|
karlchen
|
 |
« am: 23. Juli 2005, 11:15:32 » |
|
Hallo zusammen, wie versprochen der ?Wochenbericht? *g* zuerst aber danke für die lieben und aufbauenden Antworten auf meinen letzten Post. Seoul ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du das selbe erleben darfst, was ich in dieser Woche positives erlebt habe und was mir neuen Mut und Kraft, sogar wieder ein wenig Lebensfreude gegeben hat.
Aber nun erst mal einmal berichten. Ich hatte am Montag mit meiner ?Noch-Frau? telefoniert und dabei hat sie mir deutlich gemacht, dass sie nicht einmal mehr eine Freundschaft mit mir wünscht. Ich war total fertig, hatte sogar Selbstmordgedanken. Habe mit meinem Sohn telefoniert ( er wusste noch nichts davon, dass ich mittlerweile getrennt bin von Annette und auch nichts von der Therapie bzw. wie schlimm es eigentlich um mich steht) und mit meiner kleinen Schwester. Sie haben mich versucht aufzubauen und mir extrem geholfen mit ihren Worten. In der Therapie, musste ich wiederum feststellen, welch ein Vertrauen ich in meine Therapeutin habe und wie sehr sie sich bemüht und mir auch in kleinen Schritten hilft. Es sind zwar sehr schmerzhafte Erfahrungen, aber ich spüre wie es mir besser geht, obgleich auch immer Rückschläge kommen. Hab auch einen sehr lieben Menschen kennen gelernt, der für mich der erste Mensch in der realen Welt ist, mit dem ich über alles, wirklich alles reden kann und wo ich keine Ängste verspüre oder ich mich hinter einer Maske oder Mauer verstecke. Das tut verdammt gut. Mache also Fortschritte. Hatte gestern in der Körpertherapie ein Erlebnis, bei der ich zum ersten mal mein ?Selbst? kennen gelernt habe. Wir machten erst eine Übung zum finden und erreichen des Ruhepunktes. Bisher bin ich dabei immer eingeschlafen *g*, aber gestern ist es mir zum ersten mal gelungen innerhalb dieser 15 Minuten den Ruhepunkt 2 mal zu erreichen. Es war ein unheimlich gutes und schönes Gefühl. Anschließend sollten wir durch unseren Körper gehen, in ihn hineinfühlen und einen Ort der absoluten Ruhe finden. Bisher konnte ich mit diesen Begriffen wie in den Körper gehen, fühlen, spüren, hören usw. nichts anfangen. Aber gestern gelang es mir tatsächlich mich in meinen Körper zu fühlen. Ich fand einen Punkt in mir an dem absolute Ruhe (keinerlei Anspannung usw.) herrschte. Wir sollten versuchen in diesem Punkt einen Raum ?einzurichten? in den wir hineingehen sollten, dieser Raum sollte frei sein von Ängsten, Schuld, Bösem ?.. Ich hörte auf einmal wie aus dem Nichts mich selbst ganz laut rufen (anders wie in einem Traum, ich hörte mich als ob es Real wäre und klar, laut und deutlich rufen) ?Komm mit mir? und ich betrat den Raum, den ich aber im selben Moment wieder verließ. Mir war als würde ich aus einer Trance herausgerissen und fing an zu weinen, konnte einfach nicht mehr aufhören, schaukelte und weinte. Nach einer Weile ?holte? mich die Therapeutin wieder zurück in die reale Welt. Ich bin immer noch noch total damit beschäftigt was da mit mir passierte. Sagte zu meiner Bezugstherapeutin im Mittelalter wäre diese Therapeutin verbrannt worden *g*. Diese Therapeutin mit der ich die Körpertherapie machte versuchte mir zu erklären, dass wir aus einem ich und einem selbst bestehen. Das ich sei der Kopf und der Körper das selbst. Mir kam es vor als wenn das ich das selbst oder das selbst das ich gerufen hätte. Als ich dies nachmittags meiner Bezugstherapeutin erzählte, meinte Sie das mein Selbst mein Ich gerufen hätte um ihm zu zeigen ?schau ich bin auch da? Dies sei vielleicht der erste Schritt zu mir, zu meinem Selbst. Bin noch total durcheinander davon und denke sehr viel darüber nach, beschäftige mich damit. Hab das Gefühl es geht voran. Meine Therapeutin nannte mir gestern auch einen Zeitraum wie lange ich mindestens stationär bleiben werde, bis zum 31. August. Das wären dann 10 Wochen. Mir ist es auch egal wie lange ich bleiben darf, ich will es, ich will endlich leben, will an einem Morgen an dem Fenster stehen und sagen ICH BIN, ICH LEBE!!!
Mal schauen was die Nächste Woche bringt. Ich weis es wird noch verdammt schwer und ich stehe erst ganz am Anfang, aber ich habe wieder Hoffnung und ich will leben.
Ich wünsch Euch alles Liebe und Glück, bis bald
Euer Karlchen
P.S. wieder mit großem K * freu *
|