Home | Forum
Donnerstag, 24. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
24. Mai 2012, 12:05:17 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Die Angst von einer in die andere Sucht zu fallen scheint so nah  (Gelesen 2840 mal)
crissy79  
Gast
« am: 24. März 2006, 15:40:04 »

da bin ich wieder und ich muss einiges loswerden

Einige von euch wissen das ich früher massive Probs mit Drogen hatte....ich hab alles geschmissen und gezogen was es nur gab einfach um mich zu betäuben....ich hing gut 2,5 Jahre voll im Drogensumpf


nun ja mittlerweile bin ich seit 6 Jahren clean nach einem Entzug den ich gemacht habe.....und ich muss auch dazu sagen das ich verdammt froh bin diesen Entzug gemacht zu haben.....ja ich würde sogar sagen ich bin da stolz auf mich das geschafft zu haben !!!

nun tritt ein neues Problem auf....ich muss dazu sagen das ich mit Abhängigkeitsverhältnissen groß geworden bin......mein Dad ist seit 40 Jahren Alkoholiker und meine Mum ist tablettenabhängig.....ich kenne also so ziemlich alles was den Werdegang eines Menschen betrifft der abhängig wird oder es eben schon ist

und genau deshalb hab ich Angst.......wie gesagt aus dem Drogensumpf bin ich raus......aber in letzter Zeit stelle ich fest das ich mich immer wieder betäube mit Alk.....es wird immer öfter und es wird immer mehr.....eigentlich hab ich immer eine Grenze gehabt hab also nur solang getrunken bis ich merkte das es " ansetzt " bei mir zumal ich eben weiß was es bedeutet wenn man hemmungslos besoffen ist......ich erlebe das jeden Tag am Telefon wenn ich mit meinem stockbesoffenen Vater telefoniere

ich hatte mir eigentlich vorgenommen nie wieder in eine Abhängigkeit zu geraten weil ich weiß wie schwer es ist da raus zu kommen aber ich glaube das genau das gerade mit mir passiert

Der Alkohol scheint zu meinem " Freund " zu werden........er läßt mich etwas vergessen...dieses betäubte Gefühl scheint meinem Körper und meiner Seele zu gefallen......mein Gott .....ich will das doch alles nicht.......was passiert da mit mir.......ich hab Angst in die Alkoholsucht zu fallen.......allein die letzten beiden Tage hab ich nur gesoffen und vorher auch immer wieder in hohen Mengen


Wie kann das sein ?

Ich weiß welche Gefahren das bürgt........ich weiß wie schnell eine Sucht entsteht......ich weiß wie schwer man da rauskommt

Und trotzdem tue ich es um mich zu betäuben um mich für ein paar Stunden vergessen zu lassen.....um einfach mal so etwas wie frei zu sein.....auch die Grenze die ich früher immer hatte überschreite ich jedesmal

Was passiert da?mir ist das so peinlich und doch auch nicht

Ich hab so Angst abzurutschen aber viell ist das alles auch nur eine Phase oder so.......ich kann das nicht mehr beurteilen.....soll ich irgendwas machen ? oder lass ich das weiter laufen ? ich weiß echt nicht was ich machen soll

Ich weiß nur das die nächste Flasche bereitsteht und ich sicher irgendwann schwach werde ....
Gespeichert
Blackmag
Stammposter
****
Beiträge: 223


WWW
« Antworten #1 am: 24. März 2006, 23:23:16 »

Hallo Crissy,
zumindest hast du erkannt, wie nahe du bist dem Alkohol zu verfallen. Nur du alleine bist dazu in der Lage dir da den Stop reinzusetzen und nun nicht in eine andere Sucht zu verfallen.
Ich finde das übrigens super wie offen du darüber berichtest, alle Achtung. Und ich denke, daß dir das auch schon eine Menge bringt, dir einfach Luft zu machen und dir vielleihct noch etwas klarer über den Ernst der Lage zu werden.
Grade Alkohol ist eine nicht zu unterschätzende Sucht, denn ausgerechnet der ist freiverkäuflich und dazu noch finanzierbar.
Liebe Crissy, ich wünsche dir von ganzem Herzen, daß du es schaffst deinen inneren Schweinehund zu überwinden und dem Alk den Rücken zuzudrehen.
Fühlst du dich nach dem Suff nicht sogar richtig besch......, ? Ist das nicht ein Grund mehr das Zeug in den Abfluss zu schütten?
Das Leben kann so schön sein, und grade jetzt wo es langsam anfängt Frühling zu werden und die Sonne wieder scheint.

Das Wichtigste hast du im Grunde schon alles erkannt, und ich wünsche dir echt die Kraft, nachdem du es geschafft hast aus dem Drogensumpf rauszukommen, nun nicht am Alkohol zu scheitern.

Hast du keinen, der dir da irgendwie helfen kann, und wenn du einfach für ein paar Tage erstmal irgenwohin fährst, z.B. mit einer Freundin ans Meer oder was weiß ich, einfach zum entspannen und mit Abstand alles betrachten zu können.
Ich wünsche dir alle Kraft, die du brauchst,
liebe Grüße
Uli
Gespeichert

......und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.

Ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!
wolfgang  
Gast
« Antworten #2 am: 25. März 2006, 05:46:29 »

Hallo Chrissy,
du kannst mit Recht sehr stolz auf Dich sein.

Natürlich ist die Gefahr einer Suchtverlagerung groß. Bist du in profesioneller Behandlung? Besuchst du eine Selbsthilfegruppe? Gerade für Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit gibt es sehr gute Gruppen.

Ich sehe im Alkohol nicht den Freund, sondern den Feind des Menschen. Gerade weil du so gut erkennst, in welcher Gefahr du bist, sehe ich auch Deine Chance das Blatt zu wenden.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
perle1301
Juniormember
**
Beiträge: 19



« Antworten #3 am: 25. März 2006, 12:53:18 »

Hallo Crissy,
jetzt lese ich gerade das mit deiner Drogensucht. Ich kann dir nachfühlen wie du dich fühlst.
Ein leben mit Drogen ist wie Selbstmord und kein Leben mehr. Auch ich habe das 10 jahre lang durchgemacht. Man schiebt die Probleme die man hat, mit den Drogen erstmal weg, doch sie kommen ja wieder.
Wenn man wirklich leben will, dann sollte man sich Gedanken machen, das ein Leben nur funktioniert wenn man alles klar sieht und nicht im Rausch von Drogen oder Alkohol und auch keine Tabletten.
Alkohol ist für mich sogar schlimmer als Drogen. Es zerstört den Körper nach und nach, ich denke diese Sucht ist weitaus schlimmer als Drogen. Wobei ich Drogen nicht verherrlichen will !!!
Ich nehme keine Psychopharmaka, weil ich denke das man dadurch auch abhängig werden kann und es gegen unsere Krankheit eh nicht ganz ankommt.
Ich möchte alles glasklar sehen und fühlen und dann dagegen angehen können, auch wenn es oft unmöglich erscheint.
Gruss Coala
Gespeichert
crissy79  
Gast
« Antworten #4 am: 26. März 2006, 19:07:57 »

hi

erstmal danke für eure antworten

nein momentan bin ich nicht in behandlung weder in einer shg noch in einer thera oder so

natürlich ist mir bewusst wie schnell man grad bei alk abrutschen kann ich erleb das jeden tag aufs neue wenn ich mit meinem dad telefoniere

die letzten 2 tage bin ich auch starkgeblieben und hab nichts getrunken...nich einen tropfen

aber ich bemerke schon jetzt das ich irgendwie aggressiver bin wenn ich keinen alk habe....kann aber auch daran liegen das es mir momentan eh schlecht geht und ich lieber agressiv bin als zu zeigen das ich heulen könnte weil ich nicht als schwach dastehen möchte

und nein....ich fühl mich nicht schlecht an dem tag nach dem saufen..klar hab ich kopfschmerzen aber das wars dann auch....das ist für mich erträglich....ich weiß nicht was das alles ist

mir ist das alles irgendwie peinlich und doch hab ich einfach nur angst...angst zu fallen und es diesmal nicht zu schaffen wieder aufzustehen

Gespeichert
Knati
Stammposter
****
Beiträge: 127



« Antworten #5 am: 27. März 2006, 22:44:13 »

Hallo Crissy,

uiui, bitte aktiviere etwas in Richtung Selbsthilfe, ja? Es gibt keine Rechtfertigung für das Trinken, vergiss es!!!
Kipp das Zeug weg, kauf nichts Neues! Und, Du hast doch Erfahrung, die nutzt auch, gegen das Trinken anzugehen.....
Hoffe, Du willst wirklich davon weg!
Auch hier, viel Kraft und Mut, Dir Hilfe zu holen.
Lieb grüßt Dich Knati
Gespeichert

....gute 24 Stunden
Blackmag
Stammposter
****
Beiträge: 223


WWW
« Antworten #6 am: 27. März 2006, 23:26:49 »

Hallo Crissy,
du, das brauch dir nicht peinlich zu sein- überhaupt nicht, und deine Angst zu fallen kann ich nur allzu gut verstehen. Bin da etwas vorbelastet.
Aber ich sehe das so: alleine daß du dir darüber bewußt bist auf welch schmalem Grad du dich bewegst, denke ich, daß du genügend Kraft und Verstand hast nicht zu fallen.
Eine zeitlang habe ich auch ganz gerne "gefeiert" , aber dann habe ich neben mir einen Menschen am Alk zugrunde gehen gesehen. Irgendwie war das bei mir so prägend, daß ich schlagartig eine richtige ANtipathie dagegen bekommen habe und so gut wie garnichts alkoholisches mehr trinke. Mein Körper wehrt sich regelrecht dagegen.

Ich wünsche dir die nötige Kraft die du brauchst,
liebe Grüße
Uli
Gespeichert

......und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.

Ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!
crissy79  
Gast
« Antworten #7 am: 28. März 2006, 01:02:38 »

hi

danke für eure antworten !!!

ich hab jetzt 3 tage nichts gesoffen was ein kampf ohne ende war

aber ich weiß nicht wie lange ich das aushalte

ich hab eigentlich nur angst davor wenn ich wirklich abhängig bin was mich beim entzug diesmal erwartet....ich hab ja schon einen entzug hinter mir....mal sehen was diesmal kommen könnte

ich weiß das klingt jetzt blöd aber ich weiß nicht wie lange meine kraft noch reicht um mich gegen den alk zu wehren

lange geht das nicht mehr so ich bin dermaßen seelisch unten das es immer verlockender wird obwohl ich weiß wie blöd es wäre jetzt wieder zur flasche zu greifen

ach keine ahnung ich glaub mir ist momentan irgendwie egal wie es mir geht....ändert sich eh nix
Gespeichert
Alexander75
Stammposter
****
Beiträge: 127


« Antworten #8 am: 02. April 2006, 10:05:06 »

hi

ich kann dir nur ans herz legen das du die finger vom alk läst.
du weißt ja zu gut wie suchtgefärdet du bist, und reicht es dir den nicht erlich jeden tag deinen vater zu hören wie besoffen er ist?
ich habe selbe eine leichten entzug vom alk gemacht, und das schwäre waren die ersten wochen.
ich hatte aber kein körperlich entzug sonder "nur" ein psychischen entzug.
aber es hat mir gereicht.
heute bin ich aber froh das ich es gemacht habe, ich sehe die welt ganz anders.
es ist so schön jetzt wo der frühling kommt die vögel singen zu hören und alles so klar zu sehn.
und da wirst du auch wieder hin kommen, und zwar ganu ohne drogen.
klar wirkt der alk am anfang so gut, und man kann alles vergessen.
aber wie du ja selber schreibst ist das der falsche weg, das muss ich dir ja nicht sagen.
und um so scheller du vom alk wieder runter kommst um so leichter wird es.

Alexander
Gespeichert
crissy79  
Gast
« Antworten #9 am: 02. April 2006, 13:00:28 »

hi an alle

ich muss gestehen ich konnte es gestern leider wieder nicht lassen

aber dafür geht es mir heut morgen richtig dreckig

ich will das nicht mehr viell ist das der punkt den ich brauche um abstand zum alk zu bekommen

auch dieses betäubungsgefühl ist nicht mehr so heftig wie vorher...viell weil ich mich schon an den alk gewöhnt habe

jedenfalls will ich jetzt versuchen das einzuschränken bzw. ganz zu lassen

ich hoffe es gelingt mir
Gespeichert
crissy79  
Gast
« Antworten #10 am: 11. Mai 2006, 02:17:32 »

hallo


ich hab mich jetzt dazu enschieden eine Art Tagebuch zu führen wann ich

trinke und wieviel und so

viell wird mir dann ja bewusst ab wann es bedrohlich wird oder ob es das

schon ist Huch? !!!!


Liebe Grüße
crissy79
Gespeichert
Depri
Stammposter
****
Beiträge: 156


« Antworten #11 am: 19. Mai 2006, 13:17:17 »

Hallo Chrissy,

es scheint du bist schon in die andere Sucht gefallen. Ich bin auch von einer in die nächste geschlittert. Ich bin von Magersucht und Bulemie gradewegs in die Alkoholsucht reingerutscht. Nun, seit fast 2 Jahren trocken und ich bin glücklicher denn je. Dafür bin ich jetzt in die Fresssucht gerutscht. Das Leben scheint für mich nur aus Süchten zu bestehen. Aber ich möchte nie mehr tauschen mit der Alkoholsucht. Dann bin lieber dick und rund. Ich darf dir das Forum www.saufnix.de empfehlen. Du findest mich dort auch unter dem Namen Depri. Ohne dieses Forum wäre ich nie trocken geworden. Sieh dich doch da auch mal um.

Ein ganz lieber Gruss

Geli
Gespeichert
ela36
Juniormember
**
Beiträge: 17


« Antworten #12 am: 19. Mai 2006, 16:21:04 »

Hallo

Es erscheint mir wierklich so das man extrem suchtgefährtdet ist wenn man unter seelichen Störungen leidet egal welcher Art auch ich ertränke manchmal meine Sorgen habe aber insgeheim Angst davor abhängig zu werden traue mich aber nicht mit jemanden darüber zu reden

LG ELA
Gespeichert
Depri
Stammposter
****
Beiträge: 156


« Antworten #13 am: 20. Mai 2006, 11:01:56 »

Hallo Ela,

ja, genau das ist das Problem. Man trinkt im Stillen und schämt sich. Ich habe das jahrelang praktiziert, bis ich irgendwann gesagt habe, es reicht! Aber bis dahin war es ein ganz langer Weg. Ich habe drei Jahre lang meiner Therapeutin nichts gesagt, und als ich es dann tat, war es wie ein Befreiungsschlag.

Wieviele Ängste ich im Wein ertränkt habe, mag ich garnicht zählen:(.

Aber die Angstspirale wird dadurch nur noch grösser. Man fühlt sich am anderen Morgen verkatert und die Angst lauert schon auf einen. Mir geht es gesundheitlich jetzt so sehr viel besser.

Lieber Gruss

Geli
Gespeichert
crissy79  
Gast
« Antworten #14 am: 09. Juni 2006, 23:31:37 »

hallo


ja genau das ist es... man trinkt im Stillen und versucht all seine Probleme

zu ersaufen....

ich hab jetzt seit etwa 4 Wochen nichts getrunken und der Anfang war echt

heftig....ich hab gezittert,hatte Kreislaufprobs usw.

kurz und gut : ich denke ich war / bin kurz vor der Abhängigkeit

seitdem ich so ne Art Trinktagebuch geführt hab ließ mein Trinken nach weil

ich gemerkt habe das ich nur aus eigentlich belanglosen Gründen saufe....

nur um eben meine Probs zu vergessen....und der Tag danach war auch

nicht wirklich rosig....und ich merkte das ich immer mehr brauchte um all das

zu ertränken

klar denk ich gelegentlich mal daran wieder zuzugreifen aber dann nehm

ich mir immer das Tagebuch,lese drin und dann vergeht mir irgendwie die

Lust und der Drang zum Trinken

ich hoffe es weiter durchzuhalten ... nein ...ich werde es weiter durchhalten


Liebe Grüße
crissy79
Gespeichert
Depri
Stammposter
****
Beiträge: 156


« Antworten #15 am: 11. Juni 2006, 11:08:22 »

Liebe Chrissy,

4 Wochen ohne Alkohol, das ist doch supertoll!!!!!!!!!!!!!!! Ich bin stolz auf dich, denn ich weiss, es ist verdammt schwer aus dieser Spirale wieder rauszukommen. Aber wenn du erstmal Alkoholiker bist, dann wird es eine Teufelsspirale. Wir haben doch so schon Sorgen genug. Da müssen wir uns das doch nicht auch noch antun.

Ich freue mich mit dir!!!!!!!!!!!!!!!!!

Geli
Gespeichert
crissy79  
Gast
« Antworten #16 am: 11. Juni 2006, 14:03:03 »

hi Geli



ich bin auch etwas stolz auf mich  !!!


und jetzt wo ich merke das es auch ohne geht werd ich natürlich versuchen

weiterhin durchzuhalten....


Liebe Grüße
crissy79
Gespeichert
Petra53773
Juniormember
**
Beiträge: 22


« Antworten #17 am: 24. Juni 2006, 10:46:16 »

Hallo Crissy,
hab grade deine Mitteilung gelesen.
Auch ich hatte letztes Jahr Probleme mit Alkohol - nach der Trennung von meinem Freund, wir waren auf den Tag genau 3 Jahre zusammen - wäre ich damals nicht krank geworden hätten wir sicher eine Chance gehabt. Also hab ich die Beziehung beendet - und bin fast daran kaputt gegangen. Ich hab nur noch geheult, der Alkoholkonsum fing an mit 1 L Wein pro Abend (Tetra-Pack - wegen billig), irgendwann brauchte ich nachmittags gegen 17.00 Uhr spätestens noch ein Pikkolöchen - und hab selber zugeschaut, wie ich langsam auf den Hund kam. Hatte Angst, mein Sohn könne zwischendurch unangemeldet hier auftauchen und sehen, wie seine Mutter säuft - grässliche Vorstellung! Einige Male stand meine Nachbarin an meinem Bett, da war ich soweit, dass ich nur noch aus dem Haus ging, um mir Alkohol zu kaufen, habe alle Kontakte abgebrochen, tagsüber geschlafen, nachts gesoffen. Und dachte immer noch, es wäre nicht so schlimm, waren ja auch keine harten Sachen wie Schnapps oder so.
Von einem Tag zum anderen hab ich dann die Kurve gekriegt, kein Mann ist es wert, daran zu zerbrechen. Hab also sofort aufgehört mit dem Trinken, ohne irgendwelche Entzugserscheinungen zu bekommen (was eigentlich sehr seltsam war).
Bei einer Blutuntersuchung im Oktober stellte sich heraus, dass man den Alkoholkonsum schon sehen konnte - das hat mir grad den Rest gegeben, hatte ab sofort den Stempel "Alkoholikerin" auf der Stirn und hab mich fürchterlich geschämt.
Im Mai war ich drei Wochen im Krankenhaus, habe der Ärztin beim ersten Gespräch von meinem Alkoholkonsum erzählt, sie gebeten, die Blutuntersuchung ein weiteres Mal zu machen - und es war alles in Ordnung!!! Kannst dir ja vorstellen, wie froh ich war.
Nach dem Krankenhausaufenthalt fing ich eine neue Beziehung an - dieser Mann hat mir teilweise sehr gut getan, war sehr aufmerksam und liebevoll, half mir, wo es ging, ich solle alle schweren Arbeiten lassen, er würde sie dann am Wochenende für mich machen. Leider stellte sich heraus, dass er gerne mehr als eine Flasche Bier trank - unter der Woche nicht mit mir telefonieren wollte, weil er auf der Arbeit "abgefüllt" wurde.
Habe die Beziehung diese Woche abgebrochen, er hat noch einen Rest Sachen hier, die er heute Nachmittag abholen wird - ein Hauptgrund für das Abbrechen der Beziehung ist, dass ich nie wieder Alkohol im Haus haben möchte. Ich kann in meinem Leben keinen Menschen brauchen, der zappelt, wenn kein Bier mehr im Kühlschrank ist.
Gestern Abend rief er an - konnte kaum sprechen: Ich solle zu ihm ziehen, damit er sich um mich kümmern könne, hier alles aufgeben (er weiß nicht, dass ich diese Wohnung gekauft habe - zahle sie ja auch weiterhin ab), er meint ich hätte Schluss gemacht, weil ich befürchte, irgendwann im Rollstuhl zu landen - eine meiner größten Ängste, dazu kommt die Angst, aus meiner Wohnung zu müssen, wenn ich arbeitslos werde, ob meine EU-Rente weiter gezahlt wird steht ja auch noch nicht fest.
Er würde keine Frau wollen, die im Rollstuhl säße (hier muss ich anmerken, dass er- Gott sei Dank - immer sehr offen sagte, was er denkt, sich nicht verstellte). Mich habe er aber vorher schon kennen und lieben gelernt. Aber ich weiß, dass das kein Weg für mich ist.

Oh je, jetzt hab ich dich aber ganz schön zugelabert - was ich eigentlich sagen wollte ist:
Auch du wirst es schaffen, keinen Alkohol mehr zu trinken - davon bin ich überzeugt.
Ganz liebe Grüße
Petra
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS