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Autor Thema: Borderline und ich  (Gelesen 1017 mal)
Sanella
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Beiträge: 45



« am: 05. Dezember 2006, 19:27:52 »

Borderline

das ist die Diagnose die ich nie wollte

offiziell hab ich sie auch nicht

ob mein Psychiater ahnt, dass diese Diagnose von seiner Seite aus gestellt bei mir völliges Chaos zufolge hätte?
So von wegen. tja dann kann ich mir gleich das Leben nemen, alles hoffungslos

oder " du meine Güte wie denkt der dass ich bin - völlig irre?"

oder " hätte ich doch nie was vom mich schneiden erzält... werds nie wieder tun, jetzt hab ich den Stempel, Bingo"

oder " da geh ich nie wieder hin - so ein Trottel

Borderline das verbinde ich mit Menschen mit starken Stimmungswechseln, "Launen", die mal so und mal so sind (und man weiss nie wie gerade heute)
Borderline verbinde ich auch mit impulsiven , aggressiven Zornausbrüchen
sich völlig besaufen, Drogen nehmen..
streitsüchtig

ICH?
Ich bin nicht so
Ich gehe Streit aus dem Weg, ich bin sehr ruhig (nach außen zumindest)
aber vieles trifft auf mich zu
ich kanns nicht abstreiten
ob ich nun die Diagnose habe oder nicht (ich bin nicht scharf drauf hab ich das erwähnt )
Mir ist lieber ich laufe als PTSD
bitte keine Persönlichkeitsstörung
ich bin doch nicht gestört, irr, verrückt

ich hab ein paar Borderlinezüge, o.k.
aber nachdem ich gehört habe, dass das ne "schwere Störung " ist, nööö Danke!


Wo ich mich wiederfinde?

Schwarz - Weiss Denken
diesen Punkt hab ich früher immer abgestritten. Inzwischen muss ich sagen, doch so bin ich.
Idealisierung und Abwertung. Nur dass ich die Abwertung nicht allzu offen nach außen lebe. Ich zieh mich eher innerlich zurück. Ich vermeide Streit, Konfrontation
da steckt Angst dahinter
und als ich da länger überlegt habe tja da fand ich den anderen Punkt erfüllt den ich immer abgestritten habe
Angst vor dem Verlassen werden, Angst vor dem Alleinsein
bin ich nicht hab ich gesagt, ich bin sehr gerne allein

tja aber ich habe Angst abgewiesen, nicht gemocht zu werden

Ich hab kein stabiles ICH, Selbstbild, Selbstbewusstsein
immer spiele ich ne Rolle, passe mich an, will es dem/ der / den anderen Recht machen. Verliere mich dabei.

Das war mein (unbewusstes Spiel) glaube auch bisher in Therapie oder beim Arzt.
ich bin gefühlsmäßig leicht irritierbar
kann gute Laune haben, dann kommt mein Mann heim und ich (Betonung liegt auf ICH) hab das Gefühl er ist stinkig, sauer, komisch und beziehe es sofort auf mich
was mich gleich runterzieht und deprimiert
oder mich gereizt auf ihn macht

meine Stimmung kippt also aus kleinstem Anlass
später kann sich herausstellen, dass er nur fertig von der Arbeit war, erstmal Ruhe wollte
oder sonstiges...

mir passiert es auch dass ich Stimmungen in Räumen spüre. So kam ich mal zum Schichtwechsel auf Station und mir wurde sowas von übel - komisch
später stellte sich heraus kurz vorher war Streit gewesen

bin einfach total übersensibel was das betrifft

zunehmend merke ich die letzten Tage wo ich an mir arbeiten muss, dass ich Therapie brauche und mich drum kümmern muss.

Ich muss was meine Stimmungen, Gefühle betrifft stabiler werden.
Ich muss überhaupt mal lernen Gefühle zu spüren, einzuordnen , zu unterscheiden, zu spüren
kann ich das heute noch lernen?
woher es kommt weiss ich, aus meiner Kindheit, da wurden meine Äußerungen abgetan, als nicht stimmig erklärt........

Ganz großer Punkt ist Nein zu sagen, da hab ich sehr große Schwierigkeiten und das behindert mich total in der Erziehung meiner Kinder. Wenns mir gut geht kann ich das. Bin ich schwach so wie seit längerer Zeit ständig, dann endet es, dass ich entweder
aufgebe, weil ich die Kraft auch nicht habe und nur Ruhe will
oder ich werde stinkesauer und übereagiere dann

zurück bleibt immer Schuldgefühl bei mir, ob ich ausgerastet bin oder wenn ich nachgegeben habe und somit als Mutter "verloren"

und wenn ich ruhig sein kann und mein Nein penetrant wiederhole (Nein wiederholen und ruhig sein wirkt ja am besten) dann kanns sein ich krieg in mir ganz schlimme Gefühle wegen diesem Nein, was da dahinter steckt hab ich noch nicht entwirrt.

Ich hab jetzt auch gesehen warum ich meine Kinder so verwöhne und mich für sie "aufopfere". Unbewusst versuche ich glaub mein "verwahrlostes innere Kind" zu versorgen, was aber wohl nie klappen wird. Meine Kindheit kann ich nicht zurückholen. Und meine Überfürsorge tut den Kindern wohl auch nicht gut. So Schuldgefühl. Bin ich streng und sage Nein kommt mein Gefühl von früher, bin ich weich fühl ich mich auch als Versager.....

wo ist die goldene Mitte oder hab ich die eigentlich schon, nur sehe ich sie nicht, sondern bin ein Spielball meiner Gefühle und Stimmungen?
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Aber wenn du dich wertschätzt,
wenn du dein Innenleben ernst nimmst,
wenn du auf dich hörst
und nicht alles mit dir machen lässt,
dann werden andere lernen, dich zu achten,
zu ehren und zu lieben.
Es beginnt bei dir.

(Ulrich Schaffer)
Sanella
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« Antworten #1 am: 05. Dezember 2006, 22:47:34 »

laut Therapeutin hab ich Borderline
mein arzt weicht mir immer aus, uschelt was von früher störung

inzwischen ist mir die Diagnose auch nicht mehr so wichtig, ich seh ich habe Probleme und möchte daran arbeiten und eben die richtige Hilfe dafür
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(Ulrich Schaffer)
Alue
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WWW
« Antworten #2 am: 06. Dezember 2006, 00:23:54 »

Hallo Sanella,

ich habe eine Persönlichkeitsstörung. Eine Therapeutin bestätigte mir, ich habe eine abhängige PS, eine andere sagte mir, es sei eine gemischte PS.

Als ich das erste Mal für mich selbst erkannt habe, dass ich nicht "nur" Depressionen habe, war das schon auch irgendwie ein Schock für mich. Die Gewissheit, dass ich wohl noch sehr, sehr lange Therapie machen muss.
Aber als "irre" würde ich mich deswegen noch lange nicht bezeichnen.

Ob Du Borderline hast... wer weiß....
Ich denke, jeder gesunde Mensch kann in einer Liste von Symptomen für diverse Persönlichkeitsstörungen irgendwelche Anteile von sich selbst darin wiederfinden. Ich weiß, dass ich definitiv kein Borderline habe. Und trotzdem habe ich auch dieses Schwarz-Weiß-Denken.

Angst vor dem Verlassenwerden, Alleinsein... könnte auch zu einer abhängigen PS gehören, die Angst abgewiesen zu werden ebenso, vielleicht aber auch ängstlich-vermeidende PS?

.... Die Symptome überschneiden sich, oft sind Symptome von diversen PS vorhanden. Fast immer vermischen sich die Symptome.

Vielleicht druckst Dein Arzt auch deswegen so rum? Nicht, weil er sich nicht festlegen will oder es Dir gegenüber nicht äußern will.... sondern, weil er sich nicht festlegen _kann_, einfach weil er Dich noch nicht genug kennt. Eine Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren ist nicht einfach und braucht Zeit und die Kenntnis des Klienten.

Gruß
Alue
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert."
Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
passadena
Gast
« Antworten #3 am: 05. Dezember 2006, 20:12:22 »

hallo sanella,

ich wollte dir nur mal sagen das all das was du geschrieben hast genau auf mich zutrift,als wärst du mein zweites ich.
bei mir wurde aber noch keine diagnose gestellt,und an die von früher als ich im LKH war kann ich mich nicht erinnern.

was heißt offiziell hast du sie noch nicht?ich bin kein fachmann auf dem gebiet aber ich kann mir gut vorstellen das borderline noch geziehlter behandelt werden kann,von daher denke ich nicht das dein psychologe dir das verheimlichen würde.

auch finde ich das borderliner auch sehr liebenswürdige menschen sind,zumindest die die ich bis jetzt kennengelernt habe,ich denke das wort irre paßt da nicht so recht.

ich denke mal du wirst hilfreichere feedbacks bekommen als meinen hier,aber ich fand es sehr interessant was du geschrieben hast über gedanken und gefühle,ich bin wirklich ganz genau so,bis auf das schneiden,aber wie vor kurzem erfahren verletze ich mich auf andere weise,was für mich aber nur eine art hm......wie schreib ich das........eine art von anders sein ist in einem bestimmten bereich.

dir alles gute
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kallisto
Gast
« Antworten #4 am: 06. Dezember 2006, 06:05:55 »

hallo,

selbstbetroffen und aus langer beobachtung und beschäftigung mit dem thema persönlichkeitsstörungen, fällt mir auf, daß es fast bei jedem betroffenen intensive phasen, auffälliger aktivität mit gestellten diagnosen gibt

ich weiß nicht ob das sympthomatisch ist, sehe aber, das immer wieder, erheblichen aufwand und zeit in die beschäftigung mit der eigenen diagnose investiert, sicher ist das sich klar machen von was man selbst betroffen ist wichtig, ich spreche jedoch, von einem verhalten, das weit darüber hinaus geht

mein eigentlicher hinweis, es geht in solch ein suche, so eine abgleich und angstvolles, ich kann das doch nicht haben, obwohl objektiv vorhanden, nich soviel kraft und energie verloren? die dann fehlt wo sie not täte?


seine eigene problematik zu reflektieren und das was einen leiden lässt anzugehen, nicht eine diagnose so wichtig sie für den arzt/therapeuten sein sein mag, zum anlass zu nehmen, sich wieder dafür zu drücken, an sich, mit sich zu arbeiten


ein aspekt den ich hier aufzeigen wollte


kallisto
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Politena
Gast
« Antworten #5 am: 06. Dezember 2006, 12:38:28 »

Huhu,

nur kurtz, muusgleich weg

ich denke mal interessant ist die diagnose, wenn es um den therapieplan geht, die medikation u.ä.

wenn man unbedingt möchte, gibt es i kliniken auch testungen dafür.

die frage ist, inwieweit spielt es für dich persönlich eine rolle?


GLG poli
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