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Autor Thema: Wie gehe ich damit um??  (Gelesen 2312 mal)
crissy79  
Gast
« am: 12. Februar 2006, 15:38:55 »

ich hab dieses thema eigentlich immer gerne verdrängt - ich wollte es nicht wahrhaben

mein dad ist seit 40 jahren alkoholiker ich bin also mein ganzes leben lang damit aufgewachsen ihn stockbesoffen zu sehen

schon als kleines kind durfte ich mich um ihn kümmern wenn er besoffen war...durfte ihn waschen,ins bett bringen und prinzipiell jede nacht nur hoffen das er nicht irgendeine treppe im haus meiner eltern runterfliegt und ich den notarzt rufen muss....meine mutter überlies mir all das....weigerte sich etwas für meinen besoffenen vater zu tun

noch heute ist er alkoholsüchtig....er ging sogar einmal zu den AA´s

aber nach etwa 3 tagen gab er auf...fiel zurück und das natürlich mehr als heftig

ich muss sagen das mein vater nie gewalttätig wurde im suff - ich bin von ihm nie geschlagen worden oder ähnliches

aber ich stehe in einem zwiespalt - auf der einen seite ist er mein vater und ich liebe ihn - auf der anderen seite ist er ein säufer und - entschuldigt diese worte bitte - für mich wenn er besoffen ist ein absolutes nichts

das hab ich ihm auch schon mehrfach gesagt - mein vater ist sehr verschlossen....ich kenne die gründe warum er trinkt wobei ich der festen überzeugung bin das es dafür keine gründe gibt die ein solches saufen rechtfertigen

manchmal hasse ich ihn

nein ehrlich gesagt manchmal verachte ich ihn sogar

er ist mein vater....ich ertrage das nicht ihn besoffen zu sehen.....das tut mir weh....ich hab zu ihm eigentlich ein gutes verhältnis....er hat sogar schon vor mir gesessen und geheult...er vertraut sich mir an was er bei meiner mutter nicht tut....und obwohl ich ihn liebe verachte ich ihn sehr oft auf das letzte

einen entzug wird er nicht machen - das weiß ich dafür ist er zu tief drin und er will es sowieso nicht...dann bringt es eh nichts

jedesmal wenn ich meine eltern besuche versuche ich den kontakt zu ihm auf das mindeste zu beschränken obwohl ich sehr wohl weiß das ihm das wahnsinnig wehtut aber ich kann nicht anders - irgendwie will ich ihn nicht sehen,will nicht sehen das er schon wieder voll ist - ich ertrag das nicht

ich will ihm nicht wehtun und doch tue ich es

und genau das ist der kreislauf in dem ich hänge - entweder ich beachte ihn und tue mir selbst wahnsinnig weh oder ich beachte ihn nicht und tue ihm weh - wie auch immer ich es mache ....einer leidet immer

reagiere ich falsch???er ist doch mein vater!!!!
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Knati
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Beiträge: 127



« Antworten #1 am: 12. Februar 2006, 22:21:05 »

Liebe Crissy,
diesen Spagat kenne ich sehr gut. Ich liebe meinen Vater auch sehr und trotzdem musste ich ihn irgendwann seiner Krankheit überlassen. Nur er selbst kann entscheiden, ob er in den Entzug geht oder nicht. Bitte schaue für Dich, das ist das Wichtigste!!
Mir haben die Al-Anon sehr geholfen, da bekam ich guten Rückhalt, meinen Rückzug durchzuziehen.
Wenn Du weiter in diesen Mustern mitspielst, hilfst Du Deinem Vater nicht.
Ich sende Dir ein Kraftpaket dafür.

Lieb grüßt Dich Knati
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....gute 24 Stunden
jolija
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Beiträge: 26


« Antworten #2 am: 13. Februar 2006, 09:48:53 »

hallo crissy,

auch ich kenne es "leider" sehr gut mit dem alkohol.

mein schwiegervater hat sich,im warsten sinne des wortes,zu tode gesoffen. irgenwan kam der tag den ich schon lange versucht hatte zu verdrängen,da machte ich dir tür auf die zu seiner wohnung fürte..tja..und dort habe ich ihn gefunde..zuspät..leider!
auch ich habe ihn sehr gerne gehabt..doch ich konnte nix drann ändern..er wollte nicht aufhören zu saufen..und was nützt es wenn man sich selbst damit kapput macht,viel energie reinsteckt..aber der "seufer"nicht aufhören will?!
tja..und auch bei meinem mann..er ist auch alkoholiker..aber trocken!!
weist du..auch wenn man jemanden sehr liebt..mus man aber schauen,was man an hilfe giebt..denn es nutzt nichts wenn man ihn bedauert oder irgend was anders macht..solange sie nicht aufhöhren wollen..kannst du dir noch so viel mühe geben..es nützt nichts.ich habe damals meinem mann die wahl gestellt..entweder wir..oder der alkohl..und glaub mir..auch wenn es mir sehr weh getan hätte..ich were gegangen!und das war letzendlich das wo mein menne überlegt hat..was will ich eigendlich?!..er hat sich für seine familie entschieden..und ich bin ihm heute sehr dankbar..und auch sehr stolls..denn es war ein hartes stück arbeit für ihn.

versuch dich zu lösen von ihm..zeige ihn..du bist zwar da aber nur wenn er nüchtern ist..und wer weis vieleicht merkt er ja auch..so kanns nicht weiter gehen..und wenn er dann den gang gehen will aufzuhören,dann sei für ihn da..so..wenn er jetzt "seuft"..so braucht er dich nicht..aber wenn er klar denken kann..dann ja..also..ich hoffe für dich das es sich doch noch mal zum guten wendet..bleibe stark!!

lieben gruß..jolija!
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crissy79  
Gast
« Antworten #3 am: 26. März 2006, 19:15:23 »

hi

sorry erstmal das ich mich so lang net gemeldet hab

ihr sagt : lös dich von ihm auf eine gewisse art und weise

wisst ihr,das hab ich schon so oft versucht aber auch wenn das jetzt blöd klingt : er ist doch mein vater....und er und auch meine mutter würden es nicht verstehen wenn ich z.b den kontakt abbreche....sie sind meine eltern....da hat man doch kontakt zu halten!!! so denken sie

wenn ich den kontakt abbreche bin ich wieder der ar... der nation...das bedeutet streß und den brauch ich momentan nicht weil es mir eh total dreckig geht

ich mach wohl alles falsch,oder?
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Knati
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« Antworten #4 am: 27. März 2006, 22:37:11 »

Liebe Crissy,
nein, Du machst es nicht falsch. Ich finde es gut, dass Du mit einem gewissen Respekt über Deine Eltern sprichst. Aber, die Abgrenzung muss einfach sein. Weißt, das heißt ja nicht, dass Du da einen krassen Schnitt machen musst, wenn es Dir so nicht gut damit geht. Versuche es langsam.....
Ich brauchte damals den Schnitt, hatte sich aber durch meine berufliche Situation begünstigt, musste sowieso weit weg ziehen, es war meine Rettung.
Und, Abgrenzung passiert ja nicht nur im Außen sondern auch innen. Für mich war ganz wichtig, dass ich meinen Vater lassen musste in seinem Suff, nichts putzen, kein Verstecken, kein Kaufen von Nachschub.....
Und, schon damals in der Thera habe ich geübt, die Schuld abzuschütteln. Ich kann ja nichts für seinen Alkoholismus.
Schreib doch mal auf, was Dich belastet, fühlst Du Dich schuldig? Geh kleine Schritte, aber geh sie für Dich ganz allein und für Dein Leben, ja?
Und, Du hast jedes Recht dazu, egal wie schlecht es Deinem alten Herrn dann geht!!
Ach ja, bei mir wurde es dann irgendwann besser, weil ich eben nicht mehr mitgespielt habe. Meine Mutter hatte irgendwann auch nicht mehr mitgemacht und mein Vater ist jetzt seit zehn Jahren inaktiv......habe zum ersten Mal sowas wie einen Papa (mit nun Ende dreißig...)
Ich denke an Dich, bitte spüre, was für Dich stimmt, o.k.? Denn nur Du kannst es für Dich aber nicht für Deine Eltern richten!
Viel Kraft sendet Dir Knati
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....gute 24 Stunden
crissy79  
Gast
« Antworten #5 am: 28. März 2006, 00:56:17 »

hi

wisst ihr...es ist einfach so...er säuft jetzt eben seit 40 jahren...jahrelang durfte ich alles was er wieder rausbrachte wegwischen,jahrelang nächte wachliegen weil ich angst hatte das er die treppe runterfliegt....ich kenn ihn eigentlich nur besoffen und in solchen momenten hasse ich ihn !!!

ich hasse ihn für diese schwäche,dafür das er denkt das der alk alles erträglicher macht...mein vater ist ein sehr ruhiger mensch....spricht selten bzw. fast nie über das was ihn bedrückt oder was ihn zur flasche greifen läßt

mit mir redet er aber und das immer wieder....vor mir bricht er regelmäßig zusammen also zwecks dem reden und so

wie oft hab ich ihn beschimpft?wie oft hab ich ihm meine meinung gesagt?wie oft hab ich mich einfach in seine arme gelegt und ihm gesagt das ich angst habe.....angst das er irgendwann durch dieses dreckszeug vor mir tot am boden liegt.....ich spüre und weiß von seiner verzweiflung und ich kann nix tun....das macht mich kaputt.....er war immer für mich da ( klar das sollte ein vater sein ich weiß das ) ... und ich hab irgendwie das gefühl jetzt auch für ihn dasein zu müssen....eben weil er nur mit mir drüber redet ... sich mir anvertraut aber eben auch selten

ich weiß das ich für ihn und seine sucht nicht verantwortlich bin das alles weiß ich in meinem kopf

aber da ist auch mein herz und das sagt : es ist dein vater....du musst ihn stützen !!!

ich weiß das ich es nicht muss aber dennoch will ich es irgendwie

ich hab einfach keine lust ihn tot zu finden das tut mir weh allein dieser gedanke läßt mich nur noch heulen

aber auch ich hab meine grenzen....ich kann nicht permanent für ihn dasein...es geht einfach nicht ... irgendwo hab ich auch mein eigenes leben und darum muss ich mich auch kümmern

mit 16 bin ich dann zuhause ausgezogen und ihr glaubt nicht wie ich es genossen habe diesen täglichen suff nicht zu sehen....bitte versteht das nicht falsch !!!

nach meinem auszug wurde sein saufen noch heftiger....und irgendwo sag ich mir da viell trag ich eine teilschuld daran das es so ist

ich weiß einfach nicht mehr was ich denken und machen soll

irgendwo hasse ich dieses dreckszeug von alkohol andererseits ist da diese betäubung....dieses gefühl einfach mal vergessen zu können

ich weiß nicht mehr was ich machen und denken soll

eine hoffnungslose

crissy79
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Knati
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« Antworten #6 am: 02. April 2006, 01:48:50 »

Liebe Crissy,
Mensch, ich kann so gut mitfühlen, wie schlimm diese Situation für Dich ist. Du musst Dir irgendwie Hilfe holen, bitte geh zum Blauen Kreuz oder zu den Al- Anons, da hättest Du gute Unterstützung von Leuten, die das auch alles kennen.
Eins noch, Du hast keine Schuld, echt nicht!!
Und, wenn Dein Vater jetzt mit Dir über seine Probs spricht, ist das eine Art psychischer M*ssbr**ch.....meiner hat das auch probiert, ich bin schier daran zerbrochen, wenn ich nicht schnellstens in eine Therapie gegangen wäre. Diese Thera damals war echt meine Rettung.
Ein ganz dickes Mutpaket an Dich, ja?
Lieb grüßt Dich Knati, die ganz dolle hofft, dass Du Dich mal in den Vordergrund stellen kannst...
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....gute 24 Stunden
crissy79  
Gast
« Antworten #7 am: 02. April 2006, 11:47:27 »

hi Knati

ja ich weiß wie recht ihr alle habt....ich weiß wie wichtig es wäre endlich mal an mich zu denken weil ich zu genau weiß das ich sonst elendig eingehe

ich denke mir würd nichts anderes übrigbleiben als zum blauen kreuz oder den al-anons zu gehen...vielleicht lern ich da auch irgendwie abgrenzungsmöglichkeiten

ich will mich ja abgrenzen... nicht ganz eben weil es meine eltern sind...aber ich muss mich etwas zurücknehmen...sonst zerbrech ich daran...viell können die mir tips geben

naja das ich keine schuld habe....bis ich das einsehe wird wohl noch etwas zeit vergehen...ist halt schwierig wenn man es kennt das man immer für alles die schuld bekommt und das annimmt und dann plötzlich versuchen soll umzudenken...falls ihr wisst wie ich das jetzt meine

wenn er mit mir redet ist das eine art von psychischem missbrauch???ganz ehrlich das versteh ich irgendwie nicht !! wie meinst du das Huch

ich hoffe das ich aus all dem mal rauskomme

liebe grüße

crissy79
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Knati
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« Antworten #8 am: 03. April 2006, 00:28:38 »

Liebe crissy,
ich habe es nur mit Hilfe von außen geschafft, drücke Dir die Daumen, dass Du Dir Hilfe holen kannst.

Herzlich grüßt Dich Knati
P.S. Du hast eine PM.
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....gute 24 Stunden
crissy79  
Gast
« Antworten #9 am: 03. April 2006, 01:33:12 »

hi Knati


auch an dieser Stelle nochmal ganz lieben Dank für all deine Unterstützung


pn hab ich bekommen hab auch schon geantwortet...by the way :-))


liebe grüße
crissy79
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Lythande
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« Antworten #10 am: 05. April 2006, 09:27:22 »

Liebe crissy,
ich kann Dir das mit Deinem Dad nachfühlen. Meine Mam hat auch früher getrunken und zwar soviel bis sie umgefallen ist. Wenn sie zuviel hatte war sie aber im sehr lieb, hat uns also auch net geschlagen........
Heute trinkt sie so gut wie nichts mehr und darauf bin ich ganz arg stolz, doch sie hat nie nach dem grund geforscht warum sie trinkt.
Irgendwann ist mir dann auch bei mir aufgefallen jedesmal wenn es mir schlecht geht habe ich zu trinken angefangen und konnte so auch einige Zeit überprücken. Doch am Ende sind die Probleme wieder da und meist noch schlimmer als vorher.
Versuch wenn es Dir schlecht geht, kleine Schritte der Besserung zu sehen und versuch an den Tagen bewust nix zu trinken. Ich weiss hört sich leicht an. Ich habs auch nur geschaft weil ich Angst hatte das ich meinen Kinder genauso weh tu. Wie meine Mutter uns. Weil wenn Sie trank haben wir uns Unbewust die Schuld gegeben. Ich glaub ganz fest das Du das schafst.
Du findest sicher die Stärke dafür.
Ganz liebes Grüßle Lythande
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crissy79  
Gast
« Antworten #11 am: 06. April 2006, 12:45:09 »

Hi ihr Lieben


ich wollte euch nur sagen das ich jetzt 5 Tage nix getrunken habe und darauf auch eigentlich ganz stolz bin....so doof das viell klingt

ich hätte gedacht das mir dieses Betäubungsgefühl fehlt aber ich muss sagen das dem gar nicht so ist....irgendwie fühle ich mich grad sehr wohl mit dem Wissen nicht unbedingt zur Flasche greifen zu müssen

aber ich weiß auch das die Gefahr weiter besteht und ich aufpassen muss !!!

Trotzdem vielen lieben Dank für all eure Worte


crissy79
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