danke für Eure Beiträge. Jetzt bin ich aber vollständig platt. Ich habe immer geglaubt, daß bei einer REHA durch die DRV ein Intensivprogramm hat. Immerhin ist Einstieg eine sechswöchige Maßnahme. Einzeltherapie einmal die Woche, das ist verdammt wenig. So war das bei der Mutter-Kind-Kur auch und der Arzt sagte mir, man kann es nicht mit einer REHA vom Rententräger vergleichen.
Ich denke mal, dass es auch ein bisschen abhängig von der Klinik ist.
Bei meinem letzten KKH-Aufenthalt hatte ich eine Mitpatientin, die vorher zur Reha war. Sie hatte dort vom Arzt gehört, dass die Reha nicht intensiv genug sei, sie solle in die Psychiatrie gehen, auf eine Psychotherapiestation.
Sechs Wochen sind nichts. Eine stationäre Psychotherapie in einer Akutklinik dauert durchschnittlich zwölf Wochen. Genauso lange dauert auch ungefähr die Tagesklinik.
Ein Einzelgespräch pro Woche kann ziemlich viel sein. Dazu kommen mehrere Gruppengespräche. Auch in der Ergotherapie werden oft Gruppenarbeiten durchgeführt, die gemeinsam besprochen werden. Und Körpertherapie/soziales Erleben oder wie auch immer man das nennen mag, kann auch völlig neue Erkenntnisse über einen selbst bringen. Damit hat man gedanklich genug zu tun, um die Woche auszufüllen.
Sicher ist es grausam, wenn Kinder erleben, daß die Polizei einen abholt, aber ich hoffe, daß das nicht Tagesordnung ist.
Ich dachte, Voraussetzung für eine Reha ist, dass man nicht akut suizidgefährdet ist. Also dürfte es eher die Ausnahme sein, dass jemand aus der Reha geholt wird und auf die Geschlossene kommt. In einem Krankenhaus kann das schon leichter passieren.
In der Reha hast Du aber wohl eher die Chance, auch Dein Kind mitzunehmen.
Kann man am Wochenende nach Hause fahren?
Bei meinen Therapien war es so geregelt, dass man nach einer gewissen Zeit jedes zweite Wochenende zu Hause übernachten durfte, das nannte sich "Belastungserprobung". Bedenke aber, dass eine Rehaklinik nicht unbedingt in der Nähe von Deinem Wohnort ist. Kann sein, dass Du am anderen Ende der Republik einen Klinikplatz bekommst.
In der Tagesklinik bekommt man auch nur die Richtung vorgegeben?
Natürlich. Dein Leben ändern musst Du schon selbst. Es gibt kein Allheilmittel bei psychischen Krankheiten und die Ärzte und Therapeuten sind keine Wunderheiler.
Gruppentherapie ist für mich eine Horrorvostellung. Immerhin macht man ja Seelenstriptease und das dann noch vor so vielen Anderen? Warum wird denn auf diese Form so viel Wert gelegt?
Aber den Seelenstriptease müssen doch alle mitmachen. Es fällt jedem schwer, sich vor mehreren Leuten zu öffnen. Zum einen hat das was von Konfrontation - Du wirst mit Deinen Ängsten vor der Reaktion der anderen konfrontiert. Und wirst merken, dass die anderen völlig anders reagieren, als Du befürchtest. Ganz im Gegenteil. Du wirst Bestätigung bekommen von allen anderen, du wirst merken, dass Du mit Deinen Problemen nicht alleine dastehst, dass die anderen ähnlich empfinden. Außerdem kann eine Gruppe unheimlich gut "spiegeln". Die Gruppe kann Dir Rückmeldung darüber geben, wie Du auf andere Menschen wirkst. Das unterscheidet sich oft nämlich völlig von dem, wie man sich selbst empfindet.
LG
Alue