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Autor Thema: 3 wochen tagesklinik oder therapeutin suchen???  (Gelesen 884 mal)
Kleinsusi
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Beiträge: 397



« am: 13. Juni 2005, 10:36:34 »

meine ärztin möchte morgen (14. juni) eine entscheidung,
die mir sehr schwer fällt.
da sie mich nicht ständig mit medikamenten versorgen möchte,
da ich noch zu jung nach ihrer meinung bin,
fragte sie mich, ob ich mich nicht mal in eine tagesklinik begeben
möchte, für drei wochen.

ich weiß es nicht.
so richtig möchte ich das nicht.
würde mir glaube ich, lieber eine therapeutin suchen.
mir wurde auch schon eine gute geraten.
ich weiß nur nicht, was für meine momentane situation
das bessere wäre, da ich beides noch nicht ausprobiert
habe.

leide an depression und großer angst.
würde so gerne tabletten nehmen.
mir gehts nicht sehr gut, seitdem ich
sie nicht mehr bekomme.

was soll ich nur tun???
tabletten, therapie, tagesklinik???

kann mir da jemand helfen???
Gespeichert

Schatten sind Beweise dafür,
dass es irgendwo ein Lichtlein geben muss,
für das es sich lohnt zu suchen.
Seoul
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Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #1 am: 13. Juni 2005, 10:54:37 »

Hallo Kleinsusi,

Deine Ärztin setzt Dich damit aber schwer unter Druck.
Ist Deine Ärztin eine Psychiaterin?

Nun, in einer Tagesklinik wird man, soweit ich das mitbekommen habe, nicht unbedingt mit Tabeltten versorgt, in einer stationären offenen Psychiatrie wohl eher.

Die Frage ist, was hilft Dir besser? Tabletten oder Therapie?
Langfristig sicherlich die Therapie, denn Tabletten sind nie der richtige Weg, zumal, wenn Du unter Ämgsten leidest. Hast Du denn nicht auch Angst vor der Wirkung bzw. Nebenwirkung eben dieser Tabletten?

Ich würde einfach einmal Kontakt mit einer Tagesklinik aufnehmen. Man wird Dich zu einem Vorgespräch einladen und dann wird man entscheiden, ob man Dich aufnehmen will, bzw. ob Du dort aufgenommen werden willst.

Danach kannst Du Dich immer noch etscheiden, was besser für Dich ist.

Eine Therapeutin ist sicher auch ein guter Weg, doch dort hast Du max. 1 Stunde die Woche - für eine begrenzte Zeit. Außerdem sind dort meist recht lange Wartelisten.

Bei mir ist es so:
20 Jahre Psychiaterin, danach seit fast 2 Jahren Therapeutin zusätzlich. Tagesklinik will mich nicht aufnehmen, da nicht stabil genug. Erst nachdem ich in einer off. Psychiatrie war. Doch dorthin will ich keinsfalls gehen.

Mehr kann ich dazu leider auch nicht sagen.

Wünsche Dir die richtige Entscheidung.
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
hexekathrin  
Gast
« Antworten #2 am: 13. Juni 2005, 11:12:45 »

Hallo Kleinsusi, ich kann dir nichts raten, aber ich kann dir was von mir erzählen:
Ich habe mich über viele Jahre gegen alles gewehrt, was irgendwie hätte helfen können, Tendenz sinkend. Meine Hausärztin hat mich aus dem Verkehr gezogen, damit ich erstmal zur Ruhe komme. Dann hat sie mir ein Medikament verschrieben, was ich wochenlang im Schrank liegen hatte. Man kann  aber nicht sagen Medis sind nicht der rechte Weg. Ich habe es angesehen wie eine Kopfwehtablette und war damit dnicht in Erwartungshaltung, dass Nebenwirkungen eintreten. Zuerst glaubte ich nicht, dass das Medi wirklich echt ist, sondern hier es für eine Art Placebo(?). Außer dass ich 3 kg mehr auf die Waage bringe und es mir wesentlich besser geht ..... kann ich nun nichts dagegen sagen. Dann habe ich mir einen Termin bei einem Psychiater besorgt und dann einen bei einem Therapeuten. Die ersten Gespräche waren gut.
Man lege mir auch eine Tagesklinik nahe. Gut, ich würde mich entscheiden dafür, wenn es gegen eine bestimmt Thematik Ängste gäbe, wie Spinnen, Flugangst oder sowas. Meine Ängste sind allerdings hier direkt vor meiner Haustür, also habe ich mich für die Lösung durch eine Therapie mit wöchentlichen Terminen und meine Medis entschieden. Allein der Weg zum Therapeuten wird schon eine Art Therapie, weil ich allein 30 km fahren muss, weil wir hier keine Therapeuten haben. Nun fange ich an, ganz im Kleinen immer wieder ein Stück mit dem Auto zu fahren. Also ich bevorzuge da eher die Tippeltappeltour, immer in kleinen Schritten ein Stück weiter. Meine Ägnste sind auch in solchen Schritten immer größer geworden. Außerdem bin ich nicht der Typ, der in 3 Wochen das rückgängig macht, was sich über Jahre aufgebaut hat. Ich glaube persönlich auch nicht, dass es jemand gibt der in der Lage wäre meine 38 Lebensjahre in 3 Wochen aufzuarbeiten.
Die Entscheidung liegt bei dir, aber tue nichts aus reiner Panik, weil dich deine Ärztin unter Druck setzt. Das ist nicht gut. Ein Arzt sollte im Interesse des Patienten entscheiden und dich beraten und die für dich geeignete Therapie suchen. Frag nach!!! Lass dich nicht wie eine dummes Kind behandeln, du hast ein Recht darauf, dass du entsprechend deiner Krankheit behandelt wirst. Allein zusagen, du hast Depris und Angst reicht nicht, um zu sagen, dies oder jedes ist besser. Die Angst hat viele Gesichter und nur, wenn man diese kennt und den Menschen dazu, dann kann man sagen, dies oder jenes wäre geeignet. Aber das kannst du am besten gemeinsam mit deiner Ärztin herausfinden. Und wenn sie wirklich gut ist und merkt, dass du in die richtige Richtung willst und dich nicht gegen alles wehrst, dann wird sie dich gut beraten und dir raten, was das Beste für dich ist. Aber dazu musst du Vertrauen haben und versuchen die Erwartungshaltung für das Negative runterzuschrauben.

Viel Glück und liebe Grüße von Kathrin
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Trolli
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Beiträge: 763


« Antworten #3 am: 13. Juni 2005, 12:59:36 »

Hallo Susi,

der Druck den deine Ärztin ausübt finde ich nicht gut. Mein Arzt hat mich damit auch konfrontiert als er merkte "ich bin in Gefahr" und alleine nur mit meiner ambulanten Therapie schaffe ich es nicht. Er hat mich immer wieder gefragt ob er mich überweisen soll. Es ging noch paar Wochen aber dann hab ich ihn darum gebeten, weil ich nicht mehr konnte. Ich muß dazu sagen, mein Arzt hat mich nur mit pflanzlichen Medis (Anthorosophie) behandelt.
Ich habe mich dann in der Klinik vorgestellt und danach gesagt: da geh ich nicht hin, ich schaffe es alleine. Tja, danach folgte ein Zusammenbruch und ich ging zum zweiten Gespräch in die Klinik. Auch danach habe ich mir gesagt, nie gehe ich rein. Und dann sagte mir eine Freundin: entweder quälst du dich weiter oder du bekommst mit der Therapie ein bißchen Lebensqualität zurück. Ich ging also rein für insgesamt 7 Wochen.

Ich habe mich bewußt für eine stationäre Klinik entschieden. Ich habe 2003 eine Tagesklinik gehabt für meinen Bandscheibenvorfall. Das fand ich nur schlimm. Keine Möglichkeit zwischendurch sich zurückzuziehen, die Aufgaben zu Hause mußten auch erledigt werden usw. Und diesmal war ich abgeschirmt, bin endlich zur Ruhe gekommen, mein Körper lief endlich mal unter "180". In der Klinik wo ich war (psychosomatische Station) konnte ich jederzeit raus, ich mußte zu den Therapien, den Mahlzeiten und zum schlafen da sein. Und so hatte ich die Wahl, entweder einfach Ruhe geniessen und dort bleiben in der Freizeit oder raus, nach Hause fahren oder sonst was. Und das empfand ich als sehr gut.

Ich denke man muß nicht unbedingt eine spezielle Angst haben um eine Therapie (Tagesklinik, stationär) machen zu können. Mir wurde dort gezeigt und beigebracht wann wie mein Körper reagiert. Das mein Körper gesund ist und es auch ohne Angst geht. Das war für mich sehr hilfreich.

Und auch wenn ich noch lange nicht über den Berg bin, die Erfahrung dort möchte ich nicht missen und genauso wenig die Menschen die ich kennenlernen durfte.

Versuche eine Liste mit Vor- und Nachteilen zu machen. Vielleicht hilft es dir bei deiner Entscheidung. ICh denke nicht, dass deine Ärztin dir was schlechtes will, ich denke sie möchte es dir ein bißchen erleichtern.

Alles Liebe für dich.

Karina
Gespeichert

Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her...
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