nina404
Beginner

Beiträge: 2
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« am: 31. Juli 2006, 14:21:37 » |
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Hallo,
ich schreibe als Partnerin eines Angstpatienten. Mein Anliegen ist, dass ich Austausch suche mit anderen Partner/innen und/oder Betroffenen, die nach stationärer Therapie extreme Probleme mit Druck in der Partnerschaft hatten und mir erzählen können, ob sie einen konstruktiven Weg gefunden haben, damit umzugehen.
Unsere Geschichte:
mein Partner hat ein längere Angstgeschichte. Als wir uns kennenlernten, wusste ich noch nichts davon. Ich fand lediglich manche Verhaltensweisen komisch. Er hatte oft Bauchschmerzen, wenn wir uns mit anderen verabredet hatten. Er wollte nie so lange bleiben. Manche Unternehmungen gingen gar nicht, so dass ich irgendwann sehr furstriert war. Zu dieser Zeit empfanden wir beide einen gewissen Druck, der bei meinem Partner anders war als bei mir und wahrscheinlich auch noch etwas stärker. Er fühlte sich unter Druck gesetzt, bestimmte Dinge mit zu unternehmen und hatte darüber hinaus noch den Druck, dass diese auch ?gut? werden müssen, da es sonst möglicherweise Unzufriedenheit bei mir gegeben hätte. Ich hatte den Druck, dass er sich wieder ?komisch? benehmen könne und von daher war mir schon vor manchen Zusammentreffen sehr unwohl.
Zu dieser Zeit führten wir einige Paargespräche bei einem Therapeuten und dann kam auch recht schnell das Angstthema zur Sprache. Das ist ca. ein Jahr her. Vor kurzem war mein Partner dann mehrere Wochen in einer Klinik.
In der Zwischenzeit ging es relativ gut mit uns. Wir hatten weniger Probleme miteinander und vor allen Dingen keinen Druck mehr, da ich die Dinge, von denen ich wusste, dass er sie nicht machen kann, alleine unternahm. Das, was ging, unternahmen wir auch zusammen und es ging gut.
Seit 5 Wochen ist mein Partner aus der Klinik wieder zurück. Es gibt ständig Streit, was wir vorher nicht hatten (und was für den Therapieerfolg sicher nicht sehr förderlich ist - weshalb ich auch immer wieder ein schlechtes Gewissen habe). Gestern haben wir uns erstmals ernsthaft über Trennung unterhalten. Ich probiere immer wieder zu verstehen, was passiert ist, dass es nun so eskaliert ist, aber es gelingt mir nicht richtig.
Als er aus der Klinik kam war anfänglich mein Problem, dass ich nicht so genau wusste, wie ich mich verhalten sollte und was ich vor allen Dingen erwarten durfte. Die Therapeutin in der Klinik sagte mir, ich solle ihn komplett in Ruhe lassen und mein Ding machen. Er müsste selber hoch kommen. Eine Erwartungshaltung solle ich besser nicht haben. Das mag in der Theorie alles ganz gut und richtig sein, aber in der Praxis erwies sich das als recht schwierig.
Das erste Wochenende und damit verbunden die erste Unternehmung ging schon komplett schief. Ursache hierfür war, dass ich einen kleinen Kompromiss nach dem anderen einging, mich dabei aber eigentlich etwas unwohl fühlte und entsprechend unzufrieden wurde. Mein Partner merkte es und ? peng ? der Druck war wieder da.
Es ging weiter: Wir haben die Vereinbarung getroffen, dass er Vorschläge meinerseits eindeutig mit einem ja oder einem nein beantworten wird. Das klappt auch. Allerdings hörte ich seit der missglückten Unternehmung meist ein nein, was dazu führt, dass ich schon lieber nichts mehr vorschlage. Hinzu kommt, dass ich mir bei den Begründungen, die er liefert, teilweise wieder nicht mehr sicher bin, ob es eine ?echte? Begründung ist oder wieder eine Ausrede (wie vor einem Jahr). Das stellt die Vertrauensbasis natürlich erheblich in Frage.
Was bei ihm allerdings geht, ist, dass er die Leute aus der Klinik bereits schon mal wieder besucht hat nach seiner Entlassung. Das ist 250 km entfernt und da ging es ihm auch gut. Man hat schon wieder Pläne für ein neues Treffen (auch ca. 200 km entfernt). Ich muss dazu sagen, dass diese Touren für meinen Partner eine echte Herausforderung darstellen. Wir konnten so etwas im letzten Jahr nicht mehr planen.
Nach mehreren Gesprächen kam heraus, dass die Treffen mit den Leuten für ihn unbelastet sind und es dort keinen Druck gibt. Bei uns gibt es Druck und das führt dazu, dass wir so wenig wie möglich zusammen machen. Selbst die Unternehmungen, die wir vor seinem Klinikaufenthalt gemeinsam hatten, haben wir weitestgehend fallen lassen, weil der Druck so groß ist.
Der Druck erweist sich leider für die Beziehung als heftiger Teufelskreis: Wenn ich sehe, dass er mit anderen Leuten Sachen unternehmen kann und mit mir nicht, dann macht mich das sehr unglücklich und ich habe den Druck, darüber reden zu müssen ? das aber wiederum führt dazu, dass er Druck empfindet. Eine unbelastete Situation kann gar nicht herbei geführt werden, denn alleine die ständigen Gespräche darüber wirken sich schon sehr belastend aus, zumal sie an keiner Stelle zu einer Lösung führen.
Er sagte mir gestern, dass er glaubt, diesen Druck bei mir immer haben zu werden. Er hätte in der Therapie gemerkt, dass er ohne mich eigentlich fast alle Sachen machen konnte. Wir sprachen über Trennung. Wenn es nicht anders geht, dann muss es wohl so sein. Mir geht es saudreckig damit und ich frage mich, ob wir die einzigen sind, denen es so ergeht und natürlich, ob es nicht einen anderen Weg geben kann....
Für Eure Antworten danke ich Euch.
Nina
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