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Muett
Gast
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« Antworten #4 am: 05. September 2005, 08:28:00 » |
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Hallo Astralbär,
Dein Thread passt gut zu dem Thema der gestrigen Predigt in einer freien evangelischen Kirchengemeinde. Das Thema war Neid und Ärger und dabei wurde ich an "eigentlich längst klare" Einstellungen/Erfahrungen erinnert, die aber immer mal wieder in der Versenkung verschwinden.
Du hast es sehr schön ausgeführt, dass beim Ärger die Ursache immer zuerst beim Anderen gesucht wird.. und wenn man lange sucht, findet man mit Sicherheit auch etwas *grins* Und klar, wenn es der andere ist, brauche ich mich nicht mit mir selbst auseinander zu setzen. Würde man über den Ärger wieder bei sich ankommen, könnte man den Ärger sogar positiv für sich nutzen, um z.B. die Richtung zu ändern.
Beim Neid ist es ähnlich- ich schiele auf all das, was mein Nachbar alles kann und besitzt und wenn ich das lange genug mache, stelle ich fest, was für ein armer Wurm ich doch bin. Beim Schielen auf den anderen mache ich aber (mindestens) zwei gravierende Fehler, denn 1. weiß ich nicht, ob derjenige, der so scheinbar im Glück schwebt, dieses auch als Glück empfindet und welchen Preis er dafür bezahlt, d.h. ich habe immer nur ein Teilbild des Gegenübers. 2. Sehe ich nur, was ich nicht habe und was ich alles noch will. Dabei vergesse ich aber oft, was ich statt dessen schon alles erreicht habe und welche "Dinge" ich habe, die er u.U. nicht hat, d.h. auch von mir selbst habe ich im Moment des Neides nur ein Teilbild.
Egal ob nun Neid oder Ärger.... beides entsteht aus einer Unzufriedenheit heraus und aus dem Vergleich mit anschließender Bewertung (besser- schlechter, richtig - falsch....). Wenn ich mir mir im Reinen bin, bin ich für Neid/Ärger sehr viel unempänglicher. Bin ich aber nicht im Gleichgewicht mit mir selbst, dann reichen Banalitäten, um diese Gefühle so richtig auszulösen. Der Ansatz liegt aber nicht beim anderen (oder in der Ungerechtigkeit der Welt), sondern bei mir selbst. Indem ich aus den Teilbildern ganze Bilder mache, gelingt es mir vielleicht diesen Gefühlen gerecht zu werden und vor allem bei mir selber anzukommen.
Wenn ich z.B. eine heftige Angst/Panikattacke habe, zetere ich oft..."will ich nicht !, warum ich?, schon wieder schöne Stunden, die mit so ner Kacke verschwendet werden!....... irgendwann löst sich die Panik auf, der Sturm legt sich und es bleibt: Ich lebe :-) und ich kann fühlen, dass ich lebe, ich nehme wieder wahr (Farben, Gerüche, Gefühle) und dieses Ich lebe ! ist wichtiger, stärker als aller Neid und aller Ärger. Solche Geühle werden so unwichtig, sind nicht da. Es bleiben einfach nur Dankbarkeit und Demut.:-) Naja, wäre schön, wenn ich dies auch ohne Angst/Panik in den Mittelpunkt meines Lebens rücken könnte. .... aber: ich übe.....
Viele Grüße und eine schöne Woche ohne Ärger :-) Muett
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