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Autor Thema: meine erfahrung mit meiner krankheit  (Gelesen 1222 mal)
camel
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Beiträge: 73



« am: 07. Oktober 2006, 16:16:36 »

hallo

es sind jetzt gerade mal fünf jahre, wo ich "meine" krankheit als krankheit erkenne.
es fing aber viel früher an. schon als kind. (obwohl ich wohl heute noch kind bin, so vom gefühl her).

es gäbe da sehr viel, was ich schreiben könnte. aus diesem grund fing ich an, es für mich aufzuschreiben, was da so alles abging in meinem leben und meiner seele. ich bin noch nicht fertig damit. aber es sind einige seiten geworden. am ende wird wohl mal ein buch daraus.
ich nenne es: 40 jahre und ein tag

zwischendurch muss ich es ruhen lassen. muss motivation tanken, um weiter schreiben zu können.
leider gehöre ich zu den menschen, die am liebsten alles an einem tag erledigt haben möchten. bei "meiner" geschichte geht das nun mal nicht. den da ist zuviel, das mir wichtig scheint, es schreiben zu wollen und zu müssen. also muss ich mir hier diese zeit einfach lassen.

aber - was in den letzten fünf jahren mit mir passierte, nenne ich glück, es nun endlich nicht mehr in "meiner seelischen schublade" zu sammeln, sondern, es in angriff zu nehmen. tag für tag.

diese vergangenheit, die ich erlebte und so zu sagen immer unverarbeitet in einer schublade verschwinden lies.
wie etwas unwichtiges, dass zeit hat, verschoben zu werden.
heute erkenne ich, das vergangenheit nicht einfach unverarbeitet in einer schublade gesammelt werden kann. denn das jetzt, heute, die zukunft und eben die vergangenheit sind zum leben wichtig und müssten sofort verarbeitet werden, damit man ruhig schlafen kann.

ich habe zu oft den tag verschlafen. zu oft die zukunft als freund gesehen und zu oft die vergangenheit einfach hinter mir gelassen.
alle drei zeiten weder gelebt, geliebt noch genossen.

die zeit holt aber jeden menschen eines schönen tages ein.
bei mir war es, als ich 40jährig wurde.
denn so kann und darf es mit mir nicht weiter gehen. das sagte ich mir und meldete mich an bei einem psychiater.

das war ein richtiger entschluss und ich bereue ihn nicht. höchstens, dass ich es nicht schon zehn jahre früher gemacht habe.

so kam ich aber auch in den kreis von medikamenten. und wir, mein arzt und ich, besprachen wirkung und nebenwirkung.
kein medikament unterstützte mein empfinden. im gegenteil, die nebenwirkungen waren so stark, dass ich mit der zeit den glauben verlor an eine heillende wirkung.
manchmal dachte ich, ich vergifte mich, meinen körper mit diesem zeugs. nahm sie bewusst regelmässig, und meine gefühlsschwankungen wurden immer heftiger. vom schönen leben bis zur todessehnsucht.
und dann eben noch das leben selber. ich musste weiter funktionieren, musste meinen verpflichtungen nachkommen, musste ganz "normal" weiter leben.

manchmal wollte ich nicht mehr weiter zu einer therapiestunde; weil alles doch so sinnlos und unendlich lang schien. aber brav, wie ich bin, ging ich weiter regelmässig zum "herrn doktor".

in meinen gedanken hätte ich mir lieber eine frau gewünscht als ärztin. einfach eine hübsche frau, wo ich mich an ihrem busen wie ein kind ausweinen hätte können. und wo ich, wenn es mich überkam, sie auch einfach mal unter dem pullover an der brust hätte anfassen könnten. und dafür vielleicht sogar eine schallende ohrfeige zu bekommen. oder eben, sie zu lieben mit jeder faser meiner sehnsucht.

nach fünf jahren therapie bin ich aber froh, einen mann als meinen arzt zu haben. so konnten wir zwei beide uns auf das wesentliche meiner seele konzentrieren. und auch über mein sexuelles verlangen kann ich mit ihm reden.

nun aber, seit ich medikamente einnehme, die zur unterstützung meiner psyche, zu meinem "wohlempfinden" helfen sollten, geht sexuell nichts mehr bei mir.

mit der zeit, nach langem experimentieren, bekomme ich heute ein medikament, dass meine selbstmordgedanken nicht mehr zulässt.
nun bin ich soweit stabil und freue mich des lebens.

wenns im bett nicht klappt, gäbe es noch viagra. bei mir ist das anders. ich könnte jederzeit "den" mann stellen. nur zum orgasmus schaffe ich es nicht mit einer frau.
wenn ich heimlich onaniere, auch da muss ich oft selber die flinte ins korn werfen. mit pickelhartem glied gelingt mir auch dort nicht immer die befriedigung der sexualität.
immerhin muss ich mich im stillen kämmerlein nicht schämen, wenns mal einfach nicht geht.

tja, ich bin nun in einem alter, wo ich noch gelüste hätte. und bin nicht aufs "hübsche, junge mädchen" fixiert. auch in meinem alter gäbe es ganz atracktive frauen.
ich hüte mich, es darauf ankommen zu lassen.

entweder, ich akzeptiere diese medikamente und verzichte auf sex, oder ich setze sie ab und funktioniere im bett bis zu "meinem" orgasmus.

ich bin ein verlierer geworden. mein lächeln allein kann ich schenken. und auch sonst grosszügig sein. es befriedigt mich leider nicht.

manchmal, wenn es keiner sieht, setze ich mich auf eine kinderschaukel in der nacht. und geniesse das hin und her. geniesse den wind, der durch mein schütteres haar streift und ich sehe oben den klaren sternenhimmel.

hab ichs nicht gut? meine seele ist glücklich? habe genug zu essen, zu trinken. habe wieder eine arbeit und bin so richtig voll im leben.

und in der nacht habe ich oft so kalt. bin unbefriedigt und friere sogar im sommer, wenn die hübschen frauen, leicht bekleidet an mir vorbei gehen.

ist das ein problem?

nein, es ist und bleibt mein problem. meine probleme sind keine.

wenn ich fernseh schaue, sehe ich ganz andere probleme. da sollte ich mich echt mal ans glied fassen und sagen, vergiss es.

herzlichst

mr.camel


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Als der Falke sich erhob, trugen ihn die Schwingen weg vom Staub der Erde in die Höhe. Von weit oben sieht er vieles etwas näher.
camel
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« Antworten #1 am: 08. Oktober 2006, 14:15:22 »

männer, wo habt ihr eure augen?

da ich gerade mal den mut habe, über mich zu schreiben, möchte ich gerne noch etwas dazu schreiben.

vor kurzem sah ich einen bericht, wo in einem lokal getestet wurde, wo ein mann bei einer frau hinsieht. die bedienung ging nach jedem auftrag mit neuer haarbracht (perücke) an den tisch.
dann wurde gefragt, wer dieser männer an der bedienung etwas festgestellt hat?

keiner dieser sah, das die bedienung jedesmal mit anderer haarfarbe, anderer frisur an den tisch kam.
aber wo sieht ein mann den hin, wenn er eine frau ansieht?

mir würde eine andere frisur auffallen - ehrlich. aber mein erster blick bei einer frau geht nicht zu ihrem gesicht. gebe es zu.

etwa, als ich 10jährig war, hatte ich ein optisches erlebnis, das ich bis heute nicht mehr weg brachte. da war einmal eine verkäuferin in beigen hosen. und die waren so eng, das sich ihre schamlippen abgezeichnet haben. ich war so fasziniert an diesem anblick. dieses bild trage ich noch heute in mir. lange zeit schämte ich mich, bei einer weiblichen person erst zwischen ihre beine zu sehen.
sicher nehme ich auch noch ganz andere eindrücke auf. wie bewegt sie sich, wie riecht sie, welche haare, frisur hat sie.

und doch geht mein erster blick immer erst "dort hin".

wenn ich es mal, in einer schwachen stunde mit jemanden besprochen habe, sogar auch schon mit frauen, sagten diese meist, es wäre ganz normal. aber keiner redet darüber, als sei es ein tabu-thema.

und auch heute noch, habe ich diese neigung. jedoch "gaffte" ich nie einfach so drauflos. im gegenteil, immer nur so ganz unabsichtlich. gehemmt und wie ein jäger, der auf der pirsch ist.

meiner damaligen partnerin beichtete ich diese neigung. fragte sie, wie sie das einordnet. sie sagte mir, das sie selber bewusst darauf achtet, sich keine solchen hosen anzuziehen, weil sie es selber nicht schätze, wenn da "etwas" unter der hose sichtbar wäre.
und sagte auch, das männer oft hinsehen, sobald haut, ausschnitt oder eben enge hosen etwas verborgenes sichtbar machen.

in den ferien machte ich einmal ein foto von ihr. da trug sie eine jeans, die etwas zu eng war. nicht übertrieben, aber doch knapp.
ich sagte ihr, das mir dieses foto gefällt. als wir mal zu besuch waren, bei meinen eltern, zeigten wir unsere ferienfotos. als meine mutter besagtes bild sah, sagte sie zu ihr:
"in diesen hosen siehst du aus, als wärst du ein mann".

meine partnerin war wie vom blitz getroffen und wurde bleich.
und ich sagte nur:
"hey, spinnst du, mutter, das ist doch eine gelungene aufnahme".

aber eben, es ist ansichtssache.

eines tages, ich surfte viel im internet, habe ich heraus gefunden, wie man diese "neigung" beschreibt: cameltoe.

ich suchte oft solche bildchen, wo eine frau nicht einfach nackt ist. nein, ich wollte dieses bild. die engen hosen, dieses pupertärende lustgefühl. gab unter google "hotpants" ein,  "jeans", "bikini", "shorties" und was auch immer. und fand einfach nichts.

da wusste ich, ich bin nicht ganz normal. frauen in engen hosen gibt es nicht. und meine neigung ist echt krank.

aber eines tages fand ich den ausdruck für diese neigung:
cameltoe - und der begriff leitet sich ab von:

Cameltoe beziehungsweise Camel Toe ist die englische Bezeichnung für die Zehen eines Kamels.

Das Wort hat jedoch eine zweite Bedeutung angenommen: die Verformung der Kleidung im Schritt einer Frau, die bei sehr eng getragener Kleidung auftritt und einem W gleicht.

Die Verformung entsteht, wenn der Stoff der Kleidung zwischen die Labia Majora der Frau rutscht. Dieser Effekt wird begünstigt durch Kleidungsstücke, bei denen die Naht in der Mitte verläuft, wie zum Beispiel Hotpants oder Jeans.

Die gesellschaftliche Resonanz auf die Einführung dieses Begriffs war so groß, dass es mittlerweile sogar Songs über ihn gibt, wie etwa Bob & Tom's Cameltoe oder Cameltoe von der amerikanischen Band Fannypack. Unter anderem hat auch die deutsche Band Robespierre ein komplettes Album unter dem Namen "The Goldfish Rocks Her Cameltoe" veröffentlicht. Die größte Internetsuchmaschine Google verzeichnet bereits zirka 4,3 Millionen Einträge zum Stichwort Camel Toe (Stand: 16. Juli 2006) und immer mehr führende Erotik-Internetseiten betrachten Cameltoe als eine eigenständige Erotik-Kategorie.

boaah, nun erkannte ich, dass ich doch nicht ganz so falsch gewickelt bin. weil es dieses "bild" gibt.

daraus entstand dann mein "nick": mr.camel (toe).

in vielem überlege ich mir, verborgenes, wie ich es benennen sollte.

heute schäme ich mich nicht mehr, das ich "soetwas" nun mal geil finde. und das es mir passt, es anzusehen. deshalb bin ich noch lange kein "sexmonster", der eine frau als "obijekt der lust" sieht.

google und die anbieter von solchen seiten haben aber schon zuviele links in diese kategorie geschaltet, die mit "cameltoe" nichts zu tun haben. sexseiten im internet, wie auch spamwerbung in e-mails sind echt ein ablöscher.

gezielte internetsuche wird sehr oft durch solche seiten erschwert, die mit dem thema eigentlich nichts zu tun haben.

in einem möchte ich aber von euch nun gerne erfahren, da ich sehr offen über diese neigung schrieb, wie ihr das ganze seht?

mann und frau?

ich führe hier noch an, das viele psychische probleme sehr nahe mit sexualität zu tun haben.

ein mensch kann sich nicht einfach wie eine scheibe, flach ausrollen. ich sehe den menschen viel "vielschichtiger".

und die psyche erst recht noch viel "undurchsichtiger".

ich hoffe nur, ich habe hier keinen teufel geweckt, der nun mit feuer und glut an mich tritt.

herzlichst mr.camel





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Als der Falke sich erhob, trugen ihn die Schwingen weg vom Staub der Erde in die Höhe. Von weit oben sieht er vieles etwas näher.
Anndra
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Beiträge: 296



« Antworten #2 am: 08. Oktober 2006, 14:59:17 »

Hallo,
ich sags mal ein bischen platt:Na und?
Haben wir nicht alle so gewisse Stellen am Körper eines Mitmenschen,die uns mehr interessieren als andere.Ich würde nie ernsthaft einen Partner mit kurzen Haaren in Betracht ziehen,weil ich ,wie Delilah,Männlichkeit und Stärke an den Haaren fest mache.Absurd,aber so ist es.Vielleicht steckt eben doch eine "alte Seele" in mir.
Ich denke solange wir andere nicht mit unseren Vorlieben belästigen (wobei natürlich die Definition von Belästigung des "Opfers" gilt,nicht unsere eigene)seien sie uns gestattet.Natürlich gibt es ganz eideutige Verstöße gegen Gesetz und Moral,darüber muß man wohl nichts weiter sagen aber diese kleinen,anregenden visuellen Reize sucht doch jeder beim anderen (oder gleichen) Geschlecht,oder?
Liebe Grüße
Anndra
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Ich bin!Darum werde ich ständig.
Obel  
Gast
« Antworten #3 am: 08. Oktober 2006, 19:54:42 »

Hallo Camel ,

Ich finde es gut dass du offen über deine Gefühle redest.Ich halte dich für keineswegs krank,
jede hat andere Geschmäcker oder Phantasien. Du kannst im Prinzip glücklich sein eine gute Phantasie zu haben. Viele andere können dich daher beneiden .
Allerdings,so glaube ich bist du in diesem Forum oder einfach schlechthin im Internet an der falschen Stelle deine Gefühle zu äussern . Niemand wird dir wirkliches Interesse entgegenbringen , eher Verachtung , positive und sachliche Menschen treiben sich in diesem Medium nur wenig herum,eher viele wirklich kranke ( Intreganten , Neider , weiss der Kukuk ).
Ich finde du hast ein völlig gesundes Sexuelles Verlangen.Ich würde versuchen im realen Leben mit guten Freunden darüber zu reden , nicht mit Unbekannten die vieleicht nur drauf aus sind aus lauter Langeweile oder wie auch immer andere zu beleidigen oder fertigzumachen .
schönen Gruss Obel
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Muett
Gast
« Antworten #4 am: 09. Oktober 2006, 10:31:00 »

Hallo Obel,

Zitat
Niemand wird dir wirkliches Interesse entgegenbringen , eher Verachtung , positive und sachliche Menschen treiben sich in diesem Medium nur wenig herum,eher viele wirklich kranke ( Intreganten , Neider , weiss der Kukuk ).
Ich bin doch sehr verwundert, dass Du ein solches Urteil über dieses Forum hier abgibst, obwohl Du erst seit 2 Tagen hier angemeldet bist.

Hier sind eine Menge Menschen, die sich viel Mühe geben, für andere ein offenes Ohr zu haben und sich die Zeit nehmen, um auf andere einzugehen. Selten bleibt ein Posting ohne Antwort (auch wenn die Antwort leider nicht immer "die Lösung" des Problems ist). Natürlich gibt es auch hier Querulanten und Quertreiber, aber diese sind eindeutig in der Minderheit.

Vielleicht verschaffst Du Dir erst einmal einen Überblick über dieses Forum (und wirfst es nicht mit alten Erfahrungen in einen Topf), bevor Du ein solches Urteil schreibst. Durch solche Äußerungen tittst Du Menschen, die sich einsetzen, heftig vors Schienbein und dies hat hier keiner verdient.


Ich gebe Dir natürlich Recht, dass ein Forum kein Ersatz für Kontakte im realen Leben sein sollte. Allerdings gibt es auch Themen, die in einem Forum besser aufgehoben sind (eher verstanden werden) als im Freundeskreis. Dazu zählen nicht nur sogenannte Tabuthemen, sondern auch, wenn man "mal wieder" über seine Krankheit reden will. Wenn Du einmal nachliest, wirst Du feststellen, dass sich sogenannte Freunde häufig zurück ziehen, wenn man "schon wieder" mit z.B. seiner Depri, seinen Ängsten nervt.

Es gilt wohl das rechte Maß zwischen realem Leben und einem Platz (Foren) zu finden. So ist dieser Ort für viele hier eine Gelegenheit mal von Gleichgesinnten/Betroffenen verstanden zu werden, bzw. mal auszusprechen, was einem sonst nicht über die Lippen kommen würde.

In diesem Sinne
Muett
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Abendstern
Stammposter
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Beiträge: 284


« Antworten #5 am: 09. Oktober 2006, 13:38:37 »

Hallo Mr. Camel!

Heute denn möchte ich doch eine kurze Antwort versuchen, gestern war es mir dann leider nicht mehr möglich. Ich hoffe auch nur, dass Du diesen "tollen Beitrag" erst gar nicht gesehen hast, denn sonst wäre er Dir sicherlich, wie ein Schlag ins Gesicht vorgekommen. Aber wie schon festgestellt, und hier hat Obel recht: Es scheint auch hier ein paar Spinner zu geben, die ab und zu ihr Unwesen treiben, aber wir beide wissen, dass das hier nicht die Regel ist.

Ich finde es wirklich gut, dass Du die Kraft gefunden hast, Deine Gedanken und Gefühle mal mitzuteilen.
Und es ist wohl so: Man kann vieles über Jahre hinweg in einer Schublade einlagern, es versuchen zu vergessen, aber irgendwann kommt wohl der Zeitpunkt, an dem man Ordnung schaffen muss, neu sortieren, aussortieren, wegschmeißen....
Die Vergangenheit holt uns früher oder später wieder ein und wir müssen uns ihr stellen, sie durcharbeiten, um weiter zu kommen.

Ich habe das ähnlich gemacht wie Du, habe begonnen, irgendwann mein Leben und das, was so alles passiert ist, aufzuschreiben. Das war für mich schon Teil einer Therapie, es einfach mal schriftlich ausdrücken zu können, mündlich war ich dazu noch lange Zeit nicht in der Lage.
Auch heute fällt es mir wesentlich leichter, mir schriftlich etwas von der Seele zu schreiben.

So wie es aussieht, hast Du ja einen guten Therapeuten gefunden, mit dem Du offen reden kannst und dem Du das entsprechende Vertrauen entgegenbringst. Nur so ist ja ein gemeinsames Arbeiten möglich. Doch jahrelanges Wegschieben, bedeutet auch, jahrelanges Aufarbeiten. Hierzu wünsche ich Dir viel Geduld und  Kraft.

Das mit den Medis ist so eine Sache, die jeder für sich entscheiden muss. Ich hatte eine Phase, da schien ohne nichts zu gehen, aber mit - ging auch nichts mehr. Wir haben mehrere ausprobiert, ich reagierte aber auf alle paradox. Die Nebenwirkungen waren schlimmer, als meine Befindlichkeit vorher, meine Lebensqualität durch die Medis geradezu null. Ich habe mich dann entschieden, ohne solche auszukommen, aber das muss jeder für sich selbst herausfinden und entscheiden.

Ich möchte Dir wünschen, dass Du zu einer für Dich befriedigenden und erfüllten Sexualität finden kannst.

Viele Grüße
vom Abendstern
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Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Es gibt immer eine Tür die dir offen steht. Du hast immer eine Wahl, aber es ist schwierig, die richtige Tür zu finden. Manchmal hast du den Schlüssel schon in der Hand und weißt es nur nicht. (Iris)
camel
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« Antworten #6 am: 09. Oktober 2006, 19:44:01 »

darf ich mich bedanken für jede antwort?

den jede zeigt mir, das ich nicht ganz so umsonst vieles in mir trage, wenn ich es mal thematisiere. und ich bin im grunde über keine reaktion auf eine aktion von mir böse.

wie ich sagte: es ist ansichtssache. erst wenn mich jemand unter der gürtelinie, verbal beleidigt, werde ich "falsch".

in diesem forum war ich noch nie falsch. vielleicht etwas "zu" direkt, wenn mir ein beitrag einfach zu lesen kam und er mich angesprochen hat. und, damit ich mich brav im hintergrund halten (beschützen) konnte, gab ich mal komentare ab, mal nette, mal weniger nette.

spinner nenne ich erst jemanden, der weder erfahrung, gefühle noch herz zeigen kann. dafür aber frustabbau und gemein möglichst alles in der pfeiffe rauchen möchte.

auch mir wurde das hier schon nahe gelegt, ich möge doch bitte nicht immer so "überheblich" alles gleich in grund und boden kritisieren.
und das sind kleine ohrfeigen, klappse auf die wange, die ich ernst nehme.
auch wenn es mir gar nicht aufgefallen ist, das ich das halt "mache".

das "selbstmitleid" habe ich bewältigt. und die arroganz leider noch nicht. weil ich nicht auf knien betteln kann. weil ich meinen stolz noch immer habe, obwohl man mich so oft biegen wollte.

eine schwäche ist heute eine stärke für mich. deshalb lasse ich sie noch lange nicht "ausnützen".

minderwertigkeits-komplexe habe ich durchgemacht. und sie in vielem immer noch. jedoch nehme ich sie nicht als schwäche, sondern als chance, sie zu überwinden und zu bewältigen. ganz alleine wird das keinem gelingen. dazu braucht er freunde, impulse und sachliche kritik.

etwas gut oder schlecht zu finden, ist zu einfach. ich will hier diferenzierter eine meinung.

die kam sehr gut an bei mir. und ich hoffe, es wird noch mehr solche offene, ehrliche meinungen geben - für mich. und so vielleicht auch für andere, die dadurch genau so profitieren können davon.

wenn ich oft ganz still menschen beobachte, habe ich so vieles schon erfahren und musste keine frage stellen. es gibt aber eben fragen, die erst nach dem gestellt werden auch beantwortet werden können. weil sie nicht einfach so in der masse, oberflächlich diskutiert werden können.

im grunde habe ich oft sehr angst, ein thema zu schreiben, das mich beschäftigt. im forum. weil ich weder querschläger noch sanftes erbarmen von weitem gleich richtig einordnen kann.

ich glaube, keiner braucht verhätschelt zu werden, noch unmöglich zu boden gestampft zu werden. das mittelding, das kleine verständnis ist doch das zauberwort.

ich will es so. und bin mir sicher, bei jedem geht die sonne auf, wenn er dieses kleine bisschen verständnis zu spüren bekommt.

der unterschied zum verständnis muss ja nicht gleich sein, es herausfordern zu müssen.

ich bedanke mich für ganz ehrliche antworten, wie ich auch ganz ehrlich und offen über dies und das schreibe. "meine" meinung bei einer antwort möge bitte keinem als bitterer nachgeschmack im halse stecken bleiben. denn ich schätze euch alle sehr, wenn ihr die seele und das herz hier öffnen könnt. weil es für mich selber auch überwindung braucht, mich "so" zu öffnen.

noch was zum thema: besser man möge unter freunde, menschen gehen, statt es in ein forum zu schreiben.

manchmal sind genau diese freunde, menschen eben nicht da, wenn man sie braucht. weil auch freunde, menschen genau so ihren weg gehen und nicht wie eine nothilfestelle immer 24 stunden präsent sind. aber ein forum, auch wenn eine antwort nicht sofort kommt, hat man in dieser situation die möglichkeit, es erst mal zu schreiben.

und das kann befreiend wirken. auch wenn probleme damit nicht gelöst werden. auch freunde, menschen eins zu eins, haben diese lösungen nicht einfach in der tasche.

heute habe ich jemandem ein geburtstagsgeschenk gemacht. mit den worten:

das beste, was einem menschen passieren kann, ist einen freund zu haben.

allen eine gute nacht.

mr.camel (danke)


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