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gelbwuermchen
Gast
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« Antworten #1 am: 05. Juni 2006, 19:42:47 » |
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Hallo buelent, ich denke daß du selbst betroffen bist, daß es dir im Moment gar nicht so gut geht. Psychische Leiden sind was furchtbares, alles spielt sich im Kopf ab, man ist mit seinen Ängsten alleine,denn reden mag man nicht, sonst denken ja alle, daß man "verrückt" ist. Ich selbst habe auch so eine schlimme Zeit erlebt, wusste am Anfang gar nicht, was los ist. Ich konnte in kein Restaurant mehr gehen,keine Unterschrift mehr leisten, mich mit niemanden unterhalten, ohne daß ich das Zittern angefangen habe. Dazu kam die Atemnot, das Erröten - ich hab mich einfach nur total elend gefühlt. Viel zu lange habe ich keine Hilfe in Anspruch genommen, habe Trost und Kraft im Alkohol gesucht. Zumindest habe ich mich dann besser gefühlt. Am Ende war´s aber so, daß ich zu meinem Problem noch ein zweites hatte. Rückblickend bin ich froh, daß ich nicht alkoholabhängig wurde, aber ich gehe heute damit sehr bewusst um. NIEMALS ewas trinken, nur damit man sich besser fühlt.Zu Ärzten bin ich auch gegangen, irgendwann kann man ja nicht mehr. Diese haben mir dann Tabletten verschrieben, die entweder total müde , Sex unmöglich oder hungrig machten. Bis ich dann endlich eine Verhaltenstherapie anfangen konnte. In der Zeit bin ich auch noch umgezogen, musste also meine Therapie unterbrechen und erst mal wieder einen neuen Therapeuten suchen, der sich meinen Problemen annahm. Viele Dinge, die der Therapeut gesagt hat, sind nicht 100% ig umzusetzten, aber man kann für sich immer ein Stückchen mitnehmen. Es hat auch noch lange gedauert, bis ich endlich begriffen habe, daß nur ich selbst mir helfen kann, indem ich an mir selbst arbeite. Das wird wohl auch immer so bleiben. Ich habe angefangen, mich selbst und freiwillig den Situationen auszusetzen, die ich immer gemieden habe. Du hast dadurch den Druck von anderen nicht und kannst ganz freiwillig entscheiden, wie lange du inder Situation bleibst. Immer ein Stückerl weiter, es hat funktioniert :-)). Aus negativen Gedanken und Gefühlen versuche ich heute immer noch was Positives zu machen - es spielt sich im Kopf ab!!! Ich werde wohl nie vollkommen angstfrei durch´s Leben gehen, Zahnarzt , Friseur, Augenarzt, das ist mir heute noch ein Greul. Da passierts auch immer wieder, daß ich das Zittern anfang, aber was soll´s. Ich sag dann schon mal, die Situation ist mir unangenehm, ich fühl mich nicht wohl dabei. Aber ich mach mich nicht mehr verrückt mit der Angst vor der Angst, und ich glaube auch, daß das so bleibt, weil ich das so will. Und morgen leite ich das erste Meeting alleine, vor drei Jahren noch unvorstellbar. Ich möchte allen Betroffenen Mut machen, Ihr schafft es auch, denn das Leben ist lebenswert. Ohh, das ist ja lang geworden, sorry. Aber ich hoffe, daß es Dir ein bißchen hilft. LG vom gelbwuermchen
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