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Autor Thema: Natascha Kampusch - Wie sollen wir das verstehen....?  (Gelesen 3702 mal)
camel
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« Antworten #25 am: 14. September 2006, 20:59:21 »

hallo,

ja, ich gebe es zu, ich kann und will nicht alles beantworten.

seoul fragt, hinterfragt mir zu viel, was ich nicht beantworten kann - noch möchte.

meiner meinung muss keiner sein. möchte aber auch nicht jedem bis ins detail beantworten, was ich fühle, wie ich denke und wo ich selber probleme habe.

denn ich hatte freunde, die mich kläglich im stich gelassen haben, als ich sie brauchte.
ich hatte auch ein motorboot, ein auto und ein motorrad.
alles musste ich verkaufen zu einem "schundpreis", als ich krank wurde, gekündigt wurde an meiner arbeitsstelle, wo ich zwanzig jahre "vollen" einsatz geleistet habe.

ein "letztes" mal habe ich mich selber aufgefangen. habe einen neuen arbeitsplatz erkämpft, mit viel einsatz und kraft.
diesen werde ich behalten. bis zum ende. und wenn das ende vorher kommt, werde ich nicht mehr kämpfen.

was seoul anbelangt, möchte ich mich entschuldigen. mich regt sein "zitieren", sein "hinterfragen" auf, und seine ansichten manchmal auch. sicher, er fragt nicht dummes zeug, sagt viel gutes, aber eben auch viel, das mich zum "ausflippen" bringt.

ist es nachvollziehbar, das ich da distanz wünsche?

weil ich weder ärger noch sonstige hin-und-her beiträge bis zum bitteren ende führen möchte.

und dann sogar ein monitor oder beauftragter ein gespräch schliessen muss?

mir liegt nichts daran, menschen zu ärgern, sie zu provozieren. aber mir liegt auch nichts daran, den hintersten und letzten gedanken hier "frei" zu setzen. und erst recht nicht, plötzlich aufgefordert zu werden, alles von mir zu geben. weder im guten, noch im schlechten.

ich bin hier in einem forum, das sich geziehlt menschen mit verschiedenen psychosomatischen problemen eine plattform zur verfügung stellt. dafür bin ich dankbar.

das bedeutet aber noch lange nicht, das sich jeder verstehen kann. und deshalb wünschte ich distanz zu seoul.
jeder andere, darf es auch zu mir wünschen.

ist es nicht richtig, wenn man sagt, das man sich über diesen und jenen einfach aufregt?

oder sollte man, wie es im leben üblich ist, einfach die strassenseite wechseln? oder noch schlimmer, freundlich lächeln?
und hinterher die faust im sack machen?

ich will und kann nicht mehr lächeln, wenn mir zum heuelen zumute ist. und will auch nicht mitleid von menschen, die am nächsten tag sagen:
"oh gott, dieses weichei heulte mir in die tasche".

da sage ich besser gleich, geh deinen weg, ich gehe den meinen.

mr.camel
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Als der Falke sich erhob, trugen ihn die Schwingen weg vom Staub der Erde in die Höhe. Von weit oben sieht er vieles etwas näher.
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J. Dean


« Antworten #26 am: 14. September 2006, 21:31:06 »

Niemand muss etwas über sich preisgeben, wenn er das nicht möchte. Im übrigen habe ich niemanden dazu gezwungen oder aufgefordert.

Ich hinterfrage viel und daran wird sich auch niemals etwas ändern. Ob allerdings jemand darauf antworten möchte, kann oder will, das sei jedem dahingestellt.

Umgekehrt erwarte ich aber auch, dass wenn man Thesen aufstellt, oder Meinungen über eine Person kommuniziert, dass man diese substantiiert.

Ich glaube auch nicht, dass man sich darüber aufregen muss. Ich glaube, dass es andere, tiefliegende Gründe hat.

Was ist denn, wenn ein Mensch wie mr. camel zu einem Therapeuten gehen würde, einem Psychiater....Dieser hinterfragt wirklich, massiv und teilweise mit erheblichen Druck...Was macht mr. camel dann...?

Nu ja, jeder muss wissen was er möchte und ich würde mir niemals anmassen etwas zu verlangen oder zu erwarten. Jeder gibt so viel über sich preis, wie er kann und mag.

Alles kann....NICHTS muss, ich glaube das trift es hier am ehesten. Denn hier sind alles liebe Menschen, die alle Ihre Probleme habe oder hatten und nur eines wollen...Hilfe suchen, Hilfe geben, Erfahrungen austauschen und so einen Weg finden, der alles erträglicher macht.

Verständnis, Toleranz, Einfühlungsvermögen, das ist hier gefagt. Und vor allen Dingen auch eine große Sensitivität, denn ohne diese, kann man sehr schnell, sehr verletzend werden.

Man muss nicht alles sagen...Den mag ich nicht, der regt mich auf...Oft ist es besser, diplomatisch zu sein und vielleicht durch eine freundliche Wortwahl, die Wogen zu glätten.

Diplomatie ist das Zauberwort für die Lösung der meisten Probleme, die es eigentlich nicht gibt, denn es gibt nur Herausforderungen.

Und nun wünsche ich mr. camel auch einen guten Weg.
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Qui vivra verra
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Alue
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« Antworten #27 am: 14. September 2006, 23:05:19 »

Hallo Camel,

ich denke jeder hier hat das Recht, die Antworten auf Fragen, die ihm zu nahe gehen, schuldig zu bleiben. Jeder darf hier Grenzen ziehen.

Du hast allerdings ein sagenhaftest Talent, Diskussionen zu beginnen, Dinge von Dir zu erzählen, Andeutungen zu machen, einem die Brocken hinzuwerfen, um Dich dann urplötzlich ohne Begründung zurückzuziehen, so dass es für andere nicht nachvollziehbar ist. Das ist natürlich auch eine Art, Aufmerksamkeit zu bekommen. Und vielleicht ist es auch die Wiederholung eines wohlbekannten, gewohnten Musters von Dir, aus dem Du nicht rauskommst. Erst "lockst" Du die Menschen an, um sie dann zurückzuweisen. Du wunderst Dich dann, dass es die Menschen verwundert und vielleicht verärgert, aber vielleicht bekommst Du dadurch immer wieder bestätigt dass Du nicht fähig bist zu menschlicher Nähe.
Ich weiß es nicht, das ist einfach eine Vermutung.

Weißt Du, Camel, so ein Forum hat auch ein bisschen was von einer Gruppentherapie. Man bringt sich ein, die anderen Teilnehmer gewinnen einen Eindruck und in ihren Antworten spiegelt sich dieser Eindruck wider. Du kannst hier also sehr deutlich wahrnehmen, welche Wirkung Du auf andere Menschen hast.

Ich verstehe Dich nicht, das ist wahr. Ungefragt und an unpassenden Stellen öffnest Du Dich, erzählst lange Geschichten, gibst spirituelle Dinge zum besten. Äußerst Du Deine Meinung und man hakt nach, verschließt Du Dich sofort und entziehst Dich. Ich persönlich bin mit dieser Art und Weise überfordert und weiß nicht, wie ich mit Dir umgehen soll. Es macht mich auch ein bisschen aggressiv, da man Dich nicht "zu fassen" kriegt, Du immer ausweichst, einen in anderen Situationen dafür überrollst.

Ich muss nochmal nachfragen... machst Du eigentlich eine Therapie?

Gruß
Alue
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J. Dean


« Antworten #28 am: 14. September 2006, 23:29:40 »

@Alue,

Du hast die selben Gedanken dazu, wie sie auch mir durch den Kopf gehen und das ausgesprochen, was ich versucht habe anzudeuten.

Gruppentherapie trift es recht gut wie ich meine.

Dir alles Gute.
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camel
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« Antworten #29 am: 15. September 2006, 21:34:08 »

hallo,

ich muss euch recht geben. ich will und kann nähe nicht ertragen.

auch nicht antworten, wenn mir jemand den tiefsten spiegel der seele vors gesicht setzt.
obwohl ich im stande wäre, meine gedanken in worte zu fassen.
immer und immer wieder werde ich bösartig, will einerseitz beruhigen, andererseitz fordere ich den ärger heraus.

ich wollte nie geboren werden. aber da ich nun mal lebe, möchte ich wissen, warum menschen da sind, die es im grunde nicht braucht auf der welt. ich gehöre dazu und muss nun damit leben.

ich verstehe, was glück ist. verstehe, was zärtlich gut tut. verstehe aber auch, was weh tun kann.

es geht mir oft nicht gut. deshalb habe ich mich hier angemeldet.
ich habe es geschafft, euch etwas zu geben. bekam auch einiges zurück. zu oft jedoch bekomme ich nur fragen, die ich nicht beantworten kann. stellte auch fragen, die genau so wenig beantwortet werden konnten.

für mich wird es zeit, mich zu verabschieden. nicht, um mich irgendwo in einem neuen forum anzumelden.

ich habe die zeit hinter mir, mich zu töten. nun habe ich auch die zeit hinter mir mühe zu geben, meine seele zu öffnen, für fremde und ihnen etwas weiter zu geben.

meine kraft werde ich nun noch für mich einsetzen.und sollte mich noch  je mal einer "egoist" nennen, werde ich ihn "unwissender" nennen.

auch ich gehe nun, wie seoul, auf eine reise, und ich hoffe, ich habe hier nicht zu viel scherben zurück gelassen.

eines tages muss ich vor den richter stehen, und der wird mir meine fehler alle aufzeigen.

darf ich ich nun verabschieden in diesem forum.

den ich habe die kraft nicht mehr, weder gutes, noch schlechtes zu schreiben.

heute verabschiede ich mich nicht mit meinem nick, sondern mit meinem taufnamen:

auf widersehen: euer roland
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J. Dean


« Antworten #30 am: 15. September 2006, 21:56:23 »

Hallo Roland, alias mr. camel,

zwischen Reisevorbereitungen und Koffer packen lese ich das hier gerade.

Ich wünsche Dir einen Guten Weg und die Gabe, eines Tages mit Nähe umgehen zu können, Fragen ertragen zu können und den Mut, Deine Seele zu öffnen.

Ich denke, Du gehst auf eine andere Reise, als ich dies gerade vorbereite. Du gehst auf die Reise zu Dir selbst, ohne den Ort selbst zu wechseln. Ich hoffe Du findest diesen Weg für Dich ganz alleine.

Meine Reise führt mich weit weg, in ein für die meisten hier völlig fremdes und unbekanntes Land. Das hängt zum einen mit der völlig anderen Kultur zusammen, die für westliche geprägten schwer zu verstehen ist und damit der Umgang mit den Menschen sehr schwer fällt. Man tritt rasend schnell von einem Fettnäpfchen in ein anderes.

Und da sind wir wieder beim Thema: In meiner Heimat ist es wichtig, dem anderen gegenüber immer das Gesicht zu wahren und das seines gegenübers ebenso. Nie würde man jemandem zu nahe treten, oder gar in seiner Person verletzen. Respekt und Anstand, sind ein von Kindheit an gelerntes Verhalten allen Menschen gegenüber. Fleiss, Ehrgeiz und den unbedingten Willen zum Erfolg..100% sind 100% zu wenig.

Beispiel: Der Chef eines Unternehmens neigt sich dem Angestellten gegenüber tiefer, als der Angestellte dies tut. Der Chef weiss, dass er ohne den Angstellten nicht dort wäre.

Ich habe viele dieser Tugenden meiner Heimat hier vermisst und habe und hatte damit hier große Probleme. Hier schreit man schnell, wird schnell ausfallend, beleidigend, laut und grob...Das alles kenne ich aus meiner Heimat überhaupt nicht. Dort redet man leise und voller achtung, selbst mit Menschen, die man nicht sonderlich mag.

Daher freue ich mich, dies alles bald wieder zu erleben, um genau zu sein, in 4 Tagen und dann für viele Wochen....

Nun, ich wiederhole mich aber..

Ich wünsche Dir nochmals, dass Du die Kraft, den Willen und den Ehrgeiz hast, Deinen persönlcihen Weg zu gehen und das Du auf diesem Weg, die Dinge erkennst, die Dich weiter bringen....Alles Gute, denn unsere Wege werden sich nicht wieder kreuzen.
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Qui vivra verra
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camel
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« Antworten #31 am: 16. September 2006, 14:33:16 »

danke seoul, danke euch allen.

vielleicht hätte ich mich hier "ausführlicher" vorstellen sollen.
es war ein fehler meinerseits, dass ich angst habe, mich plötzlich "nackt" auszuziehen.
es war auch ein fehler, einerseits beiträge zu schreiben, andererseits auf beiträge zu antworten.

weil ich mich selber "unfassbar" empfinde, weil ich mich noch heute immer in einem raum umsehe, um einen "fluchtweg" zu erkennen. wenn der "ausgang" erkennbar ist für mich, kann ich recht ruhig die fühler ausstrecken um gewisse sachen ertasten zu können.

den ich kenne ja den "notausgang".

sicher, dieser beitrag würde eher in den bereich "angst" gehören.
aber da nun mal hier diese diskusion zu stande kam, schreibe ich es hier.

zur zeit möchte ich mich etwas ordnen. mich etwas beruhigen. möchte aber hier nicht weggehen. den, trotz allem, finde ich hier verständnis, geborgenheit und neuen mut.

und ja, ich bin seit fünf jahren in behandlung mit psychiatrischen gesprächen und mit medikamenten, die mich stabilisieren sollten.

und es hilft auch irgendwie. aber in mir fühle ich deutlicher, den je zuvor, dass ich mich selber noch lange nicht zu fassen kriege.
bewusst schrieb ich "kriege" und nicht "bekomme".

und bewusst schreibe ich manch anderes wort, das in sich versteckt botschaften von mir beinhaltet.

ich verstehe, wenn dadurch ein "katz-und-maus-spiel" entsteht.

oft ist mir nicht bewusst, was ich anrichte, indem ich aus dem schatten heraus leute anspreche, diesen mein gesicht aber nicht zeige.

es ist diese gefangenheit, diese angst, man würde mich nicht mehr ansehen, wenn sie mich sehen könnten. und mein "ansehen" würde einfach ins lächerliche gezogen. vielleicht sogar mit brutalen schlägen, die ich zur genüge eingesteckt habe, bevor ich mich in den schutz des schattens zurück zog.

verstehe jeder, was er wolle. ich möchte sonnenschein, nicht mich hinter meinem schatten verstecken. aber genau das mache ich immer und immer wieder.

weil ich angst habe, sterben zu müssen und mich nie jemand von herzen liebte.

und sage nun jeder: "aber genau durch dein verhalten wirst du es schaffen, das dich keiner je lieben könnte für längere zeit. weil genau du immer nur hinterlistig, weit weg nähe suchst".

und eben, ich muss diesen recht geben. weil sie recht haben.

am ende mache ich es immer wieder so. weil ich nichts anderes gelernt habe, als liebe zu verstossen, gewalt mit gewalt zu erwiedern. zärtlichkeit, die ich schenkte, als lästig zurück gewiesen wurden und mich zu tiefst verletzt hat. da muss sich doch keiner wundern, wenn ich angst habe, plötzlich in den arm genommen zu werden. und erst recht dann, wenn ich nicht mehr bereit dazu bin, es zu wollen.

und dass ich mir den wunsch heute verdamme, es unheimlich zu brauchen, damit ich zur ruhe, zum glück und zur liebe zurück finden könnte.

ich erlaube mir nun, mich für längere zeit nicht mehr zu melden.

weil ich im schattenreich erst mal selber überlegen möchte, warum ich so bin, wie ich bin.

auf ein wiedersehen möchte ich mich freuen. hier, in diesem forum.

bitte verzeiht mir, wenn ich noch lange nicht so weit bin, wie ich es mir so gerne wünschen würde.

mr.camel



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