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hexekathrin
Gast
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« am: 09. Dezember 2005, 15:58:52 » |
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Habe fleißig gelesen, was sich hier so getan hat in den 6 Wochen, wo ich nicht da war. Hmmm nun, zurückgekommen aus einer Käseglockenwelt, aufgeschlagen in der Realität. Es fühlt sich gut an, wenn man lebt und wenn man spürt, was Leben ist. Angst gehört dazu. Und Negatives bringt mich nicht in Panik, es macht nur wütend. Eingehüllt in eine Wolke von Emotionen, Neigungen und das Klammern an andere Leute, die mein Leben verbessern sollten, so bin ich zur Reha gegangen. Wiedergekommen bin ich mit der Erkenntnis, dass man sich viel zu sehr von anderen abhängig macht und sich deshalb vor dem eigenen Leben versteckt. Leben bedeutet auch Niederlagen zu haben. So wie ich im Moment. Ich stehe da ohne einen Cent. Rente gibt es nicht. Krankengeld ist nicht mehr und Arbeitslosengeld ... ich weiß es nicht. Meine private BU weigert sich standhaft Geld rauszurücken. Ich bin noch lange nicht in der Phase, wo ich sagen würde, ich suche mir einen Job. Ich brauche das Geld ... wofür? Weiß nicht, vielleicht um meinen Therapeuten zu erreichen, der mit mir eine Verhaltenstherapie machen soll. Aber was kann der, was ich nicht auch selber könnte? Kein Therapeut hat mir bisher wirklich helfen können. Nun ja zumindest nicht aktiv, lediglich in der Veränderung meiner Sichtweisen. Das was ich erreicht habe, und das kann ich mit Stolz sagen, das habe ich selbst geschafft. Ich habe meine Grenzen überschritten und den Schalter im Kopf umgelegt. Die Gesellschaft hat kein Herz für uns, die irgendwo am Rande stehen. Man muss Karriere machen auf dem Gebiet der Psychologie, um ein bisschen finanzielle Unterstützung zu bekommen. Ich habe mir die Lebensgeschichten der anderen angehört, habe aktiv in den Gruppentherapien mitgearbeitet und auch in der Einzeltherapie habe ich meinen Standpunkt versucht zu vertreten. Mein Entlassungsergebnis ist paradox! Arbeitsunfähig mit 100%iger Leistungsfähigkeit. Kann man das verstehen? Nun übersetzt heißt das: Du kannst nicht zurück in deinen Job, kündige und verzichte auf Abfindung, melde dich beim Arbeitsamt und sieh zu wie du klar kommst. Gut genau das habe ich getan. Und nun soll ich das Geld was ich nicht habe dafür verwenden mein Auto zu tanken um 1 x die Woche 50 km zum Therapeuten zu fahren? Was ich dazu gelernt habe ... werde endlich wach und träume nicht von einer besseren Welt. Es gibt Menschen denen geht es wirklich echt beschissener. Und ich für meinen Teil kann keine Unterschiede machen, ob jemand organisch oder seelisch krank ist. Aber ich kann einen Unterschied machen, wer an mir verdient und wer nicht. Und was ich auch gelernt habe, ein organisches Leiden kann man schlecht beeinflussen, aber ein seelisches Leiden kann man bewusst beeinflussen. Auch wenn es nicht wirklich glaubhaft erscheint, aber man kann sich etwas Gutes tun und sich drauf einlassen, dass es einem besser geht. Und ich werde alles dafür tun, dass ich das was ich erreicht habe von nichts und niemandem wieder kaputt gemacht wird. Die Frage ist nämlich die: Was ist Leben und was erwartet man vom Leben und was genau braucht man zum Leben. In diesem Sinne ein schönes 3. Adventswochenende .... Kathrin
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