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Autor Thema: Jedes Maß verloren!?  (Gelesen 2170 mal)
Claudi
Juniormember
**
Beiträge: 24



« am: 26. Mai 2004, 10:37:23 »

Meine Thera fragte mich gestern, ob ich einen Überblick hab, was "er" so trinkt am Tag, und ich sagte, nicht mehr so, aber im Schnitt 6-8 Bier, manchmal mehr, und si eguckte mich ganz entsetzt an und fragte mich, ob ich das "normal" finde.
Ja, irgendwie schon, weil es immer so ist.
Was ist tolerierbar und was nicht?
Er kippt net um,. wird net agressiv, schwankt nicht besonders sehr - oder seh ich das nicht (mehr)
Hab ich wirklich jedes Maß verloren?

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Sorgen drücken nieder - ein freundliches Wort richtet auf
wolfgang  
Gast
« Antworten #1 am: 26. Mai 2004, 10:48:04 »

Hallo Claudi,
wenn "er" Dein Mann oder Partner ist, befindest du Dich schon längst in einer
Co-Abhängigkeit. Natürlich ist es für Dich normal wenn er so viel trinkt, weil du es wahrscheinlich nicht anders kennst.
Es gibt kein Maß, dass tolerierbar ist. Für den einen ist ein Glas zu viel und für den nächsten ein Kasten pro Tag.
Alkoholiker sein heißt auch nicht ausfallend zu werden und krach zu schlagen. natürlich gibt es auch sollche, aber das ist nicht die Masse. Die meisten benehmen sich völlig unauffällig.

Die Frage ist doch für Dich, kommst du damit klar, dass "er" trinkt?

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Karandash
Stammposter
****
Beiträge: 149



« Antworten #2 am: 26. Mai 2004, 19:25:49 »

Und Claudi .........

heißt es nicht ganz klar zu schauen will ich diesen Partner. Bei vielen vielen Posting dei ich von dir gelesen habe ging es in der Mehrzahl um Deinen Mann nicht um Dich...........
Und ich weiß bestimmt, wie schwer es ist sich aufrecht zustellen.

Wünsch Dir alles Liebe

Kara
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Cleo  
Gast
« Antworten #3 am: 08. Juni 2004, 17:16:57 »

Hallo Claudi,

ich habe zwei Links gefunden, schau sie Dir doch mal an, bei dem einen ist am Ende auch ein Selbsttest dabei  - ich vermute mal, dass Dein Mann ihn vielleicht nicht unbedingt selber ausfüllen möchte, aber Du kennst ihn ja gut genug, um vielleicht die Fragen für ihn beantworten zu können (natürlich nur, falls Du magst!):

http://www.palverlag.de/Alkoholprobleme.html

http://www.alkohol-hilfe.de/alkoholhilfe.htm

Wenn Du Dich -besonders im zweiten- mal durchklickst, gelangst Du zu dem besonders für Dich interessanten und aufschlussreichen Bereich über die sogenannte Co-Abhängigkeit.

Ansonsten gibts bei Google haufenweise Links zu diesem Thema.

Wie siehst denn inzwischen bei Euch aus?

Liebe Grüsse
Cleo



[Editiert am 8/6/2004 von Cleo]

[Editiert am 8/6/2004 von Cleo]
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Claudi
Juniormember
**
Beiträge: 24



« Antworten #4 am: 09. August 2004, 08:06:36 »

Hallo Cleo, Danke für die Links.

Ich war bei der Suchtberatung, die ham mir zum großen Teil das gleiche gesagt.
Geändert hat sich nix, außer, dass ich vielleicht öfter was sag und mir nicht mehr alles so zu Herzen nehm.
Letztens wollte er wieder betrunken fahren, und ich hab gesagt: "Würdest du bitte das Auto stehen lassen? Zum penny kannste auch laufen."
Er gab an, was fürs Essen holen zu wollen und ich sagte, ich hols, aber kein Bier, und wenn ers unbedingt braucht, soll er gefälligst laufen.

Sonst hab ich immer gesagt: bitte bitte, aber da war ich irgendwie... cooler.

Und ich bin auch soweit, dass ich sagen kann, ja, der Alk ist Schuld an dem Streit und allem. Sonst hab ich immer abgeschwächt, ich bin auch dran beteiligt, wollte nicht alles auf ihn schieben.
Aber mittlerweile ist es mir, naja, egal, was er denkt oder macht, wenn ich das sag.
Mit meinen Eltern hatte ich auch ein offenes Gespräch, was bei uns los ist, das war ganz gut.

Und mit Selbsttests oder Schriften über Alkoholismus, die wirft mein Mann sozusagen in die Ecke und guckt nicht mal rein.

Nagut, seine Vorwürfe nehm ich schon noch an. Du bist fremd gegangen. Du warst agressiv die letzten Jahre, Du Du Du
Das trifft einen trotzdem, und auch solche Sachen wie, was mir einfällt, mit anderen über ihn zu reden, wenn er net dabei ist. Und wenn ich sag, dann geh doch, sagt er: "Ich hab nie zu dir sowas gesagt. Kannste mal sehen, was du für Sprüche drauf hast."

Und was würde sich ändern, wenn er trocken wäre?

Liebe Grüße, und vielen Dank für Eure Antworten.

Claudi
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Sorgen drücken nieder - ein freundliches Wort richtet auf
wolfgang  
Gast
« Antworten #5 am: 09. August 2004, 08:23:32 »

Hallo Claudi,
es gibt sehr gute Selbsthilfegruppen für Angehörige. Al Anon ist so was. Da bekommst du wertvolle Tipps für das Leben mit alkohol kranken Menschen.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Claudi
Juniormember
**
Beiträge: 24



« Antworten #6 am: 11. August 2004, 09:32:27 »

Hallo Wolfgang, ja, da bin ich schon, geh auch zur Suchtberatung.
Trotzdem bin ich mir noch oft genug extrem unsicher, was wie richtig ist.
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Sorgen drücken nieder - ein freundliches Wort richtet auf
astralbaer
Schreibe oft hier
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Beiträge: 97



« Antworten #7 am: 02. September 2004, 18:29:48 »

Hallo Claudi,

ich möchte mich als Betroffener hier kurz einklinken und meine Erfahrung schildern. Ich habe Jahrelang an manchen  Abenden genüßlich ein Bier getrunken. Soweit ist nichts dagegen zu sagen.
Dann hat sich das ganze schleichend auf jeden Abend ausgedehnt. Nach einem Bier kam dann ein zweites. Der Stress und viele andere Faktoren kamen noch dazu. Dann fing es mit meinen Depressionen an, welche ich zum Schluß über lange Zeit mit Bier und Wein betäubt habe.
Ein "normaler" Schnitt von 4-5 Flaschen am Abend hat sich dann eingependelt. Ich fühlte mich nach den ersten beiden Flaschen gut, irgendwie gut drauf. Dann kommt das Gefühl noch eins und es wird besser und noch eins und noch eins............ und was kommt raus? Man kann nicht mehr klar denken und wankt je nach Konsum und wie es der Körper verarbeitet ins Bett. Das bewußte Wahrnehmen entgleitet einem und man bekommt vieles nicht mehr so richtig mit. Es ist wie ein "alles egal Gefühl".
Es ist auch wie ein Teufelskreis aus dem man nur noch schwer rauskommt. Ich hab öfter mal versucht, die Notbremse zu ziehen. Doch das Verlangen war mittlerweile so stark, das die Beherrschung nicht zuzugreifen schnell verschwand.
Mein Glück war, das ich mir ständig über meinen Zustand völlig im klaren war und wußte, so kanns nicht mehr weitergehen. Und hier ist auch der schwierigste Teil - man muß es erkennen, das man ein Problem damit hat. Solange diese Einsicht fehlt; sie muß von einem selbst kommen; kommt man auch nicht, oder nur schwer raus.

Ich hab dann im Juni kurz vor Beginn meiner Therapie aufgehört  Alkohol in irgendeiner Form zu konsumieren.
Meine Psychotherapeutin sagte mir auf den Kopf zu, das ich in diesem Zustand ein Gewohnheitstrinker war. Der Entschluß aufzuhören und dies auch konsequent durchzuziehen, hat mir ein neues Lebensgefühl verpaßt. Man ist wesentlich aktiver und bekommt viel mehr mit. Das einzig schlimme ist der Entzug, der sich körperlich bemerkbar macht. Aber nur kurzfristig - jedenfalls bei mir. Ich habe dann auch zeitgleich das Rauchen aufgehört. Ich wußte gar nicht mehr, das Geschmacks- und Geruchssinn so ausgeprägt sind ;-)

Ich wünsche Dir viel Stärke und gib nicht auf

Viele Grüße
Astralbaer
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Das was wir heute sind, folgt aus den Gedanken, die wir gestern pflegten und unser gegenwärtiges Denken baut unser Leben, wie es morgen ist.
(Buddha)
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