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Autor Thema: was dazu gelernt?  (Gelesen 1987 mal)
hexekathrin  
Gast
« am: 09. Dezember 2005, 15:58:52 »

Habe fleißig gelesen, was sich hier so getan hat in den 6 Wochen, wo ich nicht da war.
Hmmm nun, zurückgekommen aus einer Käseglockenwelt, aufgeschlagen in der Realität. Es fühlt sich gut an, wenn man lebt und wenn man spürt, was Leben ist. Angst gehört dazu. Und Negatives bringt mich nicht in Panik, es macht nur wütend.
Eingehüllt in eine Wolke von Emotionen, Neigungen und das Klammern an andere Leute, die mein Leben verbessern sollten, so bin ich zur Reha gegangen. Wiedergekommen bin ich mit der Erkenntnis, dass man sich viel zu sehr von anderen abhängig macht und sich deshalb vor dem eigenen Leben versteckt.
Leben bedeutet auch Niederlagen zu haben. So wie ich im Moment. Ich stehe da ohne einen Cent. Rente gibt es nicht. Krankengeld ist nicht mehr und Arbeitslosengeld ... ich weiß es nicht. Meine private BU weigert sich standhaft Geld rauszurücken.
Ich bin noch lange nicht in der Phase, wo ich sagen würde, ich suche mir einen Job. Ich brauche das Geld ... wofür? Weiß nicht, vielleicht um meinen Therapeuten zu erreichen, der mit mir eine Verhaltenstherapie machen soll. Aber was kann der, was ich nicht auch selber könnte? Kein Therapeut hat mir bisher wirklich helfen können. Nun ja zumindest nicht aktiv, lediglich in der Veränderung meiner Sichtweisen. Das was ich erreicht habe, und das kann ich mit Stolz sagen, das habe ich selbst geschafft. Ich habe meine Grenzen überschritten und den Schalter im Kopf umgelegt.
Die Gesellschaft hat kein Herz für uns, die irgendwo am Rande stehen.
Man muss Karriere machen auf dem Gebiet der Psychologie, um ein bisschen finanzielle Unterstützung zu bekommen.
Ich habe mir die Lebensgeschichten der anderen angehört, habe aktiv in den Gruppentherapien mitgearbeitet und auch in der Einzeltherapie habe ich meinen Standpunkt versucht zu vertreten.
Mein Entlassungsergebnis ist paradox! Arbeitsunfähig mit 100%iger Leistungsfähigkeit. Kann man das verstehen?
Nun übersetzt heißt das: Du kannst nicht zurück in deinen Job, kündige und verzichte auf Abfindung, melde dich beim Arbeitsamt und sieh zu wie du klar kommst. Gut genau das habe ich getan. Und nun soll ich das Geld was ich nicht habe dafür verwenden mein Auto zu tanken um 1 x die Woche 50 km zum Therapeuten zu fahren?
Was ich dazu gelernt habe ... werde endlich wach und träume nicht von einer besseren Welt. Es gibt Menschen denen geht es wirklich echt beschissener. Und ich für meinen Teil kann keine Unterschiede machen, ob jemand organisch oder seelisch krank ist. Aber ich kann einen Unterschied machen, wer an mir verdient und wer nicht.
Und was ich auch gelernt habe, ein organisches Leiden kann man schlecht beeinflussen, aber ein seelisches Leiden kann man bewusst beeinflussen.
Auch wenn es nicht wirklich glaubhaft erscheint, aber man kann sich etwas Gutes tun und sich drauf einlassen, dass es einem besser geht.
Und ich werde alles dafür tun, dass ich das was ich erreicht habe von nichts und niemandem wieder kaputt gemacht wird.
Die Frage ist nämlich die: Was ist Leben und was erwartet man vom Leben und was genau braucht man zum Leben.
In diesem Sinne ein schönes 3. Adventswochenende .... Kathrin



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josch1948
Juniormember
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Beiträge: 40



« Antworten #1 am: 14. Dezember 2005, 00:26:39 »

Hallo Kathrin,
ich wünsche Dir zum Geburtstag alles Gute und ich bin überzeugt, daß Du viel stärker bist, als Du denkst und Du bringst Dein Leben wieder in Ordnung!
Ich habe gesprochen! Uff!
LG Josch
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DER HERR
Ich sagte dir: Mensch, kämpfe, bange nicht und vertraue (mir und zu dir selbst)!



hexekathrin  
Gast
« Antworten #2 am: 14. Dezember 2005, 10:02:30 »

Hallo Josch, danke, das ist lieb von dir! Und ich hoffe, du hast recht!
LG Kathrin
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Trolli
Stammposter
****
Beiträge: 763


« Antworten #3 am: 14. Dezember 2005, 11:47:17 »

Hallo Kathrin,

Sonne, Mond und Sterne alles ist weit in der Ferne.
Doch was ich dir wünsche das ist ganz nah,
ein glückliches erfolgreiches neues Lebensjahr.

Happy Birthday Kathrin

Und toi toi toi weiterhin für das Umsetzten was du gelernt hast. Nicht aufgeben und immer weiter lernen das ist der Weg.

Alles Liebe und schöne Grüße

Karina
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Wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her...
josch1948
Juniormember
**
Beiträge: 40



« Antworten #4 am: 14. Dezember 2005, 13:44:22 »

Hallo Kathrin,
ich bin rund 20 Jahre älter als Du. Aus meiner Sicht, bist Du eine junge
Dame, die noch das halbe (oder mindestens das halbe) Leben vor sich
hat. Man erlebt Höhen und Tiefen aber man kann und soll immer wieder
aus dem Loch rausklettern. Ich glaube, daß unser Forumn hilf uns auch dabei.
Hier siehst Du, daß jeden mal treffen kann und viele Menschen bereit sind
anderen zu helfen. Helfe selber und Du wirst dabei stark. Und wenn Du stark geworden bist,meisterst Du die eigene Probleme auch. Ich habe irgendwo
mal den Ratschlag gelesen: was würde ich meinem Freund(in) raten, wenn er(sie) das gleiche Problem hätte? Das hilft Abstand zu nehmen und alles aus einer anderer Sicht zu beobachten können. Bitte betrachte das als Geburtstaggeschenk für Dich.
Ein Schmatz aus Dresden
Josch
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DER HERR
Ich sagte dir: Mensch, kämpfe, bange nicht und vertraue (mir und zu dir selbst)!



hexekathrin  
Gast
« Antworten #5 am: 15. Dezember 2005, 11:42:28 »

Danke für die lieben Wünsche!!!!
Nun man lernt immer irgendwie dazu, ist schon klar. Nun ich habe es eben schon geschrieben in den Post von Seoul bezügl. Weihnachten, wie ich meinen Geburtstag verbracht habe.
Nun ich für meinen Teil habe zum Hauptthema gemacht, dass wir uns meist in eingefahrenen Gleisen bewegen. Und Veränderungen erfordern eine ständige "Anpassung" und somit kommt es auch nicht zu einer Gewohnheit. Was ich damit sagen will: Die positiven Gewohnheiten kann man ja beibehalten, aber durch ständige Veränderungen haben die schlechten Gewohnheiten einfach keine Chance...
Nun ich will mal versuchen das irgendwie zu realisieren.
Ja und Josch du hast recht mit dem Rat an einen Freund. Paradox ist nur, dass ich anderen gut helfen kann, aber komischerweise bei mir selbst oft versage. Aber gut, dafür bin ich eben ein Mensch und kein Perfektionist mehr, zum Glück!!!  Weil, dadurch stand ich mir meist selbst im Weg.
So ihr Lieben nochmals vielen Dank und euch einen schönen Tag. Kathrin
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