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Autor Thema: Eure Krankheit und der Beruf  (Gelesen 829 mal)
Albatross
Juniormember
**
Beiträge: 14


« am: 18. November 2005, 11:20:49 »

Hallo.

Ich wuerde mich dazu gern ein bisschen austauschen, weil es anderen bestimmt aehnlich ergangen ist.

Eine Kurzfassung ist schwer, aber ich versuchs mal: schon als Kind ist mir mein Selbstwertgefuehl ziemlich abhanden gekommen, eigentlich sogar das Gefuehl fuer mich selbst - meine Authentizitaet. Hatte mit der Familienstruktur und -dynamik zu tun -  Meine Eltern und Stiefvaeter waren irgendwie uebrig gebliebene 68er die zelbst ziemliche Probleme hatte und wir Kinder waren da im Grunde ueberfluessig, ausser als emotionaler Anker und Muelleimer.

Naja, jedenfalls habe ich mich nicht so richtig entwickelt, was mein Ich angeht (macht das Sinn?).

Mit 18 dann heftigste Krise, Depri, Angst, Erstarrung - aber natuerlich nicht behandeln lassen und auch keine Hilfe geholt. Habs ausgesessen.

Ausserdem ziemliche turbulente Abi-Zeit, meine Mutter war psychisch krank zu der Zeit und steckte in einer Gewaltbeziehung. Ihre Krise damals blieb auch ziemlich an mir haengen.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe ueberhaupt keine Berufsfindung hinbekommen, so wie die anderen. Dazu kam noch dass ich unsere Familie als sehr isoliert und abseits der Gesellschaft empfunden habe, das hat es mir zusaetzlich erschwert mich irgendwo "sehen zu koennen".

Darunter habe ich EXTREM gelitten, denn eigentlich hatte ich schon den starken Wunsch nach taetig sein, und komischerweise hat es mich auch immer zu besonders intensiven Berufen hingezogen, also Medizin, Militaer, Luftfahrt, sowas fand ich immer toll.

Aber es war wie eine Barriere, es war voellig ausgeschlossen fuer mich, dass ich eine Chance haette.

Nach langen Jahren Heilung, zu mir finden usw waehrend der ich aber bis auf ganz wenige Kleinjobs nichts gemacht habe, bin ich jetzt (auf einmal gings ganz schnell) auf einer Technikerschule im Ausland.

Das macht mir auch Spass, aber ich merke doch dass ich es im Grunde nicht verwunden habe, meine 20er bzw meine Jugend ueberhaupt so zugebracht zu haben, waehrend andere losmarschiert sind und die ganzen Dinge erreicht haben die fuer mich mittlerweile abgefahren sind.

Es fuehlt sich so an als wenn ich von meinen Traeumen ferngehalten worden bin - und als ich sie dann (Jahre spaeter als andere) endlich erkennen konnte waren sie weg...

Seid Ihr auch in Eurer beruflichen Laufbahn behindert worden? Wie beeinflusst Eure Krankheit Euern Beruf? Und seid Ihr trotzdem halbwegs zufrieden, oder habt Ihr auch manchmal das Gefuehl auf irgendeine Art und Weise um Eure Moeglichkeiten gebracht worden zu sein?

(Falls sich das Missverstaendlich anhoert: bei mir ist es ja nicht nur die Krankheit, sondern s geht zT eben um Menschen die es haetten besser wissen und machen sollen, daher sage ich "um die Moeglichkeiten gebracht". Und es soll auch nicht undankbar klingen, denn das was ich jetzt mache ist ein riesen Schritt nach Vorne fuer mich. Bloss der grosse Traum, das Besondere nach dem ich mich immer so gesehnt habe weil sich ein Teil von mir nur intensive Leben - endlich leben vorstellen konnte - das ist es eben nicht.)
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