Hallo Nivea,
es freut mich, dass Du gut geschlafen hast :-)..... ich habe es nicht, denn Deine Sperrung hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Seinen Weg zu gehen ist immer eine gute Sache. Dazu gehört sicher auch die Erfahrung, dass es manchmal weh tun muss, um weiter zu kommen. (Im Abgrund ruht die Wahrheit). Auch ein Querdenker zu sein, ist immer gut, denn dann kann man eher einmal über den Tellerrand hinaus schauen und einen neuen Blickwinkel (Veränderung alter Verhaltensmuster) erhaschen.
Dennoch frage ich mich, wieso Du soviel Gegenwind erfährst - sehe ich in Dir einen tief verletzen Menschen, der einen ehrlichen Austausch gut gebrauchen könnte. Natürlich ist mir nicht unbekannt, dass man seine eigenen Wunden hinter einer schroffen Fassade verbergen kann. Manchmal schüttelt man wohl auch den Kopf, wenn man Menschen begegnet, die noch ziemlich blind in ihrer Suppe kochen.
Naja und da muss ich dann wieder einmal bei mir selber anfangen.... nur weil ich vielleicht inzwischen weiter bin, so war ich auch einmal blind in meinem Suppentopf gefangen. Ich habe die Wahl dem anderen zu sagen:
- "bist Du blöd, alles ist doch ganz einfach" oder
- Mitgefühl zu empfinden und dem anderen die Hand zu reichen, damit er aus seinem Suppentopf krabbeln kann oder
- mich abzugrenzen und mein Maul zu halten
Auch bezüglich des schroffen Tons, bin ich gefordert mich zu hinterfragen: Was will ich? Will ich Austausch, will ich verstanden werden, will ich jemanden vertrauen können und Vertrauen geschenkt bekommen? Wenn ja, dann muss ich mich an bestimmte Regeln halten. Mir hilft es, andere so zu behandeln, wie ich selber immer gerne behandelt worden wäre (leider oft noch immer nicht werde). Dies bedeutet keineswegs, anderen nach dem Mund zu reden oder sich aufzugeben. Auch mit dieser Grundlage kann man anderen einen "Tritt in den Hintern geben".... aber einen Tritt, damit der andere den Weg aus dem Suppentopf findet und nicht, um ihn zu vernichten.
Wenn ich andere heftig angehe oder kalt reagiere, lebe ich immer auch ein Stück früherer Kälte, früherer Verhaltensmuster - ein anderer bekommt schnell den Eindruck, dass man ihn vernichten will oder sich für eigenes Leid rächen möchte. Aber das ist ja nicht das, was ich möchte oder suche. Aber ich bestimme durch mein Verhalten, wie ich auf andere wirke.... und bekomme ich Gegenwind, muss ich auch einmal mein Verhalten hinterfragen - was kann ich tun, um Wärme zurück zu bekommen oder das zu finden, was ich immer suchte.
aber es wird absolut nix an meiner einstellung ändern.
Hm, naja- mit dieser Einstellung ist es natürlich schwierig, etwas zu verändern und den Gegenwind als Chance zum Dazulernen zu verstehen.
Es mag sein, dass Du keinen anderen Menschen brauchst/ersehnst - jemanden, der hinter die Fassade blickt.... aber wirklich vorstellen kann ich es mir nicht. Es sind doch auch die Momente, wo es einem warm ums Herz wird, wenn jemand sagt: Hey, ich mag Dich - hey, danke für die Hand/Hilfe - hey, schön, dass es Dich gibt.
Und ich denke, wenn Du nicht auch danach suchen würdest, hättest Du wohl kaum den Weg in ein Forum und in einen Chat genommen :-)
Viele Grüße
Muett