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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Angstnetz Forum
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Autor Thema: Therapie vers. Selbsthilfe/Forum  (Gelesen 1476 mal)
Sonni
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Beiträge: 81


« am: 19. August 2005, 10:23:30 »

hallo ihr lieben,
mein therapeut hat mich gefragt, was ich mache, wenn es mir nicht gut geht, wohin ich mich mit meinen gedanken und ängsten wende. ich habe ihm erzählt, dass ich tagebuch schreibe (eher sporadisch) und dass ich ein forum entdeckt habe, wo ich auch schreibe.

nun hat er gesagt, dass er bei depressiven menschen von selbsthilfegruppen und ähnlichem abrät. er sieht die gefahr, dass sich ein depressiver mensch nicht gut abgrenzen kann und zu sehr mit anderen mitleidet. dadurch würde sich sein eigene stimmung dann noch verschlechtern.

ich kann das bedingt nachvollziehen. so frage ich mich z.b. auch, wie sich die insassen in dem flugzeug in griechenland gefühlt haben mögen, welche angst sie gehabt haben mögen etc.

aber für das forum ist das für mich nur begrenzt anwendbar, denn man krieg doch hier auch so viel zuspruch.......


wie denkt ihr darüber??? habt ihr schon ähnliche meinungen wie die meines therapeuten gehört??

lg
sonni
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Auf der Suche nach dem Weg aus dem Dunkel...
Kiramarie  
Gast
« Antworten #1 am: 19. August 2005, 10:35:32 »

hallo sonni.....

wo ich meinen  therapeut  von den chat und den forum erzählt habe machte er für mich ehr einen er staunten eindruck......weil er sagte mir das er nicht gewußt hat das es sowas gibt ....*lach darauf ich  im zeitalter des PC iss alles möglich selbst dieses  und da ich ein gutes verhältniss zu ihn habe .....iss mir dann peinlicher weise noch raus gerutscht das er nicht um seinen job angst haben muss *grins.....och unddas war mir peinlich....aber er hat es mit humor genommen....
er fand das alles sogar intressant ...und wollte wissen was man da alles so spricht und und .....also ob man nur von  den ängsten und deprie spricht.....
ok leichte vorsicht iss bestimmt immer geboten .....weil ich denke auch man kann sich viel anziehen was man hier liest......aber das muss man  für sich selber beschliessen......wie sehr man sich abgrenzen kann......oder wie man sich fühlt und und ......
also mir persönlich hat das forum und der chat immer sehr geholfen  ich möchte es nicht missen ......obwohl ich mit dem herzen fühle und ich einige hier so knuddeln möchte weil mich das traurig macht was sie erleben.....bin ich immer gerne hier ......
sorry das ich ein wenig  falsch gegangen bin .........war im gedanken ....*grins ))

lg kira
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buecherwurm
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Beiträge: 159



« Antworten #2 am: 20. August 2005, 17:27:01 »

Hallo Sonni

Also ich bin noch nicht so lange in diesem Forum, aber ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, dass es mir sehr gutgetan hat hier zuspruch zu finden. Man findet jemanden, der einen verstehen kann. Ich glaube dass es auf jeden Fall eine super Ergänzung ist. Ich hab zur Zeit gerade mal einmal die Woche einen Termin bei einem Therapeuten, und das ist mir manchmal viel zu wenig...
OK es mag sicher schwierig sein, wenn man alles zu nah an sich ranlässt, aber ich bin der Meinung, dass jeder an sich selbst beobachten muss ob es ihm guttut oder nicht. Ich sehe es als Hilfe an und es reißt mich ein Stück weit aus meiner Lethargie und ich habe das Gefühl dass ich kämpfe und mich nicht beherrschen lasse. außerdem hilft mir auch die Meinung von anderen. Ich finds sogar besser als Tagebuch zu schreiben (was ich auch ab und zu mache aber nicht wirklich durchhalte).
Schau einfach ob es dir guttut, und dann kannst du ja entscheiden was du machst.
Lg Claudia
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kuesser007  
Gast
« Antworten #3 am: 20. August 2005, 17:36:30 »

hi leutchen,

ich finde das forum auch gut, es kann einem etwas unterstützen, aber mit meinen beschwerden bin ich im endeffekt trotzde allein, denn vom schreiben allein wird es nicht anders, wäre schön.

lg lutz
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schnuffelpueppi  
Gast
« Antworten #4 am: 22. August 2005, 13:14:45 »

Hallo!

also...ich selbst leite eine Selbsthilfegruppe...bestehend aus Angst/Panikpatienten....allerdings ist es oft nicht die einzige Diagnose, so dass man sagen kann...wir sind ein "wilder" Haufen mit Borderline, Depressionen, Psychosen, Eßstörungen, MP.

Gleichzeitg war ich bzw. bin ich in Therapie und letztes Jahr war ich in einer Klinik für 8 Wochen.

Bis jetzt hat mir noch kein Thera gesagt, dass es negativ ist, in einer SHG zusein...eher im Gegenteil....es beruhigt, Gleichgesinnte zu sehen!

Was das Abgrenzen betrifft, gibt es bestimmte Regeln innerhalb einer Selbsthilfegruppe: natürlich haben wir ein sehr enges Verhältnis, weil wir ja alles übereinander wissen, allerdings wird darauf geachtet, dass der Kontakt nicht zu persönlich wird...Geburtstage werden jetzt nicht groß gefeiert, es werden keine außerplanmäßigen Unternehmungen gemacht z.B. als Gruppe just for Fun in Urlaub oder so. Wenn sich jetzt Freundschaften bilden zwischen 2 Personen innerhalb der Gruppe ist das was anderes..das ist dann eine Sache zwischen den beiden.

Es ist Bestandteil einer SHG, dass man zwar vertrauen hat zu den Leuten, weil man sonst ja nicht alles erzählen könnte, dass aber man trotzdem noch ein ganz kleines bißchen das Gefühl hat, es ist "nur" eine SHG...kein Freundeskreis...die meisten wollen auch gar nicht befreundet sein mit SHG-Leuten, damit der Abstand zum Alltag bewahrt bleibt.

Natürlich ist es doch schon mal vorgekommen, dass jemand immer mitlitt bzw. sich für jemanden verantwortlich fühlte....aber das wurde dann zu einem Übungsthema in der SHG...wie "Grenze ich mich gut ab"..nach 2 Monaten merkte man deutliche Fortschritte bei der Person.

Also, ich kann nur sagen, dass eine SHG eine wirkliche Bereicherung sein kann...natürlich ist dass auch immer von den Leuten abhängig, aber nach einigem Suchen findet man schon die richtige Gruppe!

Schnuffelpüppi


[Editiert am 22/8/2005 von schnuffelpueppi]
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kuesser007  
Gast
« Antworten #5 am: 22. August 2005, 18:20:51 »

hi pueppi,

hat dir die 8 wochen therapie in der klinik was gebracht ?

lg lutz
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wenkie
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« Antworten #6 am: 22. August 2005, 18:31:26 »

Hallo Küsser, bin der selben Meinung wie du. Ein Forum kann einen unterstürzen, schreiben hilft vielleicht, aber im Endeffekt ist man mit seinen Sorgen oder Krankheiten alleine. Vom Schreiben alleine wird nichts besser, da hast du Recht!!!!
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Liebe Grüße
Wenkie

Die Welt ändert sich, jeden Tag - ich mich auch!!!
kuesser007  
Gast
« Antworten #7 am: 22. August 2005, 18:35:41 »

hi wenkie,

da sind wir sehr wenige, die so denken, denn bei vielen hier kommt es mir immer so vor, als ob die auf wundersame weise durchs forum geheilt  oder ihre beschwerden weniger werden, ist echt komisch.

lg lutz
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wenkie
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Beiträge: 124


« Antworten #8 am: 22. August 2005, 18:40:40 »

Hi Kuesser, da gebe ich dir vollkommen Recht, ein Forum kann lediglich eine Unterstützung sein.
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Liebe Grüße
Wenkie

Die Welt ändert sich, jeden Tag - ich mich auch!!!
Schmetterling
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« Antworten #9 am: 23. August 2005, 13:53:00 »

Hi sonny,

am Anfang meiner Therapie hat mir mein Therapeut mal geraten, mich von Psychogruppen fernzuhalten. Ich habe zwar damals nicht nachgefragt, warum ich mich fernhalten soll, denke aber heute, es waren ähnliche Gründe, als die, die Deinen zu seinem Ratschlag veranlasst haben.
Nun ja, gehalten habe ich mich nur sehr bedingt an diesen Ratschlag, weil es mich damals immer stark zu Psychogruppen hingezogen hat. Warum weiß ich auch nicht, aber ich bin meist hinterher recht frustriert gewesen.
Heute sagt er nichts mehr in dieser Richtung, aber heute zieht es mich nicht mehr so sehr zu Psychogruppen.
Was ich in den letzten Jahren so gemerkt habe ist, dass man wirklich sehr abgrenzungsfähig sein muß, um aus solchen Gruppen nicht frustriert herauszugehen.

Hier im Forum ist diese Gefahr wohl nicht so groß, wegen der Anonymität und weil man den Leuten nicht Auge in Auge gegenübersitzt. Am besten Du probierst es für Dich selber aus, wie es Dir hier geht. Die eigenen Erfahrungen kann und sollte einem kein Therapeut ersparen. Dennoch ist es wohl richtig, dass er diese Gefahren ansprochen hat.

Schmetterling  
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Sonni
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Beiträge: 81


« Antworten #10 am: 26. August 2005, 14:48:42 »

hallo ihr lieben,
danke für eure meinungen zu diesem thema. ich habe mich in den letzten tagen ganz bewusst etwas zurückgehalten und darüber nachgedacht, ob es mir nun besser geht, wenn ich hier schreibe und natürlich auch lese, oder besser.
ich glaube schon, dass mein therapeut nicht völlig unrecht hat mit seinen bedenken. aber ich glaube nicht, dass man diese befürchtungen beim forum auch haben muss... jedenfalls nicht so stark. denn ich sehe es erstens auch so, dass die anonymität einen gewissen abstand herstellt, auch wenn man sich selbst vielleicht sonst schlecht abgrenzen kann. außerdem ist es für mich wichtig hier zu schreiben, weil ich im moment so unsicher bin. wenn ich das forum nicht entdeckt hätte, wäre ich wahrscheinlich gar nicht zum therapeuten gegangen! auch die entscheidung, ob ich nun antidepressiva nehmen soll oder nicht, wäre mir ohne das forum noch viel schwerer gefallen. also werde ich hier weiterhin schreiben - und natürlich auch lesen - wenn ich das bedürfnis habe, dies zu tun.

danke nochmals für eure meinungen.

glg
sonni
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Auf der Suche nach dem Weg aus dem Dunkel...
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