Hi Chakora und Phoenixchen,
Und er sagt es sei GANZ bei mir ob es so bleibt oder ich mich irgendwann mal wieder bewege, denn ich mache das alles ja selber, das macht ja keiner von außen.
Solche und ähnlich komischen Aussagen, hörte ich auch häufiger von meinem Therapeuten und war darüber immer heftig erbost oder habe überhaupt nicht kapiert, was er mir sagen wollte. (z.B. "ich habe Angst, aber ich bin nicht die Angst")
Erst im Laufe der Zeit (und teilweise lange nach Therapieende) kamen seine komischen Aussagen wieder und erklärten sich mir auf ganz unterschiedliche Arten.
Damals jedenfalls fand ich die Aussage, dass ich meine Angst selber produziere ziemlich lächerlich und unfair. Heute hingegen gelingt es mir immer öfter, mich selber zu hinterfragen, warum ich jetzt die Angst brauche, um mich z.B. zu drücken (vor einer Auseinandersetzung, vor einer Handlung, vor einer Entscheidung) oder wo etwas aus dem Lot geraten ist (überfordert, unterfordert, zu wenig Vertrauen, zu wenig positive Akzente....) Und so finde ich heute, diese Aussagen sehr wahr und nicht mehr lächerlich :-)
Ansonsten hat Dein Therapeut völlig Recht, dass Du Deine Energien verschwendest, wenn Du einen Zustand wie vor der Angst erreichen möchtest. Die Angst hat Dich verändert (und das ist gut so), Dir aber auch einiges genommen (z.B. Unbekümmertheit, Naivität gegenüber dem Leben). Wenn Du nun gegen die Angst ankämpfst, so als wäre sie Dein Feind, laugst Du Dich nur aus. Akzeptierst Du aber Deine Angst und betrachtest sie einmal aus einem anderem Blickwinkel, kann sie Dir zur Freundin werden.
Meine "gehaßte Freundin" Angst zeigt mir oft, wo ich auf dem falschen Dampfer bin, wo es bei mir hakt und höre ich ihr zu, dann komme ich "wieder" oder eher auf den "richtigen" Weg (oder aus einem Tief).
Phoenixchens Beispiel ist sehr treffend. Wenn Du Deinen eigenen inneren Frieden findest (und dabei ist es egal ob es die Angst oder das Gewicht ist), kannst Du Deinen Blick auf die wirklich wichtigen Dinge richten. Das Akzeptieren der Angst bedeutet nicht, dass man sich zum Sklaven seiner Ängste macht oder sich einsperren lässt (dies wäre wohl das Sterben der Hoffnung?).
Wenn Dein Therapeut Dich mit so "komischen" Aussagen konfrontiert, diskutiere mit ihm, sag ihm, wie es auf Dich wirkt, hinterfragen, was er Dir damit sagen will oder was er damit bezweckt, wie er sich das denkt, wie Du das umsetzen kannst. Auch wenn Du heute vielleicht noch nicht alles vestehst, wird es Dir irgendwann wieder begegnen und spätestens dann erklären. Vielleicht kannst Du dann auch häufiger schmunzeln und feststellen, dass Du heute verstehst, was Dir damals ein Buch mit sieben Siegeln war :-)
Viele Grüße
Muett