Hallo zusammen...
Ich springe mal gleich in die Problematik hinein - das Leben ist schließlich kurz...

Also wir haben eine Bekannte, die trinkt regelmäßig seit Jahren und zwar bis zu vier Liter Bier am Tag. Die hat Schwierigkeiten beim Laufen und mit der Schulter, weint bei den geringsten Anlässen, hat auch bereits Probleme mit der Verdauung (ständige Durchfälle). Sie geht überhaupt nicht zum Arzt, weil sie der Meinung ist, wenn man das einmal anfängt, kommt man da nicht mehr raus... Bei der Problemhäufung sicher keine ganz unbegründete Sorge...!!
Was uns ratlos macht, ist, dass sie immer wieder deutlich sagt, dass sie ja ständig trinkt und alle schon denken, das sie aufgrund des Trinkens unzuverlässig ist - was nicht von der Hand zu weisen ist.
Ich bin selbst Sozialarbeiterin, habe aber nach dem Studium nur das Anerkennungsjahr gemacht und konnte in dem Beruf nicht arbeiten, weil ich mich nicht ausreichend abgrenzen kann.
Ich stehe auf dem Standpunkt: Wenn der "Leidensdruck" noch nicht ausgeprägt vorhanden ist, tue ich erstmal gar nichts, weil ich da sinnlos Kraft verschwende. Wenn der Betroffene nicht unter seiner Situation leidet, kann noch niemand etwas tun, da ja noch kein Wille vorherrscht, etwas zu verändern...
Ich empfinde jedoch dieses offensive Darüberreden als Hilferuf. Sehe ich das richtig? Was meint Ihr? Vielleicht können mir auch selbst Betroffene erzählen, wie es ihnen ging...
Ich bin übrigens mächtig befangen, weil meine Eltern beide trinken... Bei meiner Mutter isses schon so weit, dass die Alk mit in den Urlaub nimmt... Da fühle ich mich sehr hilflos...
Aber ich könnte ja zumindest Adressen von Beratungsstellen parat haben für die Bekannte (meine Lebenspartnerin spielt mit ihr und zwei Anderen Canasta - da wirds auch nicht besser - die spielt manchmal den größten Müll...).
Über Antworten würde ich mich sehr freuen!
Grüße aus Berlin