Home | Forum
Dienstag, 22. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
22. Mai 2012, 15:12:47 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Stationäre Psychiatrie vor Tagesklinik?  (Gelesen 1191 mal)
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« am: 21. Mai 2005, 15:19:28 »

Hallo zusammen,

ich stehe vor einer neuen unüberwindlichen Mauer.

Meine Vorgeschichte könnt Ihr hier nachlesen:
 
Code:
http://www.surfertreff.de/psycho/portal/forum-thread-1317--.html


Meine Psychiaterin hat mir dazu geraten, dringend in eine Tagesklinik zu gehen. ich habe dann, nach langem Kampf Kontakt mit einer Tagesklinik aufgenommen, die zudem nicht weit von mir ist, so dass ich ohne fremde Hilfe (Auto, Bus, Bahn etc.) also zu Fuss dorthin kommen kann.

Auto traue ich mich schon lange nicht mehr zu fahren.

Nun hatte ich vor einigen Wochen diesen Termin zum Vorgespräch. Doch der Leiter hat mir dann unmissverständlich klar gemacht, dass er mnich nicht aufnehmen würde, weil ich dem Druck und der Konfrontation in der Tagesklink nicht gewachsen sei. ich könne nicht 8 Stunden kontinuierlich mit Menschen zusammen sein, dass würde ich nicht aushalten.
Er woille mir diese Enttäuschung ersparen....

ich war nach diesem Gespräch fix und fertig. Wie hat sich bestätigt, dass ich nichts schaffen kann und mich jeder ablehnt, obwohl ich doch etwas ändern will.

Er meinte, ich solle zunächst stationär in eine offene Psychiatrie gehen - für ca. 10-12 Wochen. Danach würde er mich in der Tagesklink aufnehmen. Er ist der Meinung, dass es Jahre brauchen würde, um bei mir auch nur ansatzweise zum Erfolg zu kommen.

Das war ein Schock für mich....

Ich kann in keine stationäre Psychiatrie gehen, ich bin dort eingesperrt. ich kann nur in meinem Haus einigermassen sicher sein und nur dort fühle ich mich wohl. Woanders bin ich völlig ausgeliefert.

Diese stationäre Klinik von der er sprach ist der Tagesklink angeschlossen, es ist ein Krankenhaus mit einer offenbar sehr guten Psychiatrie (offen und geschlossen).
Er meinte, da hätte ich jeden Mittag 3 Stunden frei, könne meine Frau treffen und mir ihr spazieren gehen. Außerdem könne ich jedes Wochenende zu Huse verbringen.

Warum belügt der mich, denn es stimmt nicht. Ich kann nicht am Wochenende nach Hause und habe auch keine 3 Stunden über Mittag frei. Das hat mir meine Therapeutin gesagt, zu der ich schon seit fast 2 Jahren wöchentlich gehen.

Was soll das alles? Ich fühle mich durch so etwas nur bestätig darin, dass die Menschen mir nicht wohl gesonnen sind, dass man mir schlechtes will.....

Ich frage daher lieber Euch:
Welche Erfahrungen habt Ihr in dieser Hinsicht gemacht?
Gibt es wirklich stationäre Psychiatrien, in denen man am Wochenende nach Hause gehen kann?
Was läuft da überhaupt ab?
Warum kann ich nicht einfach in eine Tagesklink gehen?
Warum versucht man es nicht einfach mit mir?

Ich habe Angst, Angst dass meine Psychiaterin mich nun unter Druck setzen könnte, den stationären Aufenthalt durchzuführen.

Ich habe Angst, unglaubliche Angst, es zerreist mich dabei....
In so einer Klinik würde ich keine Nacht bleiben können....Niemals.


Danke für Eure Hilfe.
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
Alue
Stammposter
****
Beiträge: 313



WWW
« Antworten #1 am: 21. Mai 2005, 17:17:58 »

Hallo Seoul,

ich kann Dein Dilemma in gewisser Weise nachvollziehen, denn ich selbst stehe momentan auch vor der Wahl, in eine Klinik zu gehen oder nicht - obwohl ich das momentan überhaupt nicht will. Meine Therapeutin sagt, sie weiß nicht weiter, wie sie an mich herankommen soll.

Allerdings habe ich gegenüber Dir wenigstens den Vorteil, dass ich weiß, was mich erwartet. Ich war bereits dreimal in der Klinik, zweimal vollstationär in der Psychiatrie (offene Station) und einmal in einer Tagesklinik.
Die Tagesklinik kommt für mich diesmal auch nicht in Frage. Es müssen einfach Themen angepackt werden, bei denen es wahrscheinlich notwendig wäre, rund um die Uhr den geschützten Rahmen einer Klinik zu haben. Schon als ich in der Tagesklinik sagte man mir damals, dass ich nicht stabil genug sei, um Ursachenforschung zu betreiben. Was in der Tagesklinik gemacht wurde, war hauptsächlich Verhaltenstherapie, um eben mit dem Alltag klarzukommen.

Was den 'Ausgang' in der stationären Therapie betrifft... das wird wohl teilweise von Klinik zu Klinik unterschiedlich gehandhabt, insofern würde ich dem Leiter der Tagesklinik eher glauben als Deiner Therapeutin, da er einfach viel näher dran ist und wohl wissen wird, was im Nebengebäude abläuft und was nicht.
Bei uns in der Klinik wurde es so gehandhabt, dass man, wenn man stabil genug war, jedes zweite Wochenende zu Hause übernachten durfte. Und auch nachmittags und abends nach den jeweiligen Therapien hatte man 'frei', d. h. man konnte machen, was man wollte. Wenn man die Station verließ, musste man sich lediglich abmelden und Bescheid sagen, wo man hingeht. Am Anfang durfte man nur in Begleitung anderer Personen die Station verlassen, das wurde jedoch sehr schnell gelockert. Und selbstverständlich konnte man auch jeden Tag Besuch bekommen. Du wärest dort also keineswegs 'eingesperrt'.

Ich kann jedoch gut verstehen, dass Du Dich zu Hause am sichersten fühlst und Dich in einer Klinik ausgeliefert fühlen würdest. Das geht mir im Moment auch so. Doch im Grunde wirst Du auch in einer stationären Therapie zu nichts gezwungen. Das wurde bei uns in allen Therapien immer wieder gesagt, wenn man etwas nicht aushält, kann man aussetzen, man kann jederzeit 'Stopp' sagen, wenn man nicht weitermachen will.
Und glaub' mir: die Therapeuten und Mitpatienten sind alle unheimlich nett und verständnisvoll und hilfsbereit. Man hat zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Ansprechpartner, wenn man einen braucht.

Boah, was habe ich jeweils vor den Klinikaufenthalten gebibbert und gezittert vor Angst, weil ich nicht wusste, was auf mich zukommt... Im Nachhinein waren meine Ängste immer völlig unbegründet.

Achja: wenn Du freiwillig in die Klinik gehst und Du merkst, dass es nicht geht, kannst Du natürlich auch jederzeit abbrechen! Du könntest es also versuchen, ob es klappt, wenn es nicht klappt, ist es halt so. Aber dann kannst Du Dir nicht den Vorwurf machen lassen, dass Du es nicht zumindest probiert hast.

Lieben Gruß
Alue
Gespeichert

Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert."
Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
Caitlin
Juniormember
**
Beiträge: 17


« Antworten #2 am: 21. Mai 2005, 18:35:50 »

Hallo Seoul,

was den Ablauf in der Klinik angeht, kann ich das, was Alue bereits schrieb, voll und ganz bestätigen. Genauso lief das in der Klinik, in die ich mich freiwillig einweisen ließ.
Mir ging es anfangs ziemlich mies ; das wurde aber von Tag zu Tag besser, weil ich sowohl vom Pflegepersonal, einem superlieben Arzt als auch von den Mitpatienten auf der Station immer aufgefangen wurde.
Auch dort war es so, dass man alle 2 Wochen das Wochenende zuhause verbringen durfte bzw. sogar musste, damit man den Bezug zum Alltag / Zuhause nicht verliert. Besuch durfte bis auf die Zeiten, zu denen i.d. Regel die Therapien liefen, immer kommen.

Hat man Leerlauf zwischen den Therapien, oder man war fertig für den Tag, stand die Zeit zur freien Verfügung. Wie Alue schon schrieb, man brauchte sich nur abzumelden und konnte raus aus der Klinik ins Örtchen oder so.


Naja, ich will jetzt nicht alles wiederholen, was Alue schrieb ;-)
aber es war halt bei mir ganz genauso. Mir haben diese 8 Wochen sehr weitergeholfen, und ich würde jederzeit wieder dorthin gehen, wenn es mir jemals wieder so schlecht gehen würde.

Vielleicht kannst Du ja in der Klinik direkt mal nachfragen, was Dich dort erwarten würde - ich bin sicher, man wird Dir Deine Angst nehmen können.
Es wird nichts passieren, womit Du nicht auch einverstanden bist.

Alles Gute für Dich
und liebe Grüße
Caitlin
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS