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Angstnetz Forum
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Autor Thema: erster Termin beim Therapeuten  (Gelesen 2152 mal)
Sonni
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Beiträge: 81


« am: 05. August 2005, 08:10:21 »

hallo,
oh je, ich hab angst.
vor ner woche war es noch ein strohhalm zum festklammern, dass es sowas wie therapie gibt und dass mir das helfen wird.
und jetzt? jetzt bin ich aus meinem depri-tief eigentlich wieder raus. jetzt komme ich mir total falsch vor, wenn ich dort hin gehe und dem mann seine zeit stehle. das ist immer so: ist es akut, geht es mir total dreckig und ich sehe auch ein, dass ich hilfe brauche. ist die talsohle durchschritten, fallen mir die ganzen sprüche wieder ein "du und deine launen", "du stellst dich an"....  

heute würde ich den termin am liebsten wieder absagen, weil ich angst hab, dass gar nicht krank bin. dass er mich wieder weg schickt und sagt, dass stimmungsschwankungen ganz normal sind. ich hab angst, dass ich heute wieder so wirke, als könne mir nichts etwas anhaben und mein gesuch nach therapie dann geradezu lächerlich wirkt.

ich werde den termin nicht absagen. ich bin schon fast fertig angezogen. ich gehe da hin...

aber was sage ich bloß???

*seufz*

sonni
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Auf der Suche nach dem Weg aus dem Dunkel...
noustous  
Gast
« Antworten #1 am: 05. August 2005, 08:45:53 »

hi sonni,
genau das was du hier gerade geschrieben hast......wenn es ein guter thera ist, wird er das verstehen und nicht auf die idee kommen dich wegschicken zu wollen.

ich werde heute morgen ganz doll an dich denken!!!!
bin gespannt auf deinen bericht

liebe beistehende knuddelgrüsse
noustous
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suite
Gast
« Antworten #2 am: 05. August 2005, 09:07:10 »

Hallo Sonni,

jetzt bist Du wohl schon bei "IHM".......Smiley)
Denke ganz intensiv an Dich und bin gespannt wie es für Dich war!!!!
Hoffe später von Dir zu hören......

lg
sita
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Trolli
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« Antworten #3 am: 05. August 2005, 09:26:17 »

Hallo Sonni,

und wie war dein Termin? Bestimmt ist es gut verlaufen und deine Ängste waren umsonst.

Gruß, Trolli
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Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her...
Sonni
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Beiträge: 81


« Antworten #4 am: 05. August 2005, 15:02:18 »

hallo noustous, sita und trolli - ihr lieben:-)

ihr habt natürlich recht und er hat mich nicht weggeschickt. und ich hab auch nicht da gesessen und getan als wäre nix. das krieg ich im moment auch gar nicht hin. das schaffe ich nur, wenn ich nicht an die depris denke. wenn ich darüber rede, über meine ängste und meine situation rede, dann kann ich gar nicht souverän wirken. also hab ich da auch gesessen und gezittert.
ich hab so ziemlich alle themen angesprochen: ängste, depris, kindheitserfahrunen, ehe, liebe...
und geheult...

irgendwie glaub ich schon, dass das ein guter therapeut ist, sonst hätte er mir wohl nicht die richtigen fragen gestellt.

und er hat mich gewarnt... dass z.b. eine verhaltenstherapie auch dazu führen kann, dass man eine trennung wagt, vor der man vorher zurückgeschreckt ist.

als ich raus ging, war ich irgendwie ganz leer.

es war ein gefühl, als ob ich ihm meinen ganzen sch.... irgendwo hin geschüttet hätte. ich hatte kopfschmerzen, aber innerlich war ich wie taub. dann hab ich erstmal einen kaffee getrunken. und dann bin ich in die stadt gefahren. geburtstagsgeschenke für papa und bruder gekauft. und bücher für mich, für's krankenhaus.

jetzt bin ich grad heimgekommen.

und jetzt scheint es mir plötzlich völlig unreal, dass ich vorhin bei einem psychotherapeuten gesessen und geheult habe. ICH!!! merkwürdig.

hmmmm....

ich muss das wohl noch sacken lassen, das ganze.

danke euch für das daumen drücken und an mich denken.

glg
sonni
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Seoul
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J. Dean


« Antworten #5 am: 05. August 2005, 21:13:41 »

Hallo Sonni,

Du warst sehr stark, dass Du es geschafft hast - Respekt.

Mein Gott, in der ersten Stunde schon alles offenbaren können...Sagenhaft.

Ich kenne das Gefühl der Leere, wenn man von der Therapie weggeht. Ich brauche immer Tage, bis ich alles innerlich verarbeitet habe. Vor allem auch deshalb, weil ich immer jedes einzelne Wort analysieren will.

Hoffentlich gibt sie Dir die Kraft die Du suchst
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Qui vivra verra
Seoul

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Sonni
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« Antworten #6 am: 18. August 2005, 10:00:48 »

hallo seoul,
ähm... alles offenbaren - nein davon bin ich noch weit entfernt. aber zumindest hab ich alle problemfelder angesprochen... an der oberfläche.


heute geht es weiter. um 12 uhr habe ich den zweiten termin. und die angst ist ähnlich groß wie beim ersten mal. nur irgendwie anders. ich habe in den letzten tagen oft den gedanken an die therapie verdrängt. es dachte in meinem kopf "wie geht das wohl weiter? wohin führt das? wird es mein leben verändern? werde ich entscheidungen treffen, die ich unter diesem einfluss treffe und hinter denen ich dann nicht mehr stehe, wenn der einfluss weg ist? wird jemand anders das ruder übernehmen und mein leben lenken? oder werde ich selbst das tun können?"

diese gedanken hab ich zurückgedrängt. ich sollte nicht jetzt schon alles in frage stellen, das weiß ich. trotzdem hab ich ein mulmiges gefühl.

einerseits bin ich im moment gedanklich gelähmt, kann mich nicht bewegen und mein leben in den griff kriegen, kann keine entscheidung treffen, ohne sie am nächten tag anzuzweifeln. ich wünsche mir, dass mich jemand an die hand nimmt und mir einen weg zeigt, der aus meinem kreis herausführt. andererseit hab ich wiederum angst vor den konsequenzen. das ist aber die gleiche angst, die mich hindert, selbst eine entscheidung zu treffen. oh mann... ich werd wirklich langsam verrückt...

na, mal sehen, wie es heute so läuft... noch sind es nur "schnupperstunden" und ich könnte jederzeit sagen, dass ich nicht weiter machen will.

*seufz*

sonni
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Kiramarie  
Gast
« Antworten #7 am: 18. August 2005, 11:08:55 »

hallo sonni......

hm !!!...nun möchte ich dich auch mal knuddeln.......

aber du weißt schon das es sehr wichtig iss dich zu offenbaren......klar das man erst mal die problemfelder grob bespricht ...aber  mit der zeit wird das alles intensiver und dann solltest du es auch wirklich so sagen wie du denkst und fühlst.....

ich werde dann gleich um 12 uhr ganz feste bei dir sein........das iss doch völlig normal das du  dir die gedanken machst ....du wisrst bestimmt eine therapie auch mal anzweifeln wenn es  dir gut geht oder wenn  dir irend was schwer fällt aber dann schaue wieter nach vorne......

deine fragen sind auch völlig normal......du  wirst eine menge verabeiten aber es wird  dir auch helfen.......es kommt auf dich selber an wie weit es dein leben verändert .......wie weit du es zuläßt ......etc.....

all die punkte die du  da aufzählst ups fragen oder gedanken meinte ich ...kannst du  dir nur alleine  beanworten .....was ein einfluss die therapie auf deinen leben hat....

sei nur offen und ehrlich zu dir selber und öffne dich mit allen was  dich belastet sonst bringt es dir nichts ........

aber ich weiß das du stark genug bist und das schaffst.........

wünsche dir viel glück........und sehe die therapie als positive  weg sie wird dir helfen du muss es nur zualles liebe dir ........knuddel ....drücke


lg kira........daumendrück
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J. Dean


« Antworten #8 am: 18. August 2005, 17:30:54 »

Hallo Sonni,

Deine Gedanken und Deine Ängst kenne ich nur zu gut und ich stehe meist auch vor genau den selben Fragen, ohne einer lösung näher zu kommen und weiss, dass es mich blockiert.

Immer die Frage warum, wieso und wenn....Was kommt dann?

Vielleicht schafft Du es ja, was ich Dir von Herzen wünsche...

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Qui vivra verra
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Sonni
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« Antworten #9 am: 19. August 2005, 09:45:19 »

liebe kira,
danke dir für deinen zuspruch. und du hast natürlich recht... ich weiß, dass ich dem therapeuten ehrlich alles sagen muss. es hat ja keinen sinn, wenn ich meine erprobte mauer, meine fassade auch bei ihm aufrecht erhalten. dann wäre es nur zu verständlich, wenn er sagen würde: "ich kann ihnen nicht helfen, ich komm nicht an sie heran". also fassade lasse ich dort weg. das hat allerdings zur folge, dass ich so verletzbar und nackt bin, wenn ich da sitze, dass er sofort merkt, dass es mir im moment nicht gut geht. ich hab gestern auch wieder dort gesessen und geheult. das ist für mich ganz neu. ich weine viel - aber normalerweise allein. vor fremden menschen habe ich das bisher immer vermieden. und nun sitze ich da vor nem fremden mann und heule - und zwar mind. die hälfte der zeit. damit muss ich erst mal klar kommen.

aber ich bin sicher, dass es richtig ist, etwas zu tun. und es ist mir auch klar, dass das alles nicht so einfach ist. also werde ich nächste woche wieder hingehen.

lg
sonni
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Sonni
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« Antworten #10 am: 19. August 2005, 09:52:46 »

hallo seoul,

ja, diese zweifel sind glaube ich auch nicht nur bei uns beiden immer mit dabei.

ein freund hat mir gestern erzählt, dass seine cousine unter einwirkung ihre therapeuten ihren mann verlassen hat, was niemand aus der familie verstehen konnte, weil er sie sehr geliebt und alles für sie getan hat.

wenn ich sowas höre, kommen dann wieder die gedanken: wenn ich mir hilfe hole, hilft er mir dann wirklich? oder schickt er mich auf einen weg, auf den er alle seine patienten schickt und ich merke das nicht mal? kann er mich zu etwas bringen, was ich eigentlich nicht will? kann er entscheiden, was das beste für mich ist???

eines ist sicher: ich habe generell ängste und probleme, wenn ich die kontrolle abgeben muss. das haben wir gestern auch schon angesprochen. das trifft auf viele dinge zu, in denen ich täglich mit angst zu tun habe: zugfahren, fliegen, die op, einschlafen (!!! - das hat er mir gestern gesagt, das war mir gar nicht so klar!). und die therapie ist auch sowas: ich hab angst, die kontrolle zu verlieren.

also.... mal sehen, wie das weiter geht... ich bin jedenfalls nach wie vor überzeugt, dass ich hilfe brauche, denn so wie ich im moment bin, gefalle ich mir selbst nicht mehr.

lg
sonni
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Kiramarie  
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« Antworten #11 am: 19. August 2005, 10:09:47 »

hallo sonni....

aber das iss doch alles normal .......das du so denkst es iss schwer dinge die man jahre lang in sich hinein gefressen hat auf einmal raus zulassen ....

klar das iss mit schmerz verbunden....und es iss gewiss nicht einfach....und dann iss da noch diese frmde person die so viel von mir erfährt ......evtl.. mehr als mein mann oder familie...alles das iss normal....

aber du wirst auch merken das es dir gut tut ......und wenn du weinen möchtest dann weine  ......und schäme dich nicht   ....du weißt doch  das dieser mensch......schon soviel erlebt ......das ihn das nicht stört....


auch wenn es noch so schwer iss  und das weiß jeder von uns .....denke immer daran auch wenn du nun nackig da sitzt  es dauert nicht lange und du bekommst wieder was an ......und das iss wichtig......

es iss leicht aber  lasse die mauer unten  nur so kann es dir was helfen  sei der mensch der du bist ohne fassade oder mauer  ....keine maske nichts ....
und ich sage mal wenn der therapeut gut iss  wirst du nicht lange nackig da sitzen.......

ich finde dein entschluss super sonni du bist auf den richtign weg mache bitte wieter und schaue vorwärts.......toi toi....

wünsche dir heute einen  sonnigen schönen tag und lasse dich mal richtig knuddeln von mir .....

lg drückedichmal
kira


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Seoul
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J. Dean


« Antworten #12 am: 19. August 2005, 13:36:15 »

Hallo Sonni,

Kontrolle zu verlieren, oder keine Kontrolle oder keinen direkten Einfluss über etwas zu haben, dass ist auch für mich der blanke Horror.

Zu dem Therapeuten: Soi etwas ist für mich auch nur sehr schwer zu verstehen.
Ich glaube schon, dass es Therapeuten gibt, die Ihre Kunden in eine Richtung lenken können, die überhaupt nicht gut für sie ist.

Sorry, aber ich glaube, unter Therapeuten gibt es mehr Scharlatana als unter allen anderen medizinischen Berufen.
Ist aber nur meine unmassgeblich Meinung.
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Sonni
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« Antworten #13 am: 27. August 2005, 12:54:50 »

hallo seoul,
du hast sicher recht damit, dass es unter therapeuten, wie auch in allen anderen berufen, gute und weniger gute gibt. vor allem hängt das aber in einer therapie damit zusammen, wie patient und therapeut zusammen arbeiten können. wenn da schon von anfang an die chemie nicht stimmt oder sogar eine abneigung da ist und kein vertrauen aufgebaut werden kann, ist die therapie meines erachtens zum scheitern verurteilt.  ich hab einen draht zu meinem therapeuten, er ist mir sympathisch und wirkt beruhigend und vertrauenserweckend auf mich. ich denke, dass das eine gute basis ist. und ich vertraue darauf, dass er weiß, was er tut.

glg
sonni
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« Antworten #14 am: 27. August 2005, 12:58:07 »

hallo kira,
danke für deinen zuspruch. und du hast recht: aller anfang ist schwer und wenn man jahre lang immer alles verborgen und mit sich selbst ausgefochten hat, ist es schwer, sich zu öffnen und über all das zu sprechen. aber es ist schon jetzt auch eine erleichterung - einfach das gefühl zu haben, dass da jemand ist, der mir helfen kann...

*drückdichmal*

sonni
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J. Dean


« Antworten #15 am: 27. August 2005, 15:41:27 »

Hallo Sonni,

wünsche Dir, dass es so bleibt, denn ist ist wirklich sehr wichtig.

Ich hatte auch von beginn an einen guten *Draht* zu meiner Therapeutin. Nur die letzten Stunden wird dieser Draht zunehmend dünner.

Ich erkläre es mir damit, dass sie mir vielleicht den abschied leichter machen will, damit ich froh bin, diese Therapeutin nicht wieder sehen zu müssen, weil sie diesen elenden Drruck ausübt, von dem sie ganz genau weiss, dass ich ihn nicht ertragen kann. Sie hat es ja 46 Stunden nicht gemacht, warum also so plötzlich?

Ist mir aber letztendlich auch immer mehr egal. Ich habe 26 1/2 Jahre zuvor ohne Therapie leben können, werde es auch weiter können.

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Qui vivra verra
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