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Autor Thema: Selbstmord - Der letzte Ausweg ?!  (Gelesen 11896 mal)
Leonardo
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Beiträge: 196


« am: 09. November 2006, 12:18:20 »

Hallo,
möchte meinen Bericht zunächst mit einem Zitat beginnen:

Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Köpf zu wachsen.

Von Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916.


Ich 49 Jahre, verheiratet, zwei Kinder und leide seit 18 Jahren unter Ängsten und Depressionen, mal mehr und mal weniger. Für mich war es eigentlich immer undenkbar Selbstmord zu begehen. Ich habe immer gesagt, dass mir so etwas nie passieren könnte. Die Zeit und auch meine Krankheit haben mich eines besseren belehrt.
Meine Krankheit wurde im September 2003 so heftig, sodass ich einen psychischen und physischen Zusammenbruch erlitt. Das Uskan (Abkömmling vom Diazepam) half nicht mehr. Wollte zunächst versuchen das Uskan selbst abzusetzen, was mir jedoch nicht gelang. Entschied mich dann für einen stationären Entzug im Oktober 2003, den ich auch meisterte, aber was dann kam, war die Hölle. Nach  erfolgreichem Entzug kam ich wieder nach Hause. Hatte von Anfang an das Gefühl, als hätte ich zwei Gehirne. Eines mit dem ich meine Umwelt wahrnahm und ein anderes, welches sich um meine Ängste kümmerte und diese von Tag zu Tag verschlimmerte. Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben. Das "Gehirn" zeigte mir immer wieder und schlimmer werdende Zenarien hinsichtlich meiner Angst auf. Ich leide unter einer Art Herzphobie, mit noch ein paar anderen Diagnosen. Fühlte mich nur noch sicher, wenn ich einen Arzt in meiner Nähe wußte.  Dieses Gefühl und seinen Auswirkungen nahmen teilweise paranoide Zustände an. Zudem kam der starke Suchtdrang hinzu. Es steigerte sich bis Ende November 2003, meinen zweiten Selbstmordversuch unternahm. Besorgte mir von einem Arzt Diazepam und von einem anderen  noch andere Medikamente. Ich war ganz, ganz unten angekommen. Sah nur noch einen Weg um dies alles los zu werden, den Selbstmord. In diesem Moment war mir meine Familie nicht egal, aber ich wollte sie von mir befreien, denn sie sollten nicht länger unter diesen absurden Auswirkungen leiden. Der Suizid schlug fehl. Aus meiner jetzigen Sicht zum Glück, damals empfand ich es als Pech. Ich war auch ziemlich knapp am Tod vorbeigekommen. Ich kam wieder auf die Entgiftungsstation, zum kalten Entzug. Bekam zu dem noch eine Entzugsdepression, die mich vollends nach unten zog und mich fast Bewegungsunfähig machte. Wie ich es geschafft habe aus alledem herausgekommen , weiß ich nicht mehr. Es ging mir also langsam wieder besser und nun sollte ich in eine Klinik für Langzeittherapie. Ich sagte, dass das nicht ginge wegen meinen Ängsten, aber die Ärzte und auch der Professor sagten immer wieder, erst müsse die Sucht bekämpft werden und dan kann man sich erst an die Bearbeitung der Ängste machen. Dies mag zwar für einen Teil zutreffen, jedoch nicht für mich, wie ich heute weiß. Der Professor und auch Oberärzte und Ärzte haben geirrt. Sie gingen nur nach der Lehrbuchmeinung vor und versuchten erst gar nicht einen anderen Weg einzuschlagen. Glaube sie waren überfordert. Zudem fand so gut wie keine Gesprächstherapie statt, die ich so dringend benötigte. Aber nun zurück. Sollte ja zur Langzeittherapie. Dies war für mich der falsche Weg und so besorgte ich mir Tabletten, um mich wieder umzubringen. Dieses Mal kündigte ich meinen Selbstmord an. Wurde daraufhin auf die geschlossene Abteil der Psychiatrie verlegt, für drei Wochen. Danach fragte mich der Oberarzt ob ich weiter Diazepam nehmen würde und ich antwortete mit ja. Daraufhin wurde ich entlassen. Den nächsten Selbstmordversuch schon im Kopf geplant. Nach knapp zwei Wochen zu Hause führte ich diesen durch, aber auch dieses Mal ohne Erfolg. Im Jahr 2004 versuchte ich es noch zwei Mal, ohne Erfolg. War während dieses Jahres fast überwiegend auf der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie. Immer wieder erst Entzug, aber keine Gespräche. Meinen letzten Selbstmordversuch unternahm ich Anfang 2005, an dem meine Familie fast zerbrochen wäre. Darauf hin erklärten mir die Ärzte im Krankenhaus, dass sie am Ende ihres Lateins angekommen waren bzw. ihres Lehrbuchwissens. So wurde ich im Januar 2005 in eine andere psychiatrische Klinik (Heinrich-Sengelman-Krankenhaus in Bargfeld-Steegen) verlegt. Dieses Krankenhaus war und ist mein Lebensretter gewesen.
Mit dem Diazepam war ich auf 0,5 mg/d runter. Zunächst hatte ich mich etwas stabilisiert. Durch die Gesprächstherapie und durch intensive Gruppengespräche wurden jedoch viele Wunden wieder neu aufgerissen. Dies führte dazu, dass sie die Dias wieder hochsetzen mußten.
Wurden dann entlassen im Juni 2005 u.a. mit 40 mg/d Diazepam, was die äußerste Grenze für eine ambulante Behandlung darstellt. Zum Glück konnte ich den Therapeuten, den ich im Krankenhaus hatte, auch weiterhin für meine ambulante Therapie behalten.
Wie ich damals aus dem Krankenhaus entlassen wurde hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich es schaffen könnte. Auch mein Thera sagte mir später, dass er es nicht geglaubt hätte, dass ich das Diazepam reduzieren könnte, sondern war davon ausgegangen, dass ich es wieder erhöhe. Auch ich hatte es nicht geglaubt und dachte, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich meinen nächsten Suizid unternehme. Dies ist jetzt knapp 1 1/2 Jahre her. Nehme zur Zeit u.a. noch 12 mg/d Dias. Tendenz weiter fallend. Dies habe ich unter anderem meinen Therapeuten zu verdanken, der mit mir eben Keinen Lehrbuchmäßigen Weg gegangen ist. Und natürlich auch mir, weil ich hart an mich gearbeitet habe. Einen großen Anteil hat auch meine Familie daran, dass es mir z.Z. besser geht. Wie gesagt es war ein harter Kampf für mich meine Familie zusammen zu halten.
Ich kann also nur jedem sagen, dass es einen Weg für ihn aus der Krise gibt, auch wenn es auswegslos erscheint. Aber es gibt einen Weg, den man jedoch erst finden muß. Dies hat manchmal was mit GlücK zu tun, jemanden zu finden, der einen von der Lehrbuchmeinung abweichenden Weg mit einem geht. Eins hat mir dies alles gezeigt, es lohnt sich um sein Leben zu kämpfen, wobei ich gleich sage, es könnte mich wieder erwischen, aber ich habe einen tollen Therapeuten, der mich dann auffängt und wir gemeinsam wieder einen gangbaren Weg suchen und finden würden.
Ich hab diesen Bericht recht sachlich verfaßt. Was für Gefühle ich während dieser Zeit hatte ist sehr schwer zu beschreiben.  

Gruß Leonardo              
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Leonardo
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« Antworten #1 am: 09. November 2006, 13:44:06 »

Hallo Klaus,
Ich hab es vielleicht nicht geschrieben, aber ich denke genauso. Wenn sich jemand für den Freitod entscheidet ist es sein eigener Wille. Dieser ist zu respektieren. Ich verurteile auch nicht Menschen, die den Freitod gewählt haben, da ich die Gründe, die dazu geführt haben, am eigenen Leib zu spüren bekommen habe.
Ich für mich lasse das Hintertürchen Freitod auch noch immer ein Stückchen offen, denn ich weiß ja nicht, was noch alles auf mich zukommt. Der Freitod ist für mich das letzte stärkste Mittel, dass ich in meiner Selbstbestimmung einsetzen kann, wenn nichts mehr geht.

Gruß Leonardo
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Klaus Rheine
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« Antworten #2 am: 09. November 2006, 12:45:35 »

Hallo Leonardo,

es ist schön für Dich, dass Du Deinen Weg gefunden hast und Du damit zufrieden bist. Trotzdem ist es wichtig zu beachten, dass es Dein Weg ist. Andere Menschen haben andere Lebenswerte oder ?ziele und müssen ihren Weg finden. Und wenn sie in freier Selbstbestimmung zum Ergebnis kommen, dass der Suizid für sie das Beste ist, dann sollen sie auch ihren Weg gehen. Nur in ein Leben in Selbstbestimmung kann ein zufriedenes Leben sein. Ich möchte Deinen Weg auf keinen Fall diskreditieren, ich möchte aber darauf hinweisen, dass er nicht allgemein gültig ist. Jeder Mensch führt sein eigenes Leben. Die Entscheidung zum Suizid von Menschen, die bei vollem Bewußtsein sind, sollte genauso respektiert werden.

Gruß
Klaus Rheine
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Klaus Rheine
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« Antworten #3 am: 09. November 2006, 22:42:00 »

Hallo Leonardo,

meine Kritik war an die falsche Andresse gerichtet, dafür entschuldige ich mich. Deine Leistungen sind schon beachtlich und wenn Du jetzt ein zufriedenes Leben führst, hast Du doch das Wichtigste erreicht. Ich denke, dass Du ein gutes Beispiel für Menschen sein kannst, die sich ein besseres Leben wünschen, aber sich nicht sicher sind, ob sie dies erreichen werden. Ich glaube, dass viele Menschen, die den Suizid begehen, sich lieber für das Leben als den Tod entschieden hätten, wenn für sie ein zufriedenes Leben realistisch gewesen wäre. Nur sehen diese Menschen keine realistische Chance. Diese Entscheidung muss dann aber jeder für sich unter freier Selbstbestimmung treffen. Vielleicht kann Deine Geschichte diese Entscheidung positiv beeinflussen.

Gruß
Klaus
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Tobi
Gast
« Antworten #4 am: 14. November 2006, 17:10:16 »

Hallo Leonardo,hallo Rainer
Ich muß Dir voll zustommen,daß jeder Mensch den Weg des Todes selbst bestimmen kann.,denn im Tod ist ein Hauch von Freiheit zu spüren,egal ob man 10 oder 100 Jahre ist,diesen Weg kann und soll niemand einen anederen Menschen verbieten.Meiner Ansicht nach hat der der Tod auch nichts furchtbares an sich,denn er ist entgültig.In Anbetracht was alles Böses auf der Welt geschieht,ist der Tod ein Freund des Menschen.Auch wenn man sich für den Tod entscheidet,sollte niemand trauern,denn macht man nicht unbegrenzten Urlaub vom Leben?Das ist doch nicht traurig ,sondern macht mich fröhlich bald in diesen Urlaub fahren zu dürfen.

Gruß Tobi
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franke
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« Antworten #5 am: 14. November 2006, 18:45:07 »

Hallo tobi
Ich kann Dir nur voll zustimmen  .hast Du meine letzte Nachricht erhalten.Ich kenne
mich im internet noch nicht richtig aus .was solls  wenn ich Dir irgentwie helfen kann
dann schreibe
Gruß franke
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franke
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« Antworten #6 am: 14. November 2006, 20:23:50 »

Hallo Leonardo
Ich finde das Wort Selbstmord unpassend .deine Probleme sind viel schlimmer als meine . Bin ein alk und jetzt 3 Jahre trocken ,habeblos noch die Dias am Hals  und
die verdammte todessehnsucht die ich mir nicht erklären kann .gehe alle 4 wochen zu einem Neurologen und zu einem Therapeuten  ,schneide ich das Thema an laufe ich
gefahr zwangseingeliefert zuwerden  da ich alleine lebe  .Ich glaube jeder muß sein Problem selber lösen auch den Suizid bin froh das es dieses Forum gibt .da gibt es
menschen die einen verstehen
Gruß franke
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Dragon
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« Antworten #7 am: 14. November 2006, 21:16:59 »

hallo leonardo

du siehst ja anscheinend selber das selbstmord nicht der letzte weg ist !
oder??

naja...du bist noch da und das ist gut so

TROTZDEM

ich finde , wer an selbstmord denkt oder es tut ...IST NE FEIGE SAU !!!!

ausserdem trifft er andere damit SEHR HART

und ich spreche aus erfahrung, denn ein freund hat sich im oktober 2002 umgebracht

NUR WEIL ER NICHT BEREIT WAR ZU AKZEPTIEREN DAS ER KRANK IST !!!

und evtl.seinen job verliert oder vielleicht nicht mehr im urlaub fahren kann oder eben was leiden muss

mein freund fehlt mir...und ich bin eigentlich NUR SAUER auf ihn!
auch 4 jahre später...denn das war total überflüssig

vielleicht würde es ihm heute wieder gut gehen

davon abgesehen war es das allerletzte was er gemacht hat....er hat sich erhängt und sein vater hat ihn gefunden

UND SOWAS IS TOTAL SCHEISSE

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Fossy
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« Antworten #8 am: 14. November 2006, 22:19:27 »

hallo dragon,

ich denke oft an Selbsttötung

und ich bin keine feige Sau

Fossy
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Tobi
Gast
« Antworten #9 am: 15. November 2006, 05:27:35 »

Hallo Dragon

Was Du hier im Forum abläßt zeigt Deine Unreife anderen Menschen und Ihre Probleme zu verstehen.Wie alt bist Du eigentlich ,daß Du es Dir anmaßen kannst ,Menschen zu verurteilen die Tag und Nacht Schmerzen haben,die haben keinen schönen Alltag wie Du und erleben das Leben als immer neue Qual.Medikamente,die den Schmerz lindern,nehmen dir die Freiheit so vieles zu unternehmen.Sie haben ihre Arbeit verloren,leben von den Allmosen des Staats,verbringen mehr Zeit beim Arzt als zu Hause und niemand kann ihnen helfen.Weißt Du überhaupt wie Das so ist?Alles was Spaß gemacht hat geht nicht mehr.Es ist nur ein dahinvegetieren.Dagegen kommt nicht mal mehr die Liebe deiner Nächsten an.Sie wird zerissen in den ständigen Schmerzen.
Überlege Dir bitte vorher ,was Du schreibst und beleidige nicht Menschen ,die nicht mehr können.
Und was weißt Du von Fossy,daß Du Sie so ekelhaft als "Feige Sau"bezeichnen darfst?

Gruß Tobi
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nivea3  
Gast
« Antworten #10 am: 15. November 2006, 07:12:38 »

also ich drücke mal etwas freundlicher aus.

ich schreibe nich gerne ellenlange texte.

ich hatte auch sehr sehr viel zuverarbeiten. und es gab ne zeit, da hab ich vor schmerzen geschrien.

aber ich wollte trotz mißbrauch und gewalt leben.

habe meine alk sucht besiegt und ne gute thera gemacht.

das ganze hat etliche jahre viel kraft, nerven und arbeit gekostet.


ich persönlich sehe es als flucht aus dem leben.

ich habe keinen familiären hintergrund mehr und damit

zu leben is bestimmt nicht leicht.
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Tobi
Gast
« Antworten #11 am: 15. November 2006, 16:27:24 »

Hallo Dragon,Franke.nevea 3 und andere

erst mal ein Wort noch zu Dragon.Dir empfehle ich mal das Buch "Das ENDE ist meine Sache" zu lesen.Dann verstehst Du vielleicht mehr von dieser Problematik oder auch "Soziologische Betrachtungen-Sterben und Tod" von Klaus Feldmann.
Leider Franke habe ich von Dir keine Nachricht erhalten.Ist wohl irgendwie schief gelaufen.Unter welcher Rubrik hast Du geschrieben?Und zu Nivea 3-deine Meinung muß ich hinnehmen ,aber akzeptieren kann ich diese nicht.Nicht Böse sein.

Gruß Tobi
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nivea3  
Gast
« Antworten #12 am: 15. November 2006, 17:10:27 »

nein., tobi ich dir nicht böse.

nur meine meinung, man die meinung in richtiger weise zum auddruck bringen ohne ausfällig zu werden
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Dragon
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« Antworten #13 am: 16. November 2006, 13:49:58 »

hallo ihr da draussen

naja...wie oben beschrieben...habe ich einen selbstmord selber mitbekommen!

ich weis also wovon ich rede!

ok...ich will mir kein urteil über andere da draussen herausnehmen

dann eben nur über meinem toten kumpel

was der gemacht ist das allerletzte

wie gesagt ...der erhängt sich und sein vater findet ihn

wie mies is sowas?Huch??









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Joey
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« Antworten #14 am: 16. November 2006, 20:09:02 »

Hi Dragon,

ja, es ist Scheiße, wenn man sowas erlebt hat, keine Frage! ABER: das Leben deines Freundes gehört nicht dir sondern nur im selbst. Überleg doch mal folgendes: was wäre wenn dein Freund dich einfach so von heute auf morgen verlassen hätte, hätte sich nie wieder blicken lassen, wäre also aus deinem Leben spurlos verschwunden. Wäre das für dich persönlich etwa besser? Und sowas tun zahlreiche Menschen tagtäglich ihren Freunden und Familienangehörigen an, und sie werden nicht einmal moralisch verurteilt. Jeder würde sagen es sei sein/ihr Recht seinen/ihren eigenen Weg zu gehen - ohne Rücksicht auf Verluste. Wieviele Partnerschaften, Freundschaften etc. zerbrechen, weil einer von den beiden eine solche Entscheidung trifft. Und welches unermessliche Leid verursacht das beim anderen, demjenigen, den man verlassen hat! Warum wird ausgerechnet beim Thema Selbstmord dieser Aspekt ins Spiel gebracht und besonders hervorgehoben? Dein Freund hat dich verlassen, nicht, weil er dich nicht mehr mochte und von dir fliehen wollte, sondern er tat es bestimmt schweren Herzens, weil er dieses ach so gepriesene Leben nicht mehr ertragen konnte. Betrachte mal die Sache unter diesem Blickwinkel. Er KONNTE es nicht mehr, und die Schwelle zur Unerträglichkeit ist sehr individuell. Was für den einen eine Kleinigkeit ist, ist für den anderen möglicherweise das Wichtigste überhaupt. Aus diesem Grund sollten wir nicht so leichtfertig darüber urteilen.

Joey
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hanni11
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« Antworten #15 am: 16. November 2006, 20:14:04 »

Hallo;-))
Ich bin der Meinung, es steht keinem zu über andere zu urteilen. Wir können nicht in jedermanns Seele schauen, also bitte einfach nur ein bißchen Rücksicht und auch Mitleid mit anderen Menschen haben. ich finde dies so wichtig!!Liebe Grüße Hanni
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Abendstern
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« Antworten #16 am: 16. November 2006, 20:23:23 »

Hallo Dragon!

Ich finde es schade, dass Du heute über Deinen Freund nur noch so eine schlechte Meinung hast.
Sicherlich war es schlimm für den Vater, ihn so zu finden.

Aber welch eine Verzweiflung muss dazu gehören, solch einen Schritt zu tun!

Ich frage mich aber auch, wie gut Du diesen Freund wirklich gekannt hast.

Versuch Dich an die schönen Augenblicke mit ihm zu erinnern und versuch ihm zu verzeihen, dass er es nicht geschafft hat, sein Leben zu meistern.
Aber verurteile ihn nicht in dieser Art und Weise.

Das hat er sicherlich nicht verdient!

Gruß
Abendstern
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Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Es gibt immer eine Tür die dir offen steht. Du hast immer eine Wahl, aber es ist schwierig, die richtige Tür zu finden. Manchmal hast du den Schlüssel schon in der Hand und weißt es nur nicht. (Iris)
Dragon
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« Antworten #17 am: 16. November 2006, 23:15:16 »

hallo

hmmm

ich denke , da es mir selber eh mies geht

das ich wohl in der SACHE nur mit wut reagieren kann

ich denke ich habe probleme es zu verarbeiten!

und das das eben mein weg ist damit fertig zu werden

hmm
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Abendstern
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« Antworten #18 am: 17. November 2006, 01:29:56 »

Tja, ich weiß, das ist nicht einfach, Dragon, und ich verstehe Dich ein Stück weit.


Es ist Jahre her, da hat die Freundin meiner Schwester Selbstmord begangen. Ganz alleine, im Winter, bei Eiseskälte hat sie sich im Wald aufgehängt.

Es dauerte drei Tage, bis man sie fand, meine Vorstellung damals: sie hats auch noch falsch gemacht, keiner konnte sagen, wieviele Stunden sie dort in der Eiseskälte hing, bis sie wirklich gestorben ist.

Eine Vorstellung, die für mich schrecklich war. Aber nur diese. Ich kannte sie ziemlich gut, ich wusste, dass sie an Depris gefesselt war, denen sie nicht entgehen konnte.

Klar, auch ich hab´gedacht: hätte sie doch, und hätten wir nicht. Aber das Schlimmste für mich war, wie einsam und elendisch sie doch gestorben ist. Das hat mir unheimlich weh getan. Überhaupt diese Vorstellung, sich auf diese Weise das Leben zu nehmen. Ich war unheimlich traurig, traurig darüber, dass ein mir lieber Mensch, keinen anderen Ausweg mehr sah und dann auf diese Weise.

Aber ich habe sie niemals dafür verurteilt. Es war ihr Weg, ich hätte nur gewünscht, dass sie gewußt hätte, wie man es richtig tat, wenn sie denn schon keinen anderen Ausweg mehr sah.
Ich war traurig, aber ich erinnere mich heute an die schönen Augenblicke, die sie mir gegeben hat.

Ich würde sie niemals als "feige Sau" bezeichnen, wie Du es tust, dazu war sie mir zu wertvoll.

Sie sah keinen anderen Weg, das ist traurig, das ist schlimm, aber ich muss es aktzeptieren. Dafür ist sie mir heute nicht weniger wert. Ich bin froh, für das, was sie mir gegeben hat , als sie noch da war. Und obwohl sie die Freundin meiner Schwester war, hat sie mir viel gegeben, mehr als meine Schwester.

Deshalb noch einmal: Versuch dich an die schönen Momente zu erinnern, die ihr miteinander verbracht habt, an die Zeiten, an denen ihr euch gegenseitig etwas gegeben habt. Und dann, Dragon...., kannst Du Deinen Freund sicher nicht mehr als "feige SAu" bezeichnen.

Er war verzweifelt, er konnte sich ein solches Leben für sich nicht vorstellen. Versuch dies doch einfach mal aus seiner Sicht zu verstehen.

Lass Deine Trauer zu, um einen Freund, der Dir etwas bedeutet hat, den Du noch heute schmerzlcihst vermisst. Dann vergeht auch vielleicht Deine Wut, die Dich ungerecht werden lässt.
Und Deine Trauer ist berechtigt, aber es war seine Entscheidung, die Du akzeptieren musst.
Aber nicht in Hass und Wut!

Ich wünsche Dir, dass Du die Trauer um einen Verlust spüren kannst, das die Trauer deine Wut besiegt, und die Gefühle der Freundschaft.

Du weißt nicht, ob es ihm heute besser gehen würde, Du weißt nichts, von seinen Schmerzen, die er damals ertragen hat und wohlmöglich noch hätte ertragen müssen.  Für welche Lebensqualität?
Vielleicht hat ihm das nicht gereicht! Versuche es einfach zu verstehen.

Ich wünsche Dir,
dass Du einen anderen Weg findest,
damit klar zu kommen, als mit Wut!

Lass Deiner Trauer endlich Raum!!

Gruß vom Abendstern
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Tobi
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« Antworten #19 am: 17. November 2006, 05:35:25 »

Hallo Dragon,hallo Abendstern und alle

Dragon,ich muß Abendstern zustimmen.Du darfst Deine Trauer nicht in Wut verarbeiten,dann wirst Du niemals mehr glücklich werden.Es wird Deine Seele zerfressen und es wird nur dunkler um Dich werden.So ein
Gefühl der unbändigen Wut kann auch letztendlich im Suezid enden,auch wenn Du es Dir heute noch nicht vorstellen kannst.Und bedenke auch eins.Das Leben wurde uns gegeben, ob wir wollten oder nicht.Aber das Ende ist jeden Menschen seine eigene Sache.Ich kann Deinen Freund nur zu gut verstehen und das entschuldige bitte,kann wirklich nur derjenige ,der Tag und Nacht an Schmerzen leidet und das über Jahre.

Also folge den Rat von Abendstern und lasse endlich Deine Trauer zu.Du wirst merken,daß es Dir dann irgendwann besser gehen wird.

Gruß Tobi
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Joey
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« Antworten #20 am: 17. November 2006, 20:05:51 »

Da wir schon von Wut reden... Wut ist nicht grundsätzlich schlecht, sie kann unter Umständen sogar heilen, besonders dann, wenn man sie über Jahre unterdrücken und dieses Gift schlucken musste. Doch das wäre wohl ein anderes Thema...

Es kommt doch darauf an, auf WEN oder WAS man wütend ist. Dein Freund, Dragon, hat es jedenfalls nicht verdient, möglicherweise aber diejenigen, die ihn dazu gebracht haben, seinen verzweifelten Schritt zu tun! Wo waren denn seine Familienangehörigen? Er hat doch diese Entscheidung nicht an einem Tag getroffen, es war mit Sicherheit ein langer Prozess. Seine Angehörigen, die in seiner Nähe waren, haben nichts getan, vielleicht deshalb, weil sie es nicht rechtzeitig gemerkt haben, nicht merken wollten?? Weil er im entscheidenden Augenblick keine emotionale Unterstützung bekommen hat von denen, welche vorgaben ihn zu lieben? Selbstmörder fühlen sich sehr oft verlassen, im Stich gelassen. Wie gut ich dieses Gefühl doch kenne! Genau dann, wenn man sie am Dringendsten braucht, haben die sog. "Freunde", Lebenspartner usw. etwas besseres zu tun, finden tausend Ausreden, um ihr ungetrübtes Dasein zu schützen, klar, sonst würden sie ja selbst Gefahr laufen in eine Depression abzustürzen. Und mit dieser Gleichgültigkeit und Egoismus provozieren sie den Verzweifelten, der sich dann gezwungen sieht seinem Leben ein Ende zu setzen. Viele wären zu retten, wenn nicht das Ego und die Lieblosigkeit der anderen da wäre. Man redet von Liebe, doch wenn es darum geht Opfer für den geliebten Menschen zu bringen, macht man sich aus dem Staub.

Du musst die Wut nicht künstlich unterdrücken, Dragon, du darfst sie behalten, rauslassen, aber es sollte dabei gerecht zugehen. Dein Freund ist ein Opfer und kein Täter! Ich zb bin wütend auf die Menschheit im Allgemeinen und auf dieses Sch...leben, welches dauernd Leid und Qualen produziert, körperliche, seelische... Ich bin wütend auf die gesellschaftliche Ordnung, welche die Leute um ihren Arbeitsplatz zittern läßt, so, daß sie nicht einmal krank sein dürfen. Ich bin wütend auf mancherlei Bestien in Menschengestalt, die die anderen für ihre egoistischen Zwecke ausnutzen, malträtieren und seelisch wie körperlich kaputt machen. Ich bin wütend auf die Umstände, auf das Schicksal, welches die Menschen in diese Welt setzt, nicht aber dafür sorgt, daß es ihnen auch gut geht! Meines Erachtens wäre es viel besser, wenn es überhaupt kein Leben auf diesem Planeten gegeben hätte, denn dann gäbe es auch kein Leid und keine Schmerzen.

Mit den Opfern habe ich Mitleid, Wut wäre hier nicht angebracht.

LG Joey
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franke
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« Antworten #21 am: 19. November 2006, 11:07:58 »

Hallo Joey
Ich halte den Menschen einfach für eine kosmische Fehlplanung .Er zerstört nur
die menschen und die Erde und daß bei vollem Bewußtsein  Es ist alles zum
kotzen Wir haben in einen Jahr fast 13000 suizide da stimmt doch was nicht
oder was meinst Du
Gruß franke
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eulenfuss
Gast
« Antworten #22 am: 19. November 2006, 14:31:27 »

hi

mir gerade mal wieder gedanken über dies thema mache.

wenn ein mensch sz begeht sind alle angehörigen, freunde und bekannte betroffen, schockiert und voller unverständniss.

wo waren diese angehörigen, freunde und bekannte als der betroffene hilfe brauchte?

fast bei jedem sz gibt es über kurz oder lang anzeichen, zb der betroffene zieht sich zurück, distanziert sich vor allem und jeden, wo waren dann die ach so betroffenen hinterbliebenen, warum haben sie die anzeichen nicht gesehen, warum haben sie nicht geholfen, und warum wird das thema in der regel hinuntergespielt bis es zu spät ist?

woher nehmen dann diese menschen das recht einen sz zu kritisieren wo sie nicht da und bereit waren zu helfen?

warum???

mfg
[[editby=eulenfuss=1163943433]]
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kallisto
Gast
« Antworten #23 am: 19. November 2006, 15:54:18 »

Suizidalität - Ist Selbstmord das Produkt einer freien Entscheidung?

Alle 47 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Suizid,
alle 40 Sekunden stirbt weltweit ein Mensch durch Suizid,
alle 4 Minuten macht ein Mensch in Deutschland einen Suizidversuch,
mehr als 11.000 Menschen sterben

 Suizidalität ist bei allen Menschen möglich.

Am häufigsten ist sie in psychosozialen Krisensituationen und bei schweren psychischen Störungen verschiedener Art (Depressionen, bipolare Störungen, schizophrene Psychosen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen).

 Besonders wenn mehrere psychische Störungen zusammenkommen, ist das Risiko hoch.

Die meisten Suizidenten haben bei genauere Betrachtung eine psychische Störung in der Vorgeschichte, maximal 1/3 befindet sich deshalb aktuell in Behandlung.

 Die Motive für einen Suizidversuch sind meist in Partner- oder Familienkonflikten zu finden,
gesundheitliche oder berufliche Probleme sind selten Anlass für einen Suizid.

 Neben einer Aggression gegen sich selbst (Autoaggression) spielen dabei häufig auch Fremdaggression, aber auch appellative und manchmal auch altruistische Motive eine Rolle.

Suizidalität ist meist kein Ausdruck einer freien Wahlmöglichkeit sondern einer Einengung der Sichtweise in einer Art Tunnelblick.

Dabei wird nur noch die augenblickliche Not oder Befindensstörung gesehen.

 Andere Möglichkeiten, die das  Leben bietet sind aus dem Blickfeld verschwunden.

 Die durchschnittliche Selbstmordrate beträgt weltweit etwa 14,5 pro 100.000 Einwohner, wobei die Zahlen in den Industrieländern niedriger und in Entwicklungsländern höher liegen.

 Auch die Ernsthaftigkeit der Methode sagt nichts über die Tatsache aus, wie "gut überlegt" der Suizidversuch gewesen ist.

Bei eine Nachuntersuchung von Menschen die den Sprung vor die Londoner Untergrundzüge überlebt hatte, zeigte, dass nur etwa 10% der Betroffenen sich später mit einer anderen Methode das Leben nahmen.  

Ein verhinderter Suizid ist daher in den weitaus meisten Fällen ein auch dauerhaft gerettetes Menschenleben.


aus meiner kenntnis und recherchen.


kallisto
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Politena
Gast
« Antworten #24 am: 20. November 2006, 09:18:56 »

hi,

möchte noch was hinzufügen,
über die Hälfte aller, die Suizid oder einen Versuch unternommen haben, waren eine Woche oder weniger davor beim Hausarzt, also ich denke schon mal, jedem Suizid geht ein Hilferuf vorraus.

zu eule: wo waren die Angehörigen, Freunde, Bekannten...?
wie viele Depressive kennst DU, die sich abkapseln, vom Freundekreis, vom gesellschaftlichem Leben, von der eigenen Familie?

GRuß Politena
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