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Leonardo
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« am: 03. April 2007, 13:11:01 » |
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Hallo, möchte hier mal etwas loswerden, was mir auf der Seele brennt. Seit 1984 nehme ich Benzos, um meine Angst in den Griff zu bekommen. Dazu habe ich noch Alkohol getrunken ,um die Wirkung zu verstärken, da sonst keine Entspannung möglich war. Im Sept. 2003 kam dann der Zusammenbruch, körperlich wie auch seelisch. Nichts lief mehr. Entzug zu Hause klappte nicht, also begab ich mich im Okt. 2003 ins Krankenhaus, psychiatrische Abteilung, um dort einen stationären Entzug zu machen. Der Entzug dauerte 5 Wochen. Er wurde begleitet von schwitzen, einigen Panikattacken, Schwindel, Herzrasen und so weiter. Kennen diejenigen von euch bestimmt, die so etwas schon mal durchgemacht haben. Zudem wurden meine Ängste stärker, hielten sich aber noch in Grenzen. Nach ca. 5 Wochen wurde mir dann mitgeteilt, dass ich mit dem Diazepam auf Null wäre. Dies sollte auch für meinen Körper gelten. Dies war gelogen, denn das Diazepam braucht, auch wenn es auf Null ist noch gut 6-7 Wochen, bevor es ganz raus ist aus dem Körper. Dies wußte ich damals aber noch nicht. Kam also nach Hause und dort ging es erst richtig los. Es begann der Entzug nach dem Entzug, der mich fast das Leben gekostet hätte. Also war zu Hause. Es ging los mit Schlafentzug. Konnte, obwohl ich müde war, nicht schlafen. Mein Kopf war hellwach. Hab mich dann ins Auto gesetzt und bin 4-5 Stunden nur so durch die Gegend gefahren. Mußte irgendwas machen, denn ich war innerlich aufgewühlt und unruhig. Nach zwei wachen Nächten holte mich dann der Schlaf ein und ich konnte dann so 2-3 Stunden am Stück schlafen. Habe auch so zwischendurch geschlafen immer mal so 5-10 Minuten. Das mit dem Autofahren ging so gut eine Woche. Nachst unterwegs wie ein Unruhegeist. Danach ging es so mit der Unruhe und haben dann nachst, mich vor dem Computer gesetzt, bis ich müde war und dann ein paar Stunden schlafen konnte. Dies war schon ziemlich hart und ging an die Substanz. Wer nun meint es würde so mit der Zeit besser gehen hat sich geirrt, denn nun ging es erst richtig los. Die Ängste waren ja nicht weg, sondern noch da. Diese meldeten sich nun zurück. Ich brauchte immer einen Arzt in der Nähe, denn es könnte mir ja etwas passieren. Solange die Ärzte Sprechstunde hatte, war alles in Ordnung. War diese zu Ende, bin ich mit dem Auto bei ihnen zu Hause vorbei zu fahren, um mich zu vergewissern, dass sie da waren, falls mir etwas "passieren" würde. In dieser Zeit entwickelt sich bei mir eine Art "zweites Gehirn". Mein eigentliches ich unterhielt sich mit Leuten, während mein Zweites ich im Hinterkopf sich Angstszenarien ausdachte, die immer schlimmer wurden. Mit der Zeit verdrängte dieses dann immer mehr und mehr mein eigentliches ich. Die Angst übernahm mehr und mehr das Kommando. Ich war diesem hilflos ausgesetzt, konnte nichts dagegen machen. Meine Verhaltensweise nahm immer skurillere Formen an. Stellte mich jetzt schon morgens auf dem Parkplatz beim Arzt. Wartet ab bis der Arzt seine Praxis verlies und folgte ihm dann. Mußte einen Arzt in der Nähe haben. So verfuhr ich auch nach der abendliche Spechstunde. Auf gut deutsch gesagt: Verfolgte meinen Arzt oder den diensthabenden Arzt am Wochenende. Dies wurde schließlich so schlimm, dass es darin mündete, dass ich mir sagte, so ist es doch kein Leben. So kann es doch nicht weitergehen. Während dieser vier Wochen nach dem stationären Entzug, hatte ich weder Alkohol noch Benzos zu mir genommen. Wie gesagt, so konnte es nicht weitergehen. Für mich gab es nur eine Lösung: Selbstmord. Diesen führte ich auch durch, aber zum Glück (aus heutiger Sicht) ohne Erfolg. Hiernach bin ich dann noch ca. 1 1/2 Jahre durch die Hölle gegangen (u.a. mehrere Suizidversuche), bis ich endlich einen Arzt gefunden hatte, der mich verstand und helfen konnte. Dies ist jetzt ca. zwei Jahre her und mir geht es heute wesentlich besser. Habe wieder Spass am Leben. Ich kann jedoch nicht vergessen was war. Vor allem ist da diese Wut auf diese unfähigen Ärzte, die mir nicht helfen konnten oder wollten noch vorhanden. Sie gingen nur streng nach Lehrmeinung und schauten nicht über den Tellerrand. Bin dabei jetzt etwas gegen diese "Halbgötter in Weiß" zu unternehmen. Werde sie wahrscheinlich Verklagen, wegen Behandlungsfehler. Ich hätte dieses Matyrium nicht durchmachen müssen, hätte die "Herrn Halbgötter" mir nur Mal richtig zugehört, dann wäre mir vieles erspart geblieben.
Gruß Leonardo
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