Home | Forum
Donnerstag, 24. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
24. Mai 2012, 17:09:23 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Stelle mich mal vor  (Gelesen 2535 mal)
Marcia
Gast
« am: 11. Juli 2006, 06:11:17 »

Hallo,

bei mir wurde vor etwas über einem Jahr erstmals eine paranoide Psychose diagnostiziert. Da war ich 40 Jahre alt. Vorher war ich seit meinem 27. Lebensjahr mit Unterbrechungen wegen mittelgradiger Depression in ärztlicher und therapeutischer Behandlung. Ein Klinik-Aufenthalt blieb mir erspart, zumal mein Mann mir eine Stütze war.

Von den Medikamenten Zyprexa und Seroquel habe ich viel zugenommen (von Kleidergröße 36 auf 40), aber sie haben gegen die Symptome gut gewirkt. Zuer Zeit probiere ich, auf Abilify umzusteigen, aber so wie Seroquel stark sediert, macht Abilify mich unruhig und ich habe Schlafprobleme. Ich werde mal sehen, dass ich es mit Seroquel kombiniere.

Ich wäre dankbar über Literturtipps zum Thema Psychose. Falls jemand, dem es ähnlich geht, auch an einem privaten Austausch interessiert wäre, wäre das super.
Freue mich auf Antworten.

Liebe Grüße
Marcia
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #1 am: 11. Juli 2006, 09:37:07 »

Hallo Marcia,

ich nehme seit über 4 Jahren Seroquel, aber nur abends zum Schlafen. Habe auch unter Psychosen gelitten.

Wenn Du auf den Link Shop gehst in meinem Posting, kommst Du auf unseren Büchershop. Dort sind reichlich Bücher Psychosen. Falls du ein Buch kaufst hat auch Richard, der Eigentümer dieses Portals etwas davon.

Einen Austausch kann ich mir hier gut vorstellen, damit alle anderen auch etwas davon haben, die unter Psychosen leiden.

Psychosen zählen in der Psychiatrie zu den schwersten seelischen Störungen. Sobald der Mensch die Realität nicht mehr aushält, flüchtet er sich in den "Wahn". Dies geschieht natürlich im Unterbewußtsein.

Bei mir war immer Streß der Auslöser dafür. Seit vier Jahren hatte ich keine akute Psychose mehr.

Herzliche Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Marcia
Gast
« Antworten #2 am: 12. Juli 2006, 22:16:52 »

Hallo Wolfgang,

danke für deine Antwort.
Ich werde mal bei den Büchern stöbern und evtl. hier über die Seite bestellen.

Für mich war es ein Schock, dass ich eine Psychose hatte, da ich viele Jahre lang trotz Depression gut "funktioniert" habe und mir das zugute gehalten habe, dass ich nicht völlig bekloppt sei.

Bei mir war der Auslöser eher, dass ich keine Hilfe gefunden habe. Ich habe eine Psychoanalyse begonnen wegen der Depris, und bald tauchten einzelne psychotische Symptome auf - der Analytiker bemerkte nichts, diagnostizierte mir eine "sonstige Neurose" (also noch nicht einmal eine mittelschwere Depression). Aber als Privatpatientin war ich eine gute Einnahmequelle.

Ich wandte mich an einen Psychiater, der auch Analytiker war - auch er bemerkte nichts, obwohl ich ihm von paranoiden Symptomen berichtete. Er hat mir KEIN Medikament verschrieben, noch nicht einmal ein Antidepressivum. Angesichst dieser Paradoxie bzw. Idiote tickte ich aus. Ich hatte schließlich nichts mehr zu verlieren, von meiner Seite aus hatte ich alles versucht, um gesund zu werden. Stattdessen bekam ich eine der schwertsen psychischen Erkrankungen. NAchdem ich meinem Mann versichert hatte, dass unsere Wohnung ganz gewiss abgehört und mit Überwachungskameras ausgestattet sei, veranlasste er mich, mich an einen anderen Psychiater zu wenden, der endlich die richtige Diagnose stellte und mich medikamentös einstellte.

Ich habe einige Bildung und kann normalerweise rational gut denken, vielleicht ist es das, was die THerapeuten so blind machte. Das Einfachtste - dass ich mich dann an einen Arzt und Therapeuten wende, wenn ich wirklich Hilfe brauchte, wurde nicht gesehen, sondern umgekehrt geriet ich in die Rolle, dass ich sozusagen den Ärzten eine Freude mache durch meinen Besuch oder in Wiklickeit keine Hilfe brauche. An diesen Paradoxien wurde ich schließlich irre.

Gruß
Marcia
Gespeichert
wolfgang  
Gast
« Antworten #3 am: 13. Juli 2006, 00:05:35 »

Hallo Marcia,
die größten Bildhauer, Maler, Komponisten und Musiker litten unter Psychosen. Kein "normaler" Mensch hätte diese Leistungen in einem "gesunden" Zustand bringen können.
Ich habe fast täglich Verbindung zu Menschen, die auch an Psychosen leiden. Dabei ist keiner, den man einen dummen Menschen nennen könnte.

Richtig ist, dass gerade bei Psychosen eine Gesprächstherapie bei Psychotikern einen neuen Schub auslösen kann. Ich kenne dabei nur Zahlen aus den USA, die belegen, dass dies in ca. 20% der Fälle eintreten kann. Das heißt im Umkehrschluß, dass gerade ein Psychologe bei Psychosen sehr vorsichtig sein muss.

Die heutigen Neuroleptika, in Verbindung mit einer Gesprächstherapie und vielleicht auch noch einer Selbsthilfegruppe versprechen da aber sehr gute Heilungsaussichten.

Eine Psychose zu bekommen hat mit bekloppt sein nichts zu tun, im Gegenteil, dumme Menschen bekommen keine Psychose. Ich weiß, dass es oft sehr schwer ist, mit dem erlebten klar zu kommen, aber es geht.

Herzliche Grüße
Wolfgang

Gespeichert
Julemo
Juniormember
**
Beiträge: 33


« Antworten #4 am: 16. Juli 2006, 18:37:19 »

Hallo Marcia,

ich bin an einem Austausch interessiert. Ich hoffe, dass Dich meine Frage nicht belastet.

Ich habe mit ähnlichem zu kämpfen, frage mich, ob es medizinisch gesehen einen Unterschied macht, ob man diese Paranoia (wie auch immer die Bezeichnungen abgestuft sind) durch Lebensumstände erworben hat, oder ob man sie als eigenständiges Krankheitsbild (aus dem nichts sozusagen) entwickelt hat.

Ich halte es selbst für einen sehr großen und wichtigen Unterschied gerade auch in therapeutischer Hinsicht, natürlich hinsichtlich medikamentöser Behandlung.


Helfen Dir persönlich die Medikamente? Mir sagen Deine nicht so viel.



Wäre schön, von Dir zu hören.

Viele Grüße, Julemo
Gespeichert
Marcia
Gast
« Antworten #5 am: 04. August 2006, 18:26:55 »

Hallo Julemo,

sorry, dass ich jetzt erst antworte.
Bei mir war es so, dass die Paranoia echten Kranktheitswert hatte. Ich hatte nicht nur diffuse Beobachtetheitsgefühle, sondern war fest überzeugt, dass die Wohnung mit Wanzen ausgestattet sei.

Ich nehme willig Medikamente, obwohl ich erhebliche Gewichtszunahme habe. Ich steige gerade auf Abilify um; das ist angeblich gewichtsneutral. In den letzten 6 Wochen, seitdem ich das nehme, habe ich aber eher zu- als abgenommen. Aber die antipsychotische Wirkung ist gut.

Mein Pschychiater kommt mir mit Literatur über Schizophrenie, obwohl er selbst noch vor Jahren bei mir eine mittelgradige Depression diagnostiziert hat.
Klar war ich psychotisch - aber bin ich jetzt auch schizophren?

Gruß
Marcia

[Editiert am 4/8/2006 von Marcia]
Gespeichert
Julemo
Juniormember
**
Beiträge: 33


« Antworten #6 am: 13. August 2006, 10:29:22 »

Hallo Marcia,

danke für Deine Zuschrift.
War und bin auch im Moment nicht gut dran. Reagiere deshalb etwas zögernd. Dann Login-Probleme (Dank an Richard ... jetzt alles ok!).

In einem der Beiträge war zu lesen, dass Stress der Auslöser war. Besonders der Disstress kann für einiges verantwortlich gemacht werden. Bei mir hat lang anhaltender Disstress in der Entstehung der Krankheitsgeschichte eine große Rolle gespielt. Und keiner hat mich zum damaligen Zeitpunkt Ernst genommen. Heute sage ich, ich war beim richtig falschen Arzt. !

Was die therapeutische Seite betrifft, so mag es nicht einfach sein, zu verstehen (ich bin schon mit Entspannungsübungen überhäuft worden - m. E. eines der einfachsten Therapieformen für den Therp. jedenfalls!).
Ich befürworte es keinesfalls, diese "Lücke" mit Medikamenten zu schließen. Solian hatte ich versucht.

Für mich ist die große Frage, ob diese Mittel einem die realen Erlebnisse, die unauslöschbar immer wieder im täglichen Leben (Gedanken)  mit eingebaut sind, nehmen können. ? das meinte ich mit "durch Lebensumstände erworben".

Die andere Seite, also "den eigenen Krankheitswert" kann ich wiederum überhaupt nicht begreifen oder nachvollziehen.

Hinzu kommt noch, dass mich die unterschiedlichen Begriffe irritieren: Wahn, Psychose, Paranoia, Paranoide Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie usw.


Viele Grüße, julemo
Gespeichert
Julemo
Juniormember
**
Beiträge: 33


« Antworten #7 am: 27. August 2006, 12:38:39 »

hallo,

schade, dass man nichts mehr hört. lg julemo
Gespeichert
Julemo
Juniormember
**
Beiträge: 33


« Antworten #8 am: 26. November 2006, 18:37:50 »

Hallo Marcia,

wollte mal nachfragen, wie dir das Medikament bekommt, wie es dir so geht.


viele Grüße, Julemo
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS