Home | Forum
Donnerstag, 24. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
24. Mai 2012, 10:36:25 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1] 2 3   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Die "Geschlossene"  (Gelesen 8282 mal)
Farbe
Juniormember
**
Beiträge: 12



« am: 03. Februar 2006, 14:53:11 »

Ich schreibe hier in der Perspektive eines Außenstehenden meine Erfahrungen mit der geschlossenen Abteilung bzw. dem "geschützten Bereich" eines Krankenhauses:

Ich kenne einen geschlossenen Bereich einer Psychiatrie, in dem es meiner Meinung nach wirklich entwürdigend zugeht. Die Patienten werden oft schlecht behandelt, herablassend, und so, als wären sie fürs personal eine große Belastung.
Man kann den ganzen Tag nichts anderes tun, außer im Bett liegen oder einen kleinen Gang auf und abgehen. In der Nacht ist es kaum möglich zu schlafen, da die Mitpatienten zum Teil herumschreien, durch die Gegend schleichen, sich in fremde Betten legen wollen, stehlen, verbotenerweise rauchen, mit sich selbst reden, andere beschimpfen etc. Dabei braucht, denke ich, gerade ein Patient in einer geschlossenen Anstalt ausreichend Ruhe- wenigstens bei Nacht. 20min- Spaziergänge in der Gruppe werden nicht einmal täglich gemacht. Auch auf eine halbstündliche Sporttherapie muss man mindestens 1 Woche warten, obwohl sie für den nächsten Tag versprochen wird.
Meiner Meinung nach werden in der geschlossenen Abteilung Spannungen regelrecht gezüchtet und Verzweiflung eher potenziert als reduziert. Eigentum wird entweder gestohlen oder in einem Kasten weggesperrt, der nur wenn man Glück hat, existiert. Und dann muss man, wenn man etwas aus dem eigenen Kasten braucht, die Schwester um den besagten Schlüssel bitten, den man, wenn man sehr viel Schwein hat, in einer halben Stunde bekommt. Um die Sachen nach 5 Minuten wieder einsperren zu lassen (z.B. Körperpflegeprodukte), muss man ebensolange warten und ein Ungehaltensein der Schwester hinnehmen. Es gibt nur 1 Dusche, aber zahlreiche Patienten. Am Klo steigt man häufig in Urin, mit Gästepatscherln natürlich optimal! Wenn man ehrlich sagt, wie es einem geht, darf man noch länger dort gequält werden.
Ist das die optimale Behandlung für psychisch schwer kranke bzw. stark gefährdete Patienten? Meiner Meinung nach ist das der letzte Ort, der einem solchen Patienten nachhaltig helfen kann. Abgesehen davon, dass es keinem Patienten einer solchen Anstalt leicht fallen wird, ehrlich über sein befinden zu sprechen. Aber, das muss ich dieser Abteilung lassen, sie hat sich schon einige Zeit lang so gehalten. Offenbar geht es darin nur ums nackte Überleben oder ums Nichtabhaunkönnen. Wenn ich langfristig selbstmordgefährdet wäre, ich würde mich während und nach so einem Aufenthalt erst recht umbringen wollen. Aber offenbar ist die Auffassung, was gut oder weniger gut ist, sehr subjektiv...

Liebe Grüße von Farbe!

[Editiert am 3/2/2006 von Farbe]
Gespeichert
Winnie
Stammposter
****
Beiträge: 550


« Antworten #1 am: 03. Februar 2006, 18:40:29 »

Hallo,

das Gleiche erlebe ich gerade mit meiner Mutter. Sie ist seit Dezember im "geschützten Bereich" eines Altersheims, weil sie demenzkrank ist. Ich sag immer, dass ich so nicht alt werden möchte. Jedes Mal wenn ich dort war, muss ich mir irgendwas Gutes tun (wenn es nur eine Tafel Schokolade ist), weil ich nur noch am heulen bin.

Ihre eigenen Sachen werden weg gesperrt. Sie kann nur einen Gang hin und her laufen und ich habe nicht den Eindruck, dass sich jemand wirklich mit den Menschen beschäftigt. Immer wenn ich komme sitzen die Pfleger/innen in ihrem Raum und qualmen.  Eine Pflegerin greift meiner Mutter ständig an den Hals, jedes Mal zuckt sie zurück. Es ist entwürdigend wie die Menschen dort behandelt werden. Meine Mutter war bevor sie diesen Platz bekam in einem Bezirkskrankenhaus  auf der "Gerontopsychiatrie" hier war die Atmosphäre sehr viel liebevoller. Daher weiß ich, dass es auch anders geht.

Gruss
Winnie
Gespeichert
yon
Stammposter
****
Beiträge: 128


« Antworten #2 am: 04. Februar 2006, 14:45:16 »

Hallo ihr beiden,

ich bin sehr schockiert, was ich hier lese. Ich habe zwar selbst keine Erfahrungen mit einer "geschlossenen", aber was ich bisher mitbekommen habe klang das immer Recht positiv und ich dachte, daß solche Beschreibungen nur im Fernsehen aufgeputscht werden.

Kann man da nichts gegen machen? Jeder Mensch besitzt doch Rechte, und ich finde es manchmal wirklich bedenkenswert, wenn andere Mensch (sorry aber häufig auch gerade Psychologen) sich für das Maß der Dinge halten andere beurteilen/entwürdigen.

Ich würde da nie hinwollen
Grüße an euch
Yon
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #3 am: 04. Februar 2006, 18:03:37 »

Hallo Farbe,
ich weiß zwar nicht von welcher Psychiatrie du hier schreibst, aber normal ist das nicht.
Ich war seit 1989 sehr häufig in einer geschlossenen Abteilung untergebracht, aber das von dir geschilderte habe ich dort nicht erlebt.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Farbe
Juniormember
**
Beiträge: 12



« Antworten #4 am: 04. Februar 2006, 18:57:05 »

Wolfgang, du hast bessere Erfahrungen gemacht?
Danke, das ist echt erleichternd, dass das nicht die Norm, sondern eher eine Seltenheit ist. (Hoffe ich zumindest.)
Nein, man darf nach meinem Bericht nicht darauf schließen, dass das jetzt in anderen Geschlossenen auch so zugeht.
Ich beschreibe hier nur die Erfahrungen, die ich persönlich auf dieser Station machen habe müssen.
Gespeichert
stern 1  
Gast
« Antworten #5 am: 05. Februar 2006, 20:39:26 »

hallo winnie,
finde es traurig wenn es auf der station deiner mutter so zu geht.was mich iritiert:du gönnst dir ne tafel schokolade um dich zu trösten.was tust du damit es deiner mutter besser geht?
wenn sie es selber nicht mehr kann,dann bist doch du als tochter dafür zu ständig?
solche zustände können sich nicht ändern wenn die angehörigen nur schweigen und die betroffenen sich nicht wehren können.
(warum packt die eine pflegerin ihr immer an den hals?Huch)hinterfragst du sowas nicht?
will dir nicht zu nahe tretten mit meinen fragen,aber ich bin damals bei der schlechten behandlung meiner mutter im kh zum unbeliebtesten besucher geworden.
mfg stern
Gespeichert
Caro
Gast
« Antworten #6 am: 05. Februar 2006, 21:50:00 »

Hallo Farbe!

Magst Du sagen, in welchem Krankenhaus Du das so erlebt hast?
Ich kenne das auch, war mal auf einer fakultativ(?) geschlossenen Abteilung in Berlin wegen meiner Angsterkrankung, weil sonst kein Bett frei war.
Es ist echt schlimm, wenn man dort noch das meiste mitbekommt, aber wenn Du nicht mehr soviel mitbekommst, ist es fast schon gefährlich!
Ich habe gehört, dass Patienten teilweise die doppelte Medikamentendosis erhielten und die anderen dafür gar keine! Die Schwestern saßen drei Stunden vor dem Fernseher und waren genervt, wenn jemand etwas  wollte! Ich habe auch erlebt, dass Patienten noch viel aggressiver wurden durch diese Enge und Langeweile...

Gruß,
Caro

PS: Ist das auf dem Foto ein Meerschweinchen? Ist echt süß! Habe zwei zuhause...
Gespeichert
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #7 am: 05. Februar 2006, 23:22:01 »

Hallo Farbe,

was Du schreibst ist sicherlich nicht allgemein gültig, doch trifft es sicherlich auf den allergrößten Teil der geschlossenen Psychiatrien.

Ich kenne Ärzte und Pflegepersonal, die in einer sehr großen und namhaften Psychiatrie tätig sind und die bestätigen mir das weitestgehend.
Sie bestätigen es mir deshalb, weil sie zu unserem Bekannten/Freundeskreiskreis gehören, denn ansonsten würde man diese Zustände sicherlich nie erfahren.

Es ist traurig, was man erfährt, wenn man die Chance hat, hinter die Kulissen zu schauen.
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
Winnie
Stammposter
****
Beiträge: 550


« Antworten #8 am: 15. Februar 2006, 16:20:20 »

Hallo Stern1,

ehrlich gesagt,ich fühle mich jetzt sehr angegriffen. Ich bin hier auf dieser Seite gelandet, weil ich sehr krank bin. Für mich bedeutet es eine enorme Anstrengung meine Mutter überhaupt zu besuchen!!!! Für mich hört sich das so an, als wenn ich mir nicht mal eine "Tafel Schokolade" gönnen dürfte. Was ich meiner Mutter gönne? Einen Spaziergang, wenn es die Umstände erlauben und einen Besuch ihrer Urenkel über den sie sich sehr freut. Im übrigen glaube ich, dass ich hierüber eigentlich keine Rechenschaft ablegen muss.

Es freut mich für Dich, dass es Dir so gut geht und Du noch kämpfen kannst! Ich kann das oft nicht mehr, zudem ich auch noch Kinder habe, für die ich noch kämpfen muss!

Gruss
Winnie
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #9 am: 15. Februar 2006, 16:28:18 »

Hallo,
hier wird alles durcheinander geworfen. Man muss unterscheiden zwischen einer geschlossenen in der Akut-Psychiatrie und was Winnie meint in der Geronto-Psychiatrie.

Die alleinige Anwesenheit von Winnie bei der Mutter tut dieser schon gut. Menschen mit Demenz neigen sehr oft zu übersteigertem Bewegensdrang. Sie entwickeln sich praktisch zurück. Man kann diese Krankheit nicht mit normalem Verstand nachvollziehen.

Hallo Winnie, ich kann Dich gut verstehen. Es ist nicht einfach mitzuerleben, wenn ein geliebter Mensch so verfällt. Gönn Dir Deine Schokolade, die hast du Dir redlich verdient!!

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Winnie
Stammposter
****
Beiträge: 550


« Antworten #10 am: 15. Februar 2006, 16:35:32 »

Hallo Wolfgang,

herzlichen Dank, das freut mich jetzt!!!!!

Liebe Grüsse
Winnie
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #11 am: 15. Februar 2006, 16:45:34 »

Hallo Winnie,
kein Problem. Ich stehe mit unserem Rollenden Büchertisch sehr oft bei Veranstaltungen Demenz. Ich bekomme hautnah mit, wie  hilflos viele Angehörige sind. Und wie sehr sie leiden.

Es ist weiß Gott nicht einfach.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Winnie
Stammposter
****
Beiträge: 550


« Antworten #12 am: 15. Februar 2006, 16:53:27 »

Hallo Wolfgang,

es tut so weh dabei zusehen zu müssen. Meistens begleitet mich eine meiner beiden Töchter, damit ich nicht allein hinfahren muss. Irgendwie geht es meinen Töchtern nicht ganz so nahe wie mir. Vor knapp 6 Wochen haben wir die Wohnung meiner Mutter ausgeräumt, ich kam mir vor, als wenn ich sie bestehlen würde, als wenn sie schon gestorben wäre.

Sie war anfangs in der Demenzabteilung in einem Bezirkskrankenhaus, irgendwie erschien mir da alles liebevoller. Da waren keine Schränke abgesperrt, die haben mit den Menschen auch mehr gemacht.

Schlimm ist immer, wenn sie mich was fragt und dann kommt nach jeder Minute immer wieder die gleiche Frage. Sie freut sich über ihren Urenkel, wenn der sie besucht, aber beim nächsten Mal weiß sie nicht mal mehr, dass es den Kleinen gibt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Das macht mich traurig.

Liebe Grüsse
Winnie
Gespeichert
stern 1  
Gast
« Antworten #13 am: 15. Februar 2006, 19:58:58 »

hallo winnie ,ich wollte dich nicht angreifen.aber lies dir deinen beitrag noch mal durch,vielleicht kannst du dann nach vollziehen wieso ich dich  So gefragt habe?Huch?
jetzt deine 2 beiträge, unterhaltung mit wolfgang klingen ganz anders.
und auch ich bin ,war krank und kämpfe jeden tag für meine kinder nie wieder wie ein zombie auf dem sofa zu sitzen.
mfg.stern
Gespeichert
Schmetterling
Schreibe oft hier
***
Beiträge: 83


« Antworten #14 am: 27. Februar 2006, 14:15:18 »

Hallo Farbe,

ich empfinde die Zustände, die Du beschreibst, ebenso katastrophal wie Du.
Wahrscheinlich würde ich schnellstens sehen, dass ich wieder einigermaßen auf die Beine komme, nur um aus einer solchen Anstalt herauszukommen.
Ist es aber nicht so, dass diese Abteilung nur eine Durchgangsstation ist, für Leute die ständig Beaufsichtigung benötigen und die, sobald sie in der Lage dazu sind, wieder in die "offene" Station verlegt werden? Ich könnte mir vorstellen, dass nur Extremfälle länger als eine Woche dort bleiben müssen, oder?
Also, wenn ich als Suizidgefährdete dort "landen" würde, würde ich alles daran setzten, die Ärzte und Schwestern davon zu überzeugen, dass ihre Behandlung so gut bei mir angeschlagen hat, dass ich die "Geschlossene" verlassen kann und nun auf die "Offene" kann, um mich dort noch etwas zu stabilisieren. Könnte mir vorstellen, dass das klappt, was meinst Du?

Viele Grüße
Schmetterling  
Gespeichert
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #15 am: 27. Februar 2006, 14:22:10 »

Ich würde mich immer mit Händen und Füssen dagegen wehren in eine psychiatrischen Einrichtung zu gehen, ganz egal, ob offen oder geschlossen, denn der Unterschied ist marginal.

Was ich da schon gehört habe ist mehr als erschreckend.

Ist genau wie bei den Ärzten: Frage einmal einen Arzt ob er sich in dem Hospital, in dem er arbeitet behandeln oder operieren lassen würde...Wenn er ehrlich ist wird er antworten NIEMALS.
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
Farbe
Juniormember
**
Beiträge: 12



« Antworten #16 am: 27. Februar 2006, 18:53:11 »

Hallo Schmetterling!
Einmal pro Woche kommt eine Komission, die redet ein paar Worte mit dir und dann entscheidet sie, ob du weiterhin im geschützten Bereich sein wirst oder ob du offengelegt wirst. Nach meinen Erfahrungen lassen sie dich, wenn du das erste Mal vor der Komission bist, nicht gleich raus. Mir ging es da echt schon viel besser, das wusste auch das Personal, aber sie behielten mich noch für eine weitere Woche drin.
Das war so in der Klinik wo ich war. Ist höchstwahrscheinlich in jeder anders und hängt auch vom Patienten bzw. seiner Krankheit ab.
Aber mich hätten sie da echt nicht so lang einsperren brauchen. Da wird man ja dann erst recht lebensüberdrüssig!
Seitdem hab ich mir abgewöhnt, ehrlich zu sagen wie´s mir geht, wenn es mir ganz schlecht geht. Solange mir ein etwaiger Suicidversuch nicht missglückt, heißt das, dass ich da nie wieder rein muss!
Lg Farbe
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #17 am: 27. Februar 2006, 19:54:38 »

Hallo,
in Rheinland-Pfalz ist dies alles in einem Gesetz geregelt, dass PsychKG heißt. Ein Mensch, der sich selbst oder andere gefährdet kann durch einen Richter vom Amtsgericht zwangseingewiesen werden. Der Richter bestimmt wie lange die Einweisung dauert. Gegen diesen Beschluß kann Widerspruch eingelegt werden. Dann kommt ein Richter vom Landgericht und überprüft das ganze.
Dies alles geschieht natürlich in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten und dem Betroffenen selbst, der sich natürlich einen Anwalt hinzuziehen kann.

Menschen, die ohne Beschluß auf eine geschlossene Station kommen, haben in der Regel schon nach zwei Tagen Ausgang. Sie warten im Prinzip ja nur auf ein freies Bett auf einer offenen Station.

In Österreich ist das so geregelt, dass generell bei einem richterlichen Beschluß ein Anwalt gestellt werden muss.

Im Saarland wurden die geschlossenen Stationen weitgehend abgeschafft, was aber nicht heißt, dass ein Mensch mit einem Beschluss die Station verlassen darf.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #18 am: 27. Februar 2006, 20:18:44 »

Zitat
Einmal pro Woche kommt eine Komission, die redet ein paar Worte mit dir und dann entscheidet sie, ob du weiterhin im geschützten Bereich sein wirst oder ob du offengelegt wirst. Nach meinen Erfahrungen lassen sie dich, wenn du das erste Mal vor der Komission bist, nicht gleich raus.  


Ich finde so etwas absolut menschenunwürdig. Wer kann sich anmassen über andere Menschen, die er weder kennt noch genau beurteilen kann, so etwas zu verhängen.
Glauben diese Leute tatsächlich, wenn sie eine Akte *überfliegen* oder Ferngutachten machen, die richtige Entscheidung zu Gunsten des jeweiligen Patienten zu treffen? Glauben könne sie es, aber es ist fern jeder Realität.

 
Zitat
Seitdem hab ich mir abgewöhnt, ehrlich zu sagen wie´s mir geht, wenn es mir ganz schlecht geht. Solange mir ein etwaiger Suicidversuch nicht missglückt, heißt das, dass ich da nie wieder rein muss!
 


Genau das ist dann das Resultat.
Man sagt nicht das, was man wirklich denkt, was in einem vorgeht, um sich diese unmenschlichen Massnahmen zu ersparen.

Die sogenannten *Gesetze* zum Schutz psychisch kranker Menschen sind eigentlich eine Unverschämtheit.
So etwas gibt es in kaum einem anderen Land, dass man entmüdigt und weggesperrt wird und fats keine Möglichkeit hat dem zu entrinnen. Es gibt unzählige Beispiele.

Da bekommen Ehepartner nicht einmal ein *Besuchsrecht* (was alleine schon kriminell ist ) nur weil ein Arzt einen Vormund bestellen liess, da er der Meinung war, dass der Patient nicht mehr *Herr* seiner selbst ist.

Deutschland ist da ein absolut negatives *Aushängeschild*

Da muss viel passieren - Seeeehr viel.

Und niemand kann mit gutem Gewiswsen das, was heute in der Psychiatrie abgeht, gut heissen.

Schlimme Zustandände sind das.....
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #19 am: 27. Februar 2006, 20:25:22 »

Zitat
Ein Mensch, der sich selbst oder andere gefährdet kann durch einen Richter vom Amtsgericht zwangseingewiesen werden. Der Richter bestimmt wie lange die Einweisung dauert. Gegen diesen Beschluß kann Widerspruch eingelegt werden. Dann kommt ein Richter vom Landgericht und überprüft das ganze.
Dies alles geschieht natürlich in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten und dem Betroffenen selbst, der sich natürlich einen Anwalt hinzuziehen kann.

 


Und das findest Du so richtig?

Das kann ich kaum glauben.....

Da massen sich Menschen ein Urteil an, nachdem sie 2 Minuten eine Akte gelesen haben, denn viel mehr Zeit haben diese Richter nicht.

Ich kann das Beurteilen, da ich in meinem damaligen beruf jeden Tag mit Richtern zu tun hatte, die darüber zu entscheiden hatten, ob ich einen Hausdurchsuchungsbeschluss bekomme oder nicht.
Und ich habe ihn IMMER bekommen wenn ich ihn wollte.

Und genau das schaffen auch die, die jemanden in die *Geschlossene* bringen wollen und niemand, auch kein Anwalt wird daran *schnell* etwas ändern können, weil letztendlich immer auf die *einweisenden* gehört wird.

Das was auf diesem Gebiet in Deutschland läuft ist ein Skandal und tangiert die Menschenrecht auf höchsten Niveau.

Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
Phoenixchen  
Gast
« Antworten #20 am: 27. Februar 2006, 20:51:19 »

"So etwas gibt es in kaum einem anderen Land, dass man entmüdigt und weggesperrt wird und fats keine Möglichkeit hat dem zu entrinnen."

Das halte ich für ein Gerücht. Es gibt genügend Staaten, in denen genau das aus politischen oder sonstigen Gründen passiert.

Woher beziehst du dieses Wissen?

Phoenix
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #21 am: 27. Februar 2006, 21:11:21 »

Hallo Seoul,
ob ich das richtig finde steht hier nicht zur Debatte, ich habe lediglich die rechtliche Seite in Rheinland-Pfalz genannt.
Es entspricht auch nicht den Tatsachen, dass sich ein Richter nur drei Minuten Zeit nimmt. Bei meiner Zwangseinweisung hat das fast eine Stunde gedauert. Falsch ist auch dass Ärzte einen Betreuer bestellen können, das kann ebenfalls nur ein Richter. Das ein Ehepartner kein Besuchsrecht bekam habe ich ebenfalls noch nie gehört, es sei denn der Betroffene Partner wollte es so.

Was würdest du mit Menschen machen, die ihren gesamten Inventar schon auf die Straße geworfen haben und andere damit gefährden, weil sie in einer akuten Psychose stecken?

Eine geschlossene Abteilung ist kein Gefängnis.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #22 am: 27. Februar 2006, 21:21:40 »

Ich werde heute einmal auf deinen Beitrag antworten. Wird aber sicher nicht zu meiner Gewohnheit.

Dieses Wissen beziehe ich aus Gesprächen mit befreundeten Ärzten, die seit Jahren in einer geschlossenen und offenen Psychiatrie arbeiten. Meine Frau ist selbst Ärztin (Kardiologin) und daher haben wir den entsprechenden Backround um dieses Wissen begründet vertreten zu können. Hinzu kommt, dass ich während meiner Berufstätigkeit, mit unzähligen solchen und ähnlich gelagerten Fällen zu tun hatte.

Soviel dazu.

Politische und *sonstige* Gründe lasse ich einmal aussen vor. Denn dann müssten wird weitaus mehr in die Menschnrechte - *Waagschale* legen.

Es ist Fakt und wurde auch schon mehrfach von diversen Leuten publiziert. Man will es aber nicht gerne hören. Es gibt in München einen Anwalt, der sich mit nichts anderem beschäftigt und diese eklatanten Menschrechtsverletzungen auf´s äusserste anprangert.

Es gibt hunderte die in geschlossen *Anstalten* in Deutschland dahin vegetieren. Und Du sagst, Du hälst das für ein Gerücht. Ich halte das für sehr blauauigig.
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
stern 1  
Gast
« Antworten #23 am: 27. Februar 2006, 21:35:20 »

warum immer nur negatives?bin mir sicher es gibt genügend einrichtungen,
wo es menschenwürdig zu geht.und genügend menschen(ärzte ,pfleger,schwestern angehörige?)die mit kranken menschen,auch psychisch kranken gut umgehen da ist die art der unterbringung völlig egal.
und ich bin in einigen fällen auch dafür menschen aus der öffentlichkeit zu ziehen wenn sie sich selbst und vor allem andere gsfährden.
@seoul:du schreibst hier und schreibst hier immer.mein eindruck ist.du bist schon lange gefangener von dir selber,in dir selber.auch in deinem leben wird es noch positives geben,aber es kommt nicht von alleine.aber du bist inzwischen blind dafür.leider.und für dein leid gibt es immer neue ausflüchte was dich hindert es zu ändern.
@farbe du warst vielleicht der meinung die woche länger war  zuviel,aber ich sage mal das fachpersonal kennt so euphorie(hach mir gehts ja besser)gut genug um zu wissen ,die woche länger macht dich vielleicht noch stabiler für das leben wieder draussen.damit wollte dir niemand was böses.
stern 1
Gespeichert
Seoul
Stammposter
****
Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #24 am: 27. Februar 2006, 21:42:02 »

@Wolfgang,

was Du sagst stimmt so nicht.

Weil, DU davon nichts gehört hast, muss ich längst nicht so sein, wie Du es wünscht.

Ein Arzt kann sehr wohl einen Betreuer bestellen *lassen* und nichts anderes habe ich damit gemeint. Wir müssen ja nicht jedes Wort sezieren. Ich bin davon ausgegangen, dass klar ist, wie das läuft.

Und wenn ein Arzt das wünscht, wird der Richter fast nie dagegen intervenieren. Weil er nicht die Kompetenz hat und nicht den Einblick und sich auf das ärztliche Fachwissen verlassen muss, dazu *drängt* dann meist auch die Zeit, wie die Ärzte dies deklarieren.

Weil es bei Dir eine Stunde gedauert hat, muss es längst nicht bei allen so sein.

Ich habe doch eben hinreichend zur Kenntnis gegeben, dass wenn ich eine Durchsuchungbeschluss benötigt habe, der Richter 90% meinen Worten gefolgt ist und 10 % die Aktenlage berücksichtigt hat - Zwischen der Anforderung und dem D-Beschluss lagen selten mehr als 2-3 Minuten. Ich habe das hunderte male erleben können.

Wenn ein Betreuer gestellt wird, obliegt es diesem ganz alleine, zu bestimmen, wer, wann und wie oft jemand seinen*Schützling* beushcen darf. Und so kann ein betreuer (und macht es auch immer wieder) einem Ehepartner verbieten (richterlich) diesen zu besuchen, oder nur zu ganz bestimmten Zeiten.

Ein Ehemann, dem das passiert war hat daraufhin seine Frau in einer Nacht und Nebelaktion aus der geschlossenen geholt. Der Ehemann wurde noch in der Nacht von der Polizei festgenommen.

Wenn ein Richter ein Urteil fällen muss, so bleiben ihm selbst in einem Prozess meist nur 10-20 Minuten um sich ein Urteil bilden zu können - Reicht das tatsächlich aus? Nein, dass reicht nicht. aber es ist so.

Eine geschlossene Abteilung ist sehr wohl * Gefängsnis ähnlich*. In dem Moment, in dem ein Mensch sich nicht frei bewegen kann, ist er gefangen - ganz gleich wie auch immer man das drehen mag.

Dazu hat NIEMAND ein Recht dies durchzusetzen. Höchsten bei Straftaten. Doch da sind wir in Deutschland wieder auf dem anderen *Extrem* angekommen. Hier wird sehr human richterlich geurteilt. da gibt es für schwere Straftaten gerne einmal Freispruch, oder Bewährung.

Siehe das Unglück in Eschede - damals. Das deutsche Recht erlaubt nicht, ein Unternehmen rechtliczh zu belangen und so wurde die DB nicht beklagt, sondern einige Ingenieure, die dann freigesprochen wurden. Obschon die DB einen eklatenten Fehler mit der Bereifung ihrer ICEs begangen hatte und faktisch zu verurteilen war.
Doch es ging ja hier nur um über 100 Tote.....Freispruch, das war´s.

Soviel zu der deutschen Rechtsprechung.

Ich komme aus diesem Gebiet und habe genug gesehen und gehört und das hat sicher einen massgeblichen Teil zu meiner Erkrankung geführt.

Daher kann ich Deine Argumente absolut nicht nachvollziehen.
Gespeichert

Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
>>> Das Leben hat immer mehr Tage - aber die Tage immer weniger Leben. <<<
Seiten: [1] 2 3   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS