frauimmond
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« am: 26. Juli 2006, 12:07:04 » |
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eigentlich bin ich nich so der grosse briefeschreiber, aber manche dinge hat man eben im kopf und kann sie nicht an richtiger stelle mitteilen. also habe ich einen brief geschrieben, als teil meiner angstbewältigung, aber das kennt ihr sicher. mit freunden oder familie ists schwer drüber zu sprechen, also stelle ich ihn hier ein..... und vielleicht hat ja der eine oder die andere ähnliche gedanken.
mensch mama, wieso haste das bloss alles gemacht? ich hab richtig angst davor mal so zu werden wie du...so absolut gefühllos...was hab ich dir bloss getan? normalerweise bemüht man sich für seine kinder da zu sein, aber du hast mich immer links liegen lassen, alles was du gemacht hast war immer nur, um sagen zu können, dass du dich kümmerst. der ganze mist, den ich als kind angestellt hab, war einzig und allein deshalb, weil ich eure aufmerksamkeit wollte. aber stattdessen gabs nur vorwürfe. du hast mich als intrigantes aas bezeichnet, du hast mich an geburtstagen vorgeführt, wenn ich nich aufgeräumt hab hast du alle durch mein zimmer geführt. um zu zeigen, wie scheisse ich doch bin? du hast mich in all den vielen jahren so verletzt und mich so allein gelassen. gefühle kann man nich kaufen, aber das hast du immer versucht. manchmal glaube ich unterbewusst war dir immer klar, wie schäbig du dich verhältst, vielleicht hast du manchmal sogar sowas wie n schlechtes gewissen gehabt... aber du hattest nie den mut was zu verändern. wenn du anrufst kann ich dich kaum ertragen. du willst immernoch alle verantwortung auf mich abwälzen. als ihr das haus verloren habt war ich schuld. wenn wir kinder nich gewesen wären, hättest du dich scheiden lassen hast du mir mal gesagt, da war ich ungefähr 16. es gibt so vieles was du mir nie beigebracht hast----und manchmal fühl ich nich nur wut, sondern fast schon hass, wenn du mich anrufst. nie fragst du wies mir geht, du interessierst dich n scheissdreck für mich, hauptsache ist, du hast n schuldigen. und der bin ja bekanntermassen immer ich. das tut so weh, als erwachsene aufzuwachen und festzustellen, dass man überflüssig war, das schwarze schaf. egal was ich gemacht hab, es war nie gut genug, und wenn mal was gut war, dann gabs immernoch genug negatives. manchmal, als ich schon fast erwachsen war hast du mir durch die langen haare gekrabbelt. ich fand das absolut schön, aber es war mir so wahnsinnig fremd. manchmal haben wir glückliche familie gespielt, samstags beim brötchen essen. du hast mich so verletzt...ich trauere um meine unbeschwertheit, weil ich nie gelegenheit hatte, diese auszuleben. manchmal glaube ich du hast dein ganzes unglück auf mich abgeladen, durch deine fehlenden emotionen. bei lars wars dann nich mehr so schlimm, ausserdem war der eh immer krank und ina....selbst für ihren egoismus und ihr wesen gibst du mir die schuld. ich hab mich so klein gefühlt und das tu ich immer noch. bloss nich schuld sein, bloss keine zurückweisung erfahren. aber das allerschlimmste ist, dass ich heute mit viel mühe lernen muss zuneigung anzunehmen. geben kann ich die , aber annehmen, dass jemand mich mag kann ich nich, weil ich als kind nie jemanden hatte, der mir in der hinsicht den rücken gestärkt hat. manchmal möchte ich am liebsten gar nix mehr mit dir zu tun haben und trotzdem würd ich mir immernoch wünschen einmal von dir gesehen zu werden. so wie ich bin. mit meinen ganzen gefühlen, denn ich weiss dass da ganz viele in mir drin sind und ich bin stolz drauf! aber was bleibt sind viele dunkle flecken auf meiner seele und ganz viele davon werden mein leben lang schmerzen. wieso? wirste jetzt denken. mich als undankbar bezeichnen, schliesslich hab ich ja immer satt zu essen gehabt und konnte alles machen, weil ich nich verzichten musste. ich sag ja, zuwendung kann man nich kaufen. heute bin ich verbittert, verletzt, wütend und traurig. und noch was...ich bin dein kind...ich muss nich dankbar sein, weil du mir zu essen gegeben hast und mich von a nach b gefahren hast und in die schule gekommen bist, wenn ich mist gemacht hab. alles das ist deine pflicht. und für liebende eltern ist das keine last, sondern der glaube an seine kinder und der innige wunsch, sie als eigenständige persönlichkeit auf das leben nach dem elternhaus vorzubereiten.
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