Home | Forum
Dienstag, 22. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
22. Mai 2012, 14:16:06 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Antidepressiva-Medikament oder auch nur eine Droge?  (Gelesen 2382 mal)
Phoenix
Juniormember
**
Beiträge: 6


WWW
« am: 18. April 2005, 23:57:49 »

Nach dem letzten Rückfall(Alkohol) bekam ich die Möglichkeit auf mein Antidepressiva zu verzichten. Paroxetin und Distraneurin(Entgiftungsmittel) zusammen geht nicht. Erst wollte ich mich neu einstellen lassen noch besser zur Lebensfähigkeit medikamentieren. Vielleicht ein noch besseres Mittelchen aber wieder einen Stoff. Dann ein Gespräch mit der Ärtztin. Sie bot mir Remergil an. Ich machte einen Sprung über meinen Suchtschatten. Ich sagte das hatte ich früher schon mal gehabt und mißbraucht, um meine damaligen Rückfälle besser zu verpacken.
Versuchen Sie es doch mal ohne, wenns überhaupt nicht geht, können Sie ja immer noch zum Neurologen.
Seit dem bin ich in Verantwortung für mich, es geht mit gut und ich fühle mich wach und lebendig. Manchmal auch zu viel an wach und lebendig.
Es bewegt sich immer etwas. Die 11 Monate mit Paroxetin hat sich auch was bewegt, da ich abstinent mit Alkohol war, aber lange nicht so wie jetzt. In diesen 11 Monaten gab es eine Dosissteigerung (Mit der Ärtztin abgesprochen) Das entspricht auch dem Verhalten bei Suchtmitteln. Was anfangs reicht reicht später überhaupt nicht mehr.

Würde mich freuen wenn sich andere dazu mitteilen. Es geht auch in Richtung Polytoxiekomanie(Vielgifterei) und in Richtung Suchtverlagerung.

Phoenix

und hier ein Artikel zum Thema als Zündstoff

---------
Gehirnmanipulation, gewollt und ungewollt

Antidepressiva versprechen Hilfe bei schweren Gemütsstörungen - und sind zugleich im Verruf, schwere psychische Nebenwirkungen auszulösen. Ein Balanceakt, bei dem Ärzte, Forscher, Patienten und Pharmakonzerne allzu leicht abstürzen können, wenn der Blick auf Wesentliches verloren geht.
Zunächst das Wichtigste - ein paar Fakten: Antidepressiva halfen schon vielen Patienten über die niederdrückenden Folgen ihrer Erkrankung hinweg. Dabei gehören die so genannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) zu den wirksamsten Waffen im Kampf der Ärzte gegen die dunkle Gemütskrankheit. Viele Menschen verdanken den Medikamenten unbestritten ein unbeschwerteres Leben. Und einige Patienten verdanken ihnen überhaupt ihr Leben: Unbehandelt führen schwere Depressionen in 10 bis 15 Prozent aller Fälle zum Tod durch Suizid.

Schon möglich, meinen Kritiker - aber manche Selbsttötung könnte durch die Gabe von Antidepressiva überhaupt erst ausgelöst werden. Ebenfalls ein Fakt?

Ein paar Untersuchungen widmeten sich bereits diesem Zusammenhang. Die angeblich suizidfördernden Nebenwirkungen von SSRI, welche zu den mit am häufigsten eingesetzten Antidepressiva überhaupt gehören, treten bei Erwachsenen nicht auf. Bei Kindern und Jugendlichen aber, die insbesondere in den USA schon früh mit Antidepressiva behandelt werden, förderten Studien im Frühjahr Besorgniserregendes zu Tage: Sowohl Jon Jureidini von der Frauen- und Kinderklinik im australischen North Adelaide und seine Kollegen [1] als auch Forscher um Craig Whittington vom University College London [2] berichteten, dass manche SSRIs bei jungen Patienten vermehrt Suizidgedanken aufwarfen.

Tatsächliche Selbsttötungen, immerhin, kamen nicht vermehrt vor - weitere Studien sind allerdings dringend notwendig, denn die Zusammenhänge sind längst noch nicht umfassend verstanden. Mark Ansorge und seine Kollegen von der Columbia-Universität stießen nun in diese Wissenlücke: Sie untersuchten an jungen Mäusen, was in Kindheit und Jugend verschriebene SSRIs für die spätere Entwicklung des Gehirnstoffwechsels bedeuten könnte [3]. Das Ergebnis wird wohl erneut für Aufsehen sorgen.

Obwohl es eigentlich so sehr nicht verwundern sollte: Greift man, wie die Forscher, durch SSRI-Antidepressiva wie Fluoxetin in den gerade erst heranwachsenden Serotonin-Stoffwechsel eines jungen Nagergehirns ein, dann reagiert der wachsende Mausorganismus darauf mit einer Anpassungsstrategie. Er könnte etwa die Anzahl der gehirneigenen Serotonin-Transporter im späteren erwachsenen Gehirn herabschrauben - eine der möglichen Erklärungen dafür, dass die Mäuse im Versuch von Ansorge Verhaltensauffälligkeiten entwickelten, die denen einer durch Serotoninmangel verursachten Maus-Depression ziemlich nahe kommen. Eine durch Antidepressiva geschaffene Gemütsstörung ist die Folge.

Naheliegende Schlussfolgerung der Studie: Bei Kindern mit Depressionen sollte über die Gabe von Antidepressiva wie Fluoxetin lieber zweimal nachgedacht werden. Und zweitens: Weitere sorgfältige klinische Tests und Langzeitstudien sind dringend angezeigt.

Noch mehr Sorgfalt und Forschungsarbeit bleiben demnach das Gebot der Stunde. In Deutschland wird ohnehin empfohlen, Jugendliche nicht mit Antidepressiva zu behandeln. Und die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA wies, aufgeschreckt durch jüngste Ergebnisse, vor zwei Wochen Hersteller von SSRI-Präparaten an, ihre Beipackzettel mit Hinweisen auf das erhöhte Risiko suizidaler Gedanken bei Jugendlichen zu versehen. Ein Gebot der Vorsicht, im gelegentlich allzu leichtfertigen Umgang mit Antidepressiva.

Und die Produktion und Veröffentlichung neuer Fakten? Da fällt im steten Wettkampf der Interessen von Patient, Gesundheitssystem und Pharmaindustrie natürlich besonders auf, wenn Konzerne unangenehme Wahrheiten zu teuer entwickelten Produkten verschweigen - wie jüngst der britische Hersteller GlaxoSmithKline, den erst der Staatsanwalt dazu zwang, unliebsame Studien zum Antidepressivum Paxil unter dem Tisch hervorzukramen. Vielleicht sollte man zusätzlich auch darauf achten, nicht zu schnell über ein noch unverstandenes Gebiet hinauszuschießen. Zu achten ist dabei allerdings nicht nur darauf, was bei Betroffenen ein Zuviel an vermeintlicher Hilfe anrichten kann - sondern auch ein Zuwenig.

Jan Osterkamp

spektrumdirekt

[Editiert am 18/4/2005 von Phoenix]
Gespeichert

Du kannst jeden Fehler machen, aber mache ihn nur einmal.
Louise
Schreibe oft hier
***
Beiträge: 91


« Antworten #1 am: 20. April 2005, 16:37:21 »

Hi Phoenix,

ich stehe den Antidepressiva auch skeptisch gegenüber, ich bin mir nicht bewußt ob sie mir überhaupt helfen, nehme sie aber trotzdem weiter, da es mir zur Zeit einigermaßen okay geht, ob das von den AD kommt, ich weiß es nicht, ich möchte aber auch keine Eperimente eingehen. Sicher hat mich deine Nachricht jetzt schon wieder etwas abgeschreckt. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht was ich von den AD halten soll, ich stehe immer in einem Zwiespalt, einerseits bekommt man das Zeug vom Arzt in der Hoffnung das es einen damit besser geht, und klammert sich daran, und wenn es einen besser geht möchte man es wieder loswerden. So ist es bei mir. Ich möchte das Zeug auch lieber heute als morgen wieder absetzen, aber ich habe zu viel Angst, dass ich wieder in ein dunkles Loch stürzen würde ohne AD. Und die meisten Menschen denken natürlich, was mir der Arzt gibt wird schon richtig sein und gerade hier wirst du bestimmt wenig Zustimmung erhalten, da viele in diesem Forum AD nehmen, und wer gesteht denn bitte schön ein das er von dem Zeug abhängig ist!? Vielleicht ist es keine direkte Abhängigkeit, aber ich weiß nicht wie ich es anders formulieren soll

Alles Gute Louise
Gespeichert
Phoenix
Juniormember
**
Beiträge: 6


WWW
« Antworten #2 am: 20. April 2005, 19:42:03 »

Hi Louise

Danke für deine Stellungnahme. Ich würde auch nicht von Abhängigkeit sprechen. Eher von Manipulation im Gehirnstoffwechsel. Okay, kann man sagen wenn es schützt vor Rückfällen und dem Sturz in depressive Löcher. Wenn es einem einigermaßen okay geht und man lebensfähig ist.
Doch ich spüre das ich in der Zeit mit dem AD nicht mit mir arbeiten konnte. Ich war ein Stück weit abgeschnitten von meinen Möglichkeiten, mich selbst langsam zu richten, vielleicht auch abgeschnitten von meinen Selbstheilungskräften. Ich habe ein Mittel konsumiert und dabei Verantwortung abgegeben. Ich habe auf eine ausgeklügelte Chemie vertraut, das hat mir geholfen.
Aber es bleibt Chemie, mit der ich gelebt habe und zu der ich im Notfall auch wieder greife.
Aber im Klartext: die Dosissteigerung des ADs entspricht der Dosissteigerung beim normalen Drogenkonsum. Wenn es dann nicht mehr wie versprochen wirkt wird das Mittel gewechselt(heißt dann  neu eingestellt). Da sehe ich einfach sehr viele Parallelen.

Alles Gute
Phoenix

[Editiert am 20/4/2005 von Phoenix]
Gespeichert

Du kannst jeden Fehler machen, aber mache ihn nur einmal.
Rote Zora 34
Stammposter
****
Beiträge: 279


Nicht Besitz macht reich,sondern Freunde


« Antworten #3 am: 20. April 2005, 21:41:57 »

Hallo,

auch ich bin grade dabei meine medis ab zusetzen.
Trevilor habe ich jetzt geschafft,aber das remergil macht mir Probleme .
Wenn ich es nicht nehme kann ich garnicht schlafen.
Phoenix,du schreibst du hast es auch mal genommen.
Wie bist du davon weg gekommen ??
Regelt sich das mit dem schlafen von selbst wieder ??
Ich finde Medikamente sind schon oft sehr gut und hilfreich,aber ich habe mich unter Medikation nicht mehr wieder erkannt.
War ständig müde und wie unter Drogen.
Habe viel zu genommen und das belastet mich sehr weil ich trotz meiner 2 Kinder immer sehr sehr schlank war.
Nimmt man nach absetzen von Remergil wieder ab ??

Gruss  Rote Zora
Gespeichert

Liebe ist
wenn das Glück des ANDEREN
ein WESENTLICHER Bestandteil
des EIGENEN Glücks ist.
Phoenix
Juniormember
**
Beiträge: 6


WWW
« Antworten #4 am: 21. April 2005, 01:02:52 »

Hallo Rote Zora
Gewichtsprobleme hatte ich mit ADs und Remergil zum Glück nicht.Bin auch ein Bewegungsmensch.
Mit dem Schlafen können das regelt sich, kann bloß dauern. Bei meiner Totalentgiftung, also von allem runter, war ich nach einer Woche froh auf 5 Stunden Schlaf zu kommen. Aber nach und nach ist es besser geworden. Man sollte auch was dafür tun. Aktiv sein, sich auspowern sich beschäftigen.
Ich habe Remergil in einer Trockenphase(Alkohol) genommen. Dann wieder rückfällig als das Remergil alle war. Remergil waren bei mir auch son bischen Glückspillen.
Ich denke es kann kurze Zeit helfen aber auf Dauer bedenklich.

Alles Gute
Phoenix
Gespeichert

Du kannst jeden Fehler machen, aber mache ihn nur einmal.
luisa
Beginner
*
Beiträge: 1


« Antworten #5 am: 21. April 2005, 11:44:28 »

Hallo Zora,
ich habe das Remergil bis jetzt etwa 1 Jahr genommen, bin darunter schwanger geworden - und habe dabei 30 (!!!) kg zugenommen. Ich habe es so sehr gehaßt, es nehmen zu müssen, weil ich mich ständig gefragt habe, was ich damit meinem ungeborenen Kind antue, aber mehrfache Versuche, es abzusetzen, ließen mich immer wieder in ein absolutes Loch fallen, so daß ich erneut damit anfangen mußte.
Jetzt habe ich es endgültig abgesetzt, weil ich weiß, daß ich MIT Remergil kein Gramm abnehmen würde.
Meine ganze Garderobe kann ich vergessen, nichts paßt mehr, aber schlimmer sind meine Gelenke, die ich mir mit diesem Gewicht ruiniert habe - die sind solches Gewicht überhaupt nicht gewöhnt.
Bin ohne Remergil total reizbar, aber es haben sich unter Remergil einfach Symptome gezeigt wie Angstepisoden und Zwangsvorstellungen, die einfach nicht zu ertragen waren.
Lieben Gruß, Luisa
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS