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Autor Thema: Angst vor der Therapie  (Gelesen 1591 mal)
Eowyn  
Gast
« am: 03. Mai 2005, 18:13:34 »

Hallo ihr Lieben!

Am 13. hab ich den ersten Termin bei einer Therapeutin.  An einem Freitag, dem 13., kein gutes Omen *ggg*,,,,ok ich bin nicht abergläubisch!

Trotzdem hab ich wahnsinnige Angst davor. Bei mir ist das so ein ständiges Hin und Her der Gefühle, geht es mir mal einen Tag besser, oder schaff ich es mal mich zu überwinden und mit jemanden ein paar Worte zu plaudern, dann denke ich gleich "hey ich brauche doch keinen Therapeuten, es läuft doch alles bestens, ich muss mich nur mehr anstrengen"!

Fakt ist aber dass ich eine Depression hab, eine Persönlichkeitsstörung hab, eine soziale Phobie hab,,,,und damit allein wohl nicht zurecht komme. Trotz all der eindeutigen Diagnosen, trotzdem dass ich es Tag für Tag spüre, dass in meinem Leben so viel schief läuft,,,, hab ich immer das Bild meiner neuen Therapeutin vor Augen, die meine Story hört, mich ansieht und sagt: "Sie sind doch nicht psychisch krank, Sie sind nur dumm, und das ist nicht therapierbar" oder dass ich einige Stunden Therapie hinter mich bringe und dann zu hören bekomme, dass ich nicht therapierbar bin, da zu schwer zugänglich.

Ich habe ein ungutes Gefühl bei der Sache, obwohl die Therapeutin am Telefon total nett wirkte! Ich habe mir diesmal eine sehr junge noch in Ausbildung befindende Therapeutin ausgesucht, weil ich glaube mit einer jüngeren besser klar zu kommen. Trotzdem hab ich solche Angst, Angst weil ich nicht weiß, was ich ihr sagen soll, Angst kein Vertrauen aufbauen zu können, Angst dass sie mir nicht helfen kann, Angst dass es niemanden gibt, der mir helfen kann. Angst nicht ernst genommen zu werden, Angst, Angst, Angst,,,,,,,,,, vielleicht ist der 13. doch ein schlechtes Zeichen

LG Eowyn
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wolfgang  
Gast
« Antworten #1 am: 03. Mai 2005, 20:50:30 »

Hallo Eowyn,
wer hat Dir denn die Diagnosen gestellt? Falls es für Dich ein Trost ist, es gibt wesentlich schlimmere seelische Störungen, wie Deine.
Deine Zweifel ob Therapie ja oder nein sind völlig normal. Wenn du an eine gute Therapeutin geraten bist, werden Deine Ängste vor der Therapie sehr schnell verschwinden, was aber nicht heißen soll, dass die Therapie immer ein honiglecken ist.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Eowyn  
Gast
« Antworten #2 am: 03. Mai 2005, 21:11:02 »

Hallo Wolfgang?

Wer die Diagnose gestellt hat? Depression und soziale Phobie wird wohl stimmen, von 2 Neurologen und einer Therapeutin bestätigt, die Persönlichkeitsstörung (kombiniert, weils das ganze wohl einfacher macht) erkannte eine Psychologin bei einem psychologischen Test. Ich kann mich voll und ganz damit identifizieren, also wirds wohl auch so stimmen.

Dass die Therapie kein honiglecken wird ist mir klar, vor allem weil ich ja auch schon einen gescheiterten Versuch hinter mir habe!

Es beruhigt mich leider nicht wirklich, dass es schlimmere Störungen gibt. Ich bin so schon ein kleines Häufchen Elend. Und was die Therapie angeht, wird das mehr als nur schwer, da ich so lang brauche um überhaupt mal Vertrauen aufzubauen. Daher auch die Angst als "Nicht therapierbar" abgestempelt zu werden und allein dazustehen :-(! Und davor hab ich eine rieeeeeesen Angst, weil ich allein nicht weiterkomme!

Liebe Grüße

Eowyn
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wolfgang  
Gast
« Antworten #3 am: 03. Mai 2005, 22:26:36 »

Hallo Eowyn,
90% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung. In dem Verein, den ich leite sind über 100 Betroffene mit den verschiedensten Diagnosen.
Durch das Internet kenne ich vielleicht noch einmal 100 Betroffene. Bis heute habe ich von keinem gehört, dass er nicht therapierbar ist..

Wovor hast du wirklich Angst? Etwas in Deinem Leben verändern zu müssen um wieder glücklich zu werden?
Therapie ist nichts anderes als aus einem Kopfmenschen wieder einen Gefühlsmenschen zu machen. Wenn du Dich auf Deine Gefühle wieder verlassen kannst und das in Deinem Leben änderst was Dich belastet bist du auf dem richtigen Weg.

Natürlich ist dies nicht einfach, aber es geht. Ich kenne diesen Weg.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Eowyn  
Gast
« Antworten #4 am: 03. Mai 2005, 22:47:05 »

Hallo Wolfang!

Ich danke dir für deine lieben Worte!

Hmmm im Moment würd ich mich weder als Kopf -  noch als Gefühlsmensch bezeichnen. Bin mir nicht mal sicher ob ich so was wie Gefühle überhaupt habe, fühle mich nur so verdammt leer.....

Ja das ich Angst habe, mein Leben zu ändern, ist wohl wahr, weil ich mir nicht vorstellen kann, so was wie Glück jemals wieder empfinden zu können! Es ist mein größter Wunsch das zu erreichen  aber er ist in weiter Ferne, und es steht mir ein steiniger Weg bevor den ich kaum wage zu gehen! Es ist so verdammt schwer!

Liebe Grüße

Eowyn
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wolfgang  
Gast
« Antworten #5 am: 04. Mai 2005, 06:07:12 »

Hallo Eowyn,

das ist klar Depression und Angst decken alles zu, aber das kommt wieder.

Vor einigen Tagen hatten wir hier eine Veranstaltung, die "Irrwege verstehen "Männerseelen, Frauenseelen" hieß. Ich saß als Betroffener mit im Podium.
Dort habe ich folgenden Satz gesagt; "Psychiatrie ist für mich nichts anderes, als aus Kopfmenschen wieder Gefühlsmenschen zu machen".

Meine Grunderkrankung waren Psychosen. Das schlimmste für mich an den Psychosen waren nicht die Wahnvorstellungen, sondern, dass ich mich nicht mehr auf meine Gefühle verlassen konnte. Es hat lange gedauert, bis ich wieder so weit war.

Sieh Deine seelische Störung doch als Chance an.
Sortier Dein Leben und miste aus, was Dich belastet. Werde mit Hilfe Deiner Therapeutin Deine eigene Therapeutin.
Der Anfang eines Weges ist immer der erste Schritt. Den hast du gemacht, du hast einen Termin, versuch die Chance zu erkennen und gib der Therapeutin  auch eine Chance an Dich ran zu kommen.

Wärend andere jahrelang von Facharzt zu Facharzt rennen, damit ja einer z. B. einen Herzfehler erkennt, damit es ja nicht heißt er oder sie sind psychisch krank.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Trolli
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« Antworten #6 am: 04. Mai 2005, 07:45:50 »

Hallo Eowyn,

als erstes finde ich es nicht gerade tröstlich (von Wolfgang) zu schreiben: es gibt schlimmere Störungen. Das ist  das was wir ständig zu hören bekommen. Es gibt hier schlimmeres und da schlimmeres. Natürlich gibt es das. Aber wir sind auch wichtig und haben nun mal diese Probleme. Und es ist egal ob es wirklich was organisches ist oder psychisch. Beides ist für einen Menschen schlimm.

Ich übrigens habe 5 Diagnosen gestellt bekommen und ich denke Diagnosen stellen erfahre Ärzte und Therapeuten die saugt man sich nicht selbst aus dem Finger.

So, jetzt ein bißchen zu deiner Angst. Die ist total verständlich. Es ist was Neues, es kann schmerzhaft werden es wird sich was dadurch in deinem Leben verändern. Versuche nicht gleich so negativ da ranzugehen. Gib der jungen Frau eine Chance, die ist mind. genauso aufgeregt wie du. Du wirst merken ob die Chemie stimmt oder nicht.

Freitag der 13, hmmm... also ich versuche daran gar nicht zu denken. Ich sage mir immer, solchen Termine passieren immer zu dem richtigen Zeitpunkt. Ich habe meinen stationären aufenthalt in einer Klinik über Weihnachten und Silvester gemacht. Klar war es hart aber ich bin jetzt der Meinung es war genau der richtige Zeitpunkt.

Alles Gute für dich und viel Erfolg.

Trolli
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Schmetterling
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« Antworten #7 am: 05. Mai 2005, 17:59:11 »

Hallo Eowyn,

Du solltet, trotz Deiner Angst, diesen Termin wahrnehmen.
 Auch ich habe lange Zeit geglaubt, die Dinge selber in Griff zu kriegen. Hat auch immer ein bißchen geklappt und das war garnicht gut, denn die Probleme kamen immer wieder. Eines Tages habe ich mir dann doch zugestanden, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die beste Entscheidung meines Lebens, denn ich habe den "allerbesten" Therapeuten gefunden!
Du solltest Dir und dieser Therapeutin eine Chance geben. Es ist nicht gesagt, dass Du nicht therapierbar bist, nur weil es einmal nicht geklappt hat. Vielleicht hat nur die "Chemie" zwischen Dir und dem Therapeuten nicht gestimmt.
Am besten, Du gehtst völlig vorbehaltslos hin und hörst Dir an, was diese junge Frau zu Deinem Fall sagt. Schlimmer als Du es in Gedanken sowieso schon durchspielst kann es ja wohl nicht kommen und wer weiß, vielleicht sagst Du in einigen Jahren mal: Der Freitag, der 13. war der beste Tag meines Lebens!

Schmetterling
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Eowyn  
Gast
« Antworten #8 am: 05. Mai 2005, 19:28:20 »

Hallo Trolli, hallo Schmetterling!

Vielen Dank für eure Antworten, das gibt mir etwas Kraft.

Ich werde versuchen, mein bestes zu geben. Ich sollte vielleicht wirklich mal versuchen neutral an das ganze ranzugehen, ohne im Vorhinein zu zweifeln. Das mache ich leider immer wieder.

Stimmt bei der ersten Therapeutin hat die Chemie nicht gestimmt. Sie kam so unpersönlich rüber, den Kopf immer nur auf ihre Mitschrift fixiert, hatte das Gefühl sie geht kein bisschen auf mich ein. Ich hoffe dass ich diesmal mehr Glück habe und mit der neuen besser zurecht komme. Noch eine Woche,.... ich bin ziemlich aufgeregt.

Liebe Grüße

Eowyn
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Trolli
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Beiträge: 763


« Antworten #9 am: 09. Mai 2005, 07:30:24 »

Hallo Eowyn,

ich drück dir ganz fest die Daumen. Und denke immer daran, du bist nicht allein mit deinem Problem :-)

Alles Gute

Trolli
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michel
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« Antworten #10 am: 09. Mai 2005, 08:26:24 »

hey eowyn, ich denke der 13. wird dein glückstag. wenn dir das forum hier hilft <ich denke es tut es, sonst wärst du nicht hier> dann wird eine therapeutin dir gut tun. sie es einfach als gespräch... und wenn sie sagen sollte: nicht therapierbar - dann ist es halt so, das du nur gefrustet bist. das wird sie aber nicht sagen.
es wird ein tolles gespräch. freu dich drauf. & wenn dir ne schwarze katze <von links nach rechts...> über den weg läuft, dann rufe miez, miez + kraule sie mal durch. sie wird schnurren!
viel erfolg!  der mic.
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Eowyn  
Gast
« Antworten #11 am: 10. Mai 2005, 20:10:13 »

Vielen lieben Dank für die netten Worte!

Der Termin rückt immer näher, die Nervosität steigt,,,,,ich hoffe wirklich diesmal die richtige Therapeutin gefunden zu haben! Denn ständig von neuem zu erzählen ist mit der Zeit ziemlich mühsam,,,,naja werds ja bald wissen!

LG Eowyn
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Eowyn  
Gast
« Antworten #12 am: 15. Mai 2005, 16:12:44 »

Hallo

Ihr hattet wohl Recht, scheint wirklich so, als ob Freitag der 13. mein Glückstag ist. Die neue Therapeutin mehr als sympathisch und total verständnisvoll. Ich hatte  meinen psychologischen Befund zur Sicherheit mitgenommen, aus Angst kein Wort rauszubekommen. Aber ich brauchte diesen Zettel nicht, fühlte mich von der ersten Sekunde an wohl bei ihr und bin zuversichtlich mit ihr gut zusammenarbeiten zu können :-)!

Liebe Grüße

Eowyn
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