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Autor Thema: Ein weiterer Schritt  (Gelesen 1510 mal)
wolfgang  
Gast
« am: 02. Mai 2004, 09:26:17 »

Hallo,
einige von Euch wissen, dass meine eigendliche Erkrankung Psychosen waren,
Depressionen und Angst waren nur zweitrangig. Weiterhin dürfte bekannt sein,
dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten ehrenamtlich für Veränderungen
in der Psychiatrie einsetze.

Nach langem Überlegen habe ich mich zu einem weiteren Schritt entschlossen. Seit vielen Jahren bin ich aktives Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Ich stehe als Kandidat zur nächsten Kreistagswahl im Kreis Neuwied zur Verfügung. Vielleicht gelingt es mir einen Sitz im Kreistag zu gewinnen.

Warum ich Euch das schreibe? Eigendlich nur, um auch anderen Mut zu machen!

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
der zuversichtliche
Stammposter
****
Beiträge: 382


« Antworten #1 am: 03. Mai 2004, 12:14:40 »


Hallo Wolfgang,

ich leide seit jahrzehnten unter Neurosen u. Persönlichkeitstsörung
welche psychotische  Phasen  zum Teil chronischen Ausmaßes hat.

Trotz meiner seelischen Erkrankung bin ich geistig aktiv z.Bsp.
als Verwaltungsbeiratsvorsitzende r.
Beruflich zögere ich jedoch trotz meiner Talente einen verantwortungsvollen
Posten zu übernehmen.
Aufgrunf meines niedrigen Belastungsnivoe habe ich auch Schwierigkeiten
abends nach 20.00 an Sitzungen teilzunehmen, weshalb eine Kandidatur
im Gemeinderat scheiderte.

Ich stimme dir jedoch zu, daß auch bei psychischer Erkrankung
eine Teilnahme jeglicher ART u. Posten auch für uns möglich ist.

Kraft u. Mut
der Zuversichtliche
Gespeichert

Heute ist der 1. Tag meines restlichen Lebens
Sthy
Gast
« Antworten #2 am: 26. Juli 2004, 17:14:05 »

Hallo ihr,ich bin auch der Ansicht das man trotz psychischer Erkrankungen noch etwas aus seinem Leben machen kann und das erreichen was man sich vornimmt.Als ich letztes Jahr mit gerade mal 16 3/4 Jahren in die Kinder und Jugendpsychatrie,die noch dazu genau neben meiner Schule ,die ich besuchte ,war ,dachte ich,ich wäre schon in meinem  zarten Alter eine gescheiterte Persönlichkeit,weil ich psychisch krank wurde und in die Klinik kam und sogar 3Monate geschlossen untergebracht wurde.Doch mittlerweile habe ich erkannt,dass dem gar nicht so sein muss.In der Klinik wurde mir sehr geholfen und ich habe Leute kennegelernt ,die teilweise heute meine besten Freunde sind,die wie ich ihren Weg gehen werden,trotz ihrer Probleme,die sie krank werden ließen.Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.Ich denke nach wie vor,das psychisch kranke Menschen,einfach viel sensibler sind,als andere und meistens halt auch sehr intellegent  und einfach eine zu gute Auffassungsgabe besitzen und manches Leid,aufrgund ihrer Sensibilität und daraus resultierenden Vulnerablität nicht so verarbeiten können.Manchmal auch Dinge,die den  "Normalen" gar nicht so ans Herz gehen.Sie denken oftmals auch mehr  an andere ,als an sich und  vergessen dabei für sich selbst Sorge zu tragen,wobei man sich nach Jahren halt überlastet,wenn man jahrelang nur anderen zuhört und seine Probleme mit sich selbst ausmachen möchte.Ich habe mit meiner Erkrankung Leben gelernt.Komme jetzt,obwohl ich ich diesem Halbjahr,weil ich so lange geschont wurde,nicht ganz so leistungsfähig war, in die 12 Jahrgangsstufe des Gymnasiums.Habe dennoch ganz zufiedenstellende schulische Leistungen.Muss keine Medikamente mehr nehmen und bin dankbar,das mir in der Klinik geholfen wurde.Ich denke auch,dass ich durch meine Erkrankung viele positive Lebenserfahrungen machen konnte,da man aus jeder Krise gestärkt hinaus geht.Natürlich bin ich halt gehandicapt dadurch das ich auch heute noch manchmal in Ansätzen  meine psychische Erkrankung kontollieren  und ich mich öffentlich /Schule mit Lästereien auseinandersetzten muss,da ich dazu stehe,das ich in der Klinik war. Aber durch meine Anschlusstherapie lassen sich diese Pobleme  in den Griff bekommen.Ich erfreue mich wieder an Kleinigkeiten des Lebens,die man als gesunder Mensch nicht mehr zu schätzen weiß.Und kann sagen das ich Erfahrungen in meinem jungen Leben gemacht habe,die zwar nicht  immer schön waren,aber dennoch dafür gesorgt haben,dass ich nichts als selbsverständlich betrachte.Jeder kann auch mit einer Erkrankung sei sie psychischer oder physischer Natur aus eigenem Willen das ereichen,was er sich vornimmt.Man muss halt auch manchmal für sein Glück kämpfen.Liebe Grüße,Sthy.

PS:Finde es gut sich politisch zu engagieren,damit kann man ein Stück weit ja auch etwas ändern und Gutes tun.Machen viel zu wenige.Jeder kann etwas bewegen ,nur die wenigsten versuchen es.
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #3 am: 26. Juli 2004, 19:05:32 »

Hallo Sthy,
in welcher Klinik warst du?

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
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