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Autor Thema: Misanthropie  (Gelesen 2066 mal)
xxxyyy
Gast
« am: 27. August 2005, 21:00:23 »

Ich glaube ich bin ein Misanthrop. Ich habe diesen Begriff beim surfen gefunden. Dort hat ein Misanthrop seine Gefühle über sich und andere beschrieben und ich habe festgestellt, dass ich mich genauso fühle.
Misanthropie heißt übersetzt Menschenhass. Wobei ich nicht sagen würde, dass ich Menschen hasse. Ich halte sie nur für Parasiten, die ihre eigene Lebensgrundlage vernichten und fühle mich sehr unwohl in Gegenward anderer.
Seit ich denken kann muss ich immer fragen wieso ist das so, wieso bin ich da, wieso handeln die Menschen so wie sie handeln, wieso soll ich das so machen und nicht anders.
ICH MUSS ZWANGHAFT ALLES HINTWEFRAGEN.
Misanthropen werden auch als Kritiker beschrieben. Wobei ich das bestimmt nicht freiwillig mache sondern aus allem einfach immer nur das schlechte herausfiltere, dass mir dann viel schwergewichtiger als das Gute erscheint. So war es schon immer und das macht bestimmt auch keinen Spaß. Man muss sich das nicht so vorstellen, dass ein Misanthrop sich von einem hohen Ross aus über die Lächerlichkeit anderer lustig macht. Ich selbst empfinde mich auch so. Ich stehe jeden Tag auf und laufe in eine große sinnlose Welt voll parasiten hinen, völlig ohne Grund und muss jede Sekunde, daran denken wie unnütz ich doch eigentlich bin.
Das schlimmste an den Menschen ist für mich, dass sie sich selbst schön finden und der Meinung sind, dass sie aus irgendeinen mir fernen Grund das Recht dazu haben sich das zu nehmen was ihnen lieb ist.
Ich finde sie dagegen in keinster Weise schön und kann nicht nachvollziehen, wie man sich selbst so schön finden kann, dass man seine bedürfnisse über andere stellt.
Mein größtes Problem ist, dass ich so nie fähig sei werde jemanden zu lieben und glücklich zu sein oder jemand anderes glücklich zu machen. Wenn jemand noch nicht verstanden hat, was Misanthropie ist, kann der sich auch "Misanthrop" von "den Ärtzten" anhören.
Ich bin eigentlich ins Web gegangen, um eine professionelle Meinung von einem Psychologen zu bekommen oder jemanden zu finden, der genauso empfindet, wie ich.
Wäre also überglücklich, wenn mir sojemand antworten würde.
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freedom17041972  
Gast
« Antworten #1 am: 10. September 2005, 14:52:08 »

Hm, Gegenmeinungen oder -erklärungen sind dann von dir nicht erwünscht? Verstehe ich das richtig.
Bin selber ein Hinterfrager,nur hab ich ein Mittelmaß reinbekommen,wo ich positives und negatives sehen kann.
Mehr möcht ich im Moment dazu auch nicht schreiben,erst mal deine Entscheidung ob Du an einer Auseinandersetzung interessiert wärst!?

Liebe Grüße

freedom
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Seoul
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J. Dean


« Antworten #2 am: 10. September 2005, 16:51:50 »

Hallo xxxyyy,

ich erkenne in Deinem Posting eine extrem große Verbitterung.

Aber fangen wir vorne an:
Ich glaube, das wir alle etwas misantrohisch sind. Es gibt bei sehr vielen Menschen diese Phasen, die aber meist nur von kurzer Dauer sind.

Bei Dir scheint es ein Dauerzustand zu sein. Das Probleme ist nur, das Misanthropen nicht nur andere Menschen hassen, sondern sich selbst auch aufs tiefste verabscheuen.

Ein Misanthrop verabscheut den Menschen als Individuum im allgemeinen einschliesslich sich selbst.

Ständig alles Hinterfragen:
Das machen auch viele von uns, ohne ein Misanthrop sein zu müssen. Ständig misstrauisch sein, ständig alles auf die Goldwaage legen....
Hier kann es sich auch um Zwänge handeln....

Du könntest an sozialen Phobien leiden.....

Es kann so vieles sein und ich würde Dir von einer Selbstdiagnose abraten.

Du suchst professionelle Hilfe - Von einem Psychologen?

Darin erkenne ich doch einen Schritt in die richtige Richtung.

Hier wirst Du diese professionelle Hilfe nicht finden, sondern Erfahrungsberichte von Betroffenen, was nicht Abwertend gemeint ist

Du solltest aber ganz dringend die Hilfe eines Psychologen aufsuchen, Du solltest Dich umgehend in eine langfristige Therapie begeben.

Mir ist klar, dass es bei Deinem vermuteten Krankheitsbild nicht leicht ist, aber nur so kann man Dir helfen und herausfinden, ob Dein Verdacht begründet ist und weiter, wie man Dir grundsätzlich helfen kann.

Lass Dir unbedingt helfen......









[Editiert am 10/9/2005 von Seoul]
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J. Dean


« Antworten #3 am: 10. September 2005, 17:36:48 »

Hier noch etwas Interessantes, wie ich meine zu der Denkweise eines Misanthropen:

Ja und auch ich bin nur ein Mensch. Wieso also bin ich Misanthrop und wie kann ich Menschen dann verachten? Nun, ich persönlich verachte viel mehr als den Menschen selbst, seine Oberflächlichkeit, seine Dummheit und sein immerwährendes egozentrisches und damit weltfremdes Realitätsempfinden. Ich hinterfrage die Handlungsweisen meiner selbst genauso wie die aller anderen Menschen und fühle mich nicht überlegen sondern lediglich als inkompatibel.

In der Psychologie wird ein Mesantroph nicht zwingend als psychisch Krank bezeichnet. Mesantrophie ist also keine psychische Krankheit.

Viele, sehr vile Dinge können zu einer mesantrophischen Grundhaltung führen. Dies herauszufinden sollte Dein Ziel sein.

Dazu benötigst Du aber psychologische Hilfe.
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« Antworten #4 am: 11. September 2005, 14:37:51 »

Ich kann mich Seoul nur anschliessen.. Wir sind alle nur Menschen und wir haben sicher alle solche Züge an uns und hassen uns selbst und alle anderen für ihre Dummheit und Oberflächlichkeit aufs Tiefste heraus. Allerdings sollte man auch in der lage sein, die anderen seiten wenigstens ansatzweise erkennen zu können. Wenn man unsere Evolutionsgeschichte bedenkt, haben wir unglaubliches geschafft und wenn es uns gelingen würde, uns auch ethisch und sozial wirklich weiter zu entwickeln, könnten wir eines tages wirlich wundervolle Wesen werden, voller Liebe, Mitgefühl, Kraft zum Nutzen von wirklich guten Dingen und.. ohne den Hass, der früher oder später jeden, der ihn in sich trägt zerstört. Die Erde ist ein unglaublicher Planet, wir sind Tiere, die sich auf ihrem Körper entwickelt haben, zu denkenden und fühlenden Wesen. Theoretisch wäre es möglich, dass wir irgendwann aus unserem Parasitendasein heaustreten und alles zum Guten wandeln. Vielleicht ist das sehr hochgegriffen, doch wir halten diese Chance in unseren Händen uns selbst und diese Welt zu einem Ort voller wundersamer, guter Dinge zu gestallten. Vielleicht muss bis dahin noch ein Wunder geschehen, dass mehr menschen anfangen zu kämpfen, mit den Waffen des Geistes, für den Traum einer Welt, in der jeder Liebe erfährt.
Wenn ich mich selbst sehe, empfinde ich nur Abscheu und Trauer; wenn ich aus dem Fenster blicke, schnürt es mir den Hals zu, diese Wesen zu sehen, voller Traurigkeit, Dummheit, ohne jede Schönheit.
Doch wenn ich nicht anfange zu glauben, dass sie alle sich genau wie ich nach Ruhe und Frieden mit sich selbst und allen anderen sehnen, wer dann.
Niemand wird mir meinen Hass abnehmen und mich retten vor mir selbst, wenn nicht ich...
Wenn du die Schönheit nicht in den Menschen erkennen kannst, dann versuche es in der Natur. Eine Blume, ein Baum, ein Stein, das Wasser, der Wind, ein Vulkan, was auch immer.. ich denke, das sind alles unsere Ebenbilder, vieles an uns ist ganz natürlich, nur Hass ist es nicht.
Nirgendwo in der Natur kann man ihn finden....
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Seoul
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J. Dean


« Antworten #5 am: 23. September 2005, 13:12:14 »

Hmm, haben wir unseren xxxyyy denn so verschreckt?

Würde mich freuen, wenn ein Feedback käme.

Lass mal von Dir hören xxxyyy.
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WWW
« Antworten #6 am: 23. September 2005, 14:32:44 »

Ja, schade, hätte nämlich gerne auch einige Fragen gestellt.
....und natürlich auch beantwortet.

Interessieren würde mich z.B. wie es mit der eigenen Person steht, ob ein Misanthrop sich auch selber hasst.

Hoffe diese Frage ist nicht zu indiskret.
in diesem Sinne
Maggy
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......und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.

Ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!
xxxyyy
Gast
« Antworten #7 am: 27. September 2005, 15:55:53 »

@freedom
Ich lass gerne mit mir diskutieren. Ich wollte nur nicht, dass mir irgendjemand einen Hass-Post schreibt, der mich sowieso nicht weiterbringt und der unkonstruktiv ist. Außerdem denke ich, dass es schwer ist meine Gefühle nachzuzvollziehen, wenn man sie nicht selbst hat oder sich nicht eingehend damit beschäftigt hat.
Naja deswegen hab ich das mit wer mir antworten soll geschrieben...
Ich hoffe du kommst irgendwann wieder online...in der letzten woche hab ich dich nicht getroffen... würd mich freuen
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xxxyyy
Gast
« Antworten #8 am: 27. September 2005, 16:13:58 »

@seoul
Ich war auch mal der Meinung, dass es gut für mich wäre in Thera zu gehen. Ich bin auch mal von mir aus zu einer Psychologin gegangen aber ich hab mich von ihr nicht verstanden gefühlt und später regelrecht verraten, weil sie nachdem sie mit meiner Familie gesprochen hat ganz anders über mich dachte. Sie hat meiner Familie mehr geglaubt als mir....
alles in allem könnte man bei diesem Experiment von einer schweren Enttäuschung sprechen.

Die meisten sind der Meinung, dass ich eigentlich kein Problem habe, sondern, dass es nur eine Phase ist---die bereits mein ganzes Leben andauert(aber egal). Meine Mutter lässt mich nicht in stationäre Therapie gehen und den anderen bin ich auch egal...

Also sind meine Chancen herauszufinden wieso ich diese einstellung gegenüber menschen habe, ziemlich gering. Zumindestsolange ich noch zu Hause wohnen muss.

Ich weiß nicht wo ich psychologische hilfe her bekommen soll. Wenn ich irgendwo anrufen würde, würde es meine mutter merken...ich therapie will ich nicht(ich hab keine kraft mehr dazu jede woche irgendwo hinzugehen, manche enttäuschungen sind einfach zu groß), ich wollte übers internet was suchen, aber das ist auch nicht so das wahre...

naja hoffnungslos halt

ich werde die nächsten 3 Jahre in Angst verbringen müssen und danach so kaputt sein, dass ich es nicht so schaffe wie andere.-das ist mein anscheinend mein schicksal.

Danke, dass du dir so viel mühe gegeben hast und so viel geschrieben hast zu meinem eintrag.
Hab mich drübergefreut...es tut mir leid, dass ich nicht mutig genug bin deinen Ratschlag zu befolgen so bin ich eben aber dafür können nur ich und die das aus mir gemacht haben
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xxxyyy
Gast
« Antworten #9 am: 27. September 2005, 16:21:28 »

@ beltane
es fällt mir schwer die dinge als schön zu sehen

naja wenn ich drüber nachdenke ist es bei menschen genauso wie bei pflanzen usw.

ich weiß nicht wie ich die fähigkeit dafür erlernen soll, sie ist in einem vorhanden oder nicht.....

wenn ich anders werden will, muss ich meine Persöhnlichkeit ändern ....als ich mal abends drüber nachgedacht hab, wieso ich davor solche angst hab und vor menschen auch ist mir der gedanke gekommen, dass ich dann alles was ich davor war vergessen müsste. Irgendwann vor dem Spiegel stehen und sich nicht mehr damit identifizieren können, weil das was dort steht so weit entfernt ist von dem, was man gefühlt hat und was eigentlich logisch gewesen wäre....damit andere einen besser finden und man von anderen besser behandelt wird.

Davor hab ich angst so zu werden wie die  die ich hasse und gehasst habe und mich nicht mehr verstehen zu können.

Danke für deine antwort
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xxxyyy
Gast
« Antworten #10 am: 27. September 2005, 16:28:02 »

@ Blackmag/Maggy

Ich hatte bevor ich verstehen wollte wieso ich zu den anderen eine abneigung empfingde noch nie darüber nachgedacht ob ich mich hasse.
Wer kommt schon darauf sich das zu fragen? und welches kind würde darauf kommen, dass es nichts wert ist bevor man ihm sagt, dass das was man ist nich gut genug ist?

Aber ich glaube schon, dass ich mich hasse, dafür, dass ich selbst nicht stark genug bin das zu leben, was ich für richtig halte und dafür ein Teil des "Systems" zu sein.

Misanthropen hassen also alle menschen sich mit eingeschlossen.

In meinen Träumen bin ich meistens irgendetwas anderes was ich mir ausdenke(kein tier oder so halt ne fantasy- figur) weil ich als mensch nie glücklich sein kann...ja ich würde sagen, dass ich mich hasse.
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Seoul
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J. Dean


« Antworten #11 am: 27. September 2005, 18:13:31 »

Hallo xxxyyy,

ich finde es schon eimmal sehr gut, dass Dui etwas über Dich schreibst und einen kleinen Einblick in Deine Gefühlswelt und Deine derzeitige Situation gibst.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Du noch nicht volljährig bist und demnach noch zu Hause *leben musst*?

Wenn dem so ist, hast Du aber die Möglichkeit Dir über das Jugendamt Hilfe zu holen.

Sehr bedenklich finde ich aber das, was Dir bezüglich der Therapeutin angetan wurde.
Sie hat, genau wie ein Arzt, Schweigepflicht, auch gegenüber Deinen Eltern und auch wenn Du nocht nicht volljährig bist.

Mein Tipp: Suche Dir bitte schnellstmöglich einen anderen Theraupten oder Psychiater. Das ist sehr wichtig, wie ich meine aus Deinem Posting entnommen zu haben.

Telefonieren kannst Du auch ausserhalb der Wohnung, da merkt es niemand.

Habe Vertrauen, denn das ist unabdingbar, wenn Dir geholfen werden soll und ich bin sicher, dass Dir geholfen werden kann.

Denle daran, es ist nie hoffnungslos, solange man es versucht zu ändern... Du willst es ändern, Du willst es herausfinden, was mit Dir derzeit passiert...

Du bist auf einem Weg, der nicht leicht ist - zugegeben - aber es ist ein Weg den Du gehen kannst und ich meine zu erkennen, dass Du viel Wert darauf legst ihn auch gehen zu wollen.....

Gehe diesen Weg und ich bin sicher, er wird DEIN Weg sein, zu einem zufriedenerem Leben.....

Lass von Dir hören und habe M U T !!!

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