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Autor Thema: Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung  (Gelesen 2032 mal)
Eowyn  
Gast
« am: 20. April 2005, 21:45:23 »

Hallo zusammen!

Bin im Netz auf den Begriff ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung geraten, mir ist aber nicht so ganz klar was diese Störung von der sozialen Phobie unterscheidet, irgendwie sind sich die beiden Sachen ziemlich ähnlich. Kann mir jemand von euch den Unterschied klarmachen?

Liebe Grüße Eowyn
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Tarnkappe
Beginner
*
Beiträge: 5


« Antworten #1 am: 03. Mai 2005, 17:13:19 »

Hallo Eowyn!

Die soziale Phobie ist das Symptom einer ängstlich vermeidenden Persönlichkeitsstörung.
Soziale Phobie heißt übersetzt "soziale Angst". Kein Mensch hat UNUNTERBROCHEN Angst, die Persönlichkeitstörung bleibt aber dennoch.

Es ist also vergleichbar mit Schmerzen bei einem Beinbruch. Die Schmerzen sind das Symptom, der Bruch ist die Diagnose.

Bei der sozialen Phobie kommt hinzu, daß sich Symptom und Diagnose gegenseitig beeinflussen. Während Schmerzen einen Bruch selten im Nachhinein verschlechtern können, kann die sozialen Phobie (also eine erlebte Angst) zu einer verstärkung der ängstlich, vermeidenden Persönlichkeitstörung führen (und damit zu weiteren Symptomen wie Depression).

Zu vergleichen wäre das ganze also besser vielleicht mit einer Bänderzerrung. Es gibt einen Punkt der Heilung, an dem muß man die Bänder wieder belasten und dehnen. Das erzeugt Schmerzen (vergleichbar einer sozialen Phobie). Wenn man nun nicht gegen die Schmerzen angeht und trotzdem dehnt, dann werden die Bänder immer unelastischer und die Bewegung wird immer stärker eingeschränkt.

Sowohl bei einer Bänderzerrung wie auch bei einer ängstlich, vermeidenden Persönlichkeitsstörung wird also die einzige Möglichkeit der Therapie darin bestehen, sich dem Symptom auszuliefern und es zu durchleben, bis dieses (unter Garantie) mit der Zeit zurückgeht.

Nach meinen Erfahrungen können die Symptome aber so stark sein, daß es unmöglich erscheint oder ist, sich ihnen auszusetzen. Es kommt dann zu einer Kompensation entweder durch absoluten Rückzug, Isolation und Depression oder durch inneren Rückzug. Der innere Rückzug besteht meistens darin, daß man sich selbst verleugnet und eine Rolle nach außen spielt. Das führt nach meinen Erfahrungen entweder zu einer sehr gutmütigen Person, die nicht mehr in der Lage ist sich durchzusetzen oder zu einer sehr aggressiven, scheinbaren Power-Person, die nicht mehr in der Lage ist, sich schwach zu zeigen.

Beides ist ein absolut grausames (selbst auferlegtes) Spiel, wird aber häufig von der Gesellschaft wesentlich weniger bemitleidet als Depressionen.

Ich hoffe deine Frage beantwortet zu haben

Gruß

Tarnkappe
Gespeichert
Eowyn  
Gast
« Antworten #2 am: 03. Mai 2005, 18:19:09 »

Hallo Tarnkappe!

Danke für die Info, ja das hilft mir weiter!

Hab mich mittlerweile ein bisschen damit auseinandergesetzt, da ich diese Diagnose gestellt bekam, bzw viel mehr eine kombinierte Persönlichkeitsstörung!

Obwohl ich denke schizoid und ängstlich vermeidend, gehört so oder so zusammen, sind das nicht nur Spinnereien der Psychiater?

Oder gibt es Sozialphobiker, die es schaffen, Gefühle nach außen zu zeigen? Also ein bisschen schizoid ist wohl ein jeder Sozialphobiker!

LG Eowyn
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Jane Doe  
Gast
« Antworten #3 am: 03. Mai 2005, 21:22:24 »

Hallo, Tarnkappe, hallo Eowyn,
auch ich habe mich unlängst damit in Verbindung gebracht gesehen (etwas unglücklich formuliert, ging aber nicht anders), sozial phobisch zu sein...
Ich erkenne mich in der super Erklärung absolut wieder. Alleine schon beim Durchlesen gingen mir riesen Kronleuchter auf! Das auch noch, Sozialphobie, grummel...
Absolut toll aufgedrüsselt!!
Was mir allerdings sehr lange Zeit gelang, war, tatsächlich nach aussen Gefühle sehr wohl zu entwickeln und auch zu zeigen. Und das war immer ehrlich, wenn auch nicht immer ganz spontan, eben aufgrund der Angst (wahrscheinlich, etwas falsch zu machen = kommt daher auch eine soziale Phobie u.a. zustande?)
Heute habe ich zwar Gefühle, kann sie aber nicht mehr richtig outen, bzw. versuche, dies absichtlich nicht mehr zu tun. Aus Angst, verletzt zu werden?
Ein weiterer Auslöser?
Also ist es bei einer Sozial-Phobie dasselbe Schema wie bei z.B. Panikattacken, das zur "Heilung" führt, nämlich die Konfrontation?!
Eigentlich logisch...
LG Jane
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