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Autor Thema: Borderline ? Und einige Fragen.....  (Gelesen 1743 mal)
Hummelchen
Beginner
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Beiträge: 3


« am: 29. August 2006, 17:32:26 »

Hallo, liebe Forenmitglieder !

Durch Google bin ich auf diese tolle Seite gekommen.
Vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Fragen beantworten.

Ich versuche einmal meine Situation ein wenig zu erklären:

Ich bin seit 8 Jahren wegen einer chronischen Erkrankung berentet.
Eben wegen dieser Erkrankung war ich vor 3 Wochen wieder einmal in stationärer Behandlung.

Ich wurde als Kind sexuell mißbraucht und dadurch bin ich nicht in
der Lage erforderliche Untersuchungen machen zu lassen, die aber wichtig wären.
Darum war der Klinikaufenthalt und die Erfolge hinsichtlich einer angemessenen Therapie z.T. für mich, sowie auch für die Ärzte unbefriedigend.

Weil ich weiß, wie wichtig es für mich ist, dieses Problem, das immer wieder auftaucht, wenn ich wegen meiner chronischen Erkrankung in stat. Behandlung muss,  einmal ernsthaft anzugehen, möchte ich mich nun ernsthaft in die Hände eines guten Psychotherapeuten begeben.
Andererseits aber auch, um den sexuellen Missbrauch aufzuarbeiten und nebenbei noch alle Probleme, die meine chronische Erkrankung mit sich bringen,

Weil ich mich in dem KH, in dem ich vor 3 Wochen war, sehr gut aufgehoben gefühlt habe und ich auch schon sehr Gutes über die dortige psychologische Abteilung gehört habe, hatte ich die Idee, mich dort hinsichtlich einer Therapie einmal von einem Therapeuten beraten zu lassen.
Das ist geschehen und in einem sehr guten Gespräch hat mir dieser T. empfohlen, einmal für 2 Wochen stationär dort hin zu kommen.
Man könne in diesen 2 Wochen Diagnostik betreiben und einen sinnvollen Therapie-Plan aufstellen.

Grundsätzlich sperre ich mich da auch gar nicht.
Erstens möchte ich unbedingt meine Probleme endlich einmal beginnen aufzuarbeiten.
Zweitens gibt es einen weiteren Grund, den ich mit ins Kalkül gezogen habe:

In 2 Monaten muss ich den nächsten Antrag auf Verlängerung meiner Rente stellen.
Und ich bin der Meinung, dass meine psychischen Probleme bei einer Entscheidung über die Weitergewährung mit in die Waagschale geworfen werden sollten.Denn die sind nicht unerheblich.

Und nun zu meinem eigentlichen Problem, bzw. meinen Fragen:

Ich sehe mich schon seit Monaten im Netz um und nach allem, was ich so gelesen habe, bin ich mir inzwischen beinahe sicher, dass ich Borderline habe.

- ich wurde in der Kindheit sexuell missbraucht
- ich leide immer wieder unter extremen Stimmungsschwankungen
- ich habe - wenn auch eine leichte - Essstörung
- ich füge mir zeitweise - wenn auch nur leichte - Verletzungen zu
- ich leide unter extremen Verlassensängsten

um einmal ein paar Auffälligkeiten zu nennen.

Richtig bewusst ist mir aber erst seit ein paar Tagen, wie offensichtlich das alles auf Borderline hinweist.

Noch vor ein paar Tagen dachte ich, ich könnte mich ganz unbefangen und offen auf eine solche stationäre Geschichte einlassen.
Einerseits denke ich, dass das wichtig wäre, um überhaupt Erfolge in einer Therapie zu erzielen.
Und das, was man in 2 Wochen an Diagnostik betreiben könnte, würde ambulant Monate in Anspruch nehmen, abgesehen von den vielfältigen Möglichkeiten und Angeboten, die diese Klinik bietet.

Andererseits bin ich wie erwähnt der Meinunng, dass das auch alles bei der Beurteilung der Weiterbewilligung meiner Rente Berücksichtigung finden sollte, zumal die psychische Verfassung auch einen starken Einfluss auf den Verlauf meiner chronischen Erkrankung hat.
Ein Kriterium für die Klinik - da bin ich ganz ehrlich - wäre u.a. auch, dass eine Diagnose, welche auch immer, die eine Klinik stellt, sicher bei der BfA mehr Gewicht hat, als die eines niedergelassenen Therapeuten.

Nachdem ich mich in den letzten Tagen aber einmal näher mit dem Borderline-Syndrom auseinander gesetzt habe, bzw. ich mich so durchs Netz gelesen habe, habe ich nun fürchterliche Angst vor meiner eigenen Courage. ;-(

Mir geistert der Film "Einer flog über das Kuckucksnest" im Kopf herum und ich habe Angst, man könnte mich, wenn ich zu offen bin, gar in der Klinik festhalten.

Ich habe jetzt inzwischen richtig Angst, zu viel von mir Preis zu geben.
Was kann ich erzählen, was nicht ?
Was erwartet mich in der Klinik ?

Ich möchte unter keinen Umständen irgendwelche Psychopharmaka aufgezwungen bekommen und nach 2 Wochen dort wieder raus.

Was wenn dort tatsächlich die Diagnose B. gestellt wird ?
Wäre das ein Grund, mich dort festzuhalten?

Wird Borderlein überhaupt von den Rententrägern anerkannt?
Wenn nein, wäre das für mich u.U. ein kleiner Grund, eine Therapie vielleicht doch eher ambulant bei einem Therapeuten zu beginnen.

Ein stationäerer Beginn hätte einiges an Vorteilen, vor allem den, dass ich mir einen langwierigen Einstieg erspare und das große Angebot spricht ebenfalls für sich.
Aber ich habe wirklich Angst.

Vielleicht könnt ihr mir ein wenig meiner Angst nehmen und mir erzählen, ob meine Befürchtungen berechtigt sind.

Wenn ich in meinem Leben absolut nicht klar kommen würde, würde ich auch einen erforderlichen, längeren stat. Aufenthalt in Kauf nehmen.
Aber so groß ist mein Leidensdruck, was meine psychische Verfassung angeht nicht, dass ich das z.Z. auf mich nehmen würde wollen.
Ich habe gelernt, mit meinen Problemen soweit so gut umzugehen, dass ich klar komme.
Vieles kann ich, um Druck zu minimieren, zeitweise ausschalten - was, wenn ich das richtig verstanden habe, auch ein typisches Anzeichen für B. ist - mir aber im Leben oft schon sehr weiter geholfen hat. ;-)

Menschenskinder... ich bedanke mich ganz herzlich fürs Lesen und eure Antworten.
Ich hoffe, es ist nicht zu konfus, was ich mir hier zusammengestammelt habe. ;-)

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Liebe Grüße
Hummelchen
Winnie
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Beiträge: 550


« Antworten #1 am: 29. August 2006, 20:11:02 »

Hallo Hummelchen,

ich bin selbst Borderlinerin und vielleicht kann ich Dir ein wenig helfen?!

Bei mir wurde vor 2 Jahren die Diagnose gestellt nachdem ich fast 20 Jahre "nur" auf Depressionen behandelt wurde, die ich zusätzlich habe.

Die Symptome die Du beschreibst deuten auf Borderline hin aber eine Diagnose kann nur ein Arzt oder Therapeut nach einiger Zeit feststellen.

Borderline ist keinesfalls ein Grund Dich in einer Klinik festzuhalten! Keiner kann Dich in einer Klinik festhalten es sei denn Du wirst "zwangseingewiesen" oder bist eine Gefahr für Dich oder die Umwelt. Aber Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung, aber man ist damit nicht "irre"! ;-)))

Eines möchte ich noch anmerken, ich glaube nicht, dass 2 Wochen genügen um den Mi**br**** aufzuarbeiten. Das kann nur ein Anfang sein ... ! Aber das ist nur meine Meinung, bestimmt sehen das Andere anders.

Vielleicht habe ich Dir ein wenig geholfen ? Gerne beantworte ich Dir weitere Fragen!

Liebe Grüsse
Winnie
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Politena
Gast
« Antworten #2 am: 29. August 2006, 20:20:43 »

Hallo Hummelchen,

in den 2 Wochen stationär werden sie dich bestimmt nicht gleich behalten, es sei denn Du bist wirklich akut suizidgefährdet.
Der Film "einer flog übers Kuckucksnest" ist ein Hollywoodfilm und entspricht sicher nicht dem deutscehn Klinikalltag ;o)
2 Wochen zur Diagnoseaufklärung ist gut, in der Regel kann man Borderline durch Psychologen testen lassen, und wenn Du 5 der 9 Kriterien erfüllst, die die Borderline-Störung ausmachen, wirst UD auf Borderline behandelt.
Und dann beginnt erst die Therapie, die Aufarbeitung usw.
Die Kriterien die Du genannt hast könnten aber auch für eine andere Störung sprechen, also nagel Dich mal da noch nicht so fest, das klären die in der Klinik dann schon für Dich ab.

GLG und alles Gute, Politena
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Alue
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« Antworten #3 am: 30. August 2006, 15:47:01 »

Hallo Hummelchen,

also erstmal möchte ich Dir auch die Angst nehmen, dass Du in der Klinik festgehalten werden könntest oder dass es dort so abgeht wie in dem Film "Einer flog über das Kuckucksnest".

Festgehalten oder zwangseingewiesen werden kannst Du nur, wenn Du akut selbstmordgefährdet bist oder eine Gefahr für andere Menschen darstellst. Und sogar Suizidgedanken, die Du vielleicht hast, sind noch kein Grund, Dich einzusperren. Die Therapeuten und Ärzte dort in der Klinik werden dich wahrscheinlich auch fragen, ob Du Suizidgedanken hast - was man ruhig mit "ja" beantworten kann. Wahrscheinlich werden sie sogar noch genauer nachfragen. Es gibt schließlich Unterschiede, ob man lebensmüde ist, keine Lust mehr hat oder sich vielleicht schon mal Gedanken über die Methode macht oder ob man schon quasi mit dem Messer in der Hand dastehst und direkt damit drohst, dass Du Dich umbringst. Letzteres wäre wohl ein Grund, jemanden zwangseinzuweisen. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. So wie Du schreibst, bist Du davon noch weit, weit entfernt.
Übrigens würde Dich ein Arzt, dem Du Deine Suizidgedanken offenbarst, auch danach fragen, ob Du versprechen kannst, dass Du Dir nichts Entsprechendes antust. Wenn Du so eine Frage mit "ja" beantworten kannst, wird Dir der Arzt das auch glauben.
Und wenn alle Menschen, die Borderline haben, nur aufgrund ihrer Diagnose auf eine geschlossene Station kommen würden, wären die Psychiatrien und Krankenhäuser hoffnungslos überfüllt!!!

Zu dem Film: mal davon abgesehen, dass es ein Hollywood-Film ist und schon allein deswegen der Realität sehr fern, ist der Film doch wohl schon an die dreißig Jahre alt? Und was sich in den letzten dreißig Jahren in der Psychiatrie getan hat, ist unglaublich...  Elektroschocks werden ganz bestimmt nirgendwo als Bestrafung eingesetzt, Fixierung am Bett auch nicht. Solche Dinge sind auch sehr umstritten. Elektroschocktherapie wird nur an ganz wenigen Kliniken überhaupt durchgeführt, und das auch nur bei allerschwersten Erkrankungen, die gegen alle anderen Behandlungsversuche resistent waren. So etwas wirst Du selbst nicht erleben und auch nicht zu Gesicht bekommen.

Tja, die Angst vor der Diagnose... kann ich irgendwie verstehen, auch wenn ich vom Verstand her weiß, dass sich durch ein paar Zahlen und Fachbegriffe auf einem Stück Papier die eigentlichen Probleme doch nicht ändern. Ich war selbst auch geschockt, als ich festgestellt habe, dass ich nicht "bloß" Depressionen habe, sondern eine Persönlichkeitsstörung. Wenn man das aber weiß, lässt sich die Krankheit doch auch viel besser behandeln - einfach weil man dann die Ursachen genauer kennt.

Ob Du nun wirklich Borderline hast, kann man übers Internet natürlich nicht beurteilen. Das muss ein Arzt machen, und der muss Dich auch wirklich schon eine Weile kennen. Es ist schon gut möglich, dass Du eine Persönlichkeitsstörung hast. Aber Persönlichkeitsstörungen sind fast immer gemischt. Und wenn man sich die verschiedenen Symptome aller Persönlichkeitsstörungen durchliest, erkennt sich jeder in vielen Punkten wieder - auch gesunde Menschen. Es ist oft eine Frage der Ausprägung und wie sehr man unter den Symptomen leidet.

In zwei Wochen stationärem Aufenthalt wirst Du wahrscheinlich wirklich nur eine Diagnose bekommen. Eine ernsthafte Psychotherapie kann in so kurzer Zeit nicht anschlagen. Probleme, die sich innerhalb von Jahrzehnten entwickelt haben, lassen sich nicht in zwei Wochen therapieren. Kann sein, dass diese Diagnose Deine Rentenbewilligung positiv beeinflusst. Als Außenstehender würde ich jedoch sagen, wenn Du die Probleme so im Griff hast, dass Du klarkommst, macht es dann auch keinen Unterschied, ob Du das Etikett "Borderline" kriegst, oder nicht.

Warum machst Du keine ambulante Psychotherapie? Anscheinend bist Du ja stabil genug, um damit zu beginnen. Wenn dann zu viel aufgewühlt wird (was durchaus passieren kann), könnte man immer noch einen stationären Aufenthalt in Betracht ziehen.

So, viel geschrieben, hoffe, Du hast bis zum Ende durchgehalten ;-)

Gruß
Alue
[[editby=Alue=1156948821]]
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert."
Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
Hummelchen
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Beiträge: 3


« Antworten #4 am: 31. August 2006, 00:57:00 »

Hallo ihr Lieben !

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ihr mir mit euren Antworten
geholfen habt.
Ich hatte in den letzten Tagen ungeheure Ängste und war völlig verunsichert.
Ich möchte jetzt erst gerne einmal auf eure einzelnen Postings antworten und dann weiter unten meine Fragen stellen, die mir noch so im Kopf herum schwirren.
Hoffe, ich nerve euch nicht und es wird euch nicht zu viel.... *schäm*


@ Winnie:
Zitat

Vielleicht habe ich Dir ein wenig geholfen ? Gerne beantworte ich Dir weitere Fragen!


Vielen lieben Dank, liebe Winnie !  Und ob du mir geholfen hast. Ich komme mir nicht mehr so
alleine vor und und bin beruhigt, zu lesen, dass Borderline längst kein Grund ist, mich gegen meinen
Willen in der Klinik zu halten.
Auf dein liebes Angebot komme ich gleich unten noch zurück. :-))))


@ Politena:
Zitat

in den 2 Wochen stationär werden sie dich bestimmt nicht gleich behalten, es sei denn Du bist wirklich akut suizidgefährdet.


Acuh dir erst einmal ganz lieben Dank ! :-))))
Suizidgefährdet bin ich absolut nicht. Da kann meine Situation noch so übel sein. Es gibt 3 wichtige Gründe die das für mich auf alle Fälle ausschließen. :-) Mein Sohnemann, mein Partner und meine Lebensaufgabe, der ich mich seit vielen Jahren verschrieen habe. ich bin in ganz großem Umfang in der Selbsthilfe tätig und fühle mich für tausende von schwer kranken Menschen verantwortlich.

Zitat

....und wenn Du 5 der 9 Kriterien erfüllst, die die Borderline-Störung ausmachen, wirst UD auf Borderline behandelt.


Wie sieht denn eine Behandlung / Therapie in der Regel aus bei Borderline ?
Ich wünsche mir vor allem Einzelgespräche, habe riesigen Redebedarf. ;-)
Was ich unter keinen Umständen möchte, sind Psychopharmaka.
Ich hoffe, dass man das dort akzeptiert.


@ Alue:
Zitat

also erstmal möchte ich Dir auch die Angst nehmen, dass Du in der Klinik festgehalten werden könntest


Das ist dir wirklich gelungen ! :-)
Vielen lieben Dank für deine superausführliche Antwort. :-)))))
Ich habe jedes Wort regelrecht aufgesaugt. :-))))


Zitat
Festgehalten oder zwangseingewiesen werden kannst Du nur, wenn Du akut selbstmordgefährdet bist oder eine Gefahr für andere Menschen darstellst. Und sogar Suizidgedanken, die Du vielleicht hast, sind noch kein Grund, Dich einzusperren. Die Therapeuten und Ärzte dort in der Klinik werden dich wahrscheinlich auch fragen, ob Du Suizidgedanken hast - was man ruhig mit "ja" beantworten kann. Wahrscheinlich werden sie sogar noch genauer nachfragen.

Übrigens würde Dich ein Arzt, dem Du Deine Suizidgedanken offenbarst, auch danach fragen, ob Du versprechen kannst, dass Du Dir nichts Entsprechendes antust. Wenn Du so eine Frage mit "ja" beantworten kannst, wird Dir der Arzt das auch glauben.
Und wenn alle Menschen, die Borderline haben, nur aufgrund ihrer Diagnose auf eine geschlossene Station kommen würden, wären die Psychiatrien und Krankenhäuser hoffnungslos überfüllt!!!


Das da hat mich ungeheuer beruhigt. Für die ausführliche Erklärung danke ich dir besonders herzlich.
Zwar bin ich wie ich ja schon oben geschrieben habe nicht selbstmordgefährdet, aber ich habe schon einige meiner Meinung nach gravierende.... sagen wir mal Auffälligkeiten. ;-)

Zitat

Elektroschocktherapie wird nur an ganz wenigen Kliniken überhaupt durchgeführt, und das auch nur bei allerschwersten Erkrankungen, die gegen alle anderen Behandlungsversuche resistent waren. So etwas wirst Du selbst nicht erleben und auch nicht zu Gesicht bekommen.


Das sind auch nicht so meine Fantasien.
Ich habe z.B. Angst davor, dass man mir dort Medis aufzwingen könnte, die mich die Kontrolle über mich verlieren lassen könnten.
Dass ich da zugedröhnt liege und nicht mehr in der Lage bin, selber über Dinge zu entscheiden...... weißt du, was ich meine ?!?

Zitat
Tja, die Angst vor der Diagnose... kann ich irgendwie verstehen, auch wenn ich vom Verstand her weiß, dass sich durch ein paar Zahlen und Fachbegriffe auf einem Stück Papier die eigentlichen Probleme doch nicht ändern....

Als Außenstehender würde ich jedoch sagen, wenn Du die Probleme so im Griff hast, dass Du klarkommst, macht es dann auch keinen Unterschied, ob Du das Etikett "Borderline" kriegst, oder nicht.


Die einzige Sorge, die ich diesbezüglich habe, dass ich als Borderlinerin bei jedem zukünftigen Psychotherapeuten schon als unliebsame Person, die aber jetzt leider mal therapiert werden muss, abgestempelt bin. ;-(
Der Umwelt bindest du die Diagnose ja ohnehin nicht auf die Nase.

Was mich eigentlich am meisten beschäftigt ist die Frage nach dem, was ich erzählen kann und was ich besser für mich behalte. ;-)

Zitat
In zwei Wochen stationärem Aufenthalt wirst Du wahrscheinlich wirklich nur eine Diagnose bekommen. Eine ernsthafte Psychotherapie kann in so kurzer Zeit nicht anschlagen....
Warum machst Du keine ambulante Psychotherapie? Anscheinend bist Du ja stabil genug, um damit zu beginnen.


Ich weiß, dass das nur der Anfang sein kann. Aber ich fände es einen guten Anfang, weil ich in den 2 Wochen sehr viel mehr erreichen könnte, als wenn ich ambulant starte. Ein weiterer Punkt ist der, dass ich dann auch die weitere ambulante Therapie dort machen kann und das Angebot dort unvergleichlich größer ist, als bei einem niedergelassenem Therapeuten.
Und dann kommt dazu, dass die Diagnose und die Beurteilung durch eine Klinik letzten Endes sicher bei der BfA eine wesentlich größere Gewichtung hat, als die eines niedergelassenden Therapeuten.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


@ all:

Ihr habt mir auf all Fälle schon einmal die größte Angst genommen.
Aber trotzdem bin ich noch völlig ratlos und verunsichert, wie ich dort auftreten sollte.
Vielleicht könnt ihr ja meine Gedanken einmal versuchen, ein wenig zu beurteilen.
Vernünftig wäre ja, alles was an Problemen da ist, einmal offen zur Sprache zu bringen.
Aber ich habe über all diese Dinge noch niemals mit jemandem geredet, sie machen mir Angst und ich schäme mich dafür.


Einerseits möchte ich furchtbar gerne über alles das, was mich belastet und meine Lebensqualität auch sehr einschränkt reden, weil ich weiß, dass ich auch nur so eine Chance habe, mir effektiv helfen zu lassen.
Andererseits habe ich Angst vor den Konsequenzen.

Was passiert z.B. mit mir, wenn ich denen sage, dass ich mich manchmal selber leicht verletze ?

Was passiert mit mir, wenn ich wahrheitsgemäß erzähle, dass ich manchmal völlig unangemessen erregbar bin ?
Ich kann z.B. über einen blöden Büchsenöffner, der nicht funktioniert, so wütend werden, dass ich ihn auseinander breche und wegschmeiße.... völlig unangemessen... *schäm*
Allerdings würde ich eine solche Aggression niemals an einem Menschen auslassen.
Mein Sohnemann z.B. hat in seinem 18jährigen Leben nicht einmal einen einzigen Klapps auf den Allerwertesten bekommen. ;-)(
Ich verachte körperliche Gewalt zutiefst.
Da trete ich lieber gegen eine Tür oder brech´ eine Haarbürste mal durch.... oder vergleichbares....  *schääääm*

Oder was richte ich an, wenn ich ganz offen erzähle, dass meine Stimmungsschwankungen richtig üble Ausmaße annehmen kann ?
Ich kann jetzt plötzlich ungeheuer traurig sein - depressiv - alles in meinem Leben finde ich dann einfach nur noch schrecklich, ich sammle mir alles, aber auch wirklich alles zusammen, was ich an Negativem nur zusammen bekomme und kann das dann kaum mehr aushalten und kurze Zeit später kann ich dann völlig unvermittelt unangemessen "glücklich" sein..... ich fühle mich dann völlig euphorisch, schäme mich dann auch dafür, weil mir mein noch funktionierender Verstand sagt, dass das gerade noch unangemessener ist, als die vorherige depressive Phase. Das ist dann auch ganz schnell wieder vorbei. Aber mich erschreckt das immer wieder. ;-((((

Hört sich schrecklich an, oder ?
Das kann ich doch nicht erzählen.... ich sehe jetzt schon das prall gefüllte Pillenblister auf meinem Nachttisch stehen... ;-)

Ein weiteres Beispiel: ich ekel mich abgrundtief vor Männern, die richtig dick sind - aber nur vor denen, die eine bestimmte Statur haben. Eine solche Figur hat z.B. Otfried Fischer.
Wenn ich den Fernseher anmache und z.B. er er sitzt da, in irgend einer Sendung, dann überkommt mich ein riiiiesen Ekel, den ich kaum ertragen kann. Ich kann das nicht aushalten, mir den Mann anzusehen. Ich muss dann umschalten.
Ich kann für mich nachvollziehen, woher dieser Ekel kommt, aber ich schäme mich dafür.
Der Mensch hat mir nichts getan und auch die Menschen, die eine solche Figur haben haben mir nichts getan. Normalerweise bin ich ein Mensch, der üüüüberhaupt nicht auf Äußerlichkeiten achtet.
Ich glaube, das schlimmste, was mir in meinem Leben passieren könnte ist, dass ich eines Tages einmal richtig dick werden würde.
Obwohl ich andere korpulente Frauen völlig Ok finde..... ich weiß... hört sich einfach nur krank an.....

Auch das kann ich doch kaum einem Therapeuten erzählen, oder ?!?

Von meinen völlig unangemessenen Verlassensängsten, meiner Sozial-Phobie - so nennt man das wohl, wenn man Angst in größeren Menschengruppen hat, ganz zu schweigen, da kann ich denke ich schon von reden.

Aber die oben beschriebenen Dinge - das macht mir schon Angst, darüber mit einem Therapeuten zu reden....

Ganz ehrlich... wie beurteilt ihr das ?
Was davon würdet ihr preis geben, was nicht?
Was glaubt ihr, würde das für Folgen haben, wenn ich mich komplett öffnen würde und über all diese Dinge offen reden würde?

Booha.. ich hoffe, ich bin mit meinem wahnsinnslagem Beitrag nicht zuuuu dreist.

Danke euch jedenfalls jetzt schon einmal ganz herzlich für eure Geduld.

Liebe Grüße
Hummelchen







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Liebe Grüße
Hummelchen
Muett
Gast
« Antworten #5 am: 31. August 2006, 07:00:17 »

Hallo Hummelchen,

ich bin sicher, dass kein Therapeut vom Stuhl fallen würde, wenn Du ihm alle oben genannten Beispiele nennen würdest. Er wird Dir höchstens sagen, dass eben alle Gefühle, die Du geschildert hast, zu Dir gehören und Du lernen musst, diese zu akzeptieren und Dich nicht dafür schämen musst. Und zu sich selber zu stehen, sich so zu akzeptieren wie man ist, ist ein schwerer Weg, aber ein lohnenswerter.

Gerade in einer Therapie geht es darum sein Schweigen zu brechen und "alles" (alles wird nicht gehen, aber vieles), was einen belastet/ beschäftigt einmal auszusprechen. Durch das Aussprechen werden viele Prozesse in einem in Gang gesetzt, z.B. das so manches seinen Schrecken verliert oder Du plötzlich (auch  durch das Feedback des Gegenübers)Zusammenhänge zwischen Erfahrungen und Verhaltensweisen erkennst, die Dir bisher verschlossen waren. Durch das Fühlen und Erkennen von Zusammenhängen kannst Du plötzlich anders handlen als es Dir bisher möglich war.

In der Therapie geht es um Dich, d.h. was der Therapeut denkt oder denken könnte, ist wirklich sekundär. Ich bin sicher, dass jeder (halbwegs gute) Therapeut Dir Deine Ängste sehr schnell nehmen kann, eben weil er viel gelassener/verständnisvoller reagieren wird, als Du es Dir vorstellen kannst. Würdest Du ihm z.B. von Deiner Abneigung gegen dicke Männer erzählen, wird er Dich sicherlich nicht als intolerant oder "modebestimmt" abstempeln, sondern ggf. einen Zusammenhang zu Deinen Tätern vermuten oder es einfach nur als "so ist es" empfinden. Seine nicht-schockierte Reaktion wird Dir zum einen Sicherheit geben (nicht von ihm verurteilt zu werden) und auch Verwunderung auslösen (eben weil er nicht so reagiert als Du es erwartet hast). Und eben weil er anders reagiert als Du erwartet hast, kommst Du ins Grübeln. ("hm, ich scheine ja überhaupt nicht so abartig zu sein, wie ich oft von mir selber denke"). Ich könnte Dir noch mehr Beispiele nennen und doch wirst Du es erst glauben können, wenn Du diese Erfahrung selber machst.

Viele der Gedanken, Sorgen, Befürchtungen, die Du gerade durchmachst, kennen wohl die miesten, die kurz vor ihrer ersten Therapie stehen. d.h. auch damit bist Du nicht alleine und Du bist keineswegs komisch, verrückt oder ein Spinner. Wie schon gesatgt, sich seinen Ängsten zu stellen oder Hemmschwellen zu überqueren, ist verdammt schwer, aber für eine Heilung/Besserung unvermeidbar.

Ich hab mir vor vielen Jahren, vor meiner Therapie, geholfen, indem ich mir jederzeit den Rückweg offen gehalten habe, d.h. ich habe mir gesagt, dass ich es mal versuche und wenn es mir "zuviel" wird, ich abbreche. Und dann war es ein langsames "Beschnuppern" und "Abtesten", d.h. ich bin natürlich nicht gleich mit der Tür ins Haus gefallen, sondern hab "Kleinigkeiten" zur Sprache gebracht und durch seine Reaktion wuchs Vertrauen und Sicherheit. Und je mehr Vertrauen entsteht, umso mehr kann man sich öffnen.

Auch ich hatte Angst, dass mir gegen meinen Willen Medis verabreicht werden könnten. Mein Therapeut hat nicht einmal von Medis gesprochen, so dass diese Angst völlig umsonst gewesen war. Andere Ärzte (bei denen ich wegen Panik und anderen Wehwehchen war) machten immer mal den Versuch, doch ich sagte nur: Ich will keine Medis, entweder ich schaffe es so oder garnicht. Keiner konnte mich von der Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit überzeugen. Allerdings gibt es Erkrankungen, wo ich Medis nicht so resolut verneinen würde, bzw. für sinnvoll erachte (oder auch es überhaupt nicht anders geht). Aber dann hat man die Wahl abzuwägen und vor allem selbstständig zu entscheiden.

Trau Dich Dein Schweigen zu brechen und ich bin sicher, dass Du es schaffen wirst. Der erste Schritt ist oftmals der schwerste und doch geht es nicht anders, wenn man Veränderung in seinem Leben bewirken will.

Viele Grüße
Muett
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Winnie
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« Antworten #6 am: 31. August 2006, 16:03:29 »

Hallo Hummelchen,

generell kannst Du dem Therapeuten alles erzählen, was Du erzählen möchtest. Ich denke Therapeuten haben schon so viel gehört, die sind so leicht nicht zu erschüttern. Und außerdem ist das was Du da erzählt hast nicht so ungewöhnlich. Ähnliches kennen sicher viele von uns. Natürlich ist es anfangs merkwürdig, wenn man nicht weiß, dass das zu dem "Krankheitsbild" gehört. Bei mir war es so, dass ich erst verstehen konnte was mit mir los ist, seit ich meine Diagnose kenne. Die Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche sind z.B. ganz typisch für Borderline.

Eines noch, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten selten Medikamente einsetzen, das machen meist die Ärzte. Also, mach Dir nicht so viele Gedanken, erzähl was Du magst und kannst; die erste Therapiestunde ist meist ein wenig komisch, weil man nicht weiß was da kommt und ob man mit dem Therapeuten zurecht kommt.

Liebe Grüsse
Winnie
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Alue
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« Antworten #7 am: 01. September 2006, 15:44:00 »

Hallo Hummelchen!


Das sind auch nicht so meine Fantasien.
Ich habe z.B. Angst davor, dass man mir dort Medis aufzwingen könnte, die mich die Kontrolle über mich verlieren lassen könnten.
Dass ich da zugedröhnt liege und nicht mehr in der Lage bin, selber über Dinge zu entscheiden...... weißt du, was ich meine ?!?


Also, ich habe bisher noch nicht erlebt, dass irgendjemand gezwungen wird, ein Medikament einzunehmen. Und die Medikamente, die für Dich in Frage kämen, würden Dich auch nicht willenlos machen. Du hättest auf jeden Fall ein Mitspracherecht bei den Medikamenten, und wenn Du merkst, dass Dich ein Medikament auch nur müde macht und Dich das stört, könntest Du das sagen, so dass eben nach einer Alternative geguckt wird. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Antidepressiva, einige sind beruhigend und machen ein bisschen müde, anderen wirken dagegen anregend und geben mehr Antrieb. Es gibt aber auch noch andere Medikamente, die die Stimmungsschwankungen ausgleichen können.
Aber wie gesagt, wenn Du kein Medikament nehmen willst, wird Dich auch keiner zwingen.


Zitat
Ich weiß, dass das nur der Anfang sein kann. Aber ich fände es einen guten Anfang, weil ich in den 2 Wochen sehr viel mehr erreichen könnte, als wenn ich ambulant starte. Ein weiterer Punkt ist der, dass ich dann auch die weitere ambulante Therapie dort machen kann und das Angebot dort unvergleichlich größer ist, als bei einem niedergelassenem Therapeuten.
Und dann kommt dazu, dass die Diagnose und die Beurteilung durch eine Klinik letzten Endes sicher bei der BfA eine wesentlich größere Gewichtung hat, als die eines niedergelassenden Therapeuten.


Ich bin mir nicht so sicher, ob zwei Wochen stationärer Aufenthalt sehr intensiv sein werden. Du hattest ja auch schon geschrieben, dass Du gerne viele Einzelgespräche haben möchtest. Da muss ich Dich leider enttäuschen - mit dem Pflegepersonal kannst Du sicher so häufig reden wie Du möchtest, aber mit dem Therapeuten wahrscheinlich nur einmal die Woche. Meistens wird der Schwerpunkt eher auf Gruppengespräche gelegt.
Außerdem hat man am Anfang so viel damit zu tun, erstmal die Leute, die Umgebung und den Tagesablauf kennenzulernen, dass man sich noch gar nicht richtig auf Therapie konzentrieren kann.

Sicher, es ist ein großer Vorteil, eine stationäre Therapie zu machen und anschließend mit dem gleichen Therapeuten ambulant weiterarbeiten zu können.
Was für ein großes Angebot bietet Dir diese Klinik denn zur Behandlung? Ich schätze mal, dass dieses Angebot wohl auch nur für die stationäre Therapie gilt. Ansonsten wäre das eine traumhafte Klinik. Wie heißt die? Wo ist die???

Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die BfA ein Urteil einer Klinik anders bewertet als das Urteil eines niedergelassenen Therapeuten. Warum sollte sie das tun? Wenn Du zwei Jahre ambulant in Behandlung bist, kann Dich dieser Therapeut sicher besser beurteilen, als wenn Du nur zwei Wochen in einer Klinik bist.  

Zitat
Ihr habt mir auf all Fälle schon einmal die größte Angst genommen.
Aber trotzdem bin ich noch völlig ratlos und verunsichert, wie ich dort auftreten sollte.
Vielleicht könnt ihr ja meine Gedanken einmal versuchen, ein wenig zu beurteilen.
Vernünftig wäre ja, alles was an Problemen da ist, einmal offen zur Sprache zu bringen.
Aber ich habe über all diese Dinge noch niemals mit jemandem geredet, sie machen mir Angst und ich schäme mich dafür.


Da kann ich nur meinen Vorrednern zustimmen - die Dinge, die Du hier geschildert hast, wird jeder Therapeut völllig neutral aufnehmen. Solche Sachen haben sie schon so oft von verschiedenen Leuten gehört. Du bist mit diesen Problemen wirklich nicht alleine. Du kannst ruhig erzählen, dass Du Dich selbst verletzt. Jeder Therapeut kann zwischen selbstverletzendem Verhalten und Suizidgedanken unterscheiden. Man wird mit Dir besprechen, wo die Ursachen für Dein Verhalten sind.
Du brauchst Dich für Deine Probleme und Verhaltensweisen nicht zu schämen. Das sind Sachen, die Du wahrscheinlich bewusst und mit Deinem Verstand gar nicht beeinflussen kannst. Du trägst doch keine Schuld an Deinen Stimmungsschwankungen und an Deinen Ängsten und Gefühlen. Du wirst niemals von einem Therapeuten zu hören bekommen, dass Du Dich nur "zusammenreißen" müsstest, um das alles in den Griff zu kriegen.

Glaub mir, ich war schon oft total platt darüber, bei was für Geschichten, die ich erzählt habe, die Therapeuten immer noch mit stoisch gleicher Mine dasitzen und sich alles völlig neutral anhören. Das ist doch eine wichtige Grundlage für eine Therapie, damit man Vertrauen gewinnt und sich auch wirklich öffnen kann.

Liebe Grüße
Alue
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert."
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Hummelchen
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Beiträge: 3


« Antworten #8 am: 06. September 2006, 14:57:54 »

Hallo, ihr Liebe !

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bedanken für eure Mühe, die ihr euch gemacht habt,
mir meine Ängste ein wenig zu nehmen. für eure langen, langen Beiträge - ich bin wirklich froh,
das Forum hier gefunden zu haben ! :-))))))

In den letzten Tagen musste ich jetzt erst einmal ein wenig Abstand vom Thema nehmen, um mich
nicht völlig hinein zu steigern und wieder ein wenig herunter zu fahren. ;-)
Darum erst jetzt eine Antwort von mir.... sorry... *schäm*

Jetzt geht alles ziemlich rasch.... *seufz*
Für meinen Geschmack zuuu rasch....  ;-(

Ich habe am Montag einen Anruf von der Klinik bekommen und die wollten, dass ich direkt am nächsten
Tag (Di.) komme.
Das war mir dann doch eeeetwas zu spontan. *g*
Wir haben uns nun auf den Freitag geeinigt.

Ich bin also nun ab übermogen da.

2 Wochen waren abgesprochen und ich hoffe, dass ich dann wirklich auch ambulant weiter machen kann
und sich das nicht zu sehr in die Länge zieht.


@ Alue:

Zitat
Was für ein großes Angebot bietet Dir diese Klinik denn zur Behandlung? Ich schätze mal, dass dieses Angebot
wohl auch nur für die stationäre Therapie gilt. Ansonsten wäre das eine traumhafte Klinik. Wie heißt die? Wo ist die???


Guck mal: das ist der Link zur Klinikhttp://www.kaiserswerther-diakonie.de/Home/FNK/Psychiatrie_und_Pschychotherapie/Psychiatrie_und_Psychotherapie.htm

Eine Nachbarin meines Partners war da vor ca. einem Jahr einige Wochen wegene eines Burn-Out-Syndroms
(hoffe, das ist jetzt richtig geschrieben) und hat anschließend die Therapie ambulant dort fortgesetzt.
Sie ist immer noch dort in ambulanter Behandlung.
Sie ist restlos begeistert.
Und der Oberarzt hat mir bestätigt, dass es die Möglichkeit gibt, die Therapie ambulant fort zu setzen.
Sonst hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht. Denn anschließend noch einmal ganz von vorne anfangen,
wäre ja unsinnig. ;-)

Zitat
Du brauchst Dich für Deine Probleme und Verhaltensweisen nicht zu schämen.


Danke dir, liebe Alue! *knuddel*
Das habe ich irgendwie gebraucht.
Überhaupt ist das alls sooo beruhigend zu lesen. :-)))))


Euch allen noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön !!!

Liebe Grüße
vom
Hummelchen
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Liebe Grüße
Hummelchen
Alue
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« Antworten #9 am: 06. September 2006, 19:15:59 »

Hallo Hummelchen,

das ist ja toll, dass es nun so schnell schon losgeht :-)

Ich hab' mir die Seite von dem Krankenhaus angeschaut... Ich will Dir ja nicht den Wind aus den Segeln nehmen, aber ich habe auf der Seite keine außergewöhnlichen Behandlungsangebote gefunden. - Was nicht heißen soll, dass dort schlecht behandelt wird oder die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden. Ich hoffe für Dich, dass Du von der Aufnahme dort auch begeistert sein wirst wie Deine Nachbarin.
Ok, ich bin mittlerweile ziemlich therapieerfahren, da seh ich das ganze wohl eh noch aus einem anderen Blickwinkel. Stationäre Behandlung mit Ergotherapie, Bewegungstherapie, Gruppengesprächen etc. sind für mich inzwischen "normal" bzw. empfinde ich sie als Standard. Außergewöhnliche Therapie bringe ich im Zusammenhang mit Musiktherapie oder mit Methoden, die nicht überall angewendet werden.

Ich war zuletzt hier in Behandlung: http://www.nlkh-wehnen.niedersachsen.de/master/C7912126_N1917611_L20_D0_I1775918

Ich bin am gleichen Krankenhaus nun auch in der Ambulanz, was nicht hieß, dass ich meine Geschichte trotzdem nochmal neu erzählen musste, da es eben ein anderer Therapeut ist als auf der Station. Der einzige Vorteil hierbei war, dass ich auch wirklich direkt im Anschluss an den stationären Aufenthalt mit der ambulanten Therapie weitermachen konnte.

Na gut, vieles wird wahrscheinlich nicht so schlimm wie Du befürchtest, bei anderen Dingen sind Deine Erwartungen vielleicht ein bisschen zu hoch. Aber warten wir die zwei Wochen ab, bin dann gespannt auf Deinen Erfahrungsbericht!

Wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute!

Liebe Grüße
Alue

P.S.: Dein Link funktionierte nicht, probier es mal mit diesem:
http://www.kaiserswerther-diakonie.de/Home/FNK/Psychiatrie_und_Pschychotherapie/Psychiatrie_und_Psychotherapie.htm?Menue=menue_home&Knoten=270_337_338
[[editby=Alue=1157563185]]
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert."
Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
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