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Jane Doe
Gast
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« am: 06. September 2005, 12:14:33 » |
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Vor 12 Jahren machte ich eine Erfahrung, die viele von euch kennen: die erste Panikattacke... Hilflos, verzweifelt, nicht wissend, was mit mir geschieht schaffte ich es nach einiger Zeit, mich zu einem Psychologen zu schleppen. Dieser hörte sich kurz meine Schilderung der Symptome an, meinte dann, eine (Zitat) "Gesprächstherapie würde für mich nicht in Frage kommen, da ich emotional zu intelligent wäre, nicht zu durchschauen, was er mir suggerieren würde". Tolle Antwort! Daraufhin holte er seinen Rezeptblock heraus und schrieb mir Tranquilizer vom Feinsten auf, von denen ich nach einer einzigen Woche dann 3 Jahre lang abhängig war. Der nächste "Arzt" ließ sich privat abrechnen und verschrieb mir alles und so oft und so viel, wie ich wollte..... Dann geriet ich durch Zufall an eine Therapeutin (nach 4 Monaten Wartezeit), die mir zwar ein wenig die Augen öffnen konnte und mir auch erstmals einiges über die Angst erzählt hat, konnte mir aber im Endeffekt nicht wirklich weiterhelfen.... Hab dann ein, zwei Jahre versucht, irgendwie alleine damit klarzukommen. Klappte erst auch ganz gut. Aber die Geister der Vergangenheit kommen wieder, sie holen einen wieder ein eines Tages, wenn man sie nicht besiegen, sondern nur kurzfristig einsperren konnte... Erneut zu einer Neurologin/Psychologin. Das war eine ganz nette alte Dame, die sich gerne mit mir über ihren Hund unterhielt, was eigentlich unser Hauptthema war. Sie gab mir Vitaminspritzen und irgendwelche Tabletten. Mit mir ging es immer weiter bergab... Dann bekam ich eines Tages Bescheid von ihr, dass sie mich leider nicht mehr länger als Patientin behandeln könne, da sie aufgrund ihres Alters nunmehr nur noch Privatpatienten aufnehmen dürfe... aber sie könne mir einen anderen, neuen Therapeuten empfehlen, bei dem ich auch übergangslos einen Termin bekommen würde.... Und so kam es, dass ich durch diesen großen Zufall meinen jetzigen Thera kennenlernte, bei dem ich nun seit über 5 Jahren (mit Unterbrechungen) so gut aufgehoben bin wie niemals zuvor. Durch ihn - und natürlich auch durch mich selbst *g (auch das hat er mir "beigebracht") - bin ich soweit, wie ich heute bin. Er kennt mich inzwischen besser als ich mich selbst zwinker, und ich weiß, dass ich mich auf ihn voll und ganz verlassen kann. Wenn er sagt, "setz dich aufs Mopped und fahr, dir passiert nichts, das verspreche ich!" und ich es umsetze, behält er immer recht. Es ist ein sanftes Anstupsen zur Mobilisierung der (Wieder-)Erlangung des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten... Was ich mit meiner Geschichte sagen will: es GIBT ihn, den Therapeuten/tin, mit dem/der man arbeiten kann und umgekehrt, man darf nur nicht aufgeben, danach zu suchen! Die Suche nach einem "passenden" und kompetenten Therapeuten ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen - und manchmal sticht sie einen gerade dann, wenn man gar nicht (mehr) mit ihr rechnet :-) Ich möchte euch allen Mut machen, nie "nie" und "nicht mehr" und "sowieso nicht" zu sagen... Ganz liebe Grüsse Jane
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