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Autor Thema: mensch mama.....  (Gelesen 935 mal)
frauimmond
Juniormember
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Beiträge: 6


« am: 26. Juli 2006, 12:07:04 »

eigentlich bin ich nich so der grosse briefeschreiber, aber manche dinge hat man eben im kopf und kann sie nicht an richtiger stelle mitteilen. also habe ich einen brief geschrieben, als teil meiner angstbewältigung, aber das kennt ihr sicher. mit freunden oder familie ists schwer drüber zu sprechen, also stelle ich ihn hier ein.....
und vielleicht hat ja der eine oder die andere ähnliche gedanken.

mensch mama, wieso haste das bloss alles gemacht?
ich hab richtig angst davor mal so zu werden wie du...so absolut gefühllos...was hab ich dir bloss getan?
normalerweise bemüht man sich für seine kinder da zu sein, aber du hast mich immer links liegen lassen,
alles was du gemacht hast war immer nur, um sagen zu können, dass du dich kümmerst.
der ganze mist, den ich als kind angestellt hab, war einzig und allein deshalb, weil ich eure aufmerksamkeit wollte.
aber stattdessen gabs nur vorwürfe. du hast mich als intrigantes aas bezeichnet, du hast mich an geburtstagen vorgeführt,
wenn ich nich aufgeräumt hab hast du alle durch mein zimmer geführt. um zu zeigen, wie scheisse ich doch bin?
du hast mich in all den vielen jahren so verletzt und mich so allein gelassen. gefühle kann man nich kaufen,
aber das hast du immer versucht. manchmal glaube ich unterbewusst war dir immer klar, wie schäbig du dich verhältst,
vielleicht hast du manchmal sogar sowas wie n schlechtes gewissen gehabt... aber du hattest nie den mut was zu verändern.
wenn du anrufst kann ich dich kaum ertragen. du willst immernoch alle verantwortung auf mich abwälzen.
als ihr das haus verloren habt war ich schuld. wenn wir kinder nich gewesen wären,
hättest du dich scheiden lassen hast du mir mal gesagt, da war ich ungefähr 16.
es gibt so vieles was du mir nie beigebracht hast----und manchmal fühl ich nich nur wut,
sondern fast schon hass, wenn du mich anrufst. nie fragst du wies mir geht, du interessierst dich n scheissdreck für mich,
hauptsache ist, du hast n schuldigen. und der bin ja bekanntermassen immer ich.
das tut so weh, als erwachsene aufzuwachen und festzustellen, dass man überflüssig war, das schwarze schaf.
egal was ich gemacht hab, es war nie gut genug, und wenn mal was gut war, dann gabs immernoch genug negatives.
manchmal, als ich schon fast erwachsen war hast du mir durch die langen haare gekrabbelt.
ich fand das absolut schön, aber es war mir so wahnsinnig fremd. manchmal haben wir glückliche familie gespielt,
samstags beim brötchen essen.
du hast mich so verletzt...ich trauere um meine unbeschwertheit, weil ich nie gelegenheit hatte, diese auszuleben.
manchmal glaube ich du hast dein ganzes unglück auf mich abgeladen, durch deine fehlenden emotionen.
bei lars wars dann nich mehr so schlimm, ausserdem war der eh immer krank und ina....selbst für ihren egoismus und ihr
wesen gibst du mir die schuld.
ich hab mich so klein gefühlt und das tu ich immer noch. bloss nich schuld sein, bloss keine zurückweisung erfahren.
aber das allerschlimmste ist, dass ich heute mit viel mühe lernen muss zuneigung anzunehmen. geben kann ich die ,
aber annehmen, dass jemand  mich mag kann ich nich, weil ich als kind nie jemanden hatte, der mir in der hinsicht den
rücken gestärkt hat. manchmal möchte ich am liebsten gar nix mehr mit dir zu tun haben und trotzdem würd ich mir
immernoch wünschen einmal von dir gesehen zu werden. so wie ich bin. mit meinen ganzen gefühlen,
denn ich weiss dass da ganz viele in mir drin sind und ich bin stolz drauf!
aber was bleibt sind viele dunkle flecken auf meiner seele und ganz viele davon werden mein leben lang schmerzen.
wieso? wirste jetzt denken. mich als undankbar bezeichnen, schliesslich hab ich ja immer satt zu
essen gehabt und konnte alles machen, weil ich nich verzichten musste. ich sag ja, zuwendung kann man nich kaufen.
heute bin ich verbittert, verletzt, wütend und traurig. und noch was...ich bin dein kind...ich muss nich dankbar sein,
weil du mir zu essen gegeben hast und mich von a nach b gefahren hast und in die schule gekommen bist, wenn ich mist gemacht hab.
alles das ist deine pflicht. und für liebende eltern ist das keine last, sondern der glaube an seine kinder und der innige
wunsch, sie als eigenständige persönlichkeit auf das leben nach dem elternhaus vorzubereiten.
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Christof
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Beiträge: 43



« Antworten #1 am: 26. Juli 2006, 13:40:55 »

Hallo,
und wie geht es Dir jetzt? In meiner Thearpie musste ich auch so einen Brief schreiben. Vorher hatte ich noch nie in meinem Leben einen persönlichen Brief an jemanden geschrieben. Danach fühlte ich mich richtig befreit, als wäre eine riesige Last von mir gefallen. Ich hoffe, daß es bei Dir ähnlich ist.
Liebe Grüße
Christof
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Hasta La Victoria Siempre!
teddy1
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« Antworten #2 am: 26. Juli 2006, 14:15:45 »

Hi,willkommen im Club der ungeliebten Kinder:Dein Brief is absolut Spitze.Er könnte,bis auf ein paar Sachen von mir sein.Deshalb weiß ich ganz genau wie Du Dich fühlst.Bei mir war Eltern mäßig nix mehr zu kitten.Habe den Kontakt(mit nem Brief)abgebrochen.Fühle mich jetzt manchmal befreit,aber manchmal hab ich halt auch ein schlechtes Gewissen.Verstehst Du das?Mach auch einen Schlußstrich unter Deine Kindheit und teils(wenn du den Mut dazu hast)deinen Eltern mit wie du dich fühlst und gefühlt hast.Vielleicht gibts noch Hoffnung auf nen Neuanfang!!!!Wenn du das überhaupt willst.Ich wünsch dir viel kraft und mut bei Deiner Entscheidung!!!!!teddy
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moses05
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« Antworten #3 am: 26. Juli 2006, 17:28:33 »

Hallo FIM !

Ich finde es gut , das du Dir mal so einiges von der Seele schreibst........nur macht es langfristig wenig Sinn, sich in der Vergangenheit aufzuhalten.
Dinge sind nun mal passiert und für Dich waren die Erlebnisse gerade nicht erfreulich. Aber Teddy hat ja auch schon geschrieben, das du besser einen Schlußstrich ziehen sollst.
Schaue nach vorn und denke an die Zeit die du jetzt erlebst und das was noch kommen mag.
Ich selber habe mich auch immer als das sog. scharze Schaf gefühlt und wenn ich es heute mal anspreche, dann hört keiner mehr hin..........es gibt soviel was hinter mir und meiner Angst steht.....doch alles sind abgeschlossene Geschichten und .........wenn interessiert es ??
Ich komme nun auch gut alleine zurecht.....habe meinen Job,meinen Hund ( die treue Seele ), meinen Sport......und ne Menge Lebenserfahrung. Das ist doch was!!!
Wünsche Dir, das du Deinen Weg findest und zufrieden den Tag begegnest.
Alles liebe Moses
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frauimmond
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Beiträge: 6


« Antworten #4 am: 26. Juli 2006, 18:23:24 »

*wow*

erstmal vielen dank für eure antworten....

nach dem brief gings mir schon n bissi besser, aber eher deshalb, weil sich dadurch meine gedanken ein wenig sortieren lassen.
ich hab erst vor 3 wochen so richtig angefangen mit der therapie und dies war eben ein erster schritt. in erster linie machts mich mal traurig sowas überhaupt von der seele schreiben zu müssen.
sich in der vergangenheit aufzuhalten macht sicher wenig sinn, aber sie will eben erkannt und gesehen werden und daran bin ich jetzt grad.
ob ich unter das kapitel eltern je einen schlussstrich ziehen kann weiss ich nich, aber mein wunsch wäre mich von den trüben gedanken besser abgrenzen zu können. meinen eltern mitzuteilen wie ich mich fühle is so überflüssig wie n kropf, da sind schon so einige versuche gescheitert.
diese auch der ansicht, dass meine angst dumme anstellerei ist.

nee, das muss ich für mich abschliessen....auch wenns schwer fällt.

ich hoffe nur bei meinem sohn läufts anders.

ganz liebe grüsse
fim*

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Abendstern
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Beiträge: 284


« Antworten #5 am: 27. Juli 2006, 23:43:00 »

Hallo Fim!

Ich habe deinen Brief schon letztens gelesen, aber er hat mich so betroffen gemacht, dass ich erstmal nicht antworten konnte.
Habe ich mich doch in so vielem wiedergefunden.
Auch ich verspüre heute immer noch Wut, auch Hass, aber vor allem eine unheimliche Traurigkeit.
Natürlich nutzt es nichts, in der Vergangenheit zu leben, aber Du hast ganz recht, man muss sie erst mal ekennen um dann Wege zu finden, mit ihr zurecht zu kommen.

Ich habe lange mit mir gehadert. Den Kontakt eine lange Zeit auf das nötigste begrenzt. Aber ich habe nur diese eine Familie und sie ist mir wichtig. So habe ich nach Möglichkeiten gesucht, Kontakt halten zu können, was aber nicht immer einfach ist. Doch das muss jeder für sich entscheiden.
Mein Vater ist jetzt sehr krank und es ist mir wichtig, ihn hin und wieder zu sehen , oder, was ich weit häufiger tue, zu telefonieren. Auch meine Mutter braucht mich in dieser Situation. Ich kann ihr vieles nicht verzeihen, aber ich versuche es in der Vergangenheit zu lassen.
Heute ist jetzt und ich versuche einen einigermaßen guten Weg zu finden.

Vielleicht hilft auch Dir, erstmal eine zeitlang Abstand zu halten.

Aber warum ich vor allem schreibe: wegen deines Sohnes.

Ich bin überzeugt davon, dass Du ihm alle Zuwendung und Liebe geben kannst, die er braucht. Du schreibst doch selbst: Du kannst Zuneigung geben, es fällt dir nur schwer, sie anzunehmen, weil du es eben selbst nicht erfahren hast. Vielleicht haben wir deshalb soviel für die anderen übrig, weil wir das geben wollen, was wir doch selbst schmerzlich vermisst haben.

Ich wünsch Dir ganz viel Mut und Kraft

viele Grüße
vom Abendstern
Gespeichert

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Es gibt immer eine Tür die dir offen steht. Du hast immer eine Wahl, aber es ist schwierig, die richtige Tür zu finden. Manchmal hast du den Schlüssel schon in der Hand und weißt es nur nicht. (Iris)
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