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Autor Thema: Endlich wissen warum immer wieder Suizid  (Gelesen 3367 mal)
Rubina22
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Beiträge: 81


« am: 14. März 2007, 18:37:18 »

Hallo ich will mich mit diesem Post gleichzeitig auch ein bisschen vorstellen.
Ich bin 43 Jahre alt, und habezwei Söhne die 20 und 17 sind, die ich über alles gern habe; und zwei Katzen und zwei Meeris, mit denen ich alleine lebe.

Sa, So und Mo war mein Vater auf Besuch bei mir, meine Eltern leben ca. 450 km entfernt von mir, bin sehr bald ausgezogen, von meinem Elternhaus und weit weg gegangen.

Zu meinem Vater hab ich im letzten Jahr bzw. den letzten Jahren eine gute Beziehung aufgebaut, zu meiner Mutter hab ich sie komplett abgebrochen, aber erst seit Nov. letzten Jahres.

Das war sehr sehr gut so.

Ich hab mich also in den letzten Jahren sehr um meinen Vater gekümmert, er hat viel durchmachen müssen, zwei Brüder und den geliebten Hund verloren und es war für ihn immer wieder schön wenn er zu mir gekommen ist, und ich mich um ihn gekümmert habe. Wir haben sehr viel geredet, hauptsächlich über ihn.

Aber es hat mir auch gut getan mit meinem Vater durch die Stadt zu flanieren, wir haben einiges gemeinsam, unter anderem die Liebe zu Tieren und dass wir beide an Gott glauben und immer zusammen zur Hl. Messe gehen.

Dieses WE ist es mir sehr schlecht gegangen, alles ist wieder hochgekommen. Der Hass den ich aushalten musste von meinen Eltern, dass meine Mutter zu mir mit 17 Jahren gesagt hat als ich ihr sagte, dass ich am liebsten sterben und mich umbringen möchte "tus doch, aber dazu bist du eh zu feig"

dass ich ausgegrenzt wurde ab meinem 15 LJ weil ich mir meine Peergroup suchte und nicht immer am abend zu Hause sein wollte. Ich durfte nicht weg, in die Disco doch dort hatte ich endlich in meinem Leben eine Gruppe gefunden die mich gerne hatten und annahmen so wie ich war. Wenn ich es mir trotzdem genommen habe, und beim Fenster rausgesprungen bin, und abgehaut bin, warteten auf mich zu Hause schlimme Schläge. Ich schlief dann oft bei anderen Männern, machte meine Beine breit, nur um ein wenig Zärtlichkeit und Sicherheit zu bekommen. Ich bumste auch mit jedem nur für ein Bier, weil  ich selber nie Geld hatte (immer wieder Taschengeldentzug) war also ein richtiges "Luder", nach außen hin, innerlich ein zerrissenes Kind im Körper einer Frau die nach Liebe sucht.

Als ich das meinem Vater sagte er nur: wenn deine Mutter das so gesagt hat, was ich nicht glaube, dann hast du es sicher schon öfters gesagt (das mit dem Umbringen). und "du hast niemals Schläge bekommen" und " du hast dich ja selber ausgegrenzt"

 Huch

es hat mich unendlich traurig gemacht dass er heute, heute nach so viele Jahren immer noch nicht sieht wie sehr ich alleine war. ich hatte niemanden, ich ging dann auch nimmer weg, weil ich sonderbar wurde, fühlte mich wie Abschaum, weil ich zu Hause auch wie Abschaum behandelt wurde, und ertrug es nur mehr im Suff unter Menschen zu sein.  also verlor ich auch meine Peergroup, und ging dann bald in die große Stadt, endlich waren sie mich los.

Mit 30 brachte ich mich fast um, mit Tabletten. Ich lag 5 Tage im Koma, mit Lungenentzündung, Organversagen, Ischiadcuparese und LÄhmung am ganzen rechten Bein, Drucknekrose.

Aber sie hatten mich ins Leben zurück geholt die Ärzte.

Nur was sollte mit meinem Bein geschehen, sie wollten es amputieren da ich durch das abgestorbene schwarze gewebe drohte an einer Blutvergiftung zu sterben.
Ich kam auf die Plastische Chirurgie und eine Ärztin rettete mir durch 5 OPs das Bein. Schnitt und schnitt und schnitt, bis nur mehr die Hälfte vom Bein da war aber es blieb. Ich lag zwei Monate im KH.
Was machten meine Eltern und Geschwister?? mein Vater besuchtem ich einmal, dabei spielte er mit meinem Dekubitusbett herum, drückte an den Knöpfen und redete mit der Ärztin, dann war er weg.
Meine mutter kam dreimal in Prada gekleidet, einparfumiert, blieb eine Stunde bevor sie sich in die City begab um dortCafe bei der Aida zu trinken.
Als ich sie fragte einmal "wie ist es dir ergangen als du mich so sahst"
meinte sie"wie die Jungfrau Maria die den gekreuzigten Jesus sah"  Weinen
doch ich war ja nicht tot. Leider nicht, doch das sprach niemand aus.

Dieses WE als ich mit meinem Vater auch über das sprach, meinte er "was hätte denn deine Mutter tun sollen, hätte sie sich etwa ein Bett nehmen sollen bei dir während des KH Aufenthaltes"
ich meinte JA denn wenn mitmeinem Kind sowas passiert dann bin ich Tag und Nacht bei ihm und stütze ihn.

Darauf meinte er, du warst ja im KH gut aufgehoben, sie haben eh auf dich geschaut.

Ich war damals 170 groß und wog kaum 42 kg, ich sah aus wie der Tod, weil er mir so nah war,
ich war wirklich ein armer Mensch, der nach der christl. Nächstenliebe eine Hand gebraucht hätte die ihm geholfen hätte, auch damals haben sie mir diese Hand nicht gereicht.

Die Schwestern fragten mich immer "warum denn niemand kommen würde von der Familie"
ich war verwundert denn es war für mich normal dass ich meine Kinder alleine aufzog, keine hilfe bekam, und wenn ich mit den Kindern mal rein fuhr, in meine Heimat, aufs Land, dann fuhr ich meistens wieder am selben Tag ab, oder spätestens am nächsten, weil meine Kinder und ich wie Aussätzige behandelt wurden. (vorallem mein Jüngerer Sohn weil ich mich besonders um ihn kümmerte, da ich die einzige war, die ihn liebte, außer sein Bruder, )

ich weiß jetzt warum ich immer und immer wieder versucht habe mir das Leben zu nehmen, ich hätte es tun sollen, verschwinden sollen aus dem Leben vorallem meiner mutter (die als ich 14 Jahre alt war noch ein Mädchen bekam das dann ihren Wünschen entsprechen sollte und verhätschelt wurde wie die Prinzessin auf der Erbse)

ich glaub sogar meine Mutter hat versucht mich mit 4 Jahren umzubringen, da ich immerwieder im KH war und ie Ärzte nicht drauf kamen was ich hatte. Zuerst wär es Leukämie gewesen, dann Kinderlähmung...usw.
ich weiß jetzt nicht ob das von mir eingebildet ist aber es kommt mir im Nachhinein komisch vor...

Es ist so traurig dass es nach diesen Jahren und auch der Beziehung die ich zu meinem Vater geglaubt habe zu haben, kein Verzeihung oder "Entschuldigung" gibt.

Mein Vater hat gemerkt wie schlecht es mir geht. Und gestern hat er mich angerufen, war sehr sehr lieb zu mir , hat mich Schatz genannt und war wirklich lieb, unheimlich lieb...ich bins gar nicht gewöhnt.

Es fühlt sich so an so ungewohnt, und macht mir auch wieder Angst. bzw. ich kann dem nicht trauen.
wisst ihr ich hab mir ein Ultimatum gesetzt das heuer am 2.2. geendet hätte, da wollte ich "gehen".
weil meine Kinder erwachsen sind. 1997 als Deal mit meinem Psychiater beschlossen, er sagte wenn ich es dann noch tun wolle DANN würde er mir helfen,
10 Jahre für meine Kinder.
Dann war der 2.2. da und ich sah dass meine Kinder mich immer noch brauchen würden, sie haben mich sehr lieb, das ist so schön, UND aber auch für meinen Vater, würde ich leben wollen...und er würde es ebenso wenig verkraften wie meine Kinder wenn ich gehen würde. so dachte ich mir.

Heute weiß ich dass das jahrzehntelang der Wunsch meiner Eltern war, dass ich sterbe und sie die Schande einer kranken, nichtsnutzigen Tochter mit zwei nichtehelichen Söhnen durch (gespielte) Trauer ersetzen könnten.

Und das tut weh. Ich würde gerne gehen, BITTE nicht als Ankündigung sehen, wenn nicht die Katzis, die Kinder wären. Wenn ich alleine wäre dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür zu sagen "ich gehe"

das ist obwohl es lang geworden ist die kurzversion meines Lebens

Lg Rubi
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« Antworten #1 am: 04. September 2007, 20:17:34 »

hallo leutz

bewusst schreibe ich sehr selten "diesen" menschen an, der gerade einen beitrag
geschrieben hat. im forum sind und bleiben sehr viele beiträge bestehend.
allein das datum ist ersichtlich. ob nun ein mensch eine lösung, erlösung fand,
möcht ich auf diesen "hilfeschrei" eingehen.
sie schrieb: "tus doch, aber dazu bist du eh zu feig".

ein hilfeschrei wird oft etwas herunter gespielt. viele hilfesuchende spielen auch mit einer
drohung, sich umbringen zu wollen.
viele möchten erkannt, in die arme genommen werden. möchten, mal etwas geborgenheit mit ernst erfahren zu können. dafür nichts geben zu müssen. weder geschenke, geld noch sich mit sex
liebe zu erhaschen.

suizid ist und bleibt eine ernste sache. in erster linie für menschen, die daran zu sich denken. nicht diese,
die von solchen menschen einen versteckten "hilfeschrei" bekommen.

es mag gut tönen, wenn jemand sagt: reisende sollte man nicht aufhalten.

und wie gut tönen tatsachen? wenn halt doch jemand "ging"?

man hätte doch nicht helfen können? den.....

augen zu - und durch?

möcht hier nur eines sagen. ich lag in der badewanne. das messer dazu. die wanne ohne wasser war scheisskalt. also legte ich ein froteetuch unter mich. im grunde ein blöder augenblick. in einer badewanne zu sitzen, ohne wasser und schaum.

dann, das telefon ging. ich wollte ein letztes mal wissen, wer meine nummer wählte?

ich kam zu spät. immerhin aber lag ich nicht mehr in der badewanne, ohne wasser.

ging dann ins bett. und am morgen bin ich wie immer, zur arbeit gegangen.
das blöde telefon, meine hoffnung haben mich da raus geholt.
den satz: "tus doch, aber dazu bist du eh zu feig", las ich nicht gelten.

im gegenteil. solche "herausforderer" sind doch echt die dummheit der menscheit, in person.

dabei wäre ein gutes wort, eine warme hand, einfach ein lieber gedanke, die lösung, das ein mensch
mehr geben könnte, als eine selbstmordrohung auszusprechen.

gruss oba


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oba
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« Antworten #2 am: 10. September 2007, 18:46:40 »

hallo leutz

sist wieder mal soweit für mich. komm nicht mehr klar mit mir.
seh wieder nur noch schwarze wolken über mir.
endlich wissen, warum immer wieder suizidgedanken mich in
griff bekommen können.
gestern ist mein "altes" kaninchen gestorben. habs gewusst, als
ich es "gekauft" habe das es wohl mal sterben würd. sist so
viel älter geworden, als es so in der fachliteratur beschrieben wird.

ich glaub, es hatte es sehr gut bei mir. sist 5 jahre alt geworden.
grenzt schon fast an ein wunder bei einem hasen?

ist eben nur ein tierchen. wenns in den nachrichten noch so viel
elend gibt, ist mein grösstes elend eben so ein tierchen, das in meinen
armen stirbt.
machtlos streichle ich über das fell, schliess die äugelein des hasen und weine bittere tränen.

fühl mich allein und möcht laut schreien. s kommt nur ein schwerer atemzug heraus.

möcht am liebsten auch sterben.

s wird vergehen. ich weis es. kein schmerz wird für immer sein.
in nächster zeit schreib ich mal nicht mehr hier. swird mir einfach zuviel,
immer möglichst positiv denken zu können.
sist oft alles nur so richtig mist im leben. ich mitten drin.

mein herzchen schlägt und schlägt, dabei wärs gut, es würd endlich aufhören.
mein lieber hase hat so schön einschlafen können. oh, ich möcht das auch können.

gruss oba
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Sister Moonshine
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WWW
« Antworten #3 am: 10. September 2007, 20:51:48 »

Lieber oba,

auch ich verlor einen Hasen. Braun/weiß, ein kleiner!  Er hatte keine fünf Jahre. Er starb an Asthma!!!   Wie grotesk!  Ich möchte nicht,dass Du gehst oder nicht mehr schreibst   Verlegen
Ich genieße Dein Können, innerste Gedanken in Worte zu fassen, die Du nach außen tragen kannst.
Ich selber kanns nicht so gut, ich schreibe Lieder. Auf Englisch. Das kann ich.
Aber ich hab Dich lieb. Und denke an Dich. Ich fühle Deine Verzweiflung manchmal.
Komm hierher - ab und zu - damit ich und andere teilhaben können an echter Menschlichkeit.
Danke Dir.

Ganz liebe Grüße von Sister Moonshine

P.S. Geh nicht, wo sollte ich hingehen?
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oba
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« Antworten #4 am: 11. September 2007, 18:50:53 »

danke sister,

(mein mondschein).

ich geh, will und kann nicht gehn. swird aber nun etwas stiller.
muss wieder kraft sammeln. fühl mich richtig schwach und sterblich.

sist, als rufe mich jemand, der an mich glaubt. ich will darauf hören,
hier in dort.

will aber auch erkennen, obs eine falle ist. so brauch ich zeit,
möcht im fallen den freien flug geniessen. sist sonst für mich zu
schwer, unten aufzuschlagen, wenn mich der wind des lebens nicht mehr trägt.

hab mich auf einen freien flug bereit gemacht. nun fliege ich erst mal. der
wind trägt mich.

so lange musst du auf mich warten. werd wieder sicher landen.
weil ich weis, dass du mich erwarten wirst am landeplatz.

danke, bis bald. (allen ein danke, ich werde "sicher" landen.)

oba
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Rhini
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« Antworten #5 am: 15. September 2007, 11:01:21 »

Hallo, Ruby und Ihr Anderen
Ruby, habe schon in deinem A-Sozialen etwas verlauten lassen, ehe ich deine Geschichte hier fand. Nee-nee, meene Kleene, wie der Berliner nu mal sagt, davongeschlichen wird nicht. Ist ja ähnlich wie bei dir, dass ich alles nicht mehr aushalten kann und mich eigentlich frage, was das hier noch soll. Aber dann sage ich mir auch immer wieder, dass, wenn ich schon hierbleiben muß (?), ich doch wenigstens etwas vom Leben haben möchte!!! Daran sollten wir alle arbeiten, weil wir es uns wert sein sollten!

Oba, ja, ja, die Badezimmer, oder brav im Bett mit Pillen... Selbst in so einer Situation wollen wir den Anderen keinen Streß bereiten... Frei sein von den Zwängen, die Andere uns auferlegen, die aber letztlich bei mir selbstproduziert sind, weil ich den richtigen Umgang mit mir nicht gelernt habe. Und dabei sollte ich mit 50 doch wissen, wie die Welt funktioniert, oder? Ich schäme mich, weil ich trotz des Alters noch Fantasien habe, die im allgemeinen Umfeld so nicht akzeptiert werden, weil sie nicht der Norm entsprechen. Aber nur, wer nicht wie ein Lamm ist, kann etwas verändern; ggf Akzeptanz fordern...

Ich denke jeden Tag, dass ich so nicht weiterleben möchte, sammle seit Jahren Tabletten, aber ich werde es nicht tun. Ganz einfach deshalb, weil ich tief in mir drinen immer noch Hoffnung habe, dass es mir eines Tages wieder besser gehen wird und ich mein Leben nicht mehr abhängig mache vom Wohlwollen anderer Menschen, denen ich zum großen Teil nichteinmal bekannt bin. Vom Kopf her: Ich bin und wer mit mir gehen möchte, ein Stückchen nur, der kann das gerne tun. Und in meinem Größenwahn sondiere ich diejenigen aus, die mich nur ausnutzen wollen und denen ich als Person egal bin.
Aber, habe ich schon öfter erwähnt, es ist ein langer, nicht immer leichter Weg... Lasst ihn uns ein Stückchen gemeinsam gehen!

Liebe Grüße
Rhini
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oba
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« Antworten #6 am: 15. September 2007, 15:02:44 »

hallo rhini, hallo leutz,

bin wieder gelandet. bin zurück vom freiflug in mein eigenes ich.

hab viel gesehen, viel verstanden. sist, als hät mich die erde umarmt.
meine sinne sind wieder da, vom seh-hör-tast-lebens-sinn, bis zum
schmerz-traum-frei-sinn.

sist nicht einfach, diese sinne als ganzes empfinden und in sich einfliesen lassen zu können.
ordnung, unterteilung, trennen, fällt dem menschen etwas schwer (zu gemüte).

doch ists eben genau dieses, das dem menschen glück oder unglück bringt.
nicht alles haben, heralten zu können, es zu wollen, trotzdem. dabei ist alles
vorhanden im mensch selber. in der frau, im mann, im kind, im sein des körpers.
der geist, hirn, ist nicht getrennt vom körper. egal, ob ein körper vielleicht
sogar "behindert" ist. egal, ob ein "geist" in einem starken, muskulösen körper
"behindert" ist.

wie leichtsinnig sagt jemand, der einen menschen trifft, irgendwo, dass, weil dieser sein gesicht verzieht, seine bewegungen unendlich langsam sind, dumm oder gar blöd ist.
spricht man so einen menschen an, verzieht dieser abermals das gesicht. ein scheinbares lächeln
sieht aus wie eine grimasse. die stimme tönt, als wärs nicht von dieser welt.

und es ist, wie eine fremdsprache, wie ein ausländer im eigen heimatland.

jeder mensch ist ausserhalb seiner heimat, weltweit, ein ausländer. behinderte sogar sind es
im eigen heimatland.
und....

sieht man scheinbar keine "behinderung", zähne, körper, gesicht sind ganz "normal", kann
ein mensch auch in seiner heimat schnell zum ausländer werden. hin, bis zu nächsten familienangehörigen,
die gerne abstand halten zu solchen "ausserirdischen" verwandten.

wie gut es ist, da freunde zu finden, zu haben, halten zu können, die einem begleiten,
auch nur auf einem kurzen stück weg.

und nur, um zu spüren, wie schön es ist, gehalten, umarmt zu werden.
nicht aus mittleid. sondern vom tiefen, verstehenden herzen.

so was, ja sowas, wünsche ich jedem menschenkind, jedem tierchen.
weil es der seele gut tut. denn jedes lebewesen hat eine solche seele,
die, trotz der unbeachtenden optik, der verurteilten optik, vorhanden ist, in der kreatur.

hässlich ist nur, wer schönheit als masstab zum vergleich nimmt.

lieber gruss und danke
oba
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Gecko
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« Antworten #7 am: 15. September 2007, 17:13:19 »

Wow ich lese hier echt unglaubliche Schicksale,
aber ihr seid zu besonders um Suizid zu begehen.

In dieser Welt die nur noch von oberflächlichen Menschen bewohnt wird
gehört ihr zu denen die wie kein zweiter Erfahrungen mit dem echten Leben gemacht haben.
Ihr wisst wieviel es bedeutet Liebe in sich zu tragen,
und ihr würdet sie auch gerne an andere weitergeben.
Freundliche Menschen die genau wissen wie ein Mensch richtig behandelt werden muss,
davon gibt es Heute leider zu wenig, aber ihr gehört dazu.
Und das sind unbezahlbare Qualitäten,
zu kostbar als das man sie mit ein paar Tabletten zufiel wegwerfen sollte.
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Rubina22
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« Antworten #8 am: 16. Oktober 2007, 23:14:14 »

Hallo Oba, Rhini, Gecko, Sister

an Oba: es tut mir so Leid wegen deines Kaninchens.  Weinen ich bin selber so ein TierMensch. Meine katzis und meine Meeris sindmeine Engel, meine Wegbegleiter die mich niemals enttäuschen, immer da sind, wenn ich sie brauche und ich entlohne sie so gut ich kann (Leckerli, Spielen, streicheln etc. ) auf meine Weise. Lies doch das Buch von Penelope Smith "wenn Tiere sterben" (0der so ähnlich) heißt das Buch . Schau mal unter amazon.de. Das ist sotröstlichdieses Buch.

Ich hab irgendwie komplett auf diesen Thread vergessen. Als ich das jetzt durchgelesen hab, auchmeinen eigenen Anfang, hab ich mir gedacht "oje wie oft hast du denn diese STory schon geschrieben, damit mit dem "zu feig" usw.". :-)  ;)ich hoff ich langweile euch hier nicht zu T.....de. Mit meinen Ausführungen über Kindheit, Mutter, Vater, Suizid, etc.

Ich bin heute gut drauf, und ich wünsch es euch allen auch so sehr, dass ihr Tage, Stunden erleben werdet, oder gerade erlebt die GUT sich anfühlen. Ich hab mir heute einBad selber gemacht mit ätherischen Ölen, ganz naturreinen, die ichin Milch aufgelöst habe und die haben mich so richtig aufgebaut und dann hab ich mich noch mit einem selbstgemachten Öl ausWeizenkeimen und Rosenöl so richtig von Kopf bis Fuß eingerieben. Meine Haut massiert, meine Narben eingeschmiert, und das immer noch Schöne an meinem Körper registriert.

Rhini wenn du schreibst du bist 50 und du müsstest wissen wie es geht: du weißt es ja. Du weißt es nur zu gut. Wie es geht. deine Worte sind wahrhaftig. Und ich versteh dich und bewundere dich.
Ich mag am liebsten Leute (also jetzt normalos mein ich) die so um die 20 sind oder die schon über 60 sind. Die in meinem Alter, um die 40 oder über 30, oje. Die sind so versessen den Kapitalismus zur Schau zu stellen und ihre eigene Leistungsfähigkeit ist ihr oberstes Geleit. Ich hoff ich ergeh mich nicht jetzt in Vorurteilen, es gibt sicherlich Ausnahmen, aber ich versteh mich einfach mit Youngsters im Alter meines jüngerenSohnes z.B. so gut, und dann wieder mit Pensionisten, die einfach nicht mehr in dem Arbeits und Geldverdienungsprozess drinnen stecken. Die sich mehr aufs Sein als auf den Schein konzentrieren können (welch ein Luxus!!).

Und das Sein ist eben nicht das praktische Tun und die Leistung usw. sondern das was der Mensch fühlt, denkt, und zweifelt und trauert, und hofft.

Ach ich sehne mich so nach der Klapse  ;)da waren die Menschen auch so mmmmmmmmh lieb. Verständig, kuschelig. Witzig. Konnten über sich selber lachen, im selben Atemzug in dem die Tränen über die Wangen liefen. Könnt ihr das auch, so lange lachen bis ihr weinen müsst?? 
Ich hab soviel Zeit damit verbracht mich zu verstecken und so zu tun als ob.........
als ob alles gut wäre, ich nicht krank wäre, ich alles unter Kontrolle hätte, ich erhaben über alles wäre..
Meine Güte, ich bin so froh dass ich das jetzt nimmer tu, ich kann mich hingeben, und über das Reden was weh tut , ich steh zu meinem "Sepperl da oben" (wie der Wiener zu sagen pflegt)

und Rhini du hast Recht die die mit dir ein Stückchen gehen wollen, die sind es auch wert deine Hand zu bekommen, wir haben nicht unbeschränkt Zeit, irgendwann müssen wir eh gehen, das passiert dann von selber, lass uns diese Zeit noch so schön wie möglich verbringen.
Ich reich dir jetzt meine Hand, und es wäre mir eine Ehre wenn du ein Stückchen mit mir gehen würdest.
Hug you Rubi
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man sieht nur mit dem herzen gut, das wesentliche ist für die Augen unsichtbar
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« Antworten #9 am: 18. Oktober 2007, 09:57:07 »

Hallo, Ruby
Ich habe das Gefühl, hier "berühren" sich Hände, gehen Menschen miteinander sanft um, gehen sie ein Stück zusammen. Und das ist es, was ich (wir) brauche; nicht alleine denken zu müssen, dass die Anderen Recht haben, wenn sie meinen, ich solle mich nicht so haben, mal ein bisschen zusammenreißen und so weiter. Und wenn ich genau hinsehe, dann finde ich es doch sehr normal, dass die Menschen so unterschiedlich sind und dass einige von ihnen sensibler, empfindsamer und ängstlicher als andere sind.
Ganz seltsamer Gedanke: Wenn die "Starken,Gesunden" uns so unterbuttern, mit uns teilweise machen, was sie wollen... wir das alles ertragen, aushalten und immer noch da sind, wer ist denn dann der Stärkere???
Wir benötigen doch viel mehr Kraft und Energie, das Leben zu meistern, als die "Gesunden"...

Nun gut, Ruby, lass uns gehen und schauen, wer sich uns anschließen möchte...
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We against Depression


« Antworten #10 am: 09. Februar 2008, 12:13:27 »

Hallo,

es berührt mich sehr diesen Thread zu lesen. Macht mich traurig. Aber es gibt mir auch Kraft. Die Art wie ihr euer Leid schildert ist getragen von einer Art Kraft, einem Stolz, den wohl nur Überlebende haben. Überlebende zahleicher emotionaler Katastrophen. Ich habe noch nie so klare und offene Aussagen von Menschen gelesen, egal obs nun gesunde oder Kranke waren.

Auf euch Leidende kann ich als Mitmensch stolz sein, nur ist das nicht echt eine Scheiße? Muss man erst furchtbar leiden, um Größe und Echtheit zu erreichen? Mir wäre lieber, ihr wärt gesund. Und dennoch tolle Menschen. Mhm, es ist schwierig.

Auch ich bin ein ewig leidender, hatte schlimme Zeiten, in denen der Tod das einzig süße und schöne war, daß ich mir noch vorstellen konnte. Ich wollte heim, meine Ruhe haben, nichts mehr denken und fühlen, den Menschen entkommen und ich wollte einmal Macht haben. Macht über mein Leben.

Heute bin ich scheinbar weit entfernt davon, aber im innersten sind es doch nur wenige Schritte bis zu einer ähnlichen Situation. Das ist mir klar. Ich habe generell die Einstellung das der Mensch das Recht auf einen selbstbestimmten Tod hat. Ich bin auch dafür, dass solchen Menschen beim Sterben geholfen wird, wenn es ihr unbedingter, nachvollziehbarer Wille ist. Leiden muss eine Grenze kennen, es darf einzelne nicht grenzenlos treffen und man darf diese Menschen nicht allein lassen. Das wäre so, als ob man Jesus wieder ans Kreuz nagelt. Man muss Menschen vom Kreuz erlösen, nicht sie dort hängen lassen. Das wäre Christenpflicht. Sogar Tieren steht man das zu, man lässt sie nicht leiden, erlöst sie, aus Gnade. Verdienen wir keine Gnade?

Ich wünsche euch allen Erlösung, früher oder später wird sie auch kommen. Ich hoffe und wünsche euch aber auch die Kraft zu Leben und dem Leid zu trotzen. Vielleicht lässt sich das eine oder andere Leiden ja auch lindern, vielleicht gibt es die Möglichkeit gesünder und froher zu werden?

Liebe Grüße

Wonderboy
 
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WWW
« Antworten #11 am: 09. Februar 2008, 15:03:14 »

"Auf euch Leidende kann ich als Mitmensch stolz sein, nur ist das nicht echt eine Scheiße? Muss man erst furchtbar leiden, um Größe und Echtheit zu erreichen? Mir wäre lieber, ihr wärt gesund. Und dennoch tolle Menschen. Mhm, es ist schwierig..."

Hallo lieber Wonderboy,

schön, dass Du in diesen Thread nochmal etwas geschrieben hast.
Ich habe Deine "Lebens- und Leidensgeschichte" auch gelesen, finde bei Dir viel mehr Wärme und Verständnis für Menschen und Deine Situation, als Du wahrscheinlich glaubst  Blinzeln

Zu deinem Zitat:
Ich glaube, ja, man muss leiden um Größe zu erreichen (das ist meine ganz eigene subjektive Empfindung!) allerdings ist es bei mir so, dass ich vor dem Gesundwerden schreckliche Angst habe. Ich fürchte mich vor dem Verlust meines Ichs, meiner Seele, meines...Seins!?
Suiz**** gedanken sind auch meine ständigen Begleiter, Träume und Visionen darüber.
Ich kann Deine Gedanke so gut verstehen, auch wenn ich mir wünschte, sie könnten Dich ein bißchen mehr aufrichten.

Also kann ich - weder mit Leid noch ohne -  niemals ein toller Mensch sein.
Weil ich selber es mir verwehre. Immer verwehren werde.

Ich wünsche Dir viel Kraft, Deinen weiteren Weg steuern zu können, und bin froh, dass Du eine so starke Beziehung hast. Das wird Dir immer helfen!

Alles Liebe und sei gedrückt von Sister Moonshine  Grinsen
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We against Depression


« Antworten #12 am: 09. Februar 2008, 15:37:11 »

Hallo Sister,

deine Angst vor dem Gesundwerden kann ich gut verstehen. Ich hab mal zu meinem Therapeuten gesagt, daß ich Angst davor habe, wenn es mir mal besser geht. Oder dauerhaft gut geht. Denn dafür hab ich kein Konzept gehabt, ich kannte es nicht. Was soll ich denn dann tun, wenns mir gut geht, hab ich gefragt.?

Ich hatte auch Angst vor meiner eigenen Kraft, wenns mir besser ginge. Würde ich mich rächen wollen, würde ich selbst böse werden, würde ich mich nicht steuern können?

Es geht mir jetzt besser und leider hab ich Menschen verletzt, auf meinem Weg dorthin. Ich hätte das vermeiden können, wenn ich mich getötet hätte. Wäre das besser? Ich habe aber auch viel schönes erlebt, viel gegeben, bin vielen Menschen begegnet, guten wie schlechten. Schlußendlich hab ich meine Lebensgefährtin kennengelernt. Sie ist jetzt nicht mehr allein, weil sie mich hat.

Ich hoffe nur, daß du dir mal etwas gönnst, dir etwas nimmst. Manchmal muß man wie ein Tier sein, instinktgeleitet, Ich-bezogen, um zu überleben. Bedürfnisse müssen befriedigt werden, wenn man nicht daran ersticken will.

Das wichtigste ist glaub ich im innersten unversehrt zu bleiben und sich für die Ewigkeit aufzuheben. Dann, wenn die Mühe des Lebens vorbei ist und du gehen darfst. Was dann noch da ist von dir, bist du. Du selbst. Warscheinlich fühlst du nicht unversehrt, sondern zerstört und verletzt. Aber gibt es nicht doch noch einen Kern in dir, der unverändert so ist, wie er geboren wurde?


Grüße

Wonderboy
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