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Autor Thema: Ich bin verwirrt....  (Gelesen 1643 mal)
Seoul
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J. Dean


« am: 24. März 2006, 01:17:52 »

Hallo,

heute morgen hatte ich einen Besuch bei meiner Psychiaterin. Wir haben lange geredet.
Ich habe Ihr erklärt, nachdem sie mich immer wieder gfarget hat, was ich am tage mache, dass ich meist nachdenke.

Dieses Nachdenken sind Bilder, Geräusche und Gerüche. Wir haben schon oft darüber gesprochen.
Bei mir ist es nur so, dass ich an Dinge denken kann, die 20 und viel mehr Jahre zurück liegen und ich dabei die kleinsten, allerkleinsten Details haargenau kenne und mich daran erinnere. Ich kann mich sogar an die Geräusche erinnern, die dazu gehört haben und auch an die Gerüche die zu diesen Bildern passen. Ich kann mich an ds erinnern was gesprochen wurde, an die kleinsten Nuancen der Sprache, Gestik und Mimik. Es ist wie ein Film, der vor mir abläuft.

Ich habe Ihr schon oft erklärt, dass mich das beunruhigt, dass es mir Angst macht, mich oft lähmt, weil ich diese gedanken und diese Bilder nicht abstellen kann, sie laufen ab - endlos und ohne System.

Das ist auch heute noch so. Ich brauche mir nichts aufschreiben. Wenn ich z.B. das Schild einer Arztpraxis sehe ist es gespeichert. ich kann zu Hause angekommen, alles aufschreiben..Namen, Strasse,  Telefonnummer, alles was auf dem Schild stand. Und das komische ist, es bleibt gespeichert, nicht nur einen Tag, sondern immer.

Aber wenn ich ein Buch lesen will, komme ich nicht weiter, ich scheitere daran, eine Seite fertig zu lesen, es fällt mir schwer.

Wir haben oft darüber geredet, weil ich das nicht verstehe und weil diese Empfindungen, diese Bilder sehr mächtig sind. Wenn bestimmte Bilder ablaufen, oder meine Gedanken Bilder einer bestimmten Situation abrufen, dann kommen diese Gerüche, z.B. von Blumen, der Umgebung, des Waldes oder was auch immer so stark zum tragen, dass ich Angst davor bekomme.

Selbst die Geräusche von Menschen, die Sprache...die ich nicht einmal kenne, ist völlig present.

Es ist z.B. auch so, dass wenn ich in das Zimmer meiner Psychiaterin komme und mir fällt sofort jede noch so kleine Veränderung auf und se es nur, dass der Stapel mit Ihren Visitenkarten ein wenig weiter rechts liegt oder die Karten aufgefüllt wurden.

Heute meinte sie dann, dass so etwas recht selten sei und sie keine Erklärung dafür habe. Sie meine dann, dass ich Tendenzen zu einem autistischen Verhalten habe, was ja auch schon in meiner Kindheit zum Ausdruck kam, in dem ich einige merkwürdige Verhaltensnweisen hatte, wie Sie es auszudrücken pflegte. Daran , dass da etwas abnomal sein sollte, kann ich mich nicht erninnern, obschon mir meine Kindheit so present ist, als sei es gestern gewesen.

Das alles hat mich heute sehr verwirrt und ich weiss nicht, was ich davon halten soll und verstehe das alles nicht.

Ich weiss wohl, dass ich mich zu meinen Bildern in meinem Kopf mehr hingezogen fühle, als zu den Menschen - doch das war schon immer so.

Kompensiert habe ich das immer durch überdurchschnittliche Leistungen...nach der Schule auf der Uni und später dann im Beruf, bis es nicht mehr ging.....jedenfalls nicht mehr im Rahmen einer sozialen den Menschen nahestehenden Komponente.

Ich muss darüber nachdenken, sie will wieder mit mir darüber reden....aber erst in einigen Wochen...

[Editiert am 24/3/2006 von Seoul]
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« Antworten #1 am: 24. März 2006, 08:31:19 »

Hallo Seoul,
das, was du beschreibst, erinnert mich stark an das, was ich immer wieder aufs Neue bei meiner Tochter(10 Jahre alt) beobachte; auch sie erinnert sich noch Jahre zurück an das kleinste Detail, wo ich mich immer wieder wundere.
Sie kann das ganz genau wiedergeben und mochte als Kleinkind keine Veränderung.
So hatten wir mal versucht, die scharfkantige Arbeitsfläche an einer Ecke, wo sie dauernd gegen lief, abzupolstern mit einem Spucktuch. Sie hat wie am Spieß geschrien und hörte erst auf, als ich dias Tuch wieder weggenommen hatte.
Ich weiß manchmal nicht, wie ich da mit ihr umgehen soll. Sie hat es auch in der Schule schwer, wird oft von anderen gehänselt.
Was hättest du gerne als Kind anders gehabt? Wie wünschst du dir den Umgang mit diesen vielen Erinnerungen, und vor allem, wenn du darüber redest?
Und, kann jemand autistiche Züge haben?
sina
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J. Dean


« Antworten #2 am: 24. März 2006, 08:49:38 »

Hallo Sina,

ich weiss, dass ich als Kind ein Einzelgänger war, der lieber gelesen hat, als gespielt. Ich habe Bücher regelrecht gefressen. alles, was andere kinder gemacht haben, interessierte mich nicht im geringsten.

In der Schule und später an der Uni war es nicht anders.....ich habe alles aufgesogen und habe mich immer in meine Bücher, mein lernen verschanzt. Es war für mich immer *meine eigene Welt* in der ich der war, der ich sein wollte und konnte.

Veränderungen möchte und mag ich noch nie. alles muss sein wie es ist, alles geordnet. Jede Veränderung wift für mich große Probleme auf. Es folgen Angst und Panickattacken.

Ich habe dann immer mehr gespürt, dass ich in Bilder denke. Was ich gesehen habe, das bleibt erhalten, wie ein unzerstörbares Foto, mit samt allen Dingen darum, wie Geräusche, Gerüche etc. pp.

Im Berufsleben wurde es dann mehr und mehr zu einer Qual, da ich natürlich nun mehr mit Menschen in unmittelbarer Nähe zu tun hatte, mit denen mich eigentlich absolut nichts verband und mit denen ich auch eigentlich nichts zu tun haben wollte.

Doch irgendwie habe ich eine gwisse Zeit funktioniert. Ich habe mich emotional entfernt und meinen Beruf gelebt, darin so perfekt wie nur möglich gewesen (Jura).

Aber die Menschen, dass war und ist mein Probleme.

Menschen bedeutet für mich unvorhersehbare Probleme, emotional unkontrolliert, teilweise archaische Züge, nicht einschätzbar...Gefahr.

Der einzigste Mensch auf dem das alles nicht zutrifft, ist meine Frau, mit der mich eine tiefe Seelenverwandtschaft innigst verbindet. Sie ist der Fels in meiner Brandung, die Luft, die ich atme, der Boden auf dem ich noch zu stehen vermag.

Doch davor und dahinter ist absolut - NICHTS.


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« Antworten #3 am: 24. März 2006, 12:44:32 »

Hallo Seoul,
teilweise erinnert mich das an mich, ich habe auch bei der weiterbildung alles in mich aufgesogen, und hab mit Migräne Strafrecht z.B,. mit 1 geschrieben.
Hast du denn keine Freunde ausser deine Frau?
Wie kommt denn deine Frau damit zurecht?
Was würdest du dir denn von Menschen, die mit dir zu tun haben, wünschen, wie sie sich dir gegenüber verhalten sollen?
Ja, Menschen sind unberrechenbar, aber, sie können einem doch auch viel gutes tun, wie deine Frau.
Trotz all der Verletzungen brauche ich Menschen um mich her, meine Familie, meine Freunde. Auch wenn es nur wenige sind.
Ich wollte nie ein Aussenseiter sein, war es aber, und mein Herz tut weh, wenn ich sehe, dass meine Tochter auch ein Aussenseiter ist.
Mein Mann meint, ich soll sie lassen, sie in sich bestärken.
Hast du von deinen Eltern Rückendeckung bekommen?
Ich bin derzeit bei mir diese frühen Kindheitserfahrungen am aufarbeiten und das paßt mit dem momentanen Alter meiner Tochter zusammen...
ein lieber Gruß, sina
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J. Dean


« Antworten #4 am: 24. März 2006, 14:20:10 »

Hallo Sina,

was ich mir von Menschen wünsche? Respekt und Ehrlichkeit - Geradlinigkeit.. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe einige wenige Freunde, doch die meisten sehr weit von hier entfernt.
Doch sie sind mir trotzdem nahe, näher als die Menschen in der Umgebung.

Muss aber auch sagen, dass ich keinen sonderlichen Wert auf viele Freunde lege, weil ich mich mit den meisten nicht unterhalten kann, da die Themen den meisten nicht genehm sind. Ich kann mkich ahlt nicht über Fussbal, Autos o.ä. unwichtigen Dingen unterhalten. Und über Naturwissenschaft, Physik und Medizinforschung unterhält sich halt nicht jeder sonderlich gerne.

Mene Frau kommt mit mir sehr gut klar, wir verstehen uns blind und wir sind sicher, das wir zusammen gehören, das es vorbestimmt war, so eng sind wir zusammen....
Meine Eltern....Lassen wir das lieber.

Ich komme nicht aus diesem Land, bin Südkoreaner, wie meine Frau. Daher sind wir eine Seele in einer Gesellschaft, die nicht unsere Wurzeln binden kann.
Wir haben uns unser Refugium aufgebaut, in dem ich gut zurecht komme. Es ist wie unsere Burg, die ich nur sehr ungerne verlasse. Hier brauche ich mich an niemenden zu stören, sehe keine fremden Menschen, muss nicht Konversation üben, wenn ich es nicht möchte. Ich betrete unser Grundstück, schliesse das Tor zur Einfahrt und bin wie in einer anderen Welt - In meiner Welt.
Ich weiss nciht ob Du das verstehst.
Aber das ist für mich unsagbar wichtig, dass ich so leben kann, denn anders könnte ich es nicht.

Ich habe es nie bereut, ein Außenseiter zu sein. Vielleicht in der Kindheit..Doch je älter ich wurde, je angenehmer empfand ich das.
Es hat den Vorteil, das man selektieren kann und das nicht jeder glaubt, einen ansprechen zu müssen.
Ich bin immer lieber mit mir und meinen Bildern alleine und seit ich meine Frau vor über 20 Jahren kennengelernt habe, ist sie die Mitte meines Lebens.

Das ist mehr als ich je gehofft habe.

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Sina
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« Antworten #5 am: 24. März 2006, 15:51:48 »

Hallo Seoul,

das liest sich für mich so, als wenn du deinen Friedeng efunden hast im Anderssein. Da beneide ich dich drum, denn ich habe ihn für mich noch lange nichtr gefunden.
Mein Mann hat ihn für sich auch gefunden, er ist stolz darauf, anders zu sein als die anderen.
Mir fällt das immer zu so Pflichtaktionen wir Elternabend z.B. auf, dass ich mich da nicht wohl fühle, dass ich das Gefühl habe, nichts zu sagen zu haben.
ich bin noch lange nicht bei mir angekommen und habe mich und den Frieden gefunden.
Und ob Jutta so glücklich ist? Mal denke ich, ja, sie ist es, aber wenn ich sie dann Karneval bei Staying Alife aufführen alleine tanzen sehe, weil kein Junge  mit ihr zusammen tanzen wollte, dann tut mir das so weh!
Ich freue mich, dass du dich mit deiner Frau so gut verstehst, das ist toll, eine gute Ehe zu haben. Da bin  ich auch froh, dass ich einen Mann gefunden habe, der mich so liebt, wie ich bin, der meine Aufs und Abs mitmacht, meine schlechten Tage mir zugesteht, denn er weiß, dass ich mich nicht hängen lasse, sondern immer wieder versuche, aus meinem Loch rauszukommen und es auch mal schaffe.
Ich denke, Respekt, Ehrlichkeit und Geradlinigkeit, das wünscht sich jeder, und doch gibt es nur wenige Menschen, die so sind, die keine Masken tragen, sondern zu dem, was sie sagen auch stehen, und keine Flsokelkaffeetrinkeneinlöader sind, die sich wundern, dass ich es für ehrlich gemeint habe und mit "Kuchen" vor der Tür stehe...
Ich wünsche mir so sehr, dass ich mich endklich annehme und nicht mehr mich so zerissen fühle, zwischen dem, was ich möchte, wenn ich es denn mal spüre und dem, was andere von mir zu erwarten scheinen.
Und ich wünsche mir, dass ich voll und ganz hinter meiner familie stehe und jeden so stehen lassen kann, wie er ist.
Danke, sina
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J. Dean


« Antworten #6 am: 24. März 2006, 17:03:41 »

Hallo Sina,

ich kann Deine Wünsche sehr gut verstehen und ich wünsche Dir, sie mögen recht bald in Erfüllung gehen. Du hast das verdient, wie jeder es eigentlich verdient hat.

Du sagst, Dein Mann ist stolz anders zu sein. Was meinst Du damit?

Ich denke auch machmal, stolz darauf zu sein, nicht so oberflächlich, nicht so archaisch und nicht so einfach strukturiert zu sein, wie viele andere. Das hat mir oft den Ruf von einer masslosen Arroganz eingebracht. Doch ich habe nie einen Sinn darin gesehen, mir mit irgendwelchen Nutzlosigkeiten die Zeit zu vertreiben. Mein Ehrgeiz und meine begierde, so viel Wissen wie möglich aufzusaugen, war immer wesentlich größer und ist es heute noch.

Meine Frau sagt oft, dass ich da anfange zu Denken, wo die meisten schon längst mit dem Denken aufgehört haben. Daher bin ich für manche *Assenstehende* etwas zu kompliziert, in dem was ich sage und meine. Doch das war immer schon so.

Aber meinen Frieden gefunden...Davon bin ich weit entfernt. Ich suche nach meiner Identität, die ich einmal sehe und dann wieder habe ich das Gefühl nicht ich zu sein, sondern eine Person, die ich entfernt kenne.

Jeder Tag ist ein Tag der Suche nach mir. Solange ich in meiner geordneten Welt bin, ist alles in Ordnung. Doch sobald ich diese verlassen muss, fühle ich mich ausgeliefert und bedroht.

Ich habe mich vielleicht damit arrangiert, wenn man das so bezeichnen kann, doch den Frieden gefunden zu haben, ich glaube das wäre vermessen, wenn ich das von mir behaupten würde.

Diesen Frieden kann ich nur dort finden, wo meine Wurzeln sind und dazu braucht es noch einige Jahre. Ich denke, Du verstehst was ich meine.

Ich wünsche Dir alles Gute....

[Editiert am 24/3/2006 von Seoul]
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« Antworten #7 am: 24. März 2006, 17:33:53 »

Hallo Seoul,

als ich die ersten Zeilen Deines Postings gelesen habe, dachte ich auch spontan, dass das Richtung Autismus geht.
Im Fernsehen läuft im Moment eine interessante Doku, in der es um Gehirnforschung, Autismus etc. geht. Hier wurde berichtet, dass es immer klarer wird, dass Autismus bedeutet, dass bestimmte Filter im Gehirn nicht richtig funktionieren. Jeder Mensch nimmt sämtliche Details seiner Umgebung mit allen Sinnen wahr, das Gehirn sortiert jedoch die unwichtigen Dinge aus und erfasst nur die wichtigen Dinge. Entsprechend werden auch nur solche Dinge im Gedächtnis abgespeichert. Bei Autisten funktioniert dieser Filter nicht, sie registrieren ständig bewusst sämtliche Details ihrer Umwelt. Dass das total verwirrend ist, ist nachvollziehbar. "Normale" Menschen machen sich ein Bild von ihrer Welt, das was sie dann später von der Welt wahrnehmen und registrieren, was ausgefiltert wird, richtet sich nach den bisherigen Erfahrungen und dem bisher gemachten Bild. Deswegen werden kleine Veränderungen auch nicht registriert. Autisten sehen die Welt jedoch, wie sie wirklich ist - eben mit allen Details und ständig verändert.

Andersrum funktionieren bei Autisten dafür kaum zwischenmenschliche Beziehungen. Sie ertragen keine körperlichen Kontakte, können Mimik und Gestik nicht richtig deuten, verstehen keine Doppeldeutigkeiten, keine Ironie etc. Entsprechend sind sie stark in sich gekehrt.

Einige Autisten entwickeln in ganz bestimmten Teilbereichen erstaunliche Fähigkeiten - sog. "Savants". Sie haben ein photografisches Gedächtnis oder ein wahnsinnig großes mathematisches Verständnis.

Ich denke, wie bei allen Erscheinungen, die die Menschen hervorbringen, gibt es auch hier fließende Übergänge. Es wird z.B. behauptet, dass ein Genie wie Einstein heutzutage vielleicht als Autist diagnostiziert werden würde.
Ich selbst bin ein total kopflastiger Mensch, gehe alles mit dem Verstand an... bin wohl ziemlich intelligent... aber mit meinen Gefühlen komme ich nicht klar. Scheint mir auch schon fast in die entsprechende Richtung zu gehen.

Insofern, Seoul, denke ich, dass Deine "Fähigkeiten" und Verhaltensweisen gar nicht so unnormal oder ungewöhnlich sind. Schade, dass Deine Ärztin meint, sich das alles nicht erklären zu können. Für mich klingt das total logisch, was Du erzählst.

Gruß
Alue
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J. Dean


« Antworten #8 am: 24. März 2006, 18:35:30 »

Hallo Alue,

dass Sie keine Erklärung hat, bezieht sie wohl auf die Enstehung und die daraus resultierenden sukzessiven Veränderungen. Sier kann nicht eindeutig festmachen, was mit mir passiert ist, glaubt aber, dass es seit meiner frühen Kindhiet mehr oder weniger entstanden ist, nur eben nicht *erkannt* oder beachtet wurde.

Tja, dass mit den Details ist schon beängstigend bei mir.

Ich war einmal vor vielen Jahren fast 6 Monate in einer psychosomatischen Kur, wo Psychoanalytiker das sagen hatten.

Dort habe ich an einer *Malgruppe* teilgenommen. Ich wusste nie was ich malen sollte. Ich habe dann einfach die Bilder, die ich am Tage gesehen habe, gemalt.  Das Ergebnis war, dass die Gruppe mich ausschlissen wollte, weil meine Bilder so schön waren, richtige Gemälde mit jedem noch so kleinen Detail. Die anderen haben irgendwelche Kritzeleien *gemalt* und ich habe Bilder gemalt. Das hat vielen nicht gepasst. Und doch, ich durfte in der Gruppe bleiben, war aber auch dort sofort wieder ein Aussenseiter.

Ich habe dann mit meinen Bilder meine Zimmerwände tapeziert, man hat kaum noch die Wand erkennen können. Sogar an der Decke habe ich sie angebracht. das hat mich beruhigt, weil ich umgeben war von dem, was ich gesehen habe, also ein Teil von mir, meine Welt.

Zwischenmenschliche Beziehungen, ja das ist en risieges Problem bei mir. Ich kann Menschen, vor allem fremde, nicht in meiner unmittelbaren Nähe ertragen. Sie machen mich krank.
Ich mag es auch nicht angesprochen zu werden.
Köperliche Nähe ist nur mit Menschen möglich, zu denen ich mich hingezogen fühle - Und das ist ausschliesslich meine Frau.

Ich mag es auch nicht fremden die Hand zu geben, zumal das in meinem Kulturkreis auch nicht üblich ist - Man neigt sich zum Gruß nur dem Gegenüber leicht nach vorne. Aber eine fremde Hand anzufassen, ist ein unüberwindlicher Widerwillen.

Was auch immer bei mir ist, dass wennn ich einen Ton oder ein Geräusch höre, ich das sofort mit einem Bild oder Bildern in Verbinung bringe.
Und wenn ich etwas rieche, verbinde ich auch diesen Geruch sofort mit einem Ereingnis und den dazu gehörenden Bildern.
Aber das ist so realistisch, als wäre es erst vor Minuten oder wenigen Stunden geschehen.

Selbst dann, wenn es 10 oder sogar 20 - 25 Jahre zuück liegt. ich kann mich sogar an alle Bilder meiner Kindheit erinnern, an Geräusche und Gerüche. Ich kann Dinge auf Photos von mir beschreiben, die ich selbst nie gesehen habe. Und doch habe ich sie gespeichert, da es ja ein Photo ist, auf dem ich abgelichtet wurde und ich folglich diese Situation  abgespeichert habe.

Das ist machmal sehr irritieren....

Ich merke nur, dass es mich, je älter ich werde, immer mehr beschäftigt, dass es immer stärker in den Vordergrund tritt, dass diese Bilder intensiver sind und deutlicher werden.


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« Antworten #9 am: 24. März 2006, 23:44:17 »

Hmm... schonmal was vom Asperger-Syndrom gehört?

Guck mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Asperger-Syndrom#Asperger-Syndrom
http://www.aspergia.de (da gibt's auch Links zu Online-Tests)

Bei dem Wikipedia-Artikel fand ich bemerkenswert, dass dort auch genau das Beispiel mit dem Händeschütteln gegeben wurde. Außerdem wird dort die Synästhesie erwähnt, d.h., dass Sinneswahrnehmungen vermischt werden, z.B. kann man Musik schmecken oder Farben hören, etc. Das hat mich an Deine Beschreibung erinnert, dass Du Töne und Geräusche immer mit Bildern in Verbindung bringst.

Dass man von so einer großen Flut von auftauchenden Erinnerungen irritiert wird, kann ich mir gut vorstellen. Wie soll man sich da auf die Gegenwart konzentrieren können...??
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« Antworten #10 am: 30. März 2006, 23:43:10 »

Hallo Alue,

heute habe ich die Auswertung eines Tests von meiner Psychiaterin bekommen, mit dem Ergebnis, dass alleine durch diesen Test, der aus den USA stammt, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bei mir von dem besagten Asperger Syndrom ausgegangen werden kann.

Es waren 80 Fragen in knapp 5 Minuten zu beantworten. Ergebnis: Ich habe 69 Fragen mit der Tendenz zum Asperger Syndrom beantwortet.

Sie will nun erarbeiten, wie sie weiter vorgehen will.

Ich bin nun ziemlich durcheinander und es geht mir so viel durch meinen Kopf.
Was bedeutet das für mich? Vielleicht nichts, da ich es ja wohl schon seit meiner Kindheit habe, man es nur *früher* anders deklariert hat....?

Sie meinte, dass ich auch ohne den Test, viele dieser Symptome zeigen würde, ganz besonders auch auf der psychosozialen Ebene und darüber weit hinaus....

Ich verstehe das nicht, komme mir vor, als würde ich in eine andere Welt eingeführt.
Was soll das alles? Warum lässt man mich nicht einfach in Ruhe?
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« Antworten #11 am: 31. März 2006, 00:24:58 »

Hallo Seoul,

ich verstehe, dass Du verwirrt bist durch die neue Diagnose, würde mir auch nicht anders gehen (hab' schon ähnliche Erfahrungen gemacht).
Aus Deiner Sicht wird sich erstmal nichts ändern, wie Du schon sagtest, Du läufst ja schon immer mit diesem Syndrom herum, es hatte vorher bloß keinen Namen.
Andersrum bietet das natürlich auch die Möglichkeit, dass Dir aufgrund der konkreteren Benennung Deiner Probleme besser geholfen werden kann.

Zitat
Was soll das alles? Warum lässt man mich nicht einfach in Ruhe?

Hmm... _Du_ hast doch die Ärztin aufgesucht, um Dir helfen zu lassen, oder? Keiner zwingt Dich, Dich diagnostizieren und behandeln zu lassen.

Gruß
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[Editiert am 30/3/2006 von Alue]
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« Antworten #12 am: 04. April 2006, 01:39:38 »


Natürlich, das stimmt.

Doch ich gehe schon seit knapp 30 Jahren dorthin und erst jetzt kommt so etwas heraus. Ich habe allerdings auch erfahren können, dass man diese Diagnose erst seit knapp 15 Jahren zu stellen in der Lage ist. Davor hatte man das alles noch ganz anders deklariert.

Helfen....Tja, dagegen gibt es, so wie ich es erfahren habe, absolut keine Hilfe. Es ist einfach nur ein Fakt und Punkt. So kann man es nachlesen.

Alles nicht so schön.

[Editiert am 4/4/2006 von Seoul]
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J. Dean


« Antworten #13 am: 04. April 2006, 01:38:23 »

Die Bilder in meinem Kopf lassen mich nicht los.

Ich sehe und weiss oft nicht, was ist Real und was ist der Vergangenheit, oder ist alles irgendwie vermischt und muss es vielleicht so sein.

Das bringt mich immer wieder zu der Frage, ob wir in einer Art Zwischenwelt leben, bzw. alle in einer für den anderen nicht sichtbaren anderen Welt, die doch wieder ineinander übergehen.
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