Hallo ihr Lieben !
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ihr mir mit euren Antworten
geholfen habt.
Ich hatte in den letzten Tagen ungeheure Ängste und war völlig verunsichert.
Ich möchte jetzt erst gerne einmal auf eure einzelnen Postings antworten und dann weiter unten meine Fragen stellen, die mir noch so im Kopf herum schwirren.
Hoffe, ich nerve euch nicht und es wird euch nicht zu viel.... *schäm*
@ Winnie:
Vielleicht habe ich Dir ein wenig geholfen ? Gerne beantworte ich Dir weitere Fragen!
Vielen lieben Dank, liebe Winnie ! Und ob du mir geholfen hast. Ich komme mir nicht mehr so
alleine vor und und bin beruhigt, zu lesen, dass Borderline längst kein Grund ist, mich gegen meinen
Willen in der Klinik zu halten.
Auf dein liebes Angebot komme ich gleich unten noch zurück. :-))))
@ Politena:
in den 2 Wochen stationär werden sie dich bestimmt nicht gleich behalten, es sei denn Du bist wirklich akut suizidgefährdet.
Acuh dir erst einmal ganz lieben Dank ! :-))))
Suizidgefährdet bin ich absolut nicht. Da kann meine Situation noch so übel sein. Es gibt 3 wichtige Gründe die das für mich auf alle Fälle ausschließen. :-) Mein Sohnemann, mein Partner und meine Lebensaufgabe, der ich mich seit vielen Jahren verschrieen habe. ich bin in ganz großem Umfang in der Selbsthilfe tätig und fühle mich für tausende von schwer kranken Menschen verantwortlich.
....und wenn Du 5 der 9 Kriterien erfüllst, die die Borderline-Störung ausmachen, wirst UD auf Borderline behandelt.
Wie sieht denn eine Behandlung / Therapie in der Regel aus bei Borderline ?
Ich wünsche mir vor allem Einzelgespräche, habe riesigen Redebedarf. ;-)
Was ich unter keinen Umständen möchte, sind Psychopharmaka.
Ich hoffe, dass man das dort akzeptiert.
@ Alue:
also erstmal möchte ich Dir auch die Angst nehmen, dass Du in der Klinik festgehalten werden könntest
Das ist dir wirklich gelungen ! :-)
Vielen lieben Dank für deine superausführliche Antwort. :-)))))
Ich habe jedes Wort regelrecht aufgesaugt. :-))))
Festgehalten oder zwangseingewiesen werden kannst Du nur, wenn Du akut selbstmordgefährdet bist oder eine Gefahr für andere Menschen darstellst. Und sogar Suizidgedanken, die Du vielleicht hast, sind noch kein Grund, Dich einzusperren. Die Therapeuten und Ärzte dort in der Klinik werden dich wahrscheinlich auch fragen, ob Du Suizidgedanken hast - was man ruhig mit "ja" beantworten kann. Wahrscheinlich werden sie sogar noch genauer nachfragen.
Übrigens würde Dich ein Arzt, dem Du Deine Suizidgedanken offenbarst, auch danach fragen, ob Du versprechen kannst, dass Du Dir nichts Entsprechendes antust. Wenn Du so eine Frage mit "ja" beantworten kannst, wird Dir der Arzt das auch glauben.
Und wenn alle Menschen, die Borderline haben, nur aufgrund ihrer Diagnose auf eine geschlossene Station kommen würden, wären die Psychiatrien und Krankenhäuser hoffnungslos überfüllt!!!
Das da hat mich ungeheuer beruhigt. Für die ausführliche Erklärung danke ich dir besonders herzlich.
Zwar bin ich wie ich ja schon oben geschrieben habe nicht selbstmordgefährdet, aber ich habe schon einige meiner Meinung nach gravierende.... sagen wir mal Auffälligkeiten. ;-)
Elektroschocktherapie wird nur an ganz wenigen Kliniken überhaupt durchgeführt, und das auch nur bei allerschwersten Erkrankungen, die gegen alle anderen Behandlungsversuche resistent waren. So etwas wirst Du selbst nicht erleben und auch nicht zu Gesicht bekommen.
Das sind auch nicht so meine Fantasien.
Ich habe z.B. Angst davor, dass man mir dort Medis aufzwingen könnte, die mich die Kontrolle über mich verlieren lassen könnten.
Dass ich da zugedröhnt liege und nicht mehr in der Lage bin, selber über Dinge zu entscheiden...... weißt du, was ich meine ?!?
Tja, die Angst vor der Diagnose... kann ich irgendwie verstehen, auch wenn ich vom Verstand her weiß, dass sich durch ein paar Zahlen und Fachbegriffe auf einem Stück Papier die eigentlichen Probleme doch nicht ändern....
Als Außenstehender würde ich jedoch sagen, wenn Du die Probleme so im Griff hast, dass Du klarkommst, macht es dann auch keinen Unterschied, ob Du das Etikett "Borderline" kriegst, oder nicht.
Die einzige Sorge, die ich diesbezüglich habe, dass ich als Borderlinerin bei jedem zukünftigen Psychotherapeuten schon als unliebsame Person, die aber jetzt leider mal therapiert werden muss, abgestempelt bin. ;-(
Der Umwelt bindest du die Diagnose ja ohnehin nicht auf die Nase.
Was mich eigentlich am meisten beschäftigt ist die Frage nach dem, was ich erzählen kann und was ich besser für mich behalte. ;-)
In zwei Wochen stationärem Aufenthalt wirst Du wahrscheinlich wirklich nur eine Diagnose bekommen. Eine ernsthafte Psychotherapie kann in so kurzer Zeit nicht anschlagen....
Warum machst Du keine ambulante Psychotherapie? Anscheinend bist Du ja stabil genug, um damit zu beginnen.
Ich weiß, dass das nur der Anfang sein kann. Aber ich fände es einen guten Anfang, weil ich in den 2 Wochen sehr viel mehr erreichen könnte, als wenn ich ambulant starte. Ein weiterer Punkt ist der, dass ich dann auch die weitere ambulante Therapie dort machen kann und das Angebot dort unvergleichlich größer ist, als bei einem niedergelassenem Therapeuten.
Und dann kommt dazu, dass die Diagnose und die Beurteilung durch eine Klinik letzten Endes sicher bei der BfA eine wesentlich größere Gewichtung hat, als die eines niedergelassenden Therapeuten.
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@ all:Ihr habt mir auf all Fälle schon einmal die größte Angst genommen.
Aber trotzdem bin ich noch völlig ratlos und verunsichert, wie ich dort auftreten sollte.
Vielleicht könnt ihr ja meine Gedanken einmal versuchen, ein wenig zu beurteilen.
Vernünftig wäre ja, alles was an Problemen da ist, einmal offen zur Sprache zu bringen.
Aber ich habe über all diese Dinge noch niemals mit jemandem geredet, sie machen mir Angst und ich schäme mich dafür.
Einerseits möchte ich furchtbar gerne über alles das, was mich belastet und meine Lebensqualität auch sehr einschränkt reden, weil ich weiß, dass ich auch nur so eine Chance habe, mir effektiv helfen zu lassen.
Andererseits habe ich Angst vor den Konsequenzen.
Was passiert z.B. mit mir, wenn ich denen sage, dass ich mich manchmal selber leicht verletze ?
Was passiert mit mir, wenn ich wahrheitsgemäß erzähle, dass ich manchmal völlig unangemessen erregbar bin ?
Ich kann z.B. über einen blöden Büchsenöffner, der nicht funktioniert, so wütend werden, dass ich ihn auseinander breche und wegschmeiße.... völlig unangemessen... *schäm*
Allerdings würde ich eine solche Aggression niemals an einem Menschen auslassen.
Mein Sohnemann z.B. hat in seinem 18jährigen Leben nicht einmal einen einzigen Klapps auf den Allerwertesten bekommen. ;-)(
Ich verachte körperliche Gewalt zutiefst.
Da trete ich lieber gegen eine Tür oder brech´ eine Haarbürste mal durch.... oder vergleichbares.... *schääääm*
Oder was richte ich an, wenn ich ganz offen erzähle, dass meine Stimmungsschwankungen richtig üble Ausmaße annehmen kann ?
Ich kann jetzt plötzlich ungeheuer traurig sein - depressiv - alles in meinem Leben finde ich dann einfach nur noch schrecklich, ich sammle mir alles, aber auch wirklich alles zusammen, was ich an Negativem nur zusammen bekomme und kann das dann kaum mehr aushalten und kurze Zeit später kann ich dann völlig unvermittelt unangemessen "glücklich" sein..... ich fühle mich dann völlig euphorisch, schäme mich dann auch dafür, weil mir mein noch funktionierender Verstand sagt, dass das gerade noch unangemessener ist, als die vorherige depressive Phase. Das ist dann auch ganz schnell wieder vorbei. Aber mich erschreckt das immer wieder. ;-((((
Hört sich schrecklich an, oder ?
Das kann ich doch nicht erzählen.... ich sehe jetzt schon das prall gefüllte Pillenblister auf meinem Nachttisch stehen... ;-)
Ein weiteres Beispiel: ich ekel mich abgrundtief vor Männern, die richtig dick sind - aber nur vor denen, die eine bestimmte Statur haben. Eine solche Figur hat z.B. Otfried Fischer.
Wenn ich den Fernseher anmache und z.B. er er sitzt da, in irgend einer Sendung, dann überkommt mich ein riiiiesen Ekel, den ich kaum ertragen kann. Ich kann das nicht aushalten, mir den Mann anzusehen. Ich muss dann umschalten.
Ich kann für mich nachvollziehen, woher dieser Ekel kommt, aber ich schäme mich dafür.
Der Mensch hat mir nichts getan und auch die Menschen, die eine solche Figur haben haben mir nichts getan. Normalerweise bin ich ein Mensch, der üüüüberhaupt nicht auf Äußerlichkeiten achtet.
Ich glaube, das schlimmste, was mir in meinem Leben passieren könnte ist, dass ich eines Tages einmal richtig dick werden würde.
Obwohl ich andere korpulente Frauen völlig Ok finde..... ich weiß... hört sich einfach nur krank an.....
Auch das kann ich doch kaum einem Therapeuten erzählen, oder ?!?
Von meinen völlig unangemessenen Verlassensängsten, meiner Sozial-Phobie - so nennt man das wohl, wenn man Angst in größeren Menschengruppen hat, ganz zu schweigen, da kann ich denke ich schon von reden.
Aber die oben beschriebenen Dinge - das macht mir schon Angst, darüber mit einem Therapeuten zu reden....
Ganz ehrlich... wie beurteilt ihr das ?
Was davon würdet ihr preis geben, was nicht?
Was glaubt ihr, würde das für Folgen haben, wenn ich mich komplett öffnen würde und über all diese Dinge offen reden würde?
Booha.. ich hoffe, ich bin mit meinem wahnsinnslagem Beitrag nicht zuuuu dreist.
Danke euch jedenfalls jetzt schon einmal ganz herzlich für eure Geduld.
Liebe Grüße
Hummelchen
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