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Autor Thema: In der Therapie  (Gelesen 1510 mal)
Henne
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Beiträge: 20


« am: 16. Juli 2005, 17:15:15 »

Hallo!

Ich mache derzeit eine Therapie und dazu habe ich eine Frage.

Ich neige prinzipell dazu in einem "schweren Stil" von mir in der Therapie zu erzählen. Ich bleibe zum Beispiel immer auf einem sehr abstrakten Niveau oder, was mir auch gut gelingt, ich spreche recht schnell ein anderes "wichtiges" Thema an, fals mir das eingentliche Thema zu konkret wird (lenke also ab). Es fällt mir schon schwer davon zu erzählen, was so gestern Abend gemacht habe. Auch wenn ich nur etwas gegessen habe oder Fern gesehen habe. Ich kann es nicht erzählen, weil es mir einfach unangenehm ist, weil ich von mir ein anderes Bild abgeben möchte. "Am Abend müssen einfach andere Dinge passieren". Sollte ich ich mich selber befriedigt haben (ich lebe halt alleine), dann werde ich über diesen Abend einfach nicht sprechen. Gerade Themen die mit Sexualität zu tun haben sind völlig tabu, weil es für mich den Anschein hat, dass das etwas völlig unnormales ist.

Für mich stellt sich die Frage, wie viel kann man überhaupt in einer Therapie besprechen bzw. was sollte man nicht erzählen.
Ist es prinzipiell möglich über alles mit seiner Therapeuten zu sprechen? Irgendwie würde das vieles vereinfachen, trotz der Furcht nicht akzeptiert zu werden.

Wäre nett, wenn du dir dazu etwas einfallen würdest

Viele Grüße
Henne

[Editiert am 16/7/2005 von Henne]
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Seoul
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J. Dean


« Antworten #1 am: 16. Juli 2005, 18:32:21 »

Das würde mich auch einmal interessieren.

Denn sobald ich mit anderen, fremdenMenschen in einem Raum bin, sage ich nichts mehr. Kein Wort - das kann ich wenn erforderlich Stunden lang aushalten.

Etwas erzählen bedeutet für mich, mich auszuliefern.

Hier kann ich es, ist anonym und ich bin mit keinem Menschen in einem Raum. Ich kann mich jederzeit einfach zurückziehen etc.....
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Alue
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« Antworten #2 am: 16. Juli 2005, 21:50:12 »

Hallo Ihr Zwei,

ja, das kenne ich auch sehr gut. Gegenüber anderen Menschen bin ich immer sehr kontrolliert und achte darauf (oft ganz unbewusst), wie ich nach außen wirke. Das setzt sich natürlich auch in Therapiesitzungen fort.

Grundsätzlich sollte es eigentlich so sein, dass man einem Therapeuten alles erzählt/erzählen kann. Ob ich das selber kann ist eine andere Frage, der Therapeut sollte aber ohne Wenn und Aber alle Äußerungen erstmal neutral zur Kenntnis nehmen.

Henne, hast Du schonmal mit Deinem Therapeuten (Mann oder Frau??) genau über dieses Thema gesprochen, nämlich dass Du Schwierigkeiten hast, über alles ganz offen zu sprechen?

Gruß
Alue
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Henne
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« Antworten #3 am: 16. Juli 2005, 23:39:30 »

Hallo Alue!

Ja, es ist richtig, dass ich mit meiner Therapeutin darüber sprechen muss.

Ich glaube auch, dass es richtig ist, gerade mit einem Arzt wirklich über alles sprechen zu können bzw. sprechen zu dürfen, da ich wegen Problemen dort hin gehen und ich dort die Dinge ansprechen muss, die mich halt stark beeinflussen.
Das Problem, dass ich nicht so gut über mich sprechen kann, betrifft ja nicht nur die Therapie. Es ist ja im "wirklichen Leben" genauso, dass ich meine Interessen gegenüber anderen nicht durchsetzen kann, nichts von mir erzählen kann, weil ich ablehnende Reaktionen befürchte etc.

Tja, wenn ich so darüber nachdenke, sehe ich nur die Mutlosigkeit oder Feigheit von mir.
Auch das Problem liegt einfach nur an mir. Ich werde, wenn ich es nichts neues anspreche, nichts ändern. Da muss ich einfach über alle Ängste (wie Ablehnung, wie Ängste vor Ohnmacht, Krankheit etc) einfach überwinden und ich hoffe wirklich, dass ich neue Erfahrungen mache.

Im Prinzip ist es auch das, was ich dir sagen würde Seoul. Was erreichst du, wenn du schweigst? Wird es dadurch besser? Die Gründe warum du schweigst, sind vielfältig, sie erscheinen alle als wahr, aber was ändert sich wirklich? Bleibt man dann nicht in einem Laufrad?

Montag habe ich wieder einen Termin (den letzten vor den Sommerferien) bei meiner Therapeutin und ich hoffe, dass ich ein bisschen was von dem ansprechen kann, was mir zu schaffen macht.

Bis dann, viele Grüße
Henne
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andrea
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« Antworten #4 am: 17. Juli 2005, 07:04:16 »

Hallo Henne,

ich kenne das auch..
ich würde das nicht als Feigheit sehen, es gibt Gründe für deine Ängste, auch wenn sie dir vielleicht nicht bewusst sind, ich würde als erstes auch erstmal diese Ängste zum Thema machen, ich glaube das ist ein ganz wichtiger Punkt, wenn du sie nur überwindest und wegschiebst, übergehst du diesen Teil von dir und die Erfahrungen, die dazu geführt haben..
was für eine Therapie machst du denn, wenn ich fragen darf?

liebe Grüsse,
andrea
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Henne
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« Antworten #5 am: 17. Juli 2005, 19:04:07 »

Hallo Andrea!

Ich mache einmal eine Gesprächstherapie und gleichzeitig auch eine Gruppentherapie. Die Gruppentherapie mache ich aus dem Grund, weil ich seit 7 Jahren sehr alleine lebe und auch schon davor sehr alleine gelebt habe (ich gehe wirklich nur zur Arbeit und sonst nichts).

Dass was mich treibt alleine zu bleiben und das was mich dazu teibt so in der Therapie zu agieren, hat sicherlich ähnliche Gründe. Nur daran zu kommen ist nicht so leicht.
Ich glaube auch, genau wie du es gesagt hast, dass man versuchen sollte, die Gründe für das Verhalten zu finden. Aber wie soll das gehen?

Ich bin leider auch geplagt von eine, ja, brutalen Zerrissenheit. Das beduetet, dass ich mich eigentlich nur eine Sekunde auf ein Thema konzentrieren kann und dann wird alles auseinander gesprengt und ich weiß fast gar nicht mehr worüber ich gerade nachgedacht habe und was ich gerade gefühlt habe. Es ist wie ausgelöscht. Leider, leider. Und so komme ich einfach nicht weiter. Mir ist schon klar, dass ich nach einem Grund suchen sollte, warum ich so Zerrissen bin, aber auch wieder: Wie soll man das machen?

Gerade über den letzten Punkt bin ich schon recht verzweifelt.

Viele Grüße
Hendrik
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andrea
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« Antworten #6 am: 17. Juli 2005, 20:09:17 »

Hallo Hendrik,

Gesprächstherapie ist schon mal gut, weil in eine Verhaltenstherapie würde sowas garnicht hinpassen. Ja, ich denke, als erstes deine Ängste Ernst nehmen und dich nicht deswegen noch selber schlecht machen. Dann-viel grübeln bringt glaub ich nichts, es bringt auch nicht viel meiner Meinung nach, wenn dir der Psychologe deutet warum das so ist, am besten ists du kommst selber drauf. Ja wie, ich glaube einfach hinschauen und zulassen-was meine ich, z.B. was fühle ich, wovor hab ich genau Angst, was befürchte ich usw., so dass es dir nach und nach bewusster wird, der Therapeut/in kann und sollte dir natürlich dabei helfen. Ich weiss nicht, ob dir schon mal die Bücher von Peter Lauster über den Weg gelaufen sind, der beschreibt das ganz gut und überhaupt nicht kompliziert (hat auch eine Website). Und wenn das in der Therapie nicht geht, kannst du es auch erstmal alleine versuchen, vielleicht gehts dann erstmal leichter. Aber ist leichter gesagt als getan, aber ich persönlich glaube, nur so kommt man weiter-es sei denn man macht eine Verhaltenstherapie, dann kümmert man sich überhaupt nicht um die Ursachen, wäre auch noch eine Variante.

ich wünsche dir alles Gute,
liebe Grüsse

andrea
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Henne
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« Antworten #7 am: 17. Juli 2005, 22:27:02 »

Hallo noch einmal!

Es ist wirklich eine Arbeit mit der man dann anfängt und ich habe auch bemerkt, dass man sich nicht entmutigen lassen darf. Entmutigen tun mich so Gedanken wie, dass das alles so oder so nicht klappt. Was in Ordnung ist, ist wenn man sauer oder traurig wird über das, womit man sich beschäftigt.
Leider lebe ich so krass alleine. Ich bin ziemlich freudlos und auch ziemlich negativ gegenüber vielem eingestellt. Habe immer (täglich mehrfach) Angst und vor allem Zweifel. Zweifel an mir, Zweifel an anderen Menschen. Es ist wirklich traurig. Dann noch diese vielen Gedanken(stücke). Wenn ich meine Augen zu mache und einfach meine Gedanken laufen lasse, denke ich pro 2 - 3 Sekunden etwas und dann etwas völlig anderes. Beispielsweise denke ich an eine bestimmte Straßenecke und im nächsten Moment fange ich mit jemanden an (gedanklich) zu sprechen. Auch macht mich dieser Zustand einfach nur wütend. Ich will so etwas nicht haben.
Aber es gilt das, was ich geschrieben habe: Ich darf mich nicht entmutigen lassen.
Worüber schreibt denn der Peter Lauster? Welches Buch hast du schon gelesen?

Viele Grüße und einen schönen Abend
Henne
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Schmetterling
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« Antworten #8 am: 19. Juli 2005, 14:07:03 »

Hi Henne,

ich denke, Du solltest Dir Zeit lassen und Dich nicht selbst unter Druck setzten.
Wenn Du mit Deiner Therapeutin gut klar kommst, wirst Du eines Tages das Bedürfnis haben, das anzusprechen, was Dich bewegt; was immer es auch ist.
Über irgendetwas redet ihr doch auch jetzt, oder?

Hat Deine Therapeutin Dich denn schon einmal darauf angesprochen, dass es an der Zeit wäre, tiefergehende oder die Sexualität berührende Themen anzugehen? Wenn nicht, kannst auch Du Dir noch Zeit damit lassen. Zumindest kenne ich diese Vorgehensweise so von meinem Therapeuten.
Auch ich war manchmal ungeduldig, weil ich glaubte, dass nichts so richtig vorwärts geht. Aber manchmal geht mehr vorwärts, als man glaubt...

Schmetterling
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Trolli
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« Antworten #9 am: 19. Juli 2005, 15:03:42 »

Hi Henne,

mein Vorschlag wäre es aufzuschreiben und dann genau ablesen. Das mache ich auch mit einigen Sachen. Letztens habe ich auch so ein Thema gehabt und sagte meiner Therapeutin auch, dass es mir peinlich ist und ich mich schäme. Sie hat mich so lieb aufgemuntert, dass ich es erzählt habe. Ich kam mir zwar vor wie ein kleines Kind aber was ist schon dabei. Hat mich ja keiner gesehen :-) Nur sie.

Viel Erfolg und alles Gute.

Karina
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Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her...
Kiramarie  
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« Antworten #10 am: 19. Juli 2005, 16:39:25 »

hallöchen henne...
also ich denke mal du solltest auch ein so grosses vertrauen zu deiner therapeutin habe .....das du ihr auch wirklich alles erzählst...weil nur so kann eine therapie erfolgreich sein.....
wenn du mit deine gedankengänge  probleme hast  dann versuche sie wirklich mal wie trolli sagt auf zu schreiben  mir hat das auch sehr gut geholfen....wenn ich ehrlich bin war ich auch ziemlich schüchtern immer  erst durch den  chat hier und das forum habe ich gelernt  mich zu öffnen und über meine probleme zu sprechen....
weil ich weiß hier sind  die leuten so wie ich und haben selber probleme und hier werde ich verstanden....aber ich setze mich auch einfach zu hause hin und schreibe meine gedanken auf ....und habe sie einfach zu  meiner nächsten thera mit hingenommen  damit mein therapeut  lesen  konnte was ich vielleicht so nicht rüber gebracht  kriege
nein du solltest immer weiter kämpfen und dir aber auch die benötigte zeit nehmen .....geduld spielt eine  sehr grosse rolle .....jeder von uns wird seinen weg finden ....aber  wichtig iss das man den mut und die hoffnung nie aufgibt .....
in moment habe ich auch grossen zweifel mit mir selber das es mir angst macht ...aber ich weiß das  ich auch schon bessere tage erlebt habe ....aber die kann ich nur erleben wenn ich selber an mir arbeite und wenn ich aufhöre zu kämpfen dann iss alles vorbei
ja das kenne ich auch mit dem allein leben .....ich glaube es iss wirklich einfacher wenn man jemanden an seine seite hat ......
man hat einen ganz anderen antrieb  wenn man weiß da iss jemand als wenn man allein iss  und wirklich immer mehr an sich zweifelt und sich zurück zieht .....da können sie die menschen in einer beziehung schon glücklicher schätzen....
aber du solltest wirklich nicht  soviele  zweifel an  dir selber  haben weil dich das nicht weiter bringen wird.....schaue positiv nach vorne ....versuche mal dinge die dir spaß machen......und vorallen auch wenn  es einfach sich anhört versuche dein leben zu geniessen...der antrieb wird bestimmt wieder kommen.....wenn du  dich nicht mehr zu hause verkriegst.....es sollte mhr im leben  gebe als  nur seine arbeit......
wünsche dir viel erfolg und glück du  wirst deinen  weg bestimmt finden..würde mich freue von dir  zu lesen .....knuddel dich ....alles gute dir .....und geduld  und positives denken......


ciaooo kiramarie....
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andrea
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« Antworten #11 am: 22. Juli 2005, 22:47:29 »

Hallo Henne,

endlich eine antwort von mir..die woche war einfach stressig..
ja-Peter Lauster ist Psychologe und schreibt eigentlich nicht direkt nur für Patienten, sondern für die allgemeinheit, aber was er beschreibt, gilt generell, nur das unsereins wohl ganz allein ohne therapeuten nicht allzuweit kommen wird-empfehlen würde ich für den einstieg "lassen sie der seele flügel wachsen" da gehts vor allem um ängste und das buch davor "lassen sie sich nichts gefallen" das ist allgemeiner..schau vielleicht einfach mal auf die website www.peterlauster.de, dort gibts inhaltsverzeichnisse und leseproben, ob es dir überhaupt zusagt. Wichtig finde ich offen für sich selbst zu werden auch für chaotisches, was am anfang natürlich sehr schwer ist..
ich wünsche dir alles gute,

andrea
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