen ziehst, würde gern näheres erfahren, wenn du Lust hast es mir zu erzählen!
Liebe Grüße Eowyn
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Da Hunter
Juniormember
 
Beiträge: 6
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« Antworten #15 am: 22. April 2005, 23:31:51 » |
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Hallo Eowyn,
mich plagten in etwa selben Ängste; vorallem im Umgang mit anderen Menschen. Wenn ich z.B. das Gefühl hatte, dass mich andere beobachten, bekam ich Angstattacken in Form von Zittern und nervösem Augenliederzucken.
Ich hatte ausserdem den Eindruck in ein Tiefes Loch gefallen zu sein. Ich wusste einfach nicht mehr wer ich bin, allerdings auch nicht wer ich sein wollte. Ich machte mir ständig Gedanken darüber was andere über Mich denken. Es fiel mir sehr schwer einen klaren gedanken zu fassen, weil ich Chronisch über mich und mein scheinbar sinnloses Dasein nachdachte.
Ich verlor legliches Interesse an ganz banalen Dingen wie z.B. Fernsehen, Lesen, Shoppen, Computer spielen etc.. Leidenschaften besaß ich ohnehin nicht mehr.
Ich habe mir selber nichts mehr zugetraut und fiel in einen Regelrechten Selbsthass. Ich hielt mich obendrein auch für unwahrscheinlich hässlich, obwohl jeder sagte, dass dies nicht der Fall sei.
Irgendwann begann ich dann viel Drogen zu konsumierten. Das half mir zwar eine bestimmte Zeit lang, hatte allerdings den Nachteil, dass ich ziemlich gleichgültig, egoistisch und agressiv wurde. Irgendwann begann ich mir dann einzubilden, dass ich verfolgt werde und das sich Stimmen aus dem jenseits über mich lustig machen.
So war mein Selbstbewusstsein dahin. Die Drogen wirken einfach nicht mehr so wie sie sollten. Ich bildete mir sogar ein, dass mein bester Kumpel mich umbringen will.
Irgendwann entschloss ich mich dann zum Psychologen zu gehen. Der wollte mich aber aufgrund meiner Drogenabhängigkeit nicht behandeln und verschrieb mir Alprazolam (Benzodiazepin). Das half mir aber recht wenig und macht zudem auch noch abhängig.
Irgendwann hatte ich dann genug und beschloss mir das Leben zu nehmen. Ich vergiftete mich mit Codein + Tramadol + Alprazolam + Rhohypnol. Ist mir aber missglückt, da ich erbrechen musste.
Irgenwann wiesen mich dann meine Eltern in die Psychatrie ein. Weil ich zunehmend Agressiv wurde (vorallem übte ich agressionen auf mich selben aus). In der Psychatrie bekam ich dann Tavor + Cipramil + Haldol bekam. Da ging es mir schon ein wenig besser, bis auf die Nebenwirkungen vom Haldol.
Bei der Nachsorge, der sogenannten Suchtambulanz der Therapie, bekam ich dann nach langem hin und her, dieses Solian.
Wie gesagt, bin ich seitdem ein ganz anderer Mensch. Solian ist ein ziemlich neues + sehr teures Neuroleptikum, mit einem antipsychotischen + antidepressivem Wirkunkspotenzial.
Ich hoffe Dir mit meiner kurzen Beschreibung meines damaligen Leidens in irgendeiner Form geholfen zu haben.
Denn denke immer, Du bist nicht alleine und das ist nur eine Krankheit für die Du nichst kannst.
Mfg Silvan
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sharon
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« Antworten #16 am: 23. April 2005, 16:26:10 » |
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hallo, silvan , also mein sohn hatte auch nach drogen, allerdings hauptsächlich viel cannabis eine paranoide psychose.
er bekam auch zyprexa, seroquel, solian, und jetzt abilify. leider kein wundermittel dabei. solian war für ihn am schlimmsten, da konnte er nur noch wie ein zombie rumschleichen.
mit abilify geht es auch nicht gut,bett liegen, nix auf die reihe bekommen etc.
die paras sind weg, das ist es aber dann auch. keine motivation, angeblich zerstörtes denkvermögen, was weiss ich noch alles, dazu nimmt er schnaps und raucht tabak durch die bong.
sharon
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ich kenne das helle ich kenne das dunkle
die sehnsucht schweigt
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Eowyn
Gast
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« Antworten #17 am: 23. April 2005, 16:29:51 » |
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Hallo Silvan!
Achje scheint als hätten wir wirklich so einiges gemeinsam, bis auf die Drogen und den Wahnvorstellungen. Mit Drogen hab ich nix am Hut, aber ich rauche ziemlich viel, was aber noch eher als harmlos zu betrachten ist.
Aber dieses Gefühl nicht zu wissen wer ich bin und wie ich meine Zukunft gestalten soll, kenn ich nur zu gut. Und grübeln tu ich auch fast ununterbrochen. Und die Todessehnsucht kann ich auch nur zu gut nachempfinden, da konnten mir auch die Antidepressiva nicht abbringen von diesen Gedanken. Ich sehe es noch immer als einzigen Weg um dieser grausamen Realität zu entkommen, nur bin ich leider zu feige dazu! Ein Freund von mir bezeichnet mich als 13 jähriges Mädchen das mit allem überfordert ist, und das beschreibt mein Wesen sehr gut!
Wurdest du mit deinem Medikament diese innere Unruhe los? Ich komme mit Zyprexa nicht wirklich weg davon, ich weine zwar kaum noch aber diese Unruhe bleibt!
LG Eowyn
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Da Hunter
Juniormember
 
Beiträge: 6
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« Antworten #18 am: 26. April 2005, 01:10:50 » |
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Hallo Eowyn,
das Solian hemmt die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin. Dieses Neurotransmitter ist unter anderem für unseren alltäglichen Antrieb verantwortlich. Daher denke ich mal, dass es nahe liegt, dass die innere Unruhe mit diesem mittelchen bekämpft werden kann.
Obwohl ich sagen muß, dass Zyprexa in ähnlicher Art und Weise wirkt.
Ich denke mal, dass dieses Solian bei mir so fabelhaft gewirk hat, da es irgendwie genau für mich geschaffen war. Ich wurde einfach Extrovertierter, viel viel redseliger, unternehmungslustiger, stimmungsstabiler und weniger nachdenklich.
Ich glaube, dass diese plötzlich auftauchenden neuen Seiten an mir, diese innere Unruhe einfach überdeckt haben.
Spreche doch einfach mal deinen behandelnen Arzt auf Solian an. Vielleicht wird es dir ebenso wie mir helfen.
Bedenke nur eins! Mit der Einnahme von Solian ist nicht alles getan. Du musst vorallem auch an Dir arbeiten! Solian ist kein Wundermittel! Du musst es einfach schaffen, Leidenschaften - Hobbies usw. zu entwickeln.
Du musst einfach deinen Geist von dem ständigen Nachdenken erlösen und dein Leben in vollen Zügen genießen. Denn das leben ist schön und Wertvoll, der Ansicht bin ich heute auch.
Erinnere dich einfach an Zeiten in denen es Dir gut ging und in denen du stark und selbstbewusst warst. Oder versuche es einfach mit dem sicheren, inneren Ort. Indem Du dir mit geschlossen Augen einen Ort vorstellst, an dem Du dich wohl und geborgen fühlst.
Und das am besten Detailgenau - weil es Dir dann am realistischten erscheint und es vorallem hilft deine selbstkritischen Gedanken abzulenken.
Also mir hat sowas immer geholfen. Oder wenn ich Dir zu guter Letzt noch eine Lektüre empfehlen kann. Lies mal von Paul Watzlawick die "Anleitung zum Unglücklichsein" (Sehr zu empfehlen)
Liebe Grüße Silvan
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