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nongjo
Gast
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« am: 30. April 2005, 19:32:13 » |
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Etwas über Agoraphobie : Die Agoraphobie leitet sich vom griechischen Wort "agora" (Marktplatz) her, womit vor allem zum Ausdruck kommen soll, dass eine ausgeprägte Furcht vor öffentlichen Plätzen bzw. Menschenansammlungen besteht. Darüberhinaus werden typischerweise Situationen vermieden, in denen man glaubt, im Falle einer akut auftretenden Panikattacke entweder keine rasche Hilfe bekommen zu können oder aber keine Möglichkeit zur Flucht sieht. Häufig vermieden wird die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Fahren mit dem eigenen Auto, Einkaufen in Kaufhäusern bzw. Supermärkten, Schlangestehen. Auch klaustrophobische Ängste (z.B. Angst vor Fahrstühlen bzw. engen Räumen) im engeren Sinn zählen heute zur Agoraphobie. Viele agoraphobe Patienten können meist recht gut erinnern, dass ihre Vermeidungsangst mit einem Panikanfall begann, den sie "wie aus heiterem Himmel" bei einer der eben aufgezählten Situationen erlebt haben. Diese Erfahrung erleben viele Patienten als so einschneidend, dass sie seitdem diese Situation konsequent zu vermeiden suchen. Durch die Vermeidung erreichen sie in der Regel Angstfreiheit, was das Vermeidungsverhalten sehr stabilisiert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickelt sich häufig eine beständig anhaltende "Angst vor der Angst", was vor allem durch die Befürchtunge gefördert wird, einem weiteren Panikanfall hilflos ausgeliefert zu sein. Soweit agoraphobe Patienten in Begleitung von anderen sind, können sie sonst gemiedene Situationen gerade noch bewältigen. Manchmal kann diese sicherheitsgebende Funktion eines Partners auch durch ein "sicherheitsgebendes Objekt", das man mit sich führt, stellvertretend übernommen werden (wie z.B. angstlösendes Medikament oder Talisman). Für die Agoraphobie nimmt man in der Bevölkerung eine Häufigkeit zwischen 2,7% und 5,5% an, wobei Frauen 3-4 mal häufiger als Männer daran erkranken. Der Verlauf der unbehandelten Erkrankung ist ungünstig, in verschiedenen Langzeitstudien wiesen auch nach 7 Jahren etwa 90% der untersuchten Patienten weiterhin eine agoraphobe Symptomatik auf. Gegenwärtig werden zwei grundlegende Entstehungswege angenommen, die sich im gewissen Umfang wechselseitig ergänzen: Aus der Verhaltenstherapie stammt das sogenannte "Zwei-Faktoren-Modell": Demzufolge kann eine Panikattacke zunächst durch ein wie immer geartetes traumatisches Erlebnis ausgelöst werden. Im zweiten Schritt verbindet der Patient den Ort oder die Situation, wo dies geschah, gedanklich mit der irrtümlichen Befürchtung, dass diese ursächlich für die Panikattacke verantwortlich seien, weswegen er sie in Zukunft zu vermeiden trachtet. Wie sich durch eingehende Untersuchungen ergab, konnten sich jedoch viele agoraphobe Patienten an keine traumatischen Ereignisse erinnern, die ihrem ersten Panikanfall zeitlich vorausgegangen waren. Deswegen nimmt man heute an, dass darüber hinaus auch zufällig wahrgenommene körperliche Symptome (z.B. Kreislaufschwankungen, Herzrasen) oder aber zufällig auftretende ängstigende Phantasien einen Panikanfall auslösen können. Da das oben erwähnte Vermeidungsverhalten für viele agoraphobe Patienten eine erhebliche Angstminderung garantiert, wird es bald zu einem stabilen Verhaltensmuster. Bei einigen Patienten weitet sich das Vermeidungsverhalten infolge zunehmender ängstlicher Verunsicherung deutlich aus, während es bei anderen anhaltend stabil und spezifisch bleibt. Nur sehr selten bildet sich die agoraphobe Symptomatik von selbst zurück. Aus der tiefenpsychologischen Perspektive wird vor allem die Beobachtung hervorgehoben, das entgegen dem ersten Anschein bei der Agoraphobie nicht die Vermeidung im Vordergrund steht, sondern das Gefühl, dringend auf Schutz und Geborgenheit angewiesen zu sein. Befragt man agoraphobe Patienten nach ihren Phantasien, was ihnen z.B. bei Aufsuchen von ängstigenden Situationen bzw. Orte zustoßen könnte, geben viele an, dass sie sich ausmalen, dort einen lebensgefährlichen Panikanfall zu erleiden und "niemand" zu helfen da wäre. In dieser Angstvorstellung spielt also das Motiv des Allein- bzw. Verlassenseins die entscheidende Rolle. Das Vorherrschen dieser ausgeprägten Verlassenheitsängste weist aus tiefenpsychologischer Perspektive darauf hin, dass diese Patienten während ihrer Kindheit und Jugend keine ausreichend sicherheitsgebenden Beziehungserfahrungen verinnerlichen konnten, die für die Entwicklung einer selbstsicheren und eigenständigen Persönlichkeit unerlässlich sind.
Quelle Internet
Liebe Grüße Nongjo
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