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Autor Thema: Gedanken  (Gelesen 3530 mal)
tired_of_trying
Juniormember
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Beiträge: 17


« am: 12. März 2007, 10:40:00 »

Hallo zusammen,

Ich weiss nicht wie vielen und wie oft es schon jemandem so erging. Doch ich hatte vor einigen Tagen das erste Mal wirklich 5Minuten lang das Gefühl / den Gedanken ich müsse mich umbringen. Früher habe ich schon einige Male gedacht "ach ich will nicht mehr Leben" aber ich denke das waren einfach gerade kleine Krisen. Aber dieses Mal hat es mir wirklilch eine riesen Angst eingejagt und ich begann zu weinen.
Kennt das jemand?

Grüsse tired_of_trying
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Lucky
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Beiträge: 204


« Antworten #1 am: 12. März 2007, 14:17:54 »

Ja, habe ich....einmal bin ich zu meinem Schwager gefahren, der mich wieder auf den Boden geholt hat und einmal bin ich wie eine Verrückte durch die Gegend gefahren, immer mit dem Gedanken, vor einen Baum zu fahren! Irgendwann bekam ich immer mehr Angst und rief meinen Schwager an, der kam und mich in die Klinik bringen wollte! Da wurde ich auf einmal "wach" - seitdem geht es aufwärts....
Ich weine viel, die Therapie bringt was, so als hätte mir das gefehlt... mein Thera meint, viele brauchen erst mal eine Situation, wo sie sich für oder gegen das Leben entscheiden, danach ginge es meist besser!
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Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem 1. Schritt!
Fridolin
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« Antworten #2 am: 13. März 2007, 07:53:36 »

Hi tired of Trying
Bevor der Mensch Änderungen in seiner Gedanken/Lebenseinstellung zuläßt, braucht es einen Tiefpunkt. Diesen Tiefpunkt wird bezeichnet als Kapitulation und dient zur Umkehr. Durch Ehrlichkeit, Kraft und Hoffnung, das Teilen der Erfahrung mit Anderen wird die Genesung aus der Mitte eingeleitet.
Vermutlich hört sich diese Zeilen ein bißchen "geschwollen" an, ohne den Tiefpunkt ist kein Mensch bereit, sich zu ändern und zu genesen.
Viel Kraft und Energie
 Zwinkernd
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Fridolin Steinpalme
Tobi
Gast
« Antworten #3 am: 13. März 2007, 17:39:29 »

Hallo,liebe User

Ich weiß gut,von was tried of Trying ,meint.Mir ging es öfters schon so.Selbst nach zwei mißglückten Versuchen (eigene Dummheit,das es nicht klappte)kommt mir solcher Gedanke öfters.Aber richtig,so das ich zweimal die Kontrolle über mich verlor.
Auch ich war da einen Punkt wo Schluß war.Trotzdem ist es daraus,wie Fridolin folgert,kein Umkehrpunkt geworden,sondern nur eine  Aufschiebe-zeit.Solche Gedanken kommen mir weiterhin öfters und stark.
Nur in der Tagesklinik werde ich abgelenkt und versuche mir selbst zu beweisen,das es besser wird.
Leider sind in der Nacht,diese Gedanken stark.Aber zum Glück paßt meine Frau auf mich auf,das ich nicht wieder nachts die Wohnung verlassen kann.(ein Rat von meinen Thera an Sie)
Bei Lucky scheint es ja mit dem Wendepunkt geklappt zu haben.Sie hat aber auch Menschen um sich,die sie immer wieder auffangen können.

Wenn du an einer Depression oder ähnliche psychosomatische Krankheiten leidest,ist es wohl besser,du begibst dich in professionelle Hände.

Denn eines muß dir gesagt werden,wer einmal diese Gedanken hat,kommt von allein kaum noch davon ab.Und das kann gefährlich werden.

Liebe Grüße

                              Tobi    Weinen Weinen
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tired_of_trying
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Beiträge: 17


« Antworten #4 am: 13. März 2007, 18:05:37 »

Hallo alle zusammen,

Danke für die Antworten:

@Tobi: ich hoffe schwer das du keinen Versuch mehr startest und von mir selbst glaube ich nicht, dass ich dies tun würde, aber die Gedanken alleine treiben mich schon in den Wahnsinn.
Nun.. ich leide unter anderem an Depressionen, jedoch auch an Angst & Panikstörungen und kann seit Monaten das Zimmer nicht mehr verlassen... aus diesem Grunde wohl die Gedanken .....
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Lucky
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Beiträge: 204


« Antworten #5 am: 13. März 2007, 22:29:49 »

Du weißt auch, daß Therapeuten Hausbesuche machen? Zumindest meiner.....Du bist nicht alleine damit. Es gibt viele andere Angstpatienten, die auch das Haus nicht verlassen....

Tobi: Wendepunkt insofern, daß ich seitdem nicht mehr ernsthaft daran dachte, mich umzubringen, ja....ansonsten ist es schon ein Kampf.....im Moment überfordern mich die vielen Termine, ich versuche, sie auf die Reihe zu kriegen - Magenschmerzen und null Bock auf Essen sind die Folge, mal sehen, wie ich das in den Griff bekomme....aber wenigstens keine Suizidgedanken mehr! .....
Mühsam.....ernähret sich..... Meinst Du nicht, daß das ein Zeichen ist? Du hast es 2x versucht und es 2x nicht geschafft. Vielleicht ist Deine Zeit einfach noch nicht gekommen? Vielleicht sollst Du noch ein wenig auf dieser Welt bleiben? ....
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Tobi
Gast
« Antworten #6 am: 14. März 2007, 04:01:00 »

Guten Morgen,liebe Lucky,liebe User

@Lucky,es ist doch schon ein großer Fortschritt für Dich ,das du die Suezidgedanken verdrängen konntest.Bei mir sitzt dieser Gedanke noch ziemlich fest,trotz Tagesklinik,aber ich hoffe noch.
Vielleicht sollte ich nicht so viele Bücher darüber lesen und im Internet wühlen.
Das du weiter kämpfen mußt gegen die schlimmen anderen Erkrankungen glaube ich dir voll.Allein und schnell bekommt man diese Dinge nicht im Griff,wenn überhaupt.Auch du freust dich sicher über die kleinsten Fortschritte.
Vielleicht setzt du dich auch mit den vielen Terminen unter Druck?
Dann können natürlich solche Ereignisse wie Magenschmerzen ect.auftreten.Versuche doch weniger zu machen.Dann geht es dir bestimmt bald besser.Jedenfalls wünsche ich es dir von ganzen Herzen.

@tired of ...,ich würde mal versuchen einen Psychologen zu einen Hausbesuch zu veranlassen.Ansonsten kann dir doch keiner helfen.Und wenn du glaubst,das Suezidgedanken bei deiner Problematik nicht stärker und stärker werden können,irre dich da mal nicht.Ich habe auch immer gesagt,so was kommt bei mir n i e  in Frage und doch passiert es schneller als man denkt.Also laß dich behandeln.

Alles Gute dazu.

Liebe Grüße

                                Tobi   Weinen Weinen
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tired_of_trying
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Beiträge: 17


« Antworten #7 am: 14. März 2007, 09:55:34 »

@ Lucky: Ich bin schon in Behandlung bei einem Psychiater der 1 Mal die Woche zu mir kommt.
Was hast du denn alles für Termine? Geschäftlich oder auch Freizeit (Sport oderso...) ?

@ Tobi: Was war bei dir der "Auslöser" deiner Gedanken ?
             Also momentan zumindest kann ich sagen das ich leben möchte. Ich möchte einfach nicht  mehr SO leben..

Alles gute euch Beiden..
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Lucky
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Beiträge: 204


« Antworten #8 am: 14. März 2007, 10:05:43 »

Hi,

anfangs waren es Termine für mich, Sport, Yoga, Nähen...., um rauszukommen, was für mich zu tun. Dazu gibt es Termine für Sohnemann (wg. ADHS), Psychotherapie (alle 2 Wochen), 2x pro Woche geht er zur Legasthenie-Trainerin und unsere Tochter reitet 1x pro Woche.

Das ging alles irgendwie noch. Dann auf einmal kamen alle möglichen Termine dazu, Elternsprechtag beider Kinder, mein Thera möchte jetzt wöchentlich weiter machen (vorher alle 2-4 Wochen) usw. usw. Und damit komme ich einfach nicht zurecht...

Aber ich habe ja heute schon sämtliche Termine geknickt und werde mich jetzt gleich in die Sonne legen....Pause!

Ich habe auch immer gesagt, "so" will ich nicht leben. Mein Schwager predigte was von "Geduld".... Hast Du niemanden, der mit Dir vor die Tür geht, der Dich ein wenig "schiebt", mit Dir die ersten Schritte macht?? Bei mir ist das mein Schwager, der im Rettungsdienst nebenberuflich gearbeitet hat und somit Ahnung hat. Er ist mit mir sämtliche Schritte gemeinsam gegangen, bis ich vieles alleine konnte. Er hat aber auch nie aufgegeben, immer wieder gedrängelt, bis ich was konnte. Und auf einmal wurde es immer mehr.
Es gibt noch genug Situationen die schwer sind, aber immerhin wage ich mich an sie heran, auch wenn es ein Kampf ist! Und inzwischen fast immer auch alleine....

Im April sind es 3 Jahre her, seit ich das 1. Mal zusammengeklappt bin. Und bei Dir?
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Tobi
Gast
« Antworten #9 am: 15. März 2007, 05:20:10 »

Guten Morgen ,Lucky,tired of ...,hallo User

Lucky,deine Geschichte,also den Verlauf deiner Krankheit ist den meißten von und bekannt.
Du hast es,wie schon öfters erwähnt.immer jemand an deiner Seite,der dir aus ausweglosen Situationen heraushilft.
Jetzt sind es schon drei Jahre,die du gegen die Krankheit kämpfst.Aber sicher werden es viel,viel mehr.Dazu ist es gut einen zuverlässigen Partner an seiner Seite zu wissen.
Gehst du noch arbeiten,Lucky oder sind die Termine wegen deiner Kinder?


Ich wünsche dir alles Liebe !

@tired of...bei mir ist es eine lange Geschichte.Diese begann schon mit 14,15 Jahren  und hat sich durch mein ganzes Leben gezogen,Mal stärker,mal schwächer.Dazu gesellten sich noch in Laufe der Jahre neuen Krankheiten dazu,so das ich heute an einer Manie und Depris leide.Der Auslöser der jetzigen Situation war die Krebserkrankung meiner Frau,die Insolvenz der Firma,in der ich viele  Jahre war und meine schweren orthopädischen Befunde,mein Diabetis,mein Augenleiden ect.

Alles zusammen ergab dann zwei Kurzschlüsse.

Auch dir alles Gute

Liebe Grüße

                                 Tobi  Weinen Weinen Weinen
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Lucky
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« Antworten #10 am: 15. März 2007, 07:49:56 »

Hi Tobi,

nein, ich gehe nicht mehr arbeiten. Ich hatte immer vor, wenn Sohnemann im Kindergarten ist, arbeiten zu gehen, aber er hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.....er war ständig krank, mit Pseudo-Krupp (bis heute!) u.a., war viel zu Hause, welcher Arbeitgeber macht das mit? Außerdem hatte er schon seit Kindergarten viele Förderungen, teilweise auch morgens, ich mußte flexibel bleiben und habe mich irgendwann für meine Familie und gegen das Arbeiten entschieden.

Die morgendlichen Termine sind für mich, wenn Sohnemann mich braucht, kann ich einfach nicht hingehen, die Flexibilität ist also weiterhin da. War so ein Kompromiß!

Und dennoch ist der Morgen der einzige Zeitpunkt, an dem mal Ruhe ist, kein Lärm im Haus, kein ADHS-Kind, das durchs Haus wirbelt, ständig laut ist, trommelt.....aber gestern die Ruhe hat mal richtig gut getan, heute geht es mir schon viel besser - muß auch! Heute reihen sich wieder Termine aneinander (nähen für mich und Elternsprechtag und Förderung Sohnemann), so daß ich heute Abend Sport ausfallen lasse! Ich muß mal langsam die Kirche im Dorf lassen...

Ja, Tobi - ich bin zwar auf dem richtigen Weg, aber ehe ich die Zielgerade erreiche, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Vielleicht arbeite ich irgendwann wieder, wann, was, wie? Keine Ahnung, ist im Moment völlig egal. Nach all den Jahren war mir schon wichtig, daß ich die Termine wieder hinbekomme (sonst half Schwiegermutter oft), den Haushalt annähernd - und auch noch Auszeiten für mich da sind!
Ich habe angefangen zu malen, wie andere sagen, sehr gut, vielleicht wäre das was, um später Geld zu verdienen, schauen wir mal. So wäre ich auch flexibel. Im Moment könnte ich mir gar nicht vorstellen, jeden Morgen arbeiten zu gehen. Wenn nicht, es gibt genug Ehrenämter zu besetzen, Hauptsache eine Aufgabe, sich nützlich machen (wie gesagt, irgendwann mal....)....

Das heißt aber dann, daß Du schon krank warst, als Du Deine Frau gefunden hast....und sie hat Dich so genommen, wie Du bist...ist doch schön....
Ich wünsche Dir so sehr, daß auch Du den Dreh bekommst....
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tired_of_trying
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« Antworten #11 am: 15. März 2007, 09:13:12 »

Hallo ihr Lieben,

@ Lucky, Zusammengeklappt bin ich das 1te Mal vor bald 5 Monaten. Danach noch einmal, und seit dem habe ich das Haus nie mehr gross verlassen, höchstens kurze Minuten vor die Tür,mehr nicht.
Hilfe bekomme ich einfach von meinen Eltern, die jedoch immer sagen, dass sie ihr eigenes Leben haben und selbst arbeiten und Termine haben. Ich komme mir dann eher vor wie ein Störfaktor. Dann war da noch mein Freund der über alles Bescheid wusste, doch ihn habe ich jetzt verlassen weil er einfach mit seinem Verhalten mehr eine Last wurde als alles Andere.

Bald ist ja Wochenende und ich hoffe, ihr habt bei euch in Deutschland auch einwenig Sonne Smiley.

Alles Liebe
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Lucky
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« Antworten #12 am: 15. März 2007, 11:44:27 »

Keine Freundin, oder lieben Freund (Kamerad...), Geschwister o.a. Verwandten, die helfen könnten??

Das mit dem Störfaktor kenne ich! Meine Eltern haben immer gesagt, wir sind eine Familie und halten zusammen. Ja, als ich Bänderriß hatte, der operiert werden mußte, das war eine Diagnose, da war unsere Tochter bei ihnen und sie halfen - als ich entlassen wurde, mit Krücken, durfte nicht auftreten, Tochter lief gerade die ersten Schritte, brachte mich meine Mutter sogar bis in den Flur unserer Wohnung, Tasche abstellen, Kind abladen und weg war sie - ab da war es meine Sache....

Sie leben auch ihr Leben, ich soll mich zusammenreißen, wenn ich das will, dann kann ich auch usw. Ich sage kaum noch was, regel das alles mit Schwiegermutter, die Verständnis hat und für mich da ist! In ihrer Familie ist das wirklich so, sie kommt aus Holland, hat viele Geschwister. Wenn einer was hat, rollen sofort alle Geschwister an und helfen, egal was es ist!
Daher hat das wohl auch mein Schwager, der ja auch seit 1,5 Jahren für mich/ uns da ist, ohne was zu verlangen, einfach, weil ich zur Familie gehöre!

Was ist denn mit Klinik? Ich denke, es ist sehr schwer, wenn Du keinen hast, der Verständnis hat und Dir hilft, da raus zu kommen.... wenn mein Schwager nicht so viel getrietst hätte, - ich wäre heute mit Sicherheit nicht so weit! Keine Ahnung, ob ich überhaupt vor die Tür gegangen wäre!

Was ist denn mit SHG? Ja, da mußt Du hingehen. Hm. Aber da lernst Du auch Gleichgesinnte kennen, vielleicht könnt Ihr Euch gegenseitig unterstützen.
Bei uns sind im Moment 2 Frauen in der SHG, die sich aus einer Klinik kennen. Sie sind füreinander da, helfen sich gegenseitig, wenn es dem anderen schlecht geht, finde ich super!
Gespeichert

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