Mona
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« am: 14. April 2004, 20:09:36 » |
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Hallo, ich bin neu hier und auf der Suche nach Infos/Hilfe auf Euch gestossen.
Mein Mann versucht schon seit vielen Jahren immer wieder, sich umzubringen; bisher aber immer nur, wenn er zu viel getrunken hatte und in Situationen steckte, die seiner Ansicht nach nicht zu bereinigen wären. Er hat viele körperliche Erkrankungen und ständig grosse Schmerzen.
Vor 6 Wochen spritzte er sich Luft, bekam einen Hirn- und Herzinfarkt. Nach einer Woche Intensiv wurde er in eine psychiatrische Klinik überwiesen. Dort wurde er 1 x fallengelassen (er hatte eine Halbseitenlähmung, konnte daher nicht selbständig stehen) und die Hüfte luxierte - innerhalb der nächsten 3 Stunden fiel er aus dem Bett: die 2. Luxation (er hat 2 künstliche Hüften). Später bekam er noch eine Lungenentzündung. Er halluzinierte aufgrund des Medikamenten- und -alkoholentzuges.
Nun befindet er sich seit 5 Wochen in dieser Klinik und sitzt mehr schlecht als recht den ganzen Tag in einem Rollstuhl (die Halbseitenlähmung ist nicht mehr gravierend, schlimmer sind die Luxationen). Ausser dem Entzug wird nichts mit ihm gemacht (also keine Krankengymnastik, keine Schmerztherapie, ganz zu schweigen von einer Psychotherapie, die dann ambulant erfolgen soll). Allerdings bekommt er wohl Antidepressiva.
In den ersten Wochen war ich täglich etwa 8 Stunden bei ihm, jetzt noch mindestens 3 Stunden pro Tag. Leider habe ich es nicht geschafft, ihn in eine sehr gute Privatklinik bringen zu lassen (der Richter und die Ärzte waren dagegen).
Für mich bedeutet es eine grosse Überwindung, immer wieder dorthin zu gehen. Er ist manchmal aggressiv (aber nur gegen mich), manchmal zu lieb.
So - ich sollte mich dennoch kürzer fassen: Die Diagnose lautet nun Depression.
In einer Woche kommt er in eine andere Klinik, wo er vor allem psycho-therapeutisch behandelt wird, obwohl ich denke, dass eine körperliche Mobilisierung wirklich endlich beginnen sollte. Der Psychiater meinte, dass er wieder einen Suizid versuchen könnte, sollte er wieder mobil sein... Ich aber denke, dass er noch weniger Lebensmut haben wird, sollte er für immer auf einen Rollstuhl angewiesen sein.
Nun endlich meine Frage(n): Wie sollte ich ihm begegnen? Ich weiss wirklich nicht, womit ich ihm helfen oder gar schaden könnte. Und ich weiss nicht, ob ich weiterhin die Kraft haben werde, all dies durchzustehen. Ich fühle mich ziemlich k. o.
Was kann ich tun? Was braucht er? Wie soll ich ihn behandeln, über was mit ihm sprechen, ohne ihn zu verletzen.
Im übrigen ist er in dieser Psychiatrie zu einem richtigen Ja-Sager geworden. Er ist einfach mit allem einverstanden und hinterfragt nichts. Wenn ich allerdings mal was sage, kann er schon recht böse werden. Wie soll ich damit umgehen?
Ist es sinnvoll, an dem Gesprächskreis für Angehörige teilzunehmen?
Entschuldigt die Länge des Beitrages.
Eine Stimme sprach, lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Ich lächte und wahr froh und es kam schlimmer....
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Mona
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« Antworten #1 am: 16. April 2004, 17:22:37 » |
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@sharon
Mein Mann ist auch Alkoholiker und medikamentenabhängig, er hatte die letzten 6 Wochen einen Entzug. War für mich sicher schlimmer als für ihn - er hat keine Erinnerung an seine Halluzinationen.
Tatsächlich hast auch Du Dir ein lehrreiches Leben ausgesucht! Was ein Mensch alles ertragen kann!
Gestern sagte mein Mann mir, wenn jemand doch sterben will, warum läßt man ihn nicht? Was sollte ich antworten? Meine Standard-Antworten hört er eh nicht mehr. Früher dachte ich auch - in ausweglosen Situationen - wär besser, es wäre für mich vorbei. Heute aber will ich einfach durchhalten und verstehe irgendwie nicht, dass andere das nicht wollen.
Ich kann Dich gut verstehen, dass Du David ein schönes Leben wünschst! Das macht alles sehr traurig. Genauso wünsche ich meinem Mann noch ein paar wunscherschöne Jahre, die er aber nicht will. Außerdem wünsche ich mir ein paar wunderschöne Jahre mit meinem Mann.
Es scheint wohl so, dass sowohl Du als auch ich ständig damit rechnen müssen, dass sie es schaffen. Ich habe grosse Angst davor, dann zurückzubleiben.
Ich kann Dich so gut verstehen. Als mein Sohn damals ins Gefängnis kam, war ich auch drin. Jetzt, als mein Mann eine Woche im Sterben lag, bin ich mitgestorben.
Ich denke auch nicht mehr an die Zukunft - nur noch an die unmittelbare. Ich bin nun dabei, unser Haus zu verkaufen, da es nicht behindertengerecht umzubauen ist. Doch frage ich mich, ob ich nicht lieber ein kleines Appartement nur für mich suchen sollte anstatt eine behindertengerechte Wohnung... leider sagt mein Mann heute, ich solle eine Wohnung suchen und morgen, dass er nicht mehr leben will. Im Netz hab ich noch nicht gefunden, ob auch das so ist bei Depressionen - dieses mal so und dann wieder doch ganz anders.
Ich wünsche uns beiden - Dir und mir - alle Kraft dieser Welt. Und dass die beiden durchhalten wollen und wieder Freude am Leben finden können. Ja, das wünsch ich mir!
Liebe Grüsse!!!
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sharon
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« Antworten #2 am: 16. April 2004, 16:14:58 » |
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hallo, ich frage mich auch oft, warum ich mir so ein schwieriges Leben ausgesucht habe.
Frage auch meinen Mann, ich bin ja selbst Alkoholokerin und medikamentenabhängig, lebe seit dem Entzug seit 23 Jahren trocken, habe aber Angst und Panik , mit denen ich zwar leben aknn, aber in Drucksituationen ist es unmöglich.
Dann hatte ich Krebs vor 6 Jahren, dazwischen viel Trouble mit den vier Kindern.
Jetzt diese Zuspitzung mit meinem Sohn.
Mir haben schon ein paar Leute gesagt, auch der Polizist ganz am Anfang, wenn einer wirklich nicht mehr leben will, können Sie das nur akzeptieren.
David selbst hat gesagt, er wäre froh, wenn wir ihn nicht lieben würden, könnte er leichter. gehen.
Ich kann das bislang nicht so annehmen, alles in mir rebelliert dagegen. Das mit der Reinkarnation habe ich ihm auch schon gesagt, ist ihm wohl ähnlich egal wie deinem Mann.
Jetzt ist er so gut wie entlassen, und die Hauptlast für sein Leben liegt wieder hier bei uns, gut die Ärztin hat sogar ihre Privatnummer gegeben.
Aber die Angst ist da, wenn er weg ist, kommt er wieder?? oder entwickeln sich wieder verfolgungsideen??? Innerlich komme ich nicht mehr zur Ruhe.
Am Anfang war mir ständig so zumute, dass ich dachte, Gott soll mich nehmen und ihm ein gutes Leben gewähren, ich habe das immer wiederholt, sehr schmerzlich für meinen Mann, wie er sagte, aber es war so.
Am Dienstag haben wir den Termin bei der Ärztin, mit der Verfolgung hätten wir auch noch leben können, aber als dann die Suizidgedanken kamen, ging es nicht mehr.
Im Moment lebe ich nach alter Alkoholikertradition immer nur für den einen Tag. Das reicht. Mehr geht nicht.
Ich hoffe, dass er sein Leben leben kann und etwas findet, was gut für ihn ist.
sharon
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Mona
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« Antworten #3 am: 16. April 2004, 08:49:29 » |
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@Karandash
Warum gehts du nochmal nich raus weil es dir unangenehm ist gesehen zu werden, weil du angst hast du wirst ausgelacht? Es ist mir sehr unangenehm, gesehen zu werden.
Habt ihr Kinder? Ich habe einen Sohn aus 1. Ehe (er ist jetzt 30). Mein Mann hat aus 1. Ehe eine Tochter, aus der 2. Ehe 3 Söhne. Die Tochter hat den Kontakt aufgenommen, die Söhne leider nicht. Wir beide sind jetzt seit über 20 Jahren zusammen - die Suizidversuche fingen so etwa vor 8 Jahren an (wir lebten da in Italien - 7 Jahre lang - und irgendwie waren die auch ein Grund für mich, zurück nach .de zu kommen, weil wir in .it keine Hilfe erwarten konnten).
...Vereine für Angehörige. Wo da liebe, vertrauen, Anlehnen können, Stolz bleibt........ Ja, das bräuchte ich!
Weißt Du, ich hoffe Du gehörst nicht zu meiner muttergeneration (bin mitte 30.) die kann und darf irgendwie nicht an sich denken. Ich fürchte, ich gehöre irgendwie dazu (bin gerade 50 geworden, fühl mich aber nicht so alt -!-). Offensichtlich sind wir so erzogen, dass erst andere wichtig sind und ganz zuletzt wir selbst. Aber ich arbeite dran.
@sharon Ich lebe nach dem Motto, ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert. Ich hoffe, dass ich diese Einstellung übernehmen kann!!!
...aber dann auch anfängt, Dinge zu vergessen, Passiert mir ständig.
Auch in der Beratung konnte man zwar drüber reden, aber irgendwie hat die uns noch mehr Angst gemacht, also weniger meinem Mann, aber mir. Das wäre für mich ganz schlimm, denn ich bin ohnehin voller Angst.
Immerhin hat mein Sohn heute geschafft, dass er zu seinem ambulanten Arzttermin entlassen wird,bin jetzt ruhiger, weil das da drin lief definitiv schief. Es kommt ja noch schlimmer bei mir: Als ich meinen Mann aus der Klapse rausholen wollte, damit er in diese Privatklinik kommen konnte, besprachen wir alles nochmal - was er den Theras sagen sollte (bzg. Einsicht gewonnen etc.). Er war voll einverstanden. Am nächsten Tag sprach ich in seinem Beisein mit dem Stationsarzt. Der sagte mir, dass sie ihn nicht entlassen könnten, da er ihnen am Morgen noch gesagt hätte, wenn er die Möglichkeit hätte, würde er jederzeit wieder versuchen, sich umzubringen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht.
Ich weiß wirklich nicht, was ich von dem Betrieb halten soll, sicher ist damit erstmal der Siuzid verhindert, aber sie müssen doch irgendeine Perspektive bieten, außer als Medikamentenleiche Tüten zu kleben. ...zumal Dein Sohn noch sein ganzes Leben vor sich hat! Mein Sohn hatte so mit 18 eine Ecstasy-Phase. Er wurde dann - im Nachhinein zum Glück - aufgegriffen und kam ins Gefängnis, hatte dort einen schlimmen Entzug und Einsichten. Jahre später hatte er immer noch einen Verfolgungswahn, war oft depressiv und mutlos. Er ging deshalb nie zu einem Arzt, versuchte auszuhalten und wenn es ganz schwer wurde, telefonierten wir (ich war damals schon in .it). Heute geht es ihm recht gut. Allerdings ist er sehr empfindlich und mißtrauisch anderen gegenüber.
weiß nicht, ob dir das spirituelle liegt. Liegt mir sehr. Ich mache seit vielen Jahren Reiki - habe auch meinen Mann immer behandelt. Es half ihm wohl auch akut, aber es ist offensichtlich so, dass, wenn sich eine Krankheit erst manifestiert hat, man sie auch mit Reiki nicht los wird. Oft habe ich ihn gefragt, ob er diese ganze "Scheiße", was wir Leben nennen, immer wieder durchmachen will. Denn ich glaube an die Wiedergeburt, und ich glaube daran, dass dieses Leben einen Sinn insofern hat, Lektionen zu lernen und daran zu wachsen. Beende ich dieses Leben, fängt der "Mists" von vorne an, bis ich gelernt habe. Aber offensichtlich ist mein Mann zu rational und kann meine Gedankengänge diesbezüglich nicht nachvollziehen.
Solange ich tätig bleibe geht es einigermaßen, Bis zu der o. a. Aussage meines Mannes war ich mehr als tätig, habe rumtelefoniert, gefaxt, gemailt. Seitdem jedoch halt ich es nur noch irgendwie aus. Wenn er nicht mehr will, was soll ich da tun?
Euch allen vielen Dank für Eure Tipps und Hinweise, die mich bereits zum Grübeln gebracht haben. Ich frag mich wirklich, warum ich mir ein so schwieriges Leben ausgesucht habe - eine Lektion hätte doch auch gereicht! ciao!
PS. Gerade eben rief er an (seitdem er im Rollstuhl sitzen kann, ruft er mich jeden Morgen an). Er meinte, dass er wirklich keine große Lust mehr hätte...
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Mona
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« Antworten #4 am: 15. April 2004, 20:13:01 » |
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@Karandash Hi Anja, auch Dir vielen Dank für die aufmunternde Antwort! Leider habe ich bisher nie besonders viel an mich gedacht - ob es mir gut geht, war eigentlich noch nie wichtig. Vielleicht ist es wirklich an der Zeit umzudenken, denn ich möchte nicht auch noch krank werden. Eine Frage hab ich noch (mich betreffend): Wir wohnen hier seit etwa einem Jahr, und in dieser Zeit war schon mehrmals die Polizei hier wegen der Suizidversuche meines Mannes. Die Konsequenz für mich war, dass ich mich nicht mehr raustraute. Ich hatte immer das Gefühl, beobachtet zu werden (hier kann man auch gut beobachtet werden: wir wohnen mitten in der Stadt, der Garten ist von zig Personen einsehbar). Mit dem Auto wegzufahren war weniger problematisch. Auch denke ich oft, dass alles ohnehin egal ist und verliere oft den Mut, habe Angst, bin traurig...Inzwischen zwinge ich mich regelrecht, rauszugehen. Manchmal schaff ich es, manchmal nicht. FRAGE: Bin ich schon krank oder ist mein Verhalten unter den gegebenen Umständen noch "normal"? Ich will einfach nicht glauben, dass ich deshalb schon eine Therapie benötige und hoffe sehr, allein klarzukommen (sicher auch, indem ich dieses Forum nutze und evtl. einige aha-Erlebnisse bekomme, die mich weiterbringen). Sicherlich kommt meine Abneigung gegen Ärzte auch daher, dass ich meinen Mann seit vielen Jahren mind. 1 x pro Woche zu irgendeinen Arzt bringen musste wg. seiner vielen Erkrankungen. Ein Kranker pro Familie reicht. Ich habe heute erfahren, dass mein Mann Dienstag in das andere Krhs. verlegt werden wird und hoffe sehr, dass dort die Kranken nicht auch nur "abgestellt" werden. PS. Wie kommt man denn an die Smilies ran? Viele liebe Grüsse 
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Antje1
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« Antworten #5 am: 15. April 2004, 00:03:41 » |
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Hallo Mona!
Herzlich willkommen im Forum!
Es sieht ganz so aus,als würdest Du psychotherapeutische Hilfe genauso dringend brauchen wie Dein Mann.....
Vielleicht ist er Dir gegenüber oft so agressiv,weil er sich durch seine halbseitige Lähmung ziemlich hilflos und überflüssig vorkommt.....ein Klotz an Deinem Bein sozusagen :-/
Den Angehörigen-Gesprächskreis würde ich ruhig mal antesten an Deiner Stelle.Wenn's Dir nicht zusagt,kannst Du ja wegbleiben! :-) Und evtl. könntest Du in der anderen Klinik,in die Dein Mann verlegt wird,sofort das Gespräch mit den Ärzten und Therapeuten suchen. Vielleicht besteht dort sogar die Möglichkeit,dass Du selbst dort ambulant psychotherapeutisch betreut wirst!
So sehr Du Dich auch jetzt um Deinen Mann sorgst,so darfst Du Dich selbst dabei nicht vergessen! Warte doch vielleicht erstmal ab,wie Deinem Mann die Klinik zusagt,und ob er Fortschritte macht.Er wird dort mit Sicherheit auch physiotherapeutisch behandelt werden.Es wird eine Weile dauern,bis die Antidepressiva greifen,aber vielleicht schafft er es ja,trotz seiner Behinderung wieder ein bißchen mehr Lebenswillen zu bekommen!?
Für's Erste ganz liebe Grüße Antje
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Antje1
Gast
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« Antworten #6 am: 15. April 2004, 00:13:35 » |
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Hallo Mona,ich nochmal :-)
Du schriebst: Was kann ich tun? Was braucht er? Wie soll ich ihn behandeln, über was mit ihm sprechen, ohne ihn zu verletzen.
Hast Du mal überlegt,ihm Deine Gedanken und Zweifel aufzuschreiben? Oder glaubst Du,das würde ihn in seinem jetztigen Zustand nur überfordern?
Ich frag nur so naiv nach,weil er ja eigentlich derjenige wäre,der Dir diese Fragen (unter Umständen)am allerbesten beantworten könnte!
Nochmal liebe Grüße (doppelt hält besser) :-) Antje
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sharon
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« Antworten #7 am: 15. April 2004, 07:51:41 » |
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Hallo Mona, ich kenne diese Situation mit meinem Sohn, der zur Zeit in psychiatrischer Behandlung ist, weil er auch einen Suizidversuch machte.
Er hatte nach jahrelangem Cannabiskonsum eine Psychose.
Auch mich nimmt das exrtem mit. ich habe nicht das Gefühl, dass dort in der Psychiatrie viel für ihn getan wird,das erste Medikament mit dem er ganz gut klar kam wurde abgesetzt, weil die Leberwerte zu schlecht waren. Das jetzige verträgt er garnicht, und da war er vorher besser beisammen mit Psychose als jetzt mit dem Medikament. Wenn du einen Arzt sprechen willst muß man oft den ganzen Tag hinterherrennen.
Dann sind sie nicht geprächsbereit, sondern sagen, es geht nach Lehrbuch und nicht nach dem individuellen Menschen. Wir tun alle, was wir können, fahren jeden Tag dahin und bringen eigenes Essen, weil das da drin so schlecht ist.
Ich frage mich auch, wielange ich das durchhalten werde,wenn er jetzt bald entlassen wird auf einem Medikament,mit dem er durch die Gegend wankt und seinen ganze Persönlichkeit verloren hat. Ich suche Ärzte, ambulant, weil auch mein Mann sagt, dass da drin Hopfen und Malz verloren ist, und dass es nicht mal lohnt dort noch was zu sagen.
Ich suche im Internet über Medikamente und wache jeden Morgen mit starker Angst auf, weil ich überhaupt keinen Weg daraus sehe. Da kam ich viel besser zurecht, wenn ich selbst betroffen war, als mit dem Angehörigenstatus.
Ich spüre seine Schmerzen oft als wären es meine, obwohl ich weiß, dass das nicht richtig ist. In der Nacht liege ich wach, und es quält mich furchtbar,weil er ist ja noch jung, und hat das Leben noch vor sich, ich hoffe, eine Lösung wird sich finden,
das hoffe ich auch für dich, Mona, wenn es sein muß, muß ein Wunder her, sharon
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die sehnsucht schweigt
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Mona
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« Antworten #8 am: 15. April 2004, 08:40:07 » |
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@antje1 Danke für Deine Antwort! Da ich von Psychiatern etc. wirklich "die Nase voll" habe, gehe ich sporadisch zu Gesprächen zum Diakonischen Werk. Es hilft schon, wenn man erzählen kann... Nein, es ist so, dass ich mich einfach überfordert fühle und ausgepowered. Und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich denk schon, dass ihn alles belastet, was ihn bedrücken könnte. Das ist ja offensichtlich immer sein Problem gewesen. Also muss ich irgendwie klarkommen. Ich würde gerne mal, ohne mir ein schlechtes Gewissen machen zu müssen, zu Hause bleiben, da ich noch 3 Hunde und 2 Katzen zu versorgen habe, die wirklich zu kurz kommen (wenn ich 3 Std. in der Klinik bleibe, bin ich etwa 5 Stunden weg - wegen der Fahrtzeit). PS. In der neuen Klinik findet nur Psychotherapie statt - an Krankengymnastik etc. ist nicht zu denken.
@sharon Auch Dir vielen Dank! Ich hätte nie gedacht, dass man durch Cannabis an eine Psychose geraten kann! Du sprichst mir aus der Seele: Die Psychiater geben einem das Gefühl, dass man ohnehin nichts zu sagen hat. Es ist so, dass offensichtlich Medikamente angetestet werden und sonst nichts. Die Leute sitzen den ganzen Tag herum und warten, dass er vergeht. Ich kenne die meisten Insassen jetzt 5 Wochen: Am Anfang ging es ihnen gut, sie sahen gepflegt aus, man konnte sich mit ihnen gut unterhalten etc., doch mittlerweile vegetieren sie nur noch so dahin. Auch das belastet mich sehr. Die Leberwerte meines Mannes sind auch sehr schlecht. Es wird allerdings behauptet, dass der jahrelange Medikamentenmissbrauch dies verursacht und nicht die jetzige Behandlung. Ferner behauptet der Stationsarzt, dass die Luxationen des Hüftgelenkes dadurch ausgelöst wurden, dass mein Mann von einem Rollstuhl aufstehen wollte - nur: wie kann man das mit einer Halbseitenlähmung? Die Aussage meines Mannes, er sei fallengelassen worden, sei nicht relevant, da er ja ohnehin nicht voll da war.
Es ist wohl so, dass wir auf Wunder hoffen müssen!
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Karandash
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« Antworten #9 am: 15. April 2004, 13:42:08 » |
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Ohje Mona ,
die Klinik ist Mist so ist dein Eindruck vermehrt durch die Angst das Fehler gemacht werden, die du dann ausbaden musst und ihr. Hmh, Wenn der Stationsarzt seine eigenen Patienten entmündigt. Gibt es in dieser Klinik jkeine Sozialarbeiterin, Seelsorgerin, eine von den schwestern....alle sind nie schlecht.ich wünsch dir so sehr das du deine Sorgen abladen kannst.
Mach dir ne Liste was ist dir am Wichtigsten und wer kann mir helfen..... Klar ist der Patient nicht stabil und wird mobilisiert nutzt er die Kraft um als nächstes zum fenster zu kommen...habe ich selber erlebt. Abner du hast größere Eingriffsmöglichkeit als du denkst du musst dich nur informieren , einteilen, und klar durchziehen auch gegen die Autorität die meisten machen das nicht aus bösem Willen sondern aus ...weil es immer schon so wahr.
Und bleibe einfach zu Hause, kümmer dich um deine Tiere mal ne Pause...ich glaube für deinen mann ist es nicht so schlinmm, wie für Dich und oder ihr könnt ja auch telefonieren. Es gibt viele Ansätze Menschen aus seelischen Krisen zu holen, aberr seelchen retten ohne Körper..........Himmel das sind halt die Grenzen . Weißt du Mona das Diako. hat vielleicht auch Hilfe für dich zum Ausquatschen...jemand der mit nach ner Alternative sucht. Die Therapie habe ich auch mehrfach in Kh boykotiert, habe auch Eltern geraten, aber nur wenn ich mir sehr sicher war das das was ich sage richtig ist. ZB ich war mit hannah im KH wegen Lungenentzündung sie war 4 Monate ich habe durchgekämpft das ich drin blieb ausserdem war auch ich völlig am ERnde. Im Nachbarzimmer ist mir ein Junge aufgefallen der hat immer zeter und Mordio geschrien...die Mutter hat sich irgendwann mal überwunden und mich angesprochen. Ob es normal wäre ihr Junge ist so ruhig..ich gab ihr dann den Tip rauszubekommen was er bekommt. Ein beruhigungsmittel dannach brach sie völlig zusammen. Ich habe ihr Infos angeboten und sie zur diako geschickt dort holte sie sich Hilfe und konnte beim Baby bleiben. dann sagte ich ihr das ich raus darf und nach der akuten Phase frische Luft balsam ist...... schnapp packte sie ihren Sohn und durfte auch raus. Es war für sie immernoch schwer aber erträglich.
Bei dir Mona versuch es zu sortieren und gebe dem Wunsch auch mal nach zu Hause zu bleiben...schick jemand anderen hin z. B. Du brauchst Karft und nicht nur bis übermorgen. Die Diakonie ist eine Möglichkeit nutze sie.............und vielleicht kannst du deinem Mann einfach sagen schatz ich kann nicht mehr ich bleibe heute das schlechte Gewissen kannst du dann hier erzählen ein kleines bisschen und dann schicken wir dich zum Fussbad oder ne Runde mit Hund. Du spürst deine akkus und das sind gut...die dinger piepsen gerade heftigst los........ ich war selber mal komplett abgeschaltet, aber das ist ne andere geschichte.
Einen Kirschzweig in ne Vase stell ich hin, Dich in nen Stuhl setz und erstmal Ruhe - denn du wo du bei so ner geschichte bleibst..................halt das karussell an STOPP was will ich MOna jetzt--------Und so ne Geschichte in der Familie ist immer auch was habe ich , was bin ich, was ist durch mich............ Dein mann ist äusserlich in ner riesenklemme, aber Du auch und das vergessen die meisten schulmediziner das Umfeld mit zu pflegen. Alle sind aber nicht so ganz bestimmt nicht.
So Ihr beiden Frauen klinkl mich mal wieder aus und liebe Grüße an D. Sharon........euch beiden viel Kraft
Anja
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Karandash
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« Antworten #10 am: 15. April 2004, 20:30:05 » |
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Das zu beurteilen ist nicht mein Ding liebe mona, aber das irgendwas nicht stimmt merkst Du ja. Na ja der eine Kranke beschäftigt Dich ganz schön und deine Abneigung gegen Ärzte ist nur zu verständlich.... Warum gehts du nochmal nich raus weil es dir unangenehm ist gesehen zu werden, weil du angst hast du wirst ausgelacht?
Mona Du kannst auch erstmal irgendwo anfangen Dein Leid zu klagen , wo und bei wem du Hilfe findest ist nochmal was anderes. Und das machst Du ja! Was immer dein Mann auch hat.....ich denke du darfst und musst an Dich denken. Habt ihr Kinder? Weißt Du Mona...versuche einfach zu schreiben Luft zu bekommen. Egal ob du krank oder erschöpftr oder was auch immer bist, ich glaube du brauchst mal ne Bestandaufnahme. Mal raushopsen und oben drauf schauen. Das eine Partnerschaft mit einem psychisch Kranken schwer fällt......ich erlebe es in meinem Umfeld. Ich sage dir nur es gibt hier einige die es direkt betrifft oder Wolfgang frag ihn mal der kennt bestimmt Vereine für Angehörige.
Wo da liebe, vertrauen, Anlehnen können, Stolz bleibt........
Weißt Du, ich hoffe Du gehörst nicht zu meiner muttergeneration (bin mitte 30.) die kann und darf irgendwie nicht an sich denken. Ich weiß das ich nur noch zittern würde lebt er morgen noch....wie lange machst du das schon. Nun ruhe dich aus! Wenn du merkst jetzt will ich Hilfe bekommst du sie oder zumindestens Infos..... Liebe grüße Kara
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sharon
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« Antworten #11 am: 15. April 2004, 21:26:21 » |
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hallo, Polizei hatte ich auch wegen dem Suizid, auch schon vorher wegen Cannabisrazzien, und einmal wegen angedrohtem Amoklauf auch von meinem Sohn in der Schule, aber ich bin zwar selbst betroffen mit Angst und Panik, aber so wie ich gestrickt bin, ist mir das mit der Polizei völlig egal.
Ich lebe nach dem Motto, ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert.
Aber im Ernst, der dauernde Druck, denke ich sucht sich ein Ventil in irgendeine Richtung, das spüre ich auch bei meinem Mann, der sehr stabil ist psychisch, aber dann auch anfängt, Dinge zu vergessen, oder herumzuschreien. Deshalb mußt du dich nicht gleich als selbst psychisch krank einstufen. Ich war auch bei der caritas wegen Angehörigengruppe, kommt wahrscheinlich drauf an, die hatten nicht so das wahre. Auch in der Beratung konnte man zwar drüber reden, aber irgendwie hat die uns noch mehr Angst gemacht, also weniger meinem Mann, aber mir. Wir haben 3 unterschiedliche Diagnosen und damit Prognosen,d.h. halt maximale Unsicherheit.
Immerhin hat mein Sohn heute geschafft, dass er zu seinem ambulanten Arzttermin entlassen wird,bin jetzt ruhiger, weil das da drin lief definitiv schief. Sie hätten noch Tagesklinik angeboten mit Tüten kleben oder Stanzen,mein Mann hat dann gesagt, mein Sohn ist Abiturient, da haben sie gesagt, damit haben wir hier kaum Erfahrung, das ist nur 1 Prozent.
Ich weiß wirklich nicht, was ich von dem Betrieb halten soll, sicher ist damit erstmal der Siuzid verhindert, aber sie müssen doch irgendeine Perspektive bieten, außer als Medikamentenleiche Tüten zu kleben.
Da wird man doch immer deprimierter.Schule weg, und dann da sitzen und nix, das wäre ja für jeden schwer.
Ich habe viel telefoniert, um mich zu entlasten, habe ein paar gute Freunde, sogenante Krisenhelfer. Habe mit einem Pater geschrieben, weiß nicht, ob dir das spirituelle liegt. Auch einen Astrologen befragt, der mir früher mal sehr geholfen hat.
Solange ich tätig bleibe geht es einigermaßen, sharon
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ich kenne das helle ich kenne das dunkle
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Karandash
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« Antworten #12 am: 16. April 2004, 09:15:37 » |
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Na toll und was soll man bzw. Frau mit solch einem Anruf machen........er bindet Dich ...... wie auch immer das es nicht zuviel wird Mona. Ihr habt in Italien gelebt.........wie ist es dir dort ergangen. Ihr habt viel zusammen gemacht, da darf man nicht kneifen wenn die kacke am dampfen ist......stimmts.........aber dich der tatsache zu schämen das dein Mann so zerissen zwischen allem lebt! Sag mal ist er Schmerzpatient gewesen.
Weißt du meine Mutter ist jetzt 61 geworden und sie sagt immer ich will nicht noch mal ans eingemachte ran.........lachhaft und icvh bete nur immer .......lass sie nicht zutief fallen, wenn ein Einschnitt kommt und lass mich weit genug weg sein. Das du deinen Mann therapiert hast??? Mona setz dein wissen erstmal für dich ein Du darfst das , Du musst das sogar......... Es gibt einen Zustand der nennt sich in der Schulmedizin Erschöpfungssyndrom. Mut mach vielleicht bist du einfach nur max gefordert und erschöpft. Bei mir war das so.........dahinter steht meine Geschichte. Mona was würde passieren, wenn Du sagst ICH will So nicht mehr!!
Du kannst deinem Mann nicht wirklich seine Last abnehmen, man täte es so gern stimmts. Aber es geht nicht.
Liebe grüße Kara
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Mona
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« Antworten #13 am: 16. April 2004, 10:56:00 » |
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@kara
Du sprichst mir aus der Seele. Nach dem Anruf dachte ich nur: und wer fragt mich, ob ich noch große Lust habe?
Oft denke ich: Schnapp dir deine Tiere und lauf weg. Okay, ich denke es nur.
In .it gab es das Problem, dass nur ich italienisch spreche - es mußte alles übersetzt werden und auch ansonsten mußte ich immer ran. Wir haben 6 Jahre in den Marken gewohnt (3 Jahre davon ganz einsam, ich mehr oder weniger allein, da mein Mann immer noch darum kämpfte, Frührentner zu werden und nur im Urlaub runterkam. Oft habe ich wochenlang nicht einen Menschen gesehen - darum habe ich nun die vielen ausgesetzten Tiere). Na ja, es hatte auch ein Gutes: Da ich in den ersten Monaten weder Radio noch Fernseher hatte, las ich sehr viel und lernte dadurch viel über mich. Über Bachblüten kam ich zum Reiki, zur Meditation, auch zu Gott... aber Du wolltest wissen, wie es dort so war. Nach den 3 Jahren Einsamkeit war mein Mann endlich Frührentner und kam auch - er hatte sich vorgestellt, den Rest seines Lebens in .it zu verbringen, auch wegen der Temperaturen. Auf mein Drängen hin zogen wir um - ich hielt die Einsamkeit nicht mehr aus, obwohl er ja jetzt da war. Ich bin eigentlich ein extrovertierter Mensch. Wir zogen so 200 km weiter in einen Luftkurort, der vor allem von Italienern frequentiert wurde. Im Sommer war jeden Tag Fest, im Winter war nichts los. Der Ort liegt noch in den Marken, aber an der Grenze zur Toskana. Es war sehr sehr schwer, Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen. Alles blieb oberflächlich - die großen Familienverbände dort wollen einfach keinen engeren Kontakt zu anderen. Eine einzige Freundin (wirklich eine Freundin) habe ich immer noch aus dieser Zeit. Wir telefonieren oft. Na ja, das letzte Jahr zogen wir weiter runter nach Puglia. Mein erster Mann ist von dort (vor 25 Jahren lebte ich schon einmal für 3 Jahre da unten). Also dachte ich: ich kenne die Mentalität, daher denke ich, dass wir dort mehr Anschluß an die Bevölkerung finden können. Ich hatte nur vergessen, dass inzwischen viel Zeit vergangen war. Die Leute dort unten jagen nur hinter dem Geld her. Ganz wenige trafen wir, die anders waren (meistens waren sie mit Deutschen oder Schweizern verheiratet). Selbst meine Ex-Verwandten waren nur nett, wenn Geschenke kamen. Z. B. gaben wir ein großes neues Auto ab für einen gelähmten Jungen in der Ex-Verwandtschaft. Zusammenfassung: Wenn man oberflächliche Begegnungen mag, kommt man in .it gut zurecht. Ansonsten ist man eigentlich ziemlich allein.
Ich habe meinen Mann nicht therapiert - ich hab ihm nur Reiki-Behandlungen gegeben. Reiki macht ruhig, ausgeglichen, ja auch fröhlich und zufrieden. Da er ja ständig Schmerzen hat: es lindert auch die Schmerzen, manchmal sind sie für eine Zeit ganz verschwunden. Man bekommt neue Energie durch Reiki. Täte mir auch ganz gut, nur im mom fühle ich mich viel zu zerrissen...
Es wird - hoffentlich - jetzt endlich eine Schmerztherapie stattfinden. Das war ja immer das Dilemma: ständig schluckte er irgendwas und oft wohl auch zu viel (leider ist er Arzt, somit kommt er an alles ran). Wenn ich sagte, nimm doch weniger Medikamente, meinte er nur: wenn du diese Schmerzen hättest...
Heute werde ich ihn fragen, wie er denkt, dass ich mich fühle, wenn er mir immer wieder erzählt, er hätte keine Lust mehr.
ciao Kara
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« Antworten #14 am: 16. April 2004, 18:58:38 » |
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Was du schreibst, das ist der Knackpunkt, dass du mit im Gefängnis warst und mitstirbst , das ist bei mir immer so, sogar wenn eins meiner Tiere leidet. Mein Mann meint, da felht eine Grenze, weil er leidet auch, aber nicht so, er hat Distanz. Auch meine Tochter, die sehr viel für ihren Bruder tut, aber sie bleibt auch bei sich.
Ich habe schon oft überlegt wie ich diese Grenze bekommen kann, aber es geht nicht. Ich habe auch schon Therapie gehabt, aber das ist immer so geblieben-.
Mein Hund stirbt und ich mit, ich weiß nicht, wie man das einschränken kann, dass man für den anderen da ist, aber sich nicht so verliert im Schmerz.
Das ist der tiefste Punkt, wenn ich das mit dieser Grenze besser hinbekäme, wäre alles leichter. Vielleicht ist es nicht mal für die Betroffenen so schlimm, wie ich es empfinde. Immer sehe ich das leidende Wesen, bei meinem Sohn den kleinen Jungen und es ist aus.
Typischerweise habe ich dann Hautkrebs, malignes Melanom bekommen, wenn man darüber mal so nachliest, Haut ist Grenze.
sharon
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Mona
Juniormember
 
Beiträge: 13
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« Antworten #15 am: 16. April 2004, 19:19:26 » |
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hi sharon, Du sagst es: Haut steht für Grenze. Offensichtlich sind wir beide nicht in der Lage, uns abzugrenzen, uns zu schützen. Ja, ich leide auch mit, wenn eines der Tiere krank ist oder gar stirbt. Als einer meiner Hunde starb, trauerte ich viele Monate lang. Inzwischen gehts etwas besser mit einem Trick: wenn ein Tier gehen muss hinter den Regenbogen, macht es für ein anderes Platz. Dieser Trick klappt bei den Tieren...
Ich glaube, ich könnte nie einen pflegenden Beruf ausüben eben wegen dieser Dünnhäutigkeit.
Ich habe mich in diesen Tagen quer durchs Forum gearbeitet und oft weinen müssen - es ist schlimm, aber wohl nicht zu ändern.
Ach ja: Heute war ich nicht in der Klinik. Ich fühle mich aber nicht besonders wohl dabei. Ich stell mir halt vor, dass er da ganz allein gesessen hat...
Ich frage mich ständig und immer öfter, warum ich in dieser Situation stecke, was ich daraus lernen soll. Geht es Dir auch so, dass Du Dich oft fragst, welchen Sinn Du aus Deiner Situation entdecken sollst?
Welche Tiere hast Du?
"mona"
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sharon
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« Antworten #16 am: 16. April 2004, 19:35:33 » |
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hallo Mona, stell dir mal vor, bei den Tieren mache ich es auch so, es kommt ein neues, so schnell wie möglich. Im Moment drei Katzen und 13 Kaninchen, würde auch noch einen Hund holen, aber weiß nicht, ob meine Katzen ihn tolerieren.
Bei Menschen geht das einfach nicht. ich könnte auch nicht im Krankenhaus oder so arbeiten. Und das andere ist auch so, wenn ich David nicht besucht habe oder keine Kochorgie veranstaltet für ihn, fühlte ich mich auch nicht gut.
Und das frage ich mich auch, was soll ich daraus lernen. Sogar der Pater hat mir geschreiben, sorgen sSie sich nicht so um sein Leben, er ist in Gott, wenn er nicht leben will können Sie es nicht ändern, Sie können nur beten, dass seine gesunden Anteile überwiegen.
Da war ich direkt enttäuscht über den Pater, mein Mann sagte dann auch, er hat aber recht.
Mein Mann sagt auch, ich soll Grenze lernen, das wäre die Aufgabe. Zuviel Kinder, zuviele Tiere, keine Abgrenzung, keine Grenzen für die Kinder, jetzt die Folgen davon. Der Cannabiskonsum etc. Thorwald Detlefsen hat mirmal gesagt, ich hätte Macht mißbraucht in einem anderen Leben als Person, die eingeweiht war und das müßte ich in seiner Reinkarnationstherapie bearbeiten, wollte ich dann lieber nicht. Aber ich habe schon tief in diesen Fragen herumgewühlt.
Hat mir dann nochmal ein anderer gesagt, ganz ähnlich. Nützt ja auch nicht viel.
Habe auch kürzlich ein Buch bestellt, die Heilung der BLutlinie, weil ich väterlicherseits belastet bin, mit viel Alkoholikern und Durchdreherei.
Du hast es ja eher angeheiratet, bei mir sind es die eigenen Gene.
sharon
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Mona
Juniormember
 
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« Antworten #17 am: 17. April 2004, 08:58:06 » |
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Hi sharon,
Kaninchen hatte ich noch nie, dafür aber in .it einen Waldkauz und 3 KZ-Hühnchen, ja und dazu immer viele Katzen und Hunde. Von den Tieren habe ich sehr sehr viel gelernt.
Ich finde mittlerweile, dass das, was der Pater zu Dir gesagt hat, der Wahrheit entspricht. Kurz nachdem mein Mann auf der Intensiv lag, sagte unser Hausarzt zu mir, es wäre besser gewesen, wenn er gestorben wäre (auch meine Schwester sagte das). Diese Aussagen haben mich fast umgehauen zu diesem Zeitpunkt. Inzwischen kann ich zumindest verstehen, was sie meinten. Es war offensichtlich nicht böse gemeint, sie dachten halt nicht an meine Gefühle, sonders eben an ihn - wie er leiden würde.
Ist schon möglich, dass Du in diesem Leben das Thema "Abgrenzen" hast. Meine Lebensaufgabe habe ich noch nicht rausgekriegt, immer noch nicht.
Der Name Thorwald Detlefsen kommt mir irgendwie bekannt vor. Wer ist das?
Ich habe mir gestern Hypnosekassetten bestellt, eine ist eine Rückführung. Vielleicht lerne ich mich dadurch besser kennen. Vor vielen Jahren hatte ich mal eine Hypnosetherapie, eigentlich, um mit dem Rauchen aufzuhören. Aber was ich da so nebenbei erfahren habe, war sehr aufschlussreich. Im übrigen hörte ich tatsächlich - ohne Entzugserscheinungen - mit dem Rauchen von heute auf morgen auf. Für genau 3 Monate. Dann kam mein Sohn ins Gefängnis, und ich sagte mir, was solls, und fing wieder an. Ziemlich dämlich, ich weiss.
Gerade habe ich mit meinem Mann telefoniert. Heute geht es ihm offensichtlich wieder ganz gut. Im mom hat er nur Nackenschmerzen, sagt er. Ich frag mich wirklich, ob dieses Auf und Ab charakteristisch ist für die Erkrankung? Gestern hab ich sehr viel rumgesucht im Netz, aber nichts dergleichen gefunden.
Wann genau kommt Euer Sohn wieder nach Hause?
Viele Grüsse!
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