Schmetterling
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« am: 27. Januar 2006, 14:30:41 » |
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Hallo,
mein Therapeut hat mir in der letzten Stunde plötzlich und unerwartet eröffnet, dass wir uns nicht mehr sehen könnten, weil meine Kassenstunden "abgelaufen" wären. Dabei hat er niemals vorher auch nur andeutungsweise gesagt. dass ich bald damit rechnen muß. Außerdem hat er nicht das geringste getan, um die Therapie in irgendeiner Weise abzuschließen. Es steht alles total unausgegoren im Raum und ich kann von heute auf morgen einfach nicht mehr hinkommen...
Kann man sich gegen eine soche Art und Weise irgendwie wehren, oder muß man das einfach so hinnehmen?
12 Jahre war ich bei ihm. In den letzten 2 Jahren hat er sich hauptsächtlich mit mir über meinen Alltag unterhalten. Eigentlich mag ich Smalltalk nicht so gern, aber mit ihm war sogar das schön. Und nun das Aus - aus heiterem Himmel!
Kann man da noch irgendwas machen? Selber zahlen möchte ich nicht. Ich habe nur sehr wenig Geld und mit diesem habe ich andere Pläne. Seine Praxis würde ich eventuell putzen, wenn er das wollte. Gerne mache ich das zwar nicht, weil ich wenig Zeit habe, aber wenn es nicht anders geht, mache ich das. Was meint ihr, soll ich ihm das anbieten?
Schmetterling
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thalia
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« Antworten #1 am: 27. Januar 2006, 14:59:12 » |
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also ich würde mich als erstes einmal an die krankenkasse wenden und nachfragen, ob so eine vorgehensweise in ordnung ist, und ob die angaben des tehrapeuten überhaupt stimmen. desweiteren gibt es einen verbund der psychologen, an den ich mich wenden würde und dieses vorgehen dort beschreiben. ich persönlich würde mir einen anderen therapeuten suchen, denn ich halte so ein vorgehen für verantwortungslos. so kann man nicht mit seinen patienten umgehen.
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Sanella
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« Antworten #2 am: 27. Januar 2006, 15:05:18 » |
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Seine Praxis würde ich eventuell putzen, wenn er das wollte. Gerne mache ich das zwar nicht, weil ich wenig Zeit habe, aber wenn es nicht anders geht, mache ich das. Was meint ihr, soll ich ihm das anbieten?
Würde er das annehmen, dann läuft das unter "in der Therapie missbraucht" Ich finde es absolut nicht o.k, dass Du das von heute auf morgen gesagt bekommst. Wusstest Du gar nicht wie viele Stunden du bewilligt bekommst? 12 Jahre Therapie klingt ja unglaublich, welche Kasse bezahlt denn das? Hast du zwischendurch immer mal wieder 2 Jahre pausiert oder die Therapieart gewechselt? Ich habe im Moment auch das Problem das meine Therapie zu Ende geht, noch 3 Stunden habe ich. Ich wusste aber, dass ich mehr wie die 40 Stunden nicht bezahlt bekomme.
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Aber wenn du dich wertschätzt, wenn du dein Innenleben ernst nimmst, wenn du auf dich hörst und nicht alles mit dir machen lässt, dann werden andere lernen, dich zu achten, zu ehren und zu lieben. Es beginnt bei dir.
(Ulrich Schaffer)
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Phoenixchen
Gast
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« Antworten #3 am: 27. Januar 2006, 15:06:32 » |
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Hallo Schmetterling,
dass das Ende so plötzlich und ohne Vorankündigung kommt, ist natürlich erst mal ein Schock und unverständlich.
12 Jahre sind allerdings eine extrem lange Zeit für eine Therapie?! Eine Therapie ist keine Plauderstunde und dass du seit 2 Jahren beim Smalltalk mitmachst, finde ich schon sehr erstaunlich. Glaubst du denn, es wäre jemals zu einem Ende der Therapie gekommen auf dieser Basis? Therapiestunden sind schließlich teuer und ich finde es unverantwortlich, dass die Kassen Versicherungsbeiträge für Plauderstündchen zahlen - die kannst du doch auch mit Freunden führen?
Meinst du nicht, dass ein Therapeutenwechsel angebracht wäre? Was erhoffst du dir von dieser Therapie noch? Weitere 5 Jahre Smalltalk auf Krankenkassenkosten? Du hast ja schon früher davon gesprochen, dass die Beziehung zu deinem Therapeuten ziemlich "persönlich" ist und ich denke nicht, dass das eine gute Ausgangsbasis ist für eine Heilung. Jetzt willst du noch seine Praxis putzen? oh je, sorry, aber diesen Gedanken finde ich wirklich gaga. Dass du seine Nähe suchst, kann ich verstehen - er ist aber dein THERAPEUT und da ist eine gewisse Distanz angebracht.
Gruß Phoenix
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Mimi
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« Antworten #4 am: 27. Januar 2006, 18:32:58 » |
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Hallo Schmetterling! Dass dein Therapeut nie mit dir darüber gesprochen hat finde ich nicht nur ziemlich daneben, sondern auch absolut unprofessionell. Mich wundert aber schon auch, dass du nie danach gefragt hast wieviele Stunden du noch hast. Dass so eine Therapie nicht ewig weiter gezahlt wird, ist eigentlich jedem Patienten klar. 12 Jahre Therapie finde ich ungeheuerlich und absolut nicht mehr gut. Eine Therapie ist keine Plauderstunde und dass du seit 2 Jahren beim Smalltalk mitmachst, finde ich schon sehr erstaunlich. Glaubst du denn, es wäre jemals zu einem Ende der Therapie gekommen auf dieser Basis? Therapiestunden sind schließlich teuer und ich finde es unverantwortlich, dass die Kassen Versicherungsbeiträge für Plauderstündchen zahlen Das sehe ich absolut auch so. Es macht mich fast schon ärgerlich, wenn ich höre, dass du seit 2 Jahren smalltak auf Krankenkassen kosten machst. Andere kämpfen um die Therapiestunden und da wird es einfach so rausgepulvert. Es ist wohl höchste Zeit, dass du dich von dem Therapeuten trennst und ohne Therapie leben lernst, nach 12 Jahren ist es höchste Zeit dafür. Das mit dem Praxis putzen ist nicht ok. Wenn er sowas annehmen würde, stufe ich das auch als höchst bedenklich ein. Frage mich gerade, ob er selbst gemerkt hat, dass da was nicht ok läuft und deshalb auch sofort aufhört. Mimi
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Schmetterling
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« Antworten #5 am: 28. Januar 2006, 19:26:54 » |
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Hallo,
erstmal danke für euere Antwoten. Ja, 12 Jahre, das ist viel. Ich weiß ich sollte dankbar für diese Jahre sein. Aber ich hab mich nun unheimlich an ihn (den Therapeuten) gewöhnt und der Gedanke auf ihn verzichten zu müssen, fällt mir nicht leicht.
Ja, ich habe wirklich nie gefragt, wieso die Krankenkasse so lange zahlt. D.h. manchmal habe ich es mich gefragt, hab aber den Gedanken ganz schnell wieder von mir geschoben. Hab es einfach als Tatsache genommen, dass es so ist und hab wohl insgeheim geglaubt, dass der Therapeut umsonst mit mir arbeitet.
Vor ein paar Jahren hatten wir mal eine Krise und damals hat er auch rumgezickt, dass die Krankenkasse nicht mehr bezahlen würde und ich müsste nun selbst zahlen oder aufhören. Damals hat er es genauso gemacht - mitten in der Therapie und ohne Vorankündigung! Damals war ich noch richtig abhängig von ihm und es ging mir noch viel schlechter als heute. Ich dachte, ich würde das nicht überleben. Ich bin dann zu ihm gegangen und habe ihm eine ziemliche Szene gemacht und sogar mit Selbstmord gedroht, wenn er nicht weitermacht. Es war mir auch wirklich danach zumute. Damals hat er mir angeboten zum halben Preis für mich zu arbeiten. Ich sagte zu, mir blieb nichts anderes übrig. Wir vereinbarten, dass er mir alle Vierteljahre eine Rechnung stellt. Das hat er dann aber wohl "vergessen", denn ich habe bis heute noch keine Rechnung von ihm bekommen. Ich hab auch nie mehr nachgefragt!
Nach zwei Jahren sagte er, wir könnten jetzt wieder versuchen, Kassenstunden zu beantragen. Er hat sie beantragt und offensichtlich bekommen, nachgefragt habe ich vorsichtshalber nicht.
Nun ja, jetzt bin ich in einer anderen Situation. Es ist das gleiche passiert wie damals, aber ich bin nicht mehr so abhängig von ihm. Wenn es sein müsste, könnte ich auf die Therapie verzichten und sogar auf ihn, obwohl mich das sehr traurig machen würde. Dennoch bin ich ganz schön wütend und sauer auf ihn. Wenn ich könnte, würde ich ihm schon das Handwerk legen, aber nun rede ich nochmal mit ihm. Vielleicht mache ich ihm den Vorschlag, umsonst für mich zu arbeiten, hat er sowieso schonmal zwei Jahre gemacht. Das mit dem Putzen ist vielleicht nicht die beste Idee. Ich habe eigentlich kein großes Talent zum Putzen. Ich hätte es wirklich hauptsächlich gemacht, um in seiner Nähe zu sein.
Vielleicht habt ihr aber alle recht und das sind nicht so ganz die richtigen Voraussetzungen für eine Therapie. Es wird wohl besser sein, die Sache zu beenden. Vielleicht waren die letzten zwei Jahre mit dem "Smalltalk" seine Art, die Sache abzuschließen. Aber ob ihr es glaubt oder nicht, bei diesem Typ kann man sich sogar an den Smalltalk gewöhnen. Leicht fällt mir das Loszulassen nicht!
Fast so stelle ich mir den Tod vor, wenn die richtige Zeit dafür gekommen ist. Man geht nicht gerne, aber man geht freiwillig, weil man weiß, dass nichts mehr zu ändern ist. Vielleicht begegnet er mir in einem neuen Leben wieder, als Freund.
Keine Angst, ich werde weiterleben. Das mit dem Tod war mehr im übertragenen Sinne gemeint.
Viele Grüße Schmetterling
[Editiert am 28/1/2006 von Schmetterling]
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Phoenixchen
Gast
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« Antworten #6 am: 28. Januar 2006, 19:47:39 » |
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Hallo Schmetterling,
ist dir noch nie der Gedanke gekommen, dass er einen Nutzen daraus zieht, dass du abhängig von ihm bist? Dass er sein Ego aufbaut oder weiß der Geier, was in seinem Hirn vor sich geht?
Welcher Therapeut arbeitet zwei Jahre umsonst? Ich finde diesen Typen gefährlich und ich denke, du solltest hier einen klaren Schnitt machen. Musst du aber natürlich selbst wissen.
LG Phoenix
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Winnie
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« Antworten #7 am: 28. Januar 2006, 20:51:39 » |
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Hallo Schmetterling,
ehrlich gesagt, wenn ich das so lese, bin ich doch verwundert.
12 Jahre Therapie sind doch eine lange Zeit und ich habe bisher noch nie gehört, dass ein Therapeut auf seine Bezahlung verzichtet. Irgendwie scheint mir das alles sehr sonderbar.
Ich finde auch, dass Dein Therapeut damals als Du mit Selbstmord gedroht hast, schon hellhörig hätte werden müssen und überlegen, dass in Eurer "Art der Therapie" etwas nicht stimmt. Hätte er doch erkennen müssen, dass Du regelrecht von ihm abhängig bist.
Wenn Du nach 10 Jahren Therapie, 2 Jahre Smalltalk anschliesst, dann glaube ich, dass das doch eine Art des "beendens deiner Therapie" ist. Ich selbst hatte auch mal einen Therapeuten, mit dem ich fast ein dreiviertel Jahr Smalltalk gemacht habe. Für mich war das keine Therapie und ich habe dann abgebrochen und mir etwas anderes gesucht.
Ich an Deiner Stelle würde erstmal sehen, ob Du jetzt nicht allein zurecht kommst, denn wenn Du 2 Jahre "nur" Smalltalk gemacht hast, dann brauchst Du die Therapie evtl. doch gar nicht mehr? Und das mit dem "putzen" würde ich auf jeden Fall lassen.
Ich hoffe und wünsche Dir, Du triffst für Dich die richtige Entscheidung Winnie
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Schmetterling
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« Antworten #8 am: 30. Januar 2006, 14:28:33 » |
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Hallo Phoenix,
ja, der Gedanke ist mir schon gekommen. Kein Mensch tut etwas, wenn er sich nichts davon verspricht, das ist mir klar. Mein Therapeut ist Buddhist. Vielleicht hofft er mit seiner Handlung sein Karma zu verbessern - keine Ahnung. Kann schon sein, dass er mal so etwas erwähnt hat.
Hallo Winnie,
so richtig abhängig bin ich sicher nicht mehr von ihm - aber irgendwie dann doch wieder. Es ist vielleicht schwer vorstellbar, aber mittlerweile bin ich sogar von diesem "Smalltalk" abhängig. Ein klarer Schnitt wäre sicher am besten und ich könnte sicher auch ohne ihn klarkommen, aber in der letzten Zeit haben wir viel über meine neuen Pläne geredet. Ich suche nämlich eine neue Wohnung und er gibt mir immer Tipps, auf was ich dabei achten soll. Ich muß sagen, er versteht wirklich was von diesen Dingen und ich finde es schön, dass er mich unterstützt.
Na ja, mal sehen... Am Freitag habe ich wieder einen Termin. Diesen werde ich auf jeden Fall noch wahrnehmen. Vielleicht schaffe ich es, mit ihm mal zu reden und zu klären, wie das so mit uns weitergehen soll. Na, wer die Bezahlung für diesen Termin übernimmt, ist ja auch noch ungeklärt. Ich hoffe, er präsentiert mir nicht die Rechnung für diese zwei Jahre von damals auch noch. Das müsste aber eigentlich mittlerweile verjährt sein.
Danke an euch und viele Grüße Schmetterling
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Winnie
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« Antworten #9 am: 30. Januar 2006, 17:32:45 » |
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Hallo Schmetterling,
ich glaube ein klarer Schnitt wäre wirklich das Beste für Dich! Natürlich ist es schon, wenn Dir jemand Tipps gibt, aber ich denke, das kann auch jemand anders machen, da musst Du nicht in Therapie gehen. Und "Smalltalk" ist wirklich nicht die Aufgabe eines Therapeuten!
Gruss Winnie
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