Home | Forum
Freitag, 25. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
25. Mai 2012, 12:51:20 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Alte Freunde  (Gelesen 1197 mal)
yon
Stammposter
****
Beiträge: 128


« am: 15. August 2004, 20:21:49 »

Hallo,

schwer zu sagen, wie ich beschreiben soll, was eigentlich in mir vorgeht.

Ich hatte eine Reihe von Freunden. Damals haben wir viel zusammen unternommen, ich kannte so etwas nicht. Es war damals so ein bißchen so etwas wie ein Paradies. Sie waren meine besten Freunde.
Das Problem was ich jetzt habe ist, daß mir das aber andererseits wie meine Traumwelt vorkommt. Schwer zu beschreiben, wie ich das meine.
Ich habe viele Dinge nicht gesehen, die ich jetzt bzw. anders sehe. Ich dachte zum Beispiel, daß ich bei den Leuten richtig integriert bin, d.h. ein gleichgestelltes Mitglied. Mir ist überhaupt nie aufgefallen, daß es meistens die anderen waren, die Dinge von sich erzählt haben, ich meistens nur dabeisaß.
Was mein Weltbild leider sehr  -
Als die Freundschaften dann eh etwas auseinander gingen, mußte ich leider feststellen, welcher Machtkampt um - wie soll ich mich formulieren - die "Vorrechte" in der Gruppe geführt werden. Ich kann mich noch an diesen heftigen Druck erinnern, so wie wenn man jemanden klein halten will, als ich versuche eine andere Position in der Gruppe einzunehmen. Es war so ein Kampf, überhaupt nur mal zu Wort zu kommen, es war so ein Stress. Heute würde ich so etwas nicht machen. Da hab
 ich nun absolut keinen Nerv zu. Möchte, daß mich Leute (im Großen und Ganzen) auch so akzeptieren, möchte nicht kämpfen müssen, daß mir vielleicht jemand auch mal zuhört. Welches Bild gibt das ab? Bin ich da, damit andere sich durch mich   ? groß und stark fühlen können? Von mir "gefeiert werden"?
Und irgendwie waren es doch mein Freunde? Oder?     (bitte gebt mir keine Antwort auf diese Frage, bitte nicht, bin sowieso schon so fertig)

Ich schwanke immer zwischen so Extremen. Ich weiß einfach nicht weiter.
Organisieren seit einem Jahr mal wieder ein Treffen. Irgendwie will ich ja hin. Andererseits habe ich abgesehen von den beiden, die ich auch so sehe - tja, gar nicht soooo das Bedürfnis mich jetzt mit ihnen groß zu unterhalten. Wie auch immer.


Grüße
Yon
Gespeichert
LadyDabandi
Schreibe oft hier
***
Beiträge: 59


« Antworten #1 am: 18. August 2004, 12:03:52 »

Hallo Yon,
irgendwie kann ich mir kaum vorstellen, dass Du keine Antwort möchtest, sonst hättest Du wohl kaum so ausführlich erzählt, was Dich beschäftigt, oder? Wahrscheinlich befürchtest Du, wenn Dir jetzt noch tausend Leute gute Ratschläge geben, bringt das nur noch mehr Durcheinander in Deine Gedanken. Wenn es so ist, kann ich das gut verstehen. Mir geht es auch ziemlich oft so, dass ich bestimmte Dinge immer und immer wieder duchdenke, nie zu einem wirklichen Schluß komme, nur nervoes und kribbelig werde und dann einfach aufgebe. Kann aber auch sein, dass ich beispielsweise zu meinem Mann gehe und ihn bitte, mir doch mal wieder "die Windschutzscheibe klar zu machen". Manchmal brauche ich dann nur mal eine andere Sichtweise, um wieder etwas klarer denken zu können.
Ich will Dich auch gar nicht vollmüllen, aber ich kann mir vorstellen, was in Dir vorgeht. Ich hatte und habe auch immer das Gefühl, der seelische Mülleimer für alle zu sein, ohne auch mal selbst etwas loswerden zu können. Aber inzwischen weiß ich auch, dass das an mir selber liegt. Ich mag mich nicht besonders und war mein Leben lang bemüht, so zu sein, wie alle anderen mich haben wollten. Und weil das unmöglich war, habe ich mich immer mehr zurückgezogen, bis ich fast unfähig war, mich überhaupt noch anderen gegenüber zu öffnen. Das ist bis heute mein größtes Problem. Ich bin immer bereit, für andere da zu sein, aber ich ziehe mich sofort zurück, wenn mir jemand zu nahe kommt. Trotzdem habe ich das Bedürfnis nach Kontakten. Dabei ist das Internet (oder das Forum) ein toller Ausweg für mich. Ich kann Kontakte knüpfen, wenn ich das möchte, oder ich lasse es. Ich kann mit virtuellen Kontakten umgehen, aber im wirklichen Leben schnürt es mir die Luft ab. Das ist natürlich im Umgang mit meiner Familie oder Freunden sehr schwierig für alle Beteiligten, weil das  niemand nachvollziehen kann. Aber trotz Therapie und aller Anstrengung komme ich da nicht raus.
Liebe Grüße
Bärbel
Gespeichert

Wenn du dich der Sonne zuwendest, fällt dein Schatten hinter dich.
yon
Stammposter
****
Beiträge: 128


« Antworten #2 am: 19. August 2004, 12:59:37 »

Hallo Bärbel,

danke für Deine Antwort.
Oh, das kam so rüber, daß ich keine Antworten haben will? Oje, dann war das natürlich etwas daneben. Ich wollte halt nur keine auf die Frage, in wie weit sie meine Freunde waren, denn liegst Du richtig mit dem was Du schreibst, da muß ich mir erst mal selbst drüber klarwerden, bevor ich mir dann anhören kann wie andere drüber denken (und ganz durcheinander kommen würde...   *).
Aber nee, sonst ist schon ok, das kann ich dann doch "abhaben".   <g>

Als ich las, daß Du für andere herhälst, ihnen zuhörst, der "seelische Mülleinmer"  (traurig, daß Du das schon so beschreiben mußt) bist - das tut mir sehr leid für Dich. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Weil es mir selbst schon häufig so ging, für bestimmte Personen immer dagewesen zu sein, wenn es ihnen nicht gut ging, daß sie sich mal ausheulen konnten. Um dann irgendwann festzustellen, daß sie das nur so "hinnehmen", weil "ich das halt so mache", aber das ich vielleicht auch mal was loswerden will? Nein, da hört bei diesen Leute die KOmpromißbereitschaft auch schon auf. Ich glaube sie hätte mich nicht mal zu ihrem Geburtstag eingeladen, weil ich dann wahrscheinlich störe oder so.
Sie gehörte auch zu denen dazu.

Was ich oben angesprochen hatte mit Reden, muß ich sogar noch eine Stufe zurück gehen, dieses altägliche Reden, das was man so erlebt hat.

Wenn ich an meine (spärlichen) Freunde jetzt denke, und die Leute die ich noch so kenne, so



Ich bin grad ziemlich raus. Fällt mir so schwer das zu formulieren. ist jetzt ein Jahr her, das ich das erste mal wieder drüber rede.


Diese Leute hören mir zu. Sie interessiert, was ich zu sagen habe.

Yon
Gespeichert
LadyDabandi
Schreibe oft hier
***
Beiträge: 59


« Antworten #3 am: 19. August 2004, 19:11:10 »

Hallo Yon,
nein nein, ich hatte das schon so verstanden, wie Du das meintest. Und inwieweit man in Deinem Fall von Freundschaft reden kann, darüber mußt Dir selber klar werden. Das ist gar nicht so einfach, nicht wahr? Denn es tut ziemlich weh, wenn man feststellt, dass es offensichtlich doch keine Freundschaft war. Aber weißt Du, was ich glaube? Wir beide, Du und ich, müssen mehr lernen, dem Mund aufzumachen, wenn wir was zu sagen haben, und das haben wir ja schließlich, nicht wahr? Ich habe das bis heute noch nicht wirklich gelernt, aber ich glaube, hier im Forum können wir damit ganz gut anfangen. Was meinst Du dazu?
Liebe Grüße an Dich
Bärbel
Gespeichert

Wenn du dich der Sonne zuwendest, fällt dein Schatten hinter dich.
yon
Stammposter
****
Beiträge: 128


« Antworten #4 am: 20. August 2004, 20:06:20 »

Hallo Bärbel,

tja, damit hast Du wohl Recht. Aber Du selbst weißt ja, wie schwierig das ist, wie lange man braucht, wie viel Zeit man investiert und immer wieder kommt man nicht von der Stelle. Ich finde das auch so vies, wenn einem das vom Kopf her irgendwie klar ist, daß man den Mund aufmachen soll, weil man einem sonst nur selbst schadet. Gleichzeitig aber eben erst damit anfängt, das noch nicht so kann wie andere - und man praktisch im Gleichen Augenblick sich über das "selbst wehtun" Bewußt ist - aber nichts dagegen machen kann. Was dann wieder Schmerzen bereitet, für die man auch erst mal wieder Zeit braucht. Es ist echt vies.

Du hast davor geschrieben, daß Du weißt, daß das auch an Dir selbst liegt. Wenn man sich selbst nicht ga. Da gebe ich Dir wirklich Recht.
Ich habe mal etwas interessantes darüber gelesen, wo es darum ging, daß man sich selbst "Falles" (so wurde es genannt) baut. Also eben "beispielsweise", daß ich ziemlich schüchtern bin, Angst habe mich mit jemandem zu unterhalten und daß ich nicht weiß was ich sagen soll und eine Pause entsteht - und aus dieser Angst an Leute kommen, die viel und gerne von sich selbst erzählen, so daß überhaupt keine Pause aufkommen könnte. Womit ich mich dann sicher fühle. Umgekehrt aber eben auch denke, daß ich selbst nicht interessant bin, nichts interessantes zu erzählen habe - und eben genau auch Personen um mich habe, die mir genau dies vermitteln, indem sie dann eben immer nur von sich selbst erzählen.
Das ist echt total schrecklich, ist natürlich auch die riesen Chance, wenn einem das dann mal bewußt wird. Und das ist echt nur ein Beispiel, da fallen mir echt viele Dinge ein.
Und es dauert soooooo lange, bis man mal davon Erfolge erzielt, immer und immer wieder fällt man in dieses alte zurück, baut sich wieder solche Freundschaften auf.

Oder eben, daß man sich nicht traut auch mal contra zu geben, weil man fürchtet sonst nicht mehr geliebt zu werden - und an Leute gerät, die genau dieses benutzen um ihre eigenen Interessen durchzusetzten.
Ja... ja...

Danke für Deine Antwort!
Wünsch' Dir was
Yon
Gespeichert
LadyDabandi
Schreibe oft hier
***
Beiträge: 59


« Antworten #5 am: 21. August 2004, 16:22:27 »

Hallo Yon,

genau das ist es, vom Kopf her wissen wir, was wir anders machen sollten, bloß nicht, wie man das in die Tat umsetzen kann. Ich bin von mir selbst deswegen am meisten genervt, anstatt es immer wieder zu versuchen, ziehe ich mich wieder immer mehr zurück. Mir ist die Anstrengung einfach zu viel.
Ich will Dir ein Beispiel erzählen. 1985 hatten meine Eltern einen schweren Autounfall, mein Vater war sofort tot, meine Mutter schwer verletzt. Ein halbes Jahr später starb mein einziger Bruder bei einem Verkehrsunfall, meine Mutter hat sich seitdem nie wieder richtig erholt. Sie ist immer das gewesen, was man einen Familienmenschen nennt, und ich bin die einzige, die ihr noch geblieben ist. Sie klammert nicht, im Gegenteil, sie versucht alles zu vermeiden, was danach aussehen könnte. Aber ich weiß einfach, dass sie sich sehr einsam fühlt, obwohl sich ihre Geschwister und viele ihrer Freunde sehr um sie kümmern, dass sie sich das von mir wünscht. Als sie von meinen Depressionen erfuhr, war sie völlig fertig, und bis heute weiß sie nicht, wie sie mit mir umgehen soll. Darum hat sie immer mit meinem Mann über ihre Sorgen gesprochen. Bis heute sucht sie die Schuld bei sich, obwohl ich immer wieder versucht habe, ihr das auszureden. Wenn wir sie besuchen fahren, hofft sie jedesmal, wir bleiben über Nacht, aber ich fahre schon mit Horror hin und länger als ein paar Stunden halte ich es nicht aus. Ich weiß, dass sie auch das auf sich bezieht und ich ihr damit weh tue, aber ich kann nichts dagegen tun. Ich habe versucht, ihr das zu erklären, aber wie soll sie etwas verstehen, was ich selber nicht begreife?

Ich bin froh, dass Du hier bist.
:...((( Bärbel
Gespeichert

Wenn du dich der Sonne zuwendest, fällt dein Schatten hinter dich.
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS